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Spürst Du Dich? Bist Du in Deinem Körper präsent?

Warum ich körper- und bewusstseinsorientiert arbeite.



Ich behaupte, wenn wir in uns selbst nicht zu Hause sind kann Tanzen nicht wirklich glücklich machen. Dann bleibt das etwas Äußeres, was uns im Inneren nicht erfüllt und berührt.


Meist denken die Tänzer, die zu mir kommen, ihr “Problem“ wäre der Tango. Das sie da irgendwas falsch machen, oder falsch verstanden haben. Ja und Nein.


Es beginnt oft viel früher. Damit, dass sie mit einem mehr oder weniger unbewussten Körper, einem geringen Selbst-, Fremd- und Raumwahrnehmung versuchen, zu tanzen. Und dann fühlt sich das natürlich nicht so an, wie sie sich das wünschen. Sie bedienen den Tanz, so gut sie können, kommen aber selber nicht wirklich darin vor.


Körperlich sind viele von uns oft nur:

  • im Fitnessstudio und allgemein beim Sport: allerdings meist im Leistungsmodus, ohne innerlich wirklich dabei zu sein und z.B. wichtige Details im Körpererlebens, der Haltung und der Bewegungsablaufes zu spüren.

  • beim Tanzen: Tanzuntericht und tanzen selbst läuft im oft im gewohnten Gut Aussehen-, Unterhaltungs-, Leistungsmodus - also wie vieles andere auf Autopilot - ohne dass man sich wirklich zu fühlen und auf sich selbst einzulassen braucht. Geschweige denn, sich kreativ, sinnlich, zart, kraftvoll, authentisch auszudrücken. Weshalb man auch weiterhin in seinem Gewohnheitsloop verweilt, ohne damit glücklich zu sein.

  • beim Sex: ich will ja niemandem zu Nahe treten, aber ich finde, ohne körperliches Spürbewusstsein und innere Präsenz sind Dimensionen sinnlichen, ekstatischen Erlebens und wirklicher Intimität im Miteinander nur begrenzt möglich. Allerdings vermisst man nichts, was man nicht kennt. Manchmal gibt es da aber so eine Ahnung, eine zarte innere Stimme die sagt, das "das" noch nicht alles gewesen sein kann. Ich glaube Tantrabücher - und Seminare für bewusste Körperlichkeit und Sexualität sind nicht ohne Grund ziemlich gefragt.

  • beim Yoga: wo wir üben, uns mit Bewusstheit zu bewegen und zu spüren. Kein Wunder also der anhaltende Boom von Yoga und die ungebremste Vermehrung von Yoga Studios, Yoga Lehrern, Yoga Ausbildungsinstituten. Die Nachfrage ist groß. Verständlich. Schließlich verheißt Yoga nicht nur Beweglichkeit, Gesundheit, Zugang zu Spiritualität sondern auch Bewusstheit im Miteinander, im eigenen Körper und im Umgang mit sich selbst.


Ich behaupte, mit all diesen Aktivitäten - und natürlich vielen anderen - kann man sich, wenn auch unbewusst, etwas vor machen. Es ist möglich, und leider gar nicht so unüblich, Sport zu treiben, zu tanzen, Sex zu haben und Yoga zu machen, ohne sich dabei von innen heraus wirklich zu spüren. Paradoxerweise, obwohl der bewusste Wunsch besteht, mehr im eigenen Körper anzukommen.


In unserer hochtechnisierten Welt, mit wenig Bewegung, wenig bis gar keinem Körperkontakt mit anderen Menschen, und in einer Welt, die vom Denken und Konzepten kontrolliert wird, haben wir großteils unsere natürliche, selbstverständliche Art in unserem Körper und mit unserem Körper zu sein verloren. Aber wer sind wir ohne unseren Körper?

In unserem Körper stecken wir wie auf Autopilot. Vielleicht ist die Bezeichnung “auf Autopilot“ auch zum Synonym für Funktionsmodus geworden. Und für viele beherrscht der Funktionsmodus das Leben.


Unser Körper soll vor allem problemlos funktionieren und gut aussehen. Er ist ein Ding geworden. Wir haben ihn unbemerkt zum Objekt degradiert. Das wird unserem höchst intelligenten Körper in keiner Weise gerecht und negiert die Basis unserer Lebensgrundlage und unseres Lebensglücks. Er ermöglicht unsere Existenz, aber wir ignorieren seine Signale, die ihm innewohnende Intelligenz und viele von uns mögen ihn nicht einmal. Unser Körper ist unser abgewertetes, vergessenes, vernachlässigtes dabei aber hoch intelligentes, sinnliches Zuhause.


Als Menschen sind wir zutiefst soziale Bindungswesen. Aber auch Bindung, Resonanz, Berührung, Gefühle oder Wahrnehmung passieren nicht ohne den Körper.

Unser Gehirn hat sich längst an diesen tendenziell körperentfremdeten Lebensstil adaptiert und die entsprechenden Nervenbahnen sozusagen zu breiten, weil viel befahrenen Autobahnen ausgebaut.


Dagegen sind die Pfade der Neuronentätigkeit, die nötig sind für Propriozeption (inneres Körperempfinden) und Kinästhetik (inneres Bewegungseempfinden) wahrscheinlich eher zu einem schlecht zugänglichen Trampelpfad geworden.

In der Sprache der Neurowissenschaftler: was nicht gebraucht wird verschwindet.

Die gute Nachricht: wir können es in jedem Alter neu lernen und wie einen Muskel trainieren!


Tango schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe:

  • sensibilisiert die Selbstwahrnehmung und die eigene Körperlichkeit, auch im Miteinander

  • nonverbale Kommunikation, körperliche Kooperation

  • Koordination von Bewegung im Raum und das auch noch in erhöhtem Schwierigkeitsgrad

  • gemeinsam mit einem anderem Körper und

  • in einem vorgegebenen Rhythmus


Tango ist eng gekoppelt an unsere körperliche Selbstwahrnehmung, das Spüren des Partners, der Musik und der Raumwahrnehmung. Nicht umsonst findet man bei begabten Tänzern und Sportlern eine ausgeprägte Propriozeption und Kinästethik.

Wenn mir in diesem Bereich Defizite begegnen, gehe ich darauf ein. Dann ist es bedeutsam, die innere Spürfähigkeit zu verbessern, Körperbewusstheit in den entsprechenden Körperbereichen zu üben, zu lernen, präsenter zu sein und wirklich in Kontakt zu gehen. Im Tango und darüber hinaus. Das eine ist vom anderen nicht zu trennen. Ich verwebe am liebsten das eine mit dem anderen.


Manche Körperbereiche müssen wiederbelebt und gespürt, Blockaden und Anspannungen gelöst werden. Das klingt einfach, ist es aber nicht immer. Alles braucht seine Zeit. Komplexe neuronale Schaltkreise müssen erst in Gang gebracht und ungute, wenn auch unbewusste Gewohnheiten verlernt werden.


Manchmal ist auch wenig Wahrnehmung für den Partner vorhanden, oder/ und der Tanz mit all seinen Möglichkeiten findet energetisch hauptsächlich im Kopf statt. Aber ohne realen, gefühlten Kontakt zum Partner, zu Raum und ohne differenziertes Feingefühl IM und mit dem eigenen Körper wird aber niemand gut tanzen können. Hier fängt die Reise an.


Und als sinnlich, kreative, tänzerische Reise kann das Freude machen und durch die Schulung von Bewusstsein auch im Körper verankerte meditative Erfahrungen sowie beglückendere Begegnungen schenken.

Man kann mein Tango Coaching daher im besten Sinne ganzheitlich nennen. Es schafft in vielerlei Hinsicht Bewusstsein über sich selbst und löst nicht nur tänzerische Probleme.


Meinen Ansatz und meine Art mit Tango zu arbeiten empfinde ich als einen wunderbaren Weg zurück in die eigene Körperlichkeit, als eine Reise ins Herz des Menschseins und ins Hier und Jetzt.


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