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Zweiter Erfahrungsbericht aus meinem Leben als Tangocoach. "Darf ich das denn? Ich merke gerade, dass ich befürchte, mit meiner Kraft und männlichen Energie zu viel zu sein." Tango. Wir gehen in Umarmung den Rhythmus. Er vorwärts, ich rückwärts. Sonst nichts. Sonst nichts? Oberflächlich betrachtet könnte man denken: ist doch easy...zumindest für Tangotänzer. Taucht man allerdings tiefer ein und beginnt damit, sich bewusst wahrzunehmen, eröffnen sich schon durch einfaches Gehen neue Erfahrungen und damit auch neue Möglichkeiten. Für Ben, einen selbstbewussten, souverän auftretenden und erfolgreicher Mann, der auch im Kontakt mit Frauen nicht schüchtern ist, ist dies wider Erwarten ein wichtiges Erlebnis. Er hatte gerade lange und intensiv geübt, energetisch aus der Körpermitte zu gehen, das Becken "mitzunehmen", den Raum von dort aus einzunehmen. Alleine, noch ohne mich. Er war sehr ambitioniert, leidenschaftlich und voll bei der Sache. Das langsame Gehen mit der Energie aus Becken und sich selbst so ungewohnt differenziert zu spüren, tat ihm offensichtlich gut. Er wollte gar nicht mehr aufhören und war offenbar auch auf einer inneren Entdeckungsreise. Er wirkte kraftvoll, stabil, männlich selbstbewusst und sehr konzentriert. Dann ermunterte ich ihn, das nun in den gemeinsamen Tanz einzubringen und weiter zu festigen. Währenddessen blieb er dann mittendrin plötzlich stehen, sah mich an und fragte " Ist das nicht zu viel? So aus dem Becken auf Dich zu zu gehen? Ich dachte immer ich bin zu viel damit... Ich will ja nicht aufdringlich sein oder missverstanden werden.“ Er wirkte innerlich berührt und sehr bewegt. Diese unbewusste Gleichsetzung von sich selbst im Becken spüren/bewusst gelebter männlicher Energie mit sexuellem Verhalten -oder zumindest sexueller Intention - habe ich schon öfter erlebt. Männliche Präsenz ist aber nicht das gleiche wie männliche Sexualität. Oft ist da kein Bewusstsein und keine Differenzierung vorhanden. Nicht wenige Männer "verschwinden" auf die eine oder andere Weise aus ihrer Körpermitte, um nicht falsch verstanden zu werden und fürchten sich im Tango vor ihrer eigenen Beckenpower. Oft tun sie das unbewusst und aus der irgendwann im Leben erlebten Scham, mit der eigenen männlichen Lebenskraft als schmutzig oder unerwünscht zu gelten. Sie müssen sich ihr Becken in gewisser Weise erst wieder zurückerobern und neues männliches Selbstbewusstsein entwickeln. Ich versicherte Ben, das sich seine Präsenz aus der Körpermitte gut anfühlte und mir Orientierung und Sicherheit vermittelte. Wenn er auf diese Weise spürbarer würde, hätte ich es in der folgenden Rolle leichter. Alles würde freier und entspannter, Führungsimpulse wurden eindeutiger und konnten sich minimieren. Gleichzeitig wurde die Umarmung entspannter, weil sie keine kompensatorische "Extraführung" mehr enthielt. Und vor allem: ich spürte IHN! Unser Kontakt war nicht mehr überlagert vom "Machen". Er war mehr da und damit in der Begegnung spürbarer. Schön. In den folgenden Wochen strahlte er mich beim Tanzen zwischendurch oft mal an mit der Bemerkung : “ Ich spüre plötzlich viel mehr von Dir!!... und was Du machst! Das ist super. Dafür tanzt man ja...“ Ja, wenn man sich selber mehr spürt und wirklich anwesend ist, kann man auch den anderen mehr spüren. Körperlich feinsinniger und präsenter zu werden, hat Auswirkungen in beide Richtungen. Wenn sich Männlichkeit mit Empfindsamkeit - auch für die eigene verdrängte Scham (siehe oben) - verbindet entsteht Berührung. Zunächst "seelische Selbstberührung". Und dadurch kann auch die Partnerin sowohl in ihrer Körperlichkeit, als auch ihrem Wesen stärker erlebt werden. Frauen fühlen sich dadurch gespürt, angenommen und angekommen beim Partner. Ich kenne kaum eine Frau, die sich nicht danach sehnt. Führung aus männlicher Präsenz macht beide glücklich und das gemeinsame Tanzen leicht. Der Weg bis dorthin Als er vor ein paar Jahren das erste Mal zu mir kam, habe ich danach ziemlich tief durchatmen und mir Mut machen müssen. Seine coole Schlagfertigkeit, der stechend herausfordernde Blick im angespannten Gesicht mit leicht hochgerecktem Kinn machte mir als Hochsensibelchen zu schaffen. Was mir half, waren meine feinen Antennen für das empfindsame Wesen, das sich dahinter versteckte. Wir befassten uns nicht nur mit Tango. Er erzählte jedesmal von sich und ich griff manchmal spontan im Fluss der Berichte etwas auf, um mit einfachen tanztherapeutischen Elementen und kurzen Einheiten Authentic Movement etwas Einblick in seine aktuelle Seelenlandschaft zu gewinnen, die jenseits von Worten liegt. Ich war nicht erstaunt zu sehen, wie sehr er sich nach seiner eigenen Weichheit, auch in der Begegnung mit anderen sehnte. Ich erlebte mit der Zeit immer öfter seine berührbare und einfühlsame Seite. Seine Gesichtszüge und sein Blick entspannten sich mit einiger Übung. Seine Wahrnehmung dafür hatte sich verbessert und er übte das Herunterfahren der gezeigten Wehrhaftigkeit, wann immer er im Alltag daran dachte. All das floss natürlich in sein Tango lernen mit ein. Schon einfach dadurch, dass es sozusagen bereits im Raum war, in der Begegnung mit mir bewusst werden konnte und Unterstützung fand. Diese Mischung von Gespräch, tanztherapeutischen Elementen, und sogar Gongmeditationen (für Regeneration, zum Erleben von Einheit oder Integration des Gelernten) und Tango haben wir bis heute beibehalten. Weitere Einblick in die spannende Vielfalt meiner Arbeit erfährst Du in kommenden Blogeinträgen. Kommentare und Fragen sind willkommen! Schreib mir dazu einfach an mail@rotraut-rumbaum.de Ich grüße Dich herzlich! Rotraut

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Ein kurzer Erfahrungsbericht aus meinem Leben als Tangocoach. Viele fragen mich, was ich da als Tangocoach eigentlich so mache und was das überhaupt ist. Ich denke meine Erfahrungsberichte geben den besten Eindruck davon, was für die Menschen, die zu mir kommen, dabei herauskommen kann. Und das ist ja das wichtigste! Also nicht was ich mache - denn es geht ja schließlich nicht um mich - sondern was der Nutzen für Dich sein könnte. Und das ist so unterschiedlich wie wir als Menschen eben unterschiedlich sind. Sehr spannend! Eine meiner Klientinnen, inzwischen Mitte 60, die ich hier Lisa nenne, kenne ich seit sehr vielen Jahren. In meiner früheren Zeit als klassische Tangolehrerin war sie jahrelang in den Kursen, kam mit auf Reisen und war auch auf weiteren Workshops bei anderen Lehrern. Sie ging auch immer regelmässig auf Milongas tanzen. Dann habe ich sie mindestens 5 Jahre, in denen sich auch bei mir sehr viel verändert hat, nicht gesehen. Vor einigen Monaten nun schenkte sie nun ihrem Mann zum Geburtstag mehrere Doppelstunden bei mir als Tango-Coach. Sie selbst hatte den Wunsch, in der jeweils 2. Stunde mit dabei zu sein, damit ihr Mann das Gelernte dann mit ihr zusammen vertiefen könne. (Was man alleine kann oder mit mir bedeutet ja noch lange nicht, das es auch innerhalb der eigenen Paardynamik super klappt. Die Umsetzung im Kontakt mit dem eigenen Partner ist oft die größte Herausforderung.) Mir fielen erneut spezielle Eigenheiten in ihrer Haltung und ihrem Bewegungsmuster auf, die sich über all die Zeit hartnäckig gehalten hatten. Aus meiner Sicht behinderten diese ihre Stabilität, ihren freien Ausdruck und erschwerten eine durchgängige und entspannte Verbindung zu ihr. Ich spürte dem nach. Ich bemerkte, wie ihre spezielle Kopfhaltung nach vorne und unten (sie selbst nannte es ihren Schildkrötenkopf), die nach vorne gezogenen Schultern, die Mischung von zu schwachem und zu hohem Muskeltonus in verschiedenen Körperbereichen, die unterschiedlichen "Brüche" in ihrer Achse bewirkte. Das hatte einen fundamentalen Einfluss auf die Position des Beckens und ihre Achse, ihre gesamte Erscheinung, ihre Ausstrahlung als Frau und die körpersprachliche Kommunikationim Paar. Sobald sie Kopf, Nacken und Schultern ins Lot bekam, verschwanden die Brüche in der Achse, legte sich ihre körperliche Unruhe - eine subtile Form von unnötiger, Ausgleich suchenden Überaktivität und sie schien plötzlich ein paar Zentimeter gewachsen. Ich hatte das Gefühl eine befreite, strahlende und auch innerlich aufgerichteten Frau zu sehen, die plötzlich in ihrer Schönheit und Würde erblühte. Sie war mit einem Mal viel leichter führbar, die Verbindung wurde definierter, verlässlicher und sie als Person besser zu spüren. Das klingt vielleicht simpel, aber diese kleinen Veränderung in der Wahrnehmung einer unbewusst und lebenslang eingeübten Haltung brauchen unglaublich viel Konzentration und viel viel Geduld und Übung. Ich habe sie mit ihrem Einverständnis ständig wieder freundlich mit einem Code Wort erinnert. Diese angewöhnte Körperdynamik trat natürlich zunächst sofort wieder in Aktion, sobald nicht Lisas 100%ige Konzentration darauf lag. Aber es lohnte sich. Sie fühlte sich sehr gut in diesen Momenten. Ihr Mann war begeistert und in ihrer Tangolaufbahn war das aus meiner Sicht ein absoluter Quantensprung. Zwischendrin erwähnte sie, das ihre Mutter sie ihr Leben lang klein gemacht und kein gutes Haar an ihr gelassen hatte, auch als Lisa längst erwachsen war. Diese sei aber vor kurzem verstorben. Sie sagte ohne Umschweife, das seit dem eine Last von ihr gewichen sei und sie sich erleichtert fühle. Ich war sehr berührt von dem, was ich gerade miterleben durfte. Ich hatte, ohne es zu wissen, offenbar die Auswirkungen ihrer traumatischen Mutterbeziehung auf ihren Körperausdruck und die damit verbundenen Folgen auf die Verbindung zum Partner und ihre eigene Innere Aufrichtung erspürt. Sie hatte sich ihr Leben lang in “Hab Acht Stellung“ unbewusst geduckt und das war in ihrer Körpersprache deutlich geworden. Veränderung und persönliche Entfaltung durch Tango ist definitiv möglich. Auch mit 65 oder mehr Jahren Lebensprägung. Im Tango wurde es für mich sichtbar. Durch das Tangocoaching konnte sich eine tiefe, grundlegende Prägung, die sich bei ihr als unbewusste Erwartungshaltung ein Leben lang in dieser bestimmten Haltung und Bewegungsdynamik körperlich ausgedrückt hatte, bewusst werden und beginnen, sich zu verändern. Wie Du Dir vielleicht vorstellen kannst, kann das Erleben und der Effekt daher weit über den Tango hinaus gehen. Das besonders Wirksame ist an meiner Arbeit ist 1. die ganz konkrete und körperliche neue Erfahrung 2. , dass diese Erfahrung im Beziehungskontext erlebt und und dort auch Neues erprobt wird 3. das damit verbundene emotionale Selbst- und Kontakterleben 4. das mentale Verstehen und Integrieren. Das ist etwas völlig anderes und viel effektiver als die eigene Geschichte z.B. verbal aufzuarbeiten. Im Tango Coaching geht es ja nicht um Therapie. Aber es kann therapeutische Wirkung haben. Auf jeden Fall bewegt es etwas zum Besseren. Und "besser" meint für mich ganzheitlich gesünder, authentischer, den Weg zur vollen Potenzialentfaltung und Selbstannahme. Deshalb liebe ich meine Arbeit sehr. Es wird nie langweilig und ich fühle mich beschenkt von den intimen Einblicken in die vielfältigen persönlichen Welten. Ich danke Jedem und Jeder für das mir entgegengebrachte Vertrauen. Der Punkt ist, dass das Geheimnis in den kleinen, "einfachen" Dingen liegt, die meist weder wahrgenommen noch gewürdigt werden und deren Bedeutung im individuellen Gesamtzusammenhang nicht erkannt wird. Der Körper in seiner Haltung, seinem Muskeltonus, seinen spontanen Reaktionen oder Nicht-Reaktionen etc. spricht zu mir. Ich spüre zum Beispiel direkt Veränderungen im Energiefluss, "Unbelebtes", Schlaffes, Überspanntes, Brüche in der internen und äußeren Verbindung, nehme die Beziehung zum Raum, zur Musik, zum Partner wahr und vieles mehr. Meine Resonanz auf das, was da ist, ist für die meisten ein aha- Erlebnis und bringt etwas in die Wahrnehmung, ins Bewusstsein und in Bewegung. So fängt es an... Obwohl ich einfach im Kontext Tango coache ist das zur gleichen Zeit ein mehr oder weniger Persönlichkeitscoaching und Life coaching mit positiven Wirkungen, die weit über den Tanz hinaus gehen Ich gehe immer wertschätzend in Resonanz mit dem ganzen Menschen in seinen vielfältigen Aspekten. Alleine dadurch entsteht ein Feld, in dem mehr als "nur" eine Entwicklung im Tango möglich ist. Meine innere Resonanz und verfeinerte Wahrnehmung schafft die Basis, auf der sich Dinge quasi von selbst öffnen und in Fluss kommen. Ich schaffe einen offenen, freien und wertschätzenden Raum, in dem sich entfalten kann was gerade da ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Weitere Einblick in die spannende Vielfalt meiner Arbeit erfährst Du in kommenden Blogeinträgen. Kommentare und Fragen sind willkommen! Schreib mir dazu einfach an mail@rotraut-rumbaum.de Ich grüße Dich herzlich! Rotraut

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Natalia Berascola von TangoNJ in Wiesbaden interviewt mich hier in Radio Rheinwelle, mit viel Tango Musik. In diesem Podcast sprechen wir über Themen, die mich in meinem Coaching (aber auch als Person) faszinieren, zum Beispiel Wahrnehmung und Wahrnehmungsmuster Flowstates und Glück Der "Still Point" aus dem heraus alles möglich wird Hier ein paar Ausschnitte, um Dir eine Idee zu geben. Aber am besten ganz hören, sonst verpasst Du die Musik! 16:50 Die drei Pfeiler des Tango (Präsenz, Einheit, Freiheit) 19:30 Flow states - Definition - was sind sie, was braucht es 32:50 Was ist ganzheitliches Coachen von Tango? 34:46 Warum Tango so gesund für Gesundheit und Hirn ist 36:50 Männer und Frauen haben durch ihre Rollen oft unterschiedlichen Fokus 3 8:42 "Alles möglich zu machen ist die Arbeit" 46:00 Troilo und der Stillpoint im Tango Viel Spass! wünscht Dir Rotraut Ressourcen: Rotrauts Newsletter mit ähnlichen Themen (Registrierung) Zum Unterschied von Flow State und Auto-Pilot: https://www.rotraut-rumbaum.de/post/tango-argentino-flow-state-versus-autopilot Die Drei Pfeiler des Tango: https://www.rotraut-rumbaum.de/tango-essence-tango-mind Still Point and the Dance: der Text von T.S. Eliot At the still point of the turning world. Neither flesh nor fleshless; Neither from nor towards; at the still point, there the dance is, But neither arrest nor movement. And do not call it fixity, Where past and future are gathered. Neither movement from nor towards, Neither ascent nor decline. Except for the point, the still point, There would be no dance, and there is only dance. I can only say, there we have been: but I cannot say where. And I cannot say, how long, for that is to place it in time. (Eliot 1952, 119) Quelle: Dance Research Journal

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Natalia Berascola von TangoNJ in Wiesbaden interviewt mich hier in Radio Rheinwelle, mit viel Tango Musik. In diesem Podcast erzähle ich ein bisschen was mich zum Tango brachte und was mich als Tango-Coach bewegt. Und wie ich Euch bewege. "Rotraut Rumbaum Bewegt"! Also zu Themen, die ich auch in meinem Newsletter erwähne. Für diese Folge habe ich die Musik ausgewählt. Ich habe es gern "bewegt". Mit tiefer Seele der Melodie und Rhythmen die es in sich haben, Also mit einiger tänzerisch-musikalischer Herausforderung. Wobei ich Euch als Tango-Coach übrigens super-gut helfen kann! Radio Rheinwelle ist ein lokaler Sender mit der regelmäßigen Sendung "La Hora del Tango". Immer Sonntag nachmittags um 16:00. Vielleicht wird mal ein richtiger erwachsener Podcast daraus! Aber das wissen wir noch nicht so genau. Viel Spass! Ressourcen: Radio Rheinwelle, La Hora del Tango Mein Newsletter

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