My Items

Die Vogel-Perspektive auf Führen und Folgen (ganz im Ernst!)

Das Thema Führen und Folgen ist ja beim Tango Unterricht und auf der Tanzfläche ein Dauerbrenner. Und dass Tango im Kern sowohl Einheit als auch Freiheit bedeutet, wird von vielen als Paradox erlebt. Aber genau in diesem Spannungsfeld ergeben sich die spannendsten Herausforderungen und Entwicklungsschritte für die Tänzer. Betrachten wir das Ganze doch einmal aus der "Vogel-Perspektive" :-) Bei meinem letzen Urlaub an einer Küste sah ich diese kleine Schar von Vögeln. Ich glaube es sind Strandläufer. Wie man es von Vögeln kennt, sind sie als Schwarm erstaunlich gut koordiniert, sowohl im Fliegen wie im Laufen. Egal wie groß der Schwarm ist, sie bilden eine bewegliche Einheit. Wer führt da wen in wechselnden Positionen? Da muss eine besondere Intelligenz dahinter stehen, oder? Beeindruckt von dieser Schwarmintelligenz fragte ich mich, wie das funktioniert. Für mich als Tangotänzerin und Tango Coach ist diese subtile, unsichtbare, elegante und unmittelbare gemeinsame Bewegung ja ein Ideal und sehr erfüllende Erfahrung. Bei den Vögeln gibt es offenbar sowas wie "Flüssige Führung", oder andersrum, "Dynamisches Folgen". Beide Begriffe stammen übrigens aus einem Buch meines Partners über das Training von Soldaten in Sondereinsatzkommandos! Die Führung wechselt ständig und denn noch bewegt sich der Schwarm ganz selbstverständlich wie ein Körper. Ich frage mich, in wieweit es da Parallelen zum Tango gibt. Und Ihr wisst ja, für mich ist das Führen und Folgen beim Tango zwar von außen betrachtet klar verteilt, aber letztlich eben gar nicht so klar, wie das oberflächliche Klischee es will: Mann führt, Frau folgt!? Wenn gute Führung Impuls - Begleitung bedeutet und Folgen aktives Tanzen meint, entsteht eigentlich ein Paradox in dem beide führen und beide folgen. Auf unterschiedliche Weise. Wechselndes Führen und Folgen bei Vögeln NABU (der Naturschutzbung) erklärt es so: Einen dauerhaft gleichen Anführer des Schwarmes, der die anderen kommandiert, gibt es nicht. Stattdessen werden häufig die Flugpositionen im Schwarm gewechselt. Jedes Schwarmmitglied kann ein Flugmanöver initiieren, das dann wie eine Welle den gesamten Schwarm erfasst und durchläuft. (NABU) Dieses Prinzip ist besonders effektiv für Ausweichbewegungen bei Angriffen von Raubvögeln. Besonders bemerkenswert, dass die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Welle von Nachbar zu Nachbar in rund 15 Millisekunden abläuft, also unglaublich schnell! Forschung zeigt zB, dass bei der Interaktion von Müttern und Babies die gegenseitige Reaktion auf Mimik 400 - 900 Millisekunden braucht. Also tausende Prozent länger! Hier sind die süßen Kleinen noch einmal in bewegt: "Fluid Leadership" im Tango Argentino? Unabhängig davon, das es in den letzten 10-15 Jahren immer mehr Tänzer und Tänzerinnen gibt, die beide Rollen tanzen und auch innerhalb eines Tanzes immer wieder die Führung wechseln, stelle ich die (für manche vielleicht provokativ anmutende) These auf, das im Tango Führen und Folgen in subtiler Weise wechselseitig geschieht und einen gelungenen Tanz sogar auszeichnet. Daher finde ich, dass man im Tango Argentino durchaus auch von einer besonderen Spezies "Fluid Leadership" sprechen kann. (Den Begriff hab ich aus dem Text im Anhang.) Für mich als "Folgende" im Tango war das notwendige Erlernen der führenden Rolle um alleine Tango Argentino unterrichten zu können in dieser Hinsicht ein totaler Game-Changer. Ich gewann enorm an Verständnis der Zusammenhänge, der Komplexität und Wirkmechanismen. Der Tanz wurde partnerschaftlicher, gleichberechtigter, vielfältiger und lebendiger. Letztendlich nutzen beide die gleiche Technik. Die Prinzipien wirken in beide Richtungen, egal, in welcher Rolle man tanzt. Dadurch beeinflussen und gestalten beide den Tanz gleichberechtigt, wenn auch aus verschiedenen Rollen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Es ist nicht wichtig wer führt, sondern dass das Paar tanzt. Tango entsteht aus der Inspiration der Gesamtheit des Paares. Aus der Erfahrung einer Einheit, die aus der Eigenwilligkeit zweier bedingungslos miteinander verbundener Individuen entsteht. Die Erfahrung von Kooperation, Freiheit, Einheit, Inspiration und Flow. Ich weiß nicht, wie individuell Vögel sind oder sich fühlen. Aber ansonsten hat mich der "Tanz" der Vögel an all diese Eindrücke aus meinem Tangoleben und der Arbeit mit Tango erinnert. ANHANG: Fluid Leadership bei Navy Seals Wen auch das interessiert: meinem Partner fiel dazu eine Passage aus dem Buch "Stealing Fire" ein. Das ist ein Buch über Training und Effektivität von Sondereinsatztruppen wie SEK und Navy Seals. Denn offensichtlich besteht bei den Vögeln das gleiche Prinzip wie bei Kampfeinsätzen von Sondereinsatzkommandos: "Fluid leadership". Hier der englische Originaltext: “When SEALs sweep a building,” says Rich Davis, “slow is dangerous. We want to move as fast as possible. To do this, there are only two rules. The first is do the exact opposite of what the guy in front of you is doing—so if he looks left, then you look right. The second is trickier: the person who knows what to do next is the leader. We’re entirely nonhierarchical in that way. But in a combat environment, when split seconds make all the difference, there’s no time for second-guessing. When someone steps up to become the new leader, everyone, immediately, automatically, moves with him. It’s the only way we win.” This “dynamic subordination,” where leadership is fluid and defined by conditions on the ground, is the foundation of flipping the switch. Quellen : Steven Kotler & Jamie Wheel "Stealing Fire" https://www.amazon.de/Stealing-Fire-Maverick-Scientists-Revolutionizing/dp/0062429663/ref=sr_1_ Forschung zu Mutter-Kind Synchronisation https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2019.02839/full NABU "Koordination im Vogelschwarm" https://baden-wuerttemberg.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/wissenswertes/21391.htm

Read More

Die drei Grundpfeiler des Tango - und mein Coaching Schwerpunkt

Über Präsenz, Einheit & Freiheit - und was davon häufig im normalen Tangounterricht fehlt PRÄSENZ, EINHEIT, FREIHEIT wirken im Tango Argentino zusammen und bauen aufeinander auf. Das nenne ich Tango-Essence. Fehlt Euch eine gute Präsenz, könnt Ihr als Paar keine verbindliche und belastbare Einheit bilden. Ohne diese Einheit seid Ihr tänzerisch nicht wirklich frei. Der normale Tango-Unterricht widmet sich hauptsächlich dem dritten Pfeiler (Freiheit). Dazu lernt Ihr Figurenmaterial und, so gut es geht, damit zu improvisieren. Leider werden die wichtigen Vorraussetzungen dafür wie gute Präsenz und das verläsliche bilden einer Einheit oft wie Stiefkinder behandelt, einfach voraus gesetzt oder nicht immer so erklärt und geübt, dass es erfolgreich umsetzbar wäre... Meist ist dafür auch gar keine Zeit, vor allem im Gruppenunterricht. Und so fehlt nicht selten etwas Wesentliches. Was Du bekommst Mein Können und meine Leidenschaft liegen darin, Dir im Detail erfahrbar zu machen, was das alles für Dich persönlich und Deinen Tango bedeuten kann. Du wirst entdecken, welche Vorteile Dir das bringt. Ich zeige Dir/Euch spürbar und effektiv durch meine lange persönliche wie professionelle Erfahrung den Weg zu Präsenz, Einheit und Freiheit im Tango. Manchmal tue ich das auf scheinbar sehr einfache oder ungewöhnliche Art. Ich setze keine Virtuosität voraus, und Stress ist völlig überflüssig. Ich weiß wie, ich finde die richtigen Worte und ich kann es auf eine Weise vermitteln, die Du sowohl verstehen als auch umsetzen kannst. Ich helfe Dir auch durch schwierige Phasen der Frustration hindurch. Was bedeutet das nun im Einzelnen? Präsenz - auf allen Ebenen Du spürst Dich gut in Deinem Körper und bist mit allen deinen Sinnen im Hier und Jetzt. Du bist geerdet, aufgerichtet, zentriert, gut ausbalanciert zwischen Stabilität und Flexibilität. Du verlierst Dich weder im Tun, noch im Kontakt. Du bist ganz gegenwärtig. Du bist taktsicher und kannst auch in schwierigen Situationen den Rhythmus halten. Du ruhst in Deiner individuellen Ausdruckskraft, kennst und nutzt deine Gestaltungsmöglichkeiten. Du begegnest Deinem Partner neugierig, mit offenem Herzen und gesundem Selbstvertrauen. Einheit - vom Ich zum Wir Ihr verbindet Euch entspannt, stabil und flexibel zugleich. Ihr spürt nicht nur Eure eigene Achse sondern auch die Eures Partners. Ihr wisst Euren Kontakt ohne Kraftaufwand aufrechtzuerhalten bzw. wieder herzustellen. Eure Verbindung ist verlässlich, stabil, geschmeidig und ohne Brüche. Ihr umarmt sowohl einander, als auch den Raum der gemeinsamen Beziehung, für die Ihr beide gut sorgt, ohne Euch darin zu verlieren. Ihr respektiert den gemeinsamen Beziehungsraum und könnt ihn zu jeder Zeit gut wahrnehmen. Ihr spürt den Raum des anderen und den eigenen. Ihr wißt, auf welche Weise Ihr in den Raum des anderen eindringen könnt und wie nicht. Ihr sendet und empfangt körpersprachlich eindeutige Signale. Ihr versteht das Prinzip Führen und Folgen als gleichberechtigten, gegenseitigen Dialog, in unterschiedlichen Rollen und könnt das auch praktisch in Eurem Tanz umsetzen. Freiheit - wie Improvisation zu zweit gelingt Ihr könnt auf einen Pool von Bewegungen und Figurenmaterial zurückgreifen, der es Euch erlaubt, den Tanz möglichst abwechslungsreich zu gestalten. Ihr ruht ganz in den Möglichkeiten des Augenblicks, so dass keine Abläufe zu Gewohnheiten werden, die die Freiheit beschränken. Ihr improvisiert Euren Tanz aus dem Moment heraus und seid frei in Eurer choreographischen Gestaltung. Jeder in seiner Rolle, nach seinen persönlichen und technischen Möglichkeiten. Ihr seid Euch gegenseitig Inspiration. Ihr begreift vermeintliche Fehler und Hindernisse genauso als Improvisationsquelle, wie die Musik und die Bewegung der anderen Paare im Raum. Ihr versteht es beide, verschiedene Tempi zu variieren, mit Rhythmus und Melodie zu spielen und Pausen gekonnt zu tanzen. Ihr seid beide in der Lage zu interpretieren und zu gestalten und schöpft Eure Möglichkeiten in den unterschiedlichen Rollen aus, ohne miteinander zu konkurrieren. Ihr fühlt Euch verbunden, getragen und inspiriert von einander, der Musik, dem Raum.... etwas größerem. TANGO. 1+1 = 3 Tango ist das Dritte, das entstehen kann, wenn Ihr Euch auf diese Weise begegnet und verbindet. Keiner von Euch beiden kann Tango alleine erschaffen.

Read More

Entkolonialisierung! Zwiegespräche für Paare - nicht nur ein Aphrodisiakum

In Anlehnung an den bekannten Paartherapeuten Michael Lukas Moeller "Wir leben in Beziehung, aber die Beziehung leben nicht. Auch wenn sie uns das Leben bedeutet“ (Moeller 2005). Wenn Du wenig Lese-Zeit hast, hier eine Kurzversion: "Kolonialisierung" bedeutet in diesem Kontext , wenn auch oft unbewusst und eher impliziert,, sich anzumaßen, man wüsste was in des anderen Kopf ist. Es ist aber eine Grenzüberschreitung. Man macht das oft unbewusst, zum Beispiel, um von sich selber abzulenken, oder aus Schuldgefühl Man kann sich sogar selber kolonialisieren: Selbstkolonialisation.. Und hier ein paar Regeln, die von Lukas Möller stammen, einem schon 2002 verstorbenen Therapeuten, die dem entgegenwirken. Möllers Ansatz ("Nähe durch Fremdheit") ist verwandt mit den Ansätzen von David Schnarch und Ester Perel. Und dabei helfe ich! Kolonialisierungen "Kolonialisierung des Partners": hast Du Dich schon einmal von Deinem Partner kolonialisiert gefühlt? Also: hast Du Dich schon einmal darüber geärgert, oder warst verzweifelt darüber, dass Dein Partner sich einbildete zu wissen, was Du denkst, fühlst, beabsichtigst und was in Deinem Kopf vor sich geht? Obwohl ja der einzige, der das wissen kann, Du selber bist? Oder dass er Dir vorschreibt, was Du tun oder lassen sollst? Viele Paare leiden unter einer großen Sprachlosigkeit und Kommunikationskluft. Ihre Kommunikation beschränkt sich auf Alltagsregelungen, darauf, sich über etwas zu unterhalten, und auf endlose Kreisdiskutiererei, in der jeder seinen seelischen Schwerpunkt beim anderen hat, und besser zu wissen meint, wer dieser doch eigentlich ist. Das ist "Kolonialisieren". Es ist ein Begriff, den der 2002 verstorbene Paartherapeut M.L. Moeller geprägt hat, und der 3 lesenswerte Bücher hinterlassen hat. Sie wirken aus heutiger Sicht vielleicht ein klein wenig altmodisch, aber ich habe viel aus ihnen gelernt. Der Begriff ist inhaltlich relevant, obwohl Moeller heute insgesamt leicht veraltet ist: z.B. ist er sehr auf Sigmund Freuds Theorie des Unbewussten fokussiert. Er arbeitet mit Freud´schen Begriffen wie "Verschiebung" etc, die heute kaum mehr verwendet. Ich finde, Kolonialisieren fühlt sich tatsächlich an, als wolle eine fremde Macht einen besetzen. Es ist eins der wenigen Dinge, die mich auf die Palme treiben - mich "triggern" können. Grenzüberschreitungen Gefühle der Schwäche werden ja von vielen meist möglichst nicht offenbart. Es ist aber gerade von grosser Bedeutung, die eigenen Empfindungen "mitfühlbar" zu machen, in dem z.B. Eifersucht so vermittelt wird, wie sie gefühlt und erlebt wird. In dem Moment, indem der deutliche Ausdruck des Leidens sich in eine Verhaltensvorschrift für den anderen verwandelt wie "du darfst ihn/sie nicht sehen" ist das Kolonialisierung. Es gibt auch bereits einem wesentlichen Unterschied, ob ich sage "ich fühle mich gekränkt und verletzt" (Ich-Aussage) oder "du verletzt mich" (Behauptung über den anderen). Letztes ist eine kolonialisierende ausdrucksweise. Konflikte werden dadurch übrigens unnötig angeheizt. Denn dann wird dem anderen nicht mehr überlassen, wie er sich selbst eigentlich fühlt, was seine Beweggründe sind und was er in dieser Situation entscheiden möchte. Sondern es wird versucht, seine Selbstbestimmung durch Fremdbestimmung einzuschränken oder aufzuheben. Kolonialisierung ist also der unbewusste Versuch, über den anderen zu bestimmen - gegen seinen Willen, aber oft auch mit seiner Duldung. In der Regel ist es ein Akt zu zweit. Kolonialisieren bedeutet immer Grenzüberschreitung. Es ist am Anfang für viele nicht einfach, die feine Grenze zwischen persönlichem Gefühlsausdruck und Verhaltensvorschrift auszumachen. Denn anders als bei der Kolonialisierung wird durch das reine Aufzeigen der eigenen Gefühle das Verhalten des anderen zwar beeinflusst, aber seine Selbstbestimmung bleibt unberührt. „In der Welt des anderen habe ich nichts zu tun. Es ist eine Frage der Ethik, ja der Menschenrechte, also ein Politikum im Paarleben, ob ich zu dieser grundlegenden Gleichrangigkeit bereit bin oder nicht.“ Moeller (2005, 145) Kolonialisierung als Hauptproblem Moeller, als Freudianer, erklärt sie also zu einem Hauptproblem in der Beziehung, das tief verwurzelt ist. Darum ist ihm auch so schwer beizukommen. „Die Kolonialisierung ist ein Hauptsymptom der Paargrundstörung, der narzisstischen Beziehungsstörung. Sie gleicht in reiner und lebensgeschichtlich frühester Form einem seelischen Vorgang, der als projektive Identifizierung…diskutiert wird - allerdings kaum für das Paarleben“ (Moeller 2005,146). Schuldgefühle und ungelebtes Leben Moeller spricht in dem Kontext auch von Schuldgefühlen. Er findet, wenn man sich selbst nicht lebt, sich selbst nicht treu ist, sammeln sich die Empfindungen des ungelebten Lebens bis zur Vorwurfsstärke an, die dann auf Umstände, Schicksalsschläge, die Eltern und eben den Partner projiziert werden, die Schuld sind, das wirkliches (Er-)Leben nicht gelungen ist. Das sehe ich auch so. Und es befeuert Kolonialisierungen enorm. Ich finde diese Aspekte von Paarkommunikation total wichtig, für mich persönlich, genauso wie für meinen therapeutische Arbeit. Aber nun erst einmal ein paar Worte über sein Gegenmittel - auch gegen andere Paarprobleme übrigens -, das ich schätze und anbiete: Zwiegespräche für Paare. Zwiegespräche, um sich wechselseitig einfühlbar zu machen Gegen Kolonialisierung und Schweigen, Abstumpfen, Versanden im Alltag , Kreisdiskussionen, usw. hat Moeller eine Gesprächsmethode entwickelt, die er "Zwiegespräch für Paare" nannte. Ich helfe dabei, sie umzusetzen. "Wenn wir uns aufeinander beziehen, halten wir die Beziehung lebendig“ (Moeller 2005, 13) Im Zwiegespräch geht es um das konzentrierte, regelmäßige, persönliche Paargespräch, in dem die Partner wechselseitig von sich sprechen und den anderen an dem eigenen Erleben, den eigenen Überlegungen, Selbstbeobachtungen und der eigenen Gefühlswelt teilhaben lassen. „Ein Austausch von Selbstporträts“. Es ist ein Gespräch der besonderen Art: kein Problemlösungs-Dialog, keine Konflikt-Lösungs-Dialog, auch kein Frage-Antwort-Dialog. Sondern es ist ein von sich sprechen-und-Zuhören in einem ritualisierten Setting: der Redende erzählt von sich. Es geht um das Veräußern der inneren Landschaft, ohne Unterbrechungen, Fragen, Vorwegnahme, Verurteilung etc. Durch Zwiegespräche entsteht die Möglichkeit einer Beziehung von zwei Menschen, „…die sich mit der Zeit mehr und mehr verstehen, statt sich zu entfremden, die sich miteinander entwickeln, statt ihr Dasein nebeneinander fort zu fristen, die ihre Bindung vertiefen, statt abzustumpfen, und sei es auch, um zu erkennen, dass sie besser nicht zusammen lebten. Diese Gegenwärtigkeit ist für mich das sakrale Element“(Moeller 2005,16). Zuneigung zueinander wächst, je mehr man voneinander erfährt Ein Ergebnis der Sozialpsychologie und der menschlichen Verhaltensforschung besagt, das unsere Zuneigung zueinander wächst, je mehr wir voneinander erfahren. Leider bleibt diese Erkenntnis zumeist ungenutzt, denn meistens wird das Gegenteil befürchtet, und die eigenen Schwächen durch Distanz abgeschirmt. Moeller geht davon aus, dass sich Bindungen sehr vertiefen, wenn es den Partnern gelingt, die eigenen Unsicherheiten und Ängsten dem anderen einzugestehen. Regeln für Zwiegespräche Hier sind die wichtigsten Regeln Regelmäßigkeit, damit Verbindlichkeit gewährleistet ist und der rote Faden nicht verloren geht (z.B. Wöchentlich oder alle 14 Tage) Jeder spricht über das, was ihn gerade bewegt, wie er sich selbst , den anderen, die Beziehung und sein Leben erlebt. Er bleibt also bei sich. Und beschreibt. Keine Interpretationen, Deutungen, Vorwürfe ("du machst...) . Es ist ein offenes Gespräch das nichts anderes zum Thema hat. Reden und Zuhören sind gleich verteilt. Z. B. alle 10 Min. Wird gewechselt. Ein angenehmer Timer ist meist ungeheuer wichtig. Schweigen und Schweigen lassen, wenn es entsteht: niemand MUSS sprechen Ausgeschlossen sind: dem anderen ins Wort fallen, bohrende Fragen, Drängen, Ratschläge, Kolonialisierungsversuche Zwiegespräche sind kein Offenbarungszwang. Jeder entscheidet selbst, was und wie viel er von sich mitteilen möchte. Das alles ist nicht immer ganz einfach. Besonders in Konfliktsituationen. Es ist gut, Zwiegespräche alleine versuchen, aber oft ist eine dritte Person hilfreich, um zu üben, die Regeln und die Regelmässigkeit einzuhalten. Moeller, David Schnarch und Ester Perel: aus Distanz zu erotischer Nähe Seiner Erfahrung nach haben regelmäßige Zwiegespräche die Wirkung eines „seelischen Aphrodisiakum“. Denn für ihn entstehen fast alle Störungen in der Erotik des Paares aufgrund von unausgesprochenen Ängsten und Wünschen, und dadurch verursachten Missverständnissen. Das wirksamste Aphrodisiakum innerhalb von Liebesbeziehungen ist die Lebendigkeit des Paares. Und die kann nur im öffnenden Gespräch, das die Andersheit des Partners aushält und zulässt, erhalten werden. Moeller war damit vielleicht seiner Zeit etwas voraus. Denn damit war ein zentraler Punkt seiner Denkens, indirekt über Distanz Nähe im Paar zu schaffen. Moeller empfiehlt nämlich, von der wechselseitigen Unkenntnis aus zu gehen - statt von der gleichen Wellenlänge. Er formulierte es folgendermaßen: Ich bin nicht du und weiß dich nicht (2005, 153). Zwiegespräche ermöglichen eine Evolution zu zweit, und die Entdeckung, dass der andere anders ist und uns trotzdem nahe bleibt. Das ist auch der Ansatz des amerikanischen Paartherapeuten David Schnarch mit seinem Konzept der "Differenzierung": Differenzierung schafft Begehren, nicht übergroße Nähe. Und es ist der Ansatz der amerikanischen Paartherapeuting Ester Perel, die die erotische Lebendigkeit über bewusst zugelassene Fremdheit wiederherstellen will. Ihr erstes Buch "Mating in Captivity" hatte damit viel Erfolg. Selbstkolonialisierung & die Kunst der Beschreibung Ich nenne diese Art des "gewaltfreien" von sich Sprechens auch die Kunst der reinen Beschreibung. In meiner Arbeit mit Authentic Movement ist das ein wesentlicher Bestandteil und kann hier wunderbar geübt werden. Auch, und sogar sehr gut, ohne Partner! Es ist sehr erhelllend und hilfreich zu erkennen, wo ich mich sozusagen selber kolonialisiere. Das tue ich z.B., indem ich mein wirkliches Erleben im Nachhinein in der Reflektion überlagere mit gewohnten, oft lebensgeschichtlich gelernten Interpretationen des Erlebten. Oder dadurch, das ich manches davon garnicht wirklich in mein Bewusstsein dringen lasse, weil "es" irgendwann einmal im Leben als Negativerfahrung abgespeichert wurde. Damit inszeniere ich aber ein bestimmtes Selbstbild, eine unbewusst festgeschriebene innere Identifikation von mir immer wieder neu - meist ohne es zu merken. Entkolonialisierung mir selbst gegenüber ermöglicht die Integration des Vermiedendem und damit Offenheit für das Leben. Ein Erleben innerer Befreiung von alten Bürden entsteht und eine neu gewonnene Freiheit, die zunächst durchaus auch Unsicherheiten und Ängste mit sich bringen kann. Dieser Prozess gibt dem JETZT wirklich spürbaren Raum und erlaubt das frische, unvoreingenommene Erleben dessen, was ist. Es vertreibt die gewohnten mentalen Filter. Auf dieser Basis erübrigt sich dann mit der Zeit auch die psychische "Notwendigkeit der " kolonialistischen" Dynamik im Paar. Denn wenn ich mir in der Tiefe selbst begegnen und mich neugierig entdecken kann, kann ich das auch viel besser mit meinem Partner. Literaturliste: M.Moeller, 2005: Die Wahrheit beginnt zu zweit-Das Paar im Gespräch, rororo Verlag, 23.Aufl., Reinbeck M.Moeller, 2009: Gelegenheit macht Liebe-Glücksbedingungen in der Partnerschaft, rororo Verlag, 5.Aufl., Reinbeck Ester Perel, 2006: Was Liebe braucht. Das Geheimnis des Begehrens in festen Beziehungen. https://www.amazon.de/Was-Liebe-braucht-Geheimnis-Beziehungen/dp/3959673892 Ester Perel´s TED talks https://www.youtube.com/watch?v=sa0RUmGTCYY&list=PLQfXHzNq8Es0CDEqcvBP7vS4bJYOZvTjj Ester Perel´s Youtube Kanal https://www.youtube.com/c/EstherPerel David Schnarch, 2020 "Die Psychologie Sexueller Leidenschaft" https://www.amazon.de/-/en/David-Schnarch/dp/3608961097/ref=sr_1_1?crid=2CPZSMML9QYHE&dchild=1&keywords=david+schnarch+die+psychologie+sexueller+leidenschaft&qid=1629464228&s=books&sprefix=david+schnarch%2Cstripbooks%2C176&sr=1-1 David Schnarch 2006: Intimität und Verlangen. https://www.klett-cotta.de/buch/Partnerschaft/Intimitaet_und_Verlangen/14026 David Schnarch - Differenzierung (Youtube 30 Minuten Zusammmenfassung) https://www.youtube.com/watch?v=3y1l88NSdGg

Read More

Familienstellen meets Mindful Motion Tango. Speziell für Paare - in Planung

Kooperation mit Mel Prayon. An diesem Wochenende werden wir auf spielerische und körperbetonte Weise auf Paardynamiken schauen und hierfür Elemente  des Mindful Motion Tango und der Systemischen Aufstellung nutzen. Um Missverständnissen vorzubeugen: Dies ist KEIN Tanzkurs! Vielmehr kann die innere und äußere Haltung, das Miteinander, die nonverbale Kommunikation des Mindful Motion Tangos die eigene und die gemeinsame Paardynamik erlebbar machen. Wie fühle ich mich in der „Umarmung“ – geborgen, verloren, eingeengt, frei? Wer führt, wer lässt führen und wodurch entsteht das? Wie fühle ich mich in meiner „Rolle“, aus welchem inneren Rollenveständnis handle und begegne ich? Wie gut spüre ich mich selbst und den Partner / die Partnerin im Kontakt? Was versuche ich zu erfüllen? Verliere ich Stabilität oder gewinne ich Stabilität im Miteinander? Was vermisse ich? Wo geht meine Wahrnehmung hin? Kommuniziere ich mein Bedürfnis und kommt das beim anderen auch an? Entstehen Widerstand oder Vorwurf? Lebe ich meine Sehnsucht? Themen und Gefühle, die sich hier zeigen, können im Rahmen einer Aufstellung angeschaut werden – sowohl in einer Aufstellung für einen von Euch als auch für Euch beide gleichzeitig, z.B. Kenne ich dieses Gefühl oder jene Dynamik aus unserer Paarbeziehung? Was hat dieses Gefühl mit meinem Partne, was mit meiner Projektion zu tun…? Ihr müsst das jetzt noch nicht wissen. Das wird sich spontan ergeben. Auch dafür ist ja die gemeinsame Erfahrung im Tango da. Hast du Lust… neuen Schwung in deine Paarbeziehung zu bringen? deine Paarbeziehung spielerisch zu erkunden? bestimmte Muster und unbewusste Verstrickungen anzuschauen, um sie bewusst zu verabschieden? neue Wege zu erkennen und sie auszuprobieren. Hinweis: Falls möglich werden wir dieses Seminar (ohne zu beachtende Corona-Maßnahmen) auch für Singles öffnen, da die eigenen Beziehungsmuster sich auch im Kontakt mit anderen zeigen. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation können wir dieses Seminar eventuell aber nur für Paare anbieten. Falls Du bezüglich der aktuellen Situation nicht sicher bist, kontaktiere uns. Die Platzreservierung erfolgt nach der Reihenfolge der Anmeldungen, bzw. der Überweisungen. Wenn du noch mehr über den Ablauf erfahren möchtest oder nicht sicher bist, ob das der Format für dich und deine aktuelle Situation passend ist, kontaktiere einen von uns. Organisatorisches Zeit jeweils 11.00 - ca 18.00 Uhr Kosten: ** 350,- / Paar Kontoverbindung: Melanie Prayon IBAN DE55500905000004159265 Referenz: Familienstellen & Tango 11./12.12. ** Platzreservierung erfolgt nach der Reihenfolge der Anmeldungen und der Überweisung. Anmeldung: Bitte melde Dich möglichst bis 14 Tage vorher an unter oder www.melanie-prayon.de/kontakt Mel Prayon: Email: kontakt@melanie-prayon.de Homepage: https://www.melanie-prayon.de/ Telefon: 01520 650 71 55 (oder WhatsApp) Typ=Veranstaltung

Read More

Familienstellen und mehr... mit Gong Session zum Abschluss - So 10.12.

Kooperation mit Mel Prayon. Das Herzstück bei diesem Aufstellungstag werden die Aufstellungen sein, die wir je nach Situation mit Bewegungs-, Begegnungs- und Reflektionselementen unterstützen.

Ich werde den Tag immer wieder mit kleinen Tanzeinheiten und Musik auflockern und Dich zur Integration und Entspannung zum Abschluss des Tages mit einer Gong-Klangsession verwöhnen.

Systemische Aufstellungen sind eine wunderbare Möglichkeit, Dir Deiner unbewussten Denk- und Verhaltensmuster bewusst zu werden.

Bei einer Aufstellung werden Dynamiken sichtbar, die auf Dich einwirken. Dadurch, dass Du das Licht Deines Bewusstseins liebevoll darauf richtest, kannst Du Blockaden lösen und alte Wunden heilen.

Mit dem neu gewonnenen Blick auf Dich, Deine Liebsten und Deine Lebenssituation bist Du frei, um neue Denk- und Verhaltensmuster zu etablieren.

Dein Erleben, Situationen oder dem Verhalten anderer ausgeliefert zu sein, kann sich wandeln in einen selbstwirksamen, verantwortungsbewussten Umgang mit Dir selbst und dem Außen in jeder Lebenssituation. Falls du bereits ein konkretes Anliegen für eine Aufstellung / hast, gib dies bitte bei der Anmeldung an – dann würde Mel gerne vorab mit dir telefonisch über dein Anliegen sprechen. Wenn du noch mehr über den Ablauf erfahren möchtest oder nicht sicher bist, ob das der Format für dich und deine aktuelle Situation passend ist, kontaktiere uns. Organsisatorisches Zahlung: ** Hinweis: Die Platzreservierung erfolgt nach der Reihenfolge der Anmeldungen und der Überweisung. Empfänger: Melanie Prayon IBAN: DE 5550 0905 0000 0415 9265 Betrag: 80,00 / 130,- Betreff: Familienstellen 10.12.2022
** Anmeldung Bitte melde Dich möglichst bis 14 Tage vorher an unter: oder unter www.melanie-prayon.de/kontakt Kontakt zu Mel Prayon: Email: kontakt@melanie-prayon.de Homepage: https://www.melanie-prayon.de/ Telefon: 01520 / 650 71 55 (oder WhatsApp) Typ=Veranstaltung

Read More

Gong versus klassische Musik in Psychotherapie und Forschung - 1:0.9 für den Gong!

Das freut mich als Gongspielerin natürlich! Klänge von Gong und Klangschalen haben erwiesenermaßen bessere unterstützende Wirkung in der modernen psychedelischen Psychotherapie als klassische Musik. Das sagt die renommierte Johns Hopkins Universität in den USA. (Zu den erstaunlich positiven Wirkungen von Psychedelika wie Psylocybin, LSD oder auch MDMA in der Psychotherapie wird seit Jahren sehr intensiv geforscht.) Und wie Du weißt ist mein großer Gong das wichtigste Instrumente in meinem Studio - neben den Klangschalen, der Körpertambura, der Schamanentrommel und der Oceandrum. So berichtet Professor Matthew Johnson im Rahmen einer experimentellen Studie zur Raucherentwöhnung mit Hilfe von Psilocybin. Er berichtet kurz von einer Studie, ohne allerdings den Forscher zu nennen, mit dem er sie durchgeführt hat: Alessandre Tannous, der die Seite www.soundmeditation.com betreibt. Alessandre ist hier auf der Seite von Synthesisretreats erwähnt Die psychedelische Erfahrung wird unterstützt durch "a unique soundscape collaboratively designed with one of the world’s experts on consciousness, mysticism, and resonance." “When we listen to specifically designed sound, we can go into a transcendental state where we lose awareness of the self, or we become that which we’re observing, and we no longer are aware of the observer. We become the sound that we’re listening to.”
— ALEXANDRE TANNOUS Alessandre hat mir netterweise einige seiner EEG Resultate zu Gongs und anderen Instrumenten zur Verfügung gestellt, die ich auf meiner Sound Medicine Seite zeige. Es ist ein total interessantes Interview. Wenn es nur auch in Deutsch wäre... aber man kann Youtube ja notfalls auf langsames Abspielen stellen. . Zugegeben, Gong und Klangschalen gewinnen gegen klassische Musik nicht nicht mit 1:0 sondern eher 1:0.9. Aber das stört mich nicht: gewonnen ist gewonnen..... Denn ich habe einen sogenannten therapeutischen Gong und Klangschalen zur Unterstützung von vielen subtilen mentalen und körperlichen Prozessen. Meine Spielweise ist auch speziell an diese Kontexte angepasst. Und was passiert bei mir? Ein Klient sagte mir, er würde daraufhin besser Tango tanzen. Eine andere: wieder träumen. Ein anderer: allgemein ausgeglichener. Eine andere: Erinnerungen an die Kindheit. Vielleicht hat der Einsatz meines Gongs ja auch ohne "Substanzen" zur Rauchentwöhnung eines Klienten zumindest beigetragen..? Die Wissenschaft dahinter ist kein Voodoo, sondern hochtechnisierte und wissenschaftlich-methodische Neuro-Science. Es ist schließlich Johns Hopkins; eine der ältesten und in den USA die bekannteste Forschung im Bereich Medizin und Psychologie. Das schließt seit einigen Jahren Forschung im Gebiet von neuen Therapien mit Psilocybin (Magic Mushrooms, Zauberpilze), LSD und anderen Substanzen ein. Ich biete zwar keine psychedelische Therapie an. Aber ich biete schon heute Vorbereitung und Nachbereitung an, wenn jemand "bewusstseinserweiternde Erfahrungen" machen möchte, oder neugierig an der "psychedelischen Renaissance" teilnehmen möchte. Dies soll nicht als Empfehlung gelten! Aber es gibt ja neugierige Menschen, und denen kann ich - auch durch eigene legale Erfahrung und Grundausbildung bei der Mind Foundation - helfen. Wenn gewünscht, mit Gong und Klangschalen! Und noch ein Zitat zu Musik: "Die therapeutischen Ergebnisse der Psilocybin-Therapie sind in der Tat ein Produkt der kombinierten Wirkung der Droge und der Musik auf das subjektive Erleben. ... [mit Auswirkungen auf] Gipfelerlebnisse und autobiografische Einsichten" (Mendel Kaelen 2018, übersetzt mit deepl.com, zitiert hier) Und das sind genau einige der Wirkungen, von denen Klienten mir berichten. Und hier mal eine "psychedelische Playlist": Im übrigen ist die ausgewählte Musik oft mit großem musikalischen Geschmack ausgewählt und lässt sich auch in der Badewanne gut hören. Auch ohne Depression oder Sucht! Und hier noch ein interessanter Artikel zum Thema Musik und Therapie. Die englische Version dieses Artikels erschien hier.

Read More

Gongs in Wiesbaden

Unten seht Ihr mich bei meiner ersten Klang-Ausbildung beim Retreat "Gong Therapy" von Tone of Life. Damals noch im kühlen Polen, ist Tone of Life inzwischen im warmen Spanien zu finden. Unten gleich ein bisschen Werbung für sie :-) Diese Kurse werden auch heute angeboten sind aber meist schnell ausverkauft. https://www.toneoflife.com/9-day-intensive-gong-sound-therapy-training-july-august-october-2017-poland.html Auf dem oberen Foto seht Ihr mich vor den größten Gongs bei Tone of Life, den riesigen und wunderbar überwältigend klingenden Gongs mit 1,50 Durchmesser. Einer dieser Gongs steht übrigens auch in Wiesbaden, im Schloss Freudenberg. Im Video unten ist es der in der Mitte. Lasst Euch vom Klang nicht abschrecken - auf PC Lautsprecher hört man nur Krach statt die Vielfalt der Harmonien. Mein eigener Gong (1,05cm) ist - ausserhalb vom Schloss Freudenberg - einer der größten hier in Wiesbaden. Verbreiteter sind 80/85/90 cm Gongs. Die haben aber den grossen Vorteil, dass sie leichter zu transportieren sind...

Read More

Klangreise ODER Meditation: Drei Möglichkeiten der Klang-Erfahrung

Ich bewerbe meine Klang-Events in Wiesbaden bisher im Wesentlichen als "Klangreise". Damit meine ich ein Loslassen, ein Eintauchen und Entspannen in eine Klangwelt. Aber das ist nicht die einzige Art, wie Du meine Klang-Veranstaltungen für Dich nutzen kann. Du kannst sie auch wunderbar zur Meditationspraxis werden lassen. Am Einfachsten wahrscheinlich für geübte Meditatoren, aber im Prinzip natürlich für jeden! Im Groben schlage ich drei Arten vor, meine Klangreisen zu erleben: Erfahrung der Klangreise als regenerative Trance Erfahrung als Konzentrations-Meditation (Shamata) Erfahrung als Einsichts-Meditation (Vipassana). Jede Klangerfahrung ist im Liegen wie im Sitzen möglich. Für die Meditationen empfehle ich eher das Sitzen, um Abschweifen und Einschlafen zu vermeiden. Die Klangreise-Erfahrung erlaubt Loslassen, Entspannen, sich im Klang verlieren; Shamata-Klangmeditation und Vipassana-Klangmeditation erfordern dagegen hohe Aufmerksamkeit. 1. Erleben als Klangreise (Trance-Meditation) Die meisten von Euch sind im Allgemeinen an einer Erfahrung als Trancereise interessiert. (Das Bedürfnis mal ganz Loszulassen, aufgehoben und getragen, frei von jedem Fokus, jeder Anstrengung zu sein, mal nichts zu müssen, ist so verbreitet und offenbar sooo gross.) Dies entspricht der sogenannten geführten Meditation, die den Hörer klassischer Weise verbal in eine innere Phantasie-Welt mit symbolischen Personen, Landschaften, Objekten oder Ereignissen entführen. Erleben der Klangreise als Trance Diese Art des Erlebens hat hypnotischen Charakter. Du lässt los, vertraust Dich an, gibst Dich hin. Der Klang rührt subtil, sanft und auch mal intensiv dein Unbewusstes an: Erinnerungen, Körperspannungen, Ungelöstes, zurückgehaltene Emotionen etc. Diese können sich dann quasi von selbst entfalten, und ins Bewusstsein treten. Zum Beispiel in Form von körperlichen "Symptomen", energetischen Phänomenen, Bilderwelten, Emotionen, Gedankenfetzen, o.ä. 2. Klangreise als Konzentrations-Meditation (Shamata) Bei der Konzentrations-Meditatation übst Du anhand eines "Meditations-Objekts", Deine Aufmerksamkeit zu steuern und zu schärfen. Du übst, ein Objekt (sei es eine Kerze, oder der eigene Atem, oder anderes) möglichst ohne Unterbrechung (also nicht abgelenkt durch äußere oder innere Ereignisse) und möglichst präzise wahrzunehmen. Diese Art der Meditation entwickelt eine grundlegende Fähigkeit und beruhigt den andauernden Gedankenstrom. Bei einer Klangveranstaltung kannst Du den Klang des Gongs als Dein Meditationsobjekt nutzen, um es sozusagen analytisch präzise in allen Dimensionen wahrzunehmen. Als geübter Meditator kannst Du Dich statt auf Deinen Atem auf den Klang in all seiner obertonreichen Komplexität fokussieren. 3. Klangreise als Einsichts-Meditation (Vipassana) Bei der Einsichts-Meditation wird vorausgesetzt, dass Du Deine Aufmerksamkeit stabil halten kannst. Hier wird aber der Geist (Mind) selber dein Meditations-Objekt . Es heißt "Einsichts-Meditation", weil Du durch unmittelbare Selbstbeobachtung plötzlich Einsichten bekommst, was eigentlich Deinen Geist ausmacht. Typische Einsichts-Meditationen sind zum Beispiel Meditationen auf die sogenannte "Leere" des Geistes. Das meint nicht eine Abwesenheit, sondern letztlich, dass alles was im Geist passiert, eigentlich eine Konstruktion des Geistes selber ist. Oder anders gesagt, dass man ein für sich existierendes "Selbst", phänomene oder Emotionen gar nicht entdecken kann. Wenn man genau hinschaut! Eine weitere Einsicht ist zum Beispiel ein Bewusstwerden des Mechanismus, mit dem Dein Geist alles was ihm begegnet, spontan bewertet: in angenehmes, unangenehmes und neutrales. Diese fundamentale Eigenschaft trägt dazu bei, dass Du eigentlic h nie wirklich zur Ruhe kommst: Du magst irgendetwas nicht, etwas ist unangenehm, es fehlt etwas, irgendwas ist zu viel oder zu wenig, oder es ist Dir langweilig etc... Und wenn gerade alles wunderbar ist, ist man traurig, dass es nicht andauert und man sich anstrengt es festzuhalten. Und so weiter... Das kommt Dir doch bestimmt bekannt vor, oder? Du kannst meine Klangreisen dazu nutzen, aus dem unablässigen Bewerten auszusteigen, indem Du "Hören als Spiegel" einsetzt. "Der Spiegel" ist eine der zentralen Metaphern in der Meditation. Denn Du lernst, die mentalen Ereignisse als von Deinem Geist reflektierte Erscheinungen wahrzunehmen. Anstatt wie üblich - als für sich bestehende innere oder äußere Objekte, mit denen Du Dich identifizierst. Ganz so, als wären sie unabhängig von deinem Geist (mind). Du kannst erkennen, das sie das aber gar nicht sind Meditation und ich Ich selbst habe keine langjährige Praxis in der "hard-core" Meditation im Sitzen (Konzentration und Einsicht), über die ich hier spreche. Darin hatte ich sporadische Erlebnisse, praktiziere diese Art von Meditation regelmässig aber erst seit ca 1 Jahr. Grundlegende Praktiken und Konzepte sind mir seit gut 10 Jahren durch meine Praxis des "Authentic Movement" und meine professionelle Arbeit damit im Bereich Persönlichkeitsentwicklung vertraut. AM ist im Wesentlichen und einfach gesagt so etwas wie "bewegte Meditation zu zweit" (oder auch in Gruppen). Mehr dazu hier. Vieles kann ich in die formale Meditation (sitzend oder nicht) übertragen. Dazu gehört vor allem die genaue innere Wahrnehmung und das Fehlen bzw. Bewusstwerden der eigenen Bewertungen dessen, was innerlich aufsteigt und "sich realisiert" (die Wahrnehmung als neutraler Spiegel, in der Meditation zB "mirror-mind" genannt). Dazu gehört auch das Üben der Wahrnehmung des inneren Raums. Ich lasse mich in meiner Praxis gegenwärtig gerne durch die App "Waking Up" von Sam Harris mit seinen, wie ich finde, großartigen, lehrreichen und komplexen Meditationen, Lektionen und Konversationen leiten und unterstützen. Ein Freund von mir schreibt dazu Kommentare (leider in Englisch), um den kurzen "Daily Meditations" einen Hintergrund zu geben. Ich bin übrigens auch ein grosser Fan von dem Buch: " Already Free. Buddishism meets Psychotherapy. On the Path of Liberation" von Bruce Tift, das ich Dir hiermit wärmstens ans Herz legen möchte. Leider ist es nicht auf deutsch erhältlich. Dafür aber als Hörbuch. Da geht es zwar nicht konkret um Meditation, passt aber trotzdem zum Thema. Lese- und Hör-Hinweise Sam Harris Waking Up, Meditations-App www.wakingup.com Bruce Tift "Already Free" https://www.amazon.de/-/en/Bruce-Tift/dp/1622034112 https://youtube.com/playlist?list=PLbG_vqLk8IwKOMzcr8eO_hj0ILt2_9AZX (das komplette Buch)

Read More

Klangreise mit Gong & anderen obertonreichen Instrumenten - Sa 17.12.

Genieße die stärkende Zeit, Dich tief mit Deinem Innersten und der zeitlosen Dimension Deines Seins zu verbinden. Genieße es, loszulassen und tief zu entspannen. Organisatorisches Bei dieser Klangreise mit diversen Klangschalen, dem 1,05 m großen Watergong, dem Dancegong von Heimrath/Sona Gongs/Tone of Live, der gewölbten Körpertambura von Deutz sowie einer großen Schamanentrommel und einer Ocean-Drum wird ein ganzes Spektrum von Obertönen erzeugt, die Dich mit Klängen und Vibrationen umgeben und baden. Ablauf Du lauscht zunächst in ein paar Tänzen über Deine Bewegungsimpulse nach innen, ziehst Deine Aufmerksamkeit von Außen ab, lässt Deinen Körper sich frei bewegen,  lässt Dich durchlässiger werden, und findest vielleicht eine Intention für diese Klangreise. Vielleicht möchtest Du etwas verabschieden oder/und etwas Neues in Dein Leben einladen. Anschließend legst Du Dich entspannt hin, gibst Dich den sanften und intensiven, kraftvollen Schwingungen des Gongs sowie weiterer obertonreicher Instrumente hin. Diese locken Dich in einen anderen Bewusstseinszustand und in die Erfahrung von Zeitlosigkeit. Dort kann Tiefenregeneration auf allen Ebenen stattfinden. Gedanken und Stress werden vom Klang weggespült. Mit der abschließenden Körpertambura zur sanften Geborgenheit schenkenden Integration und der wunderbaren Koshi zum “Aufwecken“ taucht Ihr langsam, tief entspannt und belebt, wieder in Euer Alltagsbewusstsein ein. Am Ende Stille. Anschließend stehe ich für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Organisatorisches Zeit 17.00-19.00 Uhr Ort Michelsberg 28, 2.Hinterhof Wiesbaden Mitte Klingeln bei mindful motion Kosten ** 35.00 bei frühzeitiger und verbindlicher Anmeldung mit Vorabüberweisung. 40.00 bei kurzfristiger Anmeldung (gilt ab 7 Tage vor Veranstaltungsbeginn). Empfänger: Rotraut Rumbaum IBAN: DE05513800400937719000 Referenz : "Klangreise" 17.12.22 ** Anmeldung Bitte gib mir rechtzeitig Bescheid. Die Plätze sind begrenzt! Wenn Du mehr über Klang und seine Wirkung wissen möchtest... Klang ist eine wunderbare Weise, Dich auf Deine innere Welt einzustimmen, angestaute Emotionen auf tiefer Ebene zu entlassen, etwas über Deine mentalen Muster zu lernen und an unserem gewohnten Alltagsbewusstsein vorbei in tiefe Zustände von Verbundenheit mit Deiner Essenz, Deinem tiefsten Selbst zu kommen. Diese Klangreise mit Tanz unterstützt tiefgreifende Regeneration und Entspannung, ist Burn-out Prävention und -behandlung, tiefere Erfahrung von Meditation, Aufladung des eigenen Energiefeldes und eine Möglichkeit vielfältiger, innerer Selbsterfahrung. Das bedeutet nicht , dass immer alles Friede und Freude ist. Auch wenn wir alle diese Sehnsucht haben... Es können auch subjektiv als unangenehm bewertete Empfindungen oder Gefühle aus dem Unbewussten an die Oberfläche gespült werden werden. Wie in der Meditation oder bei psychedelischen Reisen auch. Die Begegnung mit Dir selbst und erweiterte Bewusstseinszustände haben verschiedene Facetten. Heilsam, aber nicht berechenbar, und zumindest nicht immer NUR angenehm. Gong und Einheitserleben / veränderte Bewusstseinszustände Durch das meditative Spiel entfaltet der Gong das Universum seines unendlichen Frequenzbereiches langsam und kontinuierlich immer weiter. Er entwickelt immer mehr Energie und gibt sie als obertonreichen Klang wieder. Auf einem tragenden Klangteppich entstehen unberechenbare und intensive Klangwellen wie aus dem Nichts, die wieder ins Nichts zurückfließen und Euch in einen zeitlosen inneren Raum mitnehmen. Diese psychoaktiven, manche sagen energetisch reinigend wirkenden Klänge werden seit tausenden Jahren zur Erzeugung von veränderten Bewusstseinszuständen eingesetzt. Für sehr viele Teilnehmer vermittelt der Gong-Klang ein fast "mystisches" Einheitserleben. Persönliche Grenzen lösen sich auf. Nicht ohne Grund stand der Gong schon immer für den Urklang. Im Urklang sind alle Frequenzen enthalten. So kann kann man während der Gong-Zeremonie in zeitlosem Einheitserleben aufgehoben sein, das sich vertieft, je öfter man es erlebt. Die therapeutische Wirkung des Gong Auch therapeutisch ist der Einsatz meines großen Gongs und der Körpertambura von Deutz wunderbar geeignet. Denn der Gong öffnet für viel den Zugang zu alten Erinnerungen, zum Beispiel Kindheitserinnerungen. Die vergangenen und gegenwärtigen Erlebnisse können so besser im persönlichen Lebenszusammenhang betrachtet, bewusst integriert und mit diesen individuell weitergearbeitet werden. Sie haben die Fähigkeit, Dich mental, emotional und auf Zell-Ebene zu durchdringen. Ungute Gedankenmuster und Blockaden können sich leichter auflösen, das Unterbewusstsein sich reinigen von altem Ballast. Das, was Dir auf Deinem Weg nicht mehr dienlich ist, hat die Chance, sich jedesmal ein wenig mehr aufzulösen. In diesem Sinn wirkt der Gong ähnlich wie ein Therapeut - aller ganz ohne Worte. Da der Gong Zugang zum Unbewussten hat, kann der Klang ähnlich wirken wie Träume und Trauma-Verarbeitung. Vergangene Erlebnisse mit schwierigem emotionalem Inhalt haben die Chance, verarbeitet werden. Klangerfahrung ist schlicht gesagt ein ganzheitliches Lernen und die Erfahrung von vielschichtigem Loslassen. “If you play the Gong you play the universe.“(Yogi Bajhan) Gong, Gehirn und neueste Forschung Manche sind gegenüber solchen Aussagen skeptisch. Aber es ist inzwischen auch wissenschaftlich durch neurologische Forschung erwiesen, dass Klang (und insbesondere der Gong) aktiv Gehirnwellenmuster verändert. EEGs zeigen, dass durch solchen Klang die Gehirnhälften synchronisiert werden. Das folgenden EEGs zeigt u.a. die Reaktion auf einen großen Gong, der in dieser Meditation seine Wirkung entfaltet. Quelle: mit freundlicher Genehmigung von Alessandre Tannous, www.soundmeditation.com Übrigens forscht Alessandre Tannous zusammen mit der renommierten Johns Hopkins Universität und mit therapeutischen Institutionen wie Synthesisretreats, und setzt hier seine Musik ein. In meiner Klangreise habt Ihr Gelegenheit, so etwas auch praktisch zu erfahren. Möchtest Du mehr über Wissenschaft und Sound Meditation erfahren? Die Seite von Alexandre Tannous: www.soundmeditation.com ist außerordentlich interessant! Und gelegentlich mein Newsletter (Registrierung) Typ=Veranstaltung

Read More

Klangreise und Meditation 1: Regenerative Trance

Dieser Beitrag beschreibt meine Klang-Veranstaltungen als regenerative Klangtrance . Oder vielleicht auch als eine Art der Klang-Therapie. Bei dieser Art des Teilnehmens / Hörens gibst Du Dich einfach dem Klang hin (in Englisch würde es "surrender" heißen). Ohne Deine Aufmerksamkeit / Dein Gewahrsein auf irgendetwas zu richten, öffnest Du Dich für alles, was in Dir geschieht. Es können zB physische Empfindungen, innere Bilder, Emotionen, Erinnerungen, und auch Gedankenfetzen sein. Vielleicht sinkst Du sogar in tiefen Schlaf. Mein großer Gong und auch andere obertonreiche Instrumente haben erstaunliche Fähigkeiten, das Innere anzuregen. Zugang zu Trancezuständen durch intensive Klangerfahrung Hier der Versuch einer Erklärung, wieso durch eine Klangreise Erinnerungen oder Erfahrungen wieder ins Bewusstsein oder in die Gefühle kommen können. 1. ein Herunterregeln der Kontrollen, die normalerweise das Unbewusste nicht ins Bewusstsein treten lassen. Sowohl Klang bestimmter Qualität, wie Meditation, holotropes Atmen oder Psychedelika erzeugen Zustände, die Ähnlichkeit mit Hypnose haben. Und Hypnose ist bekanntlich ein Weg, in Trance Zugang zu vergessenen oder verdrängten Personen oder Ereignissen zu bekommen. 2. wird das Gehirn aktiver, auch wenn es vielleicht nach außen nicht so scheint. Das funktioniert neurologisch so, dass normalerweise getrennte Gehirnareale gegenseitig Informationen austauschen können. Dies ist auch das Prinzip von Kreativität. Und das funktioniert in Träumen. So kann es passieren, dass alte, vergessene Gedächtnisinhalte, die unbewusst aber für wichtig gehalten werden, plötzlich ins Bewusstsein treten, weil das Gehirn gerade mehr integriert ist. Dies können Kindheitserinnerungen sein, aber auch andere unverarbeitete Erfahrungen. Ich nutze und verstärke das durch den Klangaufbau und meine gezielte meditative Spielweise. Wie bei einem verbal geführten Trance-Skript gibt es eine Entwicklung. Der Aufbau einer Klangreise Klar, beim Klang gibt es kein verbales Skript, das ganz bestimmte Assoziationen wachruft (zB Natur, Symbole etc). Die Phantasie und das Unbewusste haben bei einer "geführten Klangreise" einen viel weiteren Spielraum als bei einer hypnotischen Bilderreise. Trotzdem ist es eine "Quasi-Story", mit einer Entwicklung, die verschiedene Intensitäten hat und verschiedene Schichten des Erlebens anspricht. Es ist eine Inszenierung, ein Ritual mit bestimmten Gesetzmäßigkeiten, die sich als vorteilhaft herausgestellt haben. Folgender Aufbau ist typisch im klinischen Klang-Therapie Setting: Klangschalen - sanfte Einleitung Trommeln - erhöhte Spannung Gong - Dynamik und Klimax Klangschalen - Entspannung und Ausklang Diese Folge - so Otto Heinrich Silber in seinem Buch "Klangtherapie" - spiegelt den gesamten Geburtsprozess des Menschen wieder, wie er von Stanislav Grof in der "Transpersonalen Psychotherapie" verstanden wird. Es ist eine Folge von Geborgensein im Urzustand, Kontraktionen, Austreibung, und Entlastung. Dies ist natürlich nur eine beispielhafte Interpretation dessen, was Klänge darstellen können, und niemand in meiner Praxis hat dies genau so erlebt. Du kannst es als breiten Rahmen des Spektrums menschlichen Erlebens verstehen, das jede(r) anders ausfüllt. Mein Klangaufbau ist anders Mein Klangaufbau unterscheidet sich von dem oben genannten und ich beginne sehr körperlich mit Bewegung und Tanz als Start der Reise nach innen. Bei mir erklingen auch weitere Instrumente wie eine therapeutische Körpertambura, eine Oceandrum und eine Koshi. Mein grosser Gong ist der Peak der Klangreise, zu dem der Klang eines kleineren Gongs hinführt. Ich gehe auch gerne herum und spiele körpernah, damit die Vibrationen physisch spürbar sind. Was kann während und nach einer Klangreise passieren? Verschiedenes kann geschehen, wenn das Innere auf diese Weise angesprochen wird. Folgendes sind Beispiele aus meiner Praxis, die mir von den Teilnehmern berichtet wurden: Traumähnliche Zustände, Bilderwelten, Naturvisionen Visionen von Fliegen, wie zB Paragliding aber auch vom Schweben durch das Universum oder ein Blick von dort auf sich selbst Gefühl der Schwerelosigkeit allgemein Gefühl von völliger Zeitlosigkeit Einheitserfahrungen Vergessene Erinnerungen aus der Kindheit Unerklärliche Tränen, ohne Traurigkeit dissoziative Zustände, nicht wissen, wo man da gerade war. Physische Erscheinen wie zB Kribbeln, Verkrampfungen, Zuckungen, Spasmen (auch schon mal plötzliche Magenschmerzen), Hitze/Kälte Manchmal Erleben von Enge/Kontraktion (physisch, emotional oder/und mental), die sich wieder in einer Erfahrung innerer Weite auflöst Bedürfnis sich zu recken und zu strecken, sich auch physisch auszudehnen Anspannung mit beschleunigter Atmung und schnellerem Herzschlag, meist durch die (unbewusste) Furcht vor der Übermacht und Intensität des Klangs. (Das wird weniger, je öfter man diese aktuell ja positive, wenn auch zunächst etwas unangenehme Erfahrung macht.) Erfahrung von totaler Geborgenheit Verlust der Angst vor dem Tod durch positives Erleben, einer Ich -Auflösung Empfinden von Ekstase und Assoziationen zu Orgasmus auf dem Peak des grossen Gongs Tiefenentspannung Tiefster Schlaf Später: die Wiedererlangung der Fähigkeit zu träumen Später: verbesserte Fähigkeit, zentriert, entspannt und sehr aufmerksam Tango zu tanzen. Dies ist nur begrenzte Auswahl von Beispielen. Jede(r) erlebt eine Klangreise anders. Literaturhinweis Otto Heinrich Silber et.al. , "Klangtherapie", 2010

Read More

Klangreise und Meditation 2: Klangreise als Konzentrations-Meditation (Shamata)

Wenn Du möchtest, kannst Du eine Klang-Session sozusagen wie eine klassische Konzentrations-Meditation gestalten. Konzentrations-Meditation ist die Grundlage vieler Meditations-Techniken. Sie übt die grundlegende, erforderliche Fähigkeit der bewussten Steuerung der Aufmerksamkeit, sie beruhigt den immer-währenden Gedankenfluss, sie schult das "meta-kognitive Gewahrsein" (also das Bewusstsein dessen, was gerade im eigenen Geist passiert), und sie ist eine notwendige, quasi technisch stabilisierende Vorübung für die Einsichts-Meditation. Dieser Beitrag stellt den Leitfaden von Alexandre Tannous für den Hörer zum unterscheidenden Hören (“judicious listening“) im Rahmen von Klang-Meditation vor. Dies entspricht der Konzentrations-Meditation, in der die Aufmerksamkeit möglichst ununterbrochen und präzise auf ein Meditations-Objekt gerichtet wird. Diese Anweisungen unterstützen Dich als Hörer, Deine Aufmerksamkeit mit bewusster Kontrolle und auf bestimmte Weise auf verschiedene Anteile des Klang zu fokussieren. Sie sind das Äquivalent zu den Anweisungen aus der Atemmeditation, wie Du bei der Konzentration auf den Atem eine Verfeinerung der sensorischen Wahrnehmung erreichen kannst: durch Wahrnehmung von Kühle und Wärme, Unterschieden bei Ein- und Ausatmen, Länge der Pausen beim Übergang von Ein- und Ausatmen etc. Die volle Konzentration auf die diversen Charakteristika des Klangs zu richten bewirkt, dass die gesamte Bandbreite Deiner Aufmerksamkeit durch Klang ausgefüllt wird. Im Allgemeinen wird dadurch der verbale innere Dialog verdrängt. Höranleitungen für unterscheidendes Hören nach Alexandre Tannous Du wirst zu folgenden inneren Aktivitäten des Hörens angeleitet: Die harmonischen Obertöne präzise unterscheiden Den Raum zwischen den Obertönen wahrnehmen Das Register der Obertöne (hoch oder tief) wahrnehmen Die Klangqualität der Obertöne in sich ausweiten Die Modulation (Wellen, Wawa, "wobble or wavering") jedes der Obertöne beobachten Die sich ändernde Dynamik (laut oder leise) wahrnehmen Sich selbst als sich dem Klang öffnend und mit ihm verschmelzend vorstellen Die sich ändernde Energie des Gesamtklangs der Obertöne beobachten Das Ethos der einzelnen Instrumente erforschen. Das Ethos ist der unterscheidende Charakter, die Persönlichkeit oder der Gefühlseindruck einer Notenfolge Sich selbst erlauben, vollständig vom Klang eingenommen zu werden, bis zu dem Grad, bei dem alles andere verschwindet. Sobald dieser Zustand erreicht ist, "wird man" das Ereignis und verliert das beobachtende Bewusstsein Sich tief in den Klang hineinbegeben bis zur zeitlosen Ekstase. (Eigene Übersetzung nach Alexandre Tannous - siehe Ressourcen) Ressourcen Sound Meditation: Alexandre Tannous, "Techniques to Keep your Attention on the Sound" Für jeden der sich für Sound interessiert: Tannous´ Sammlung von Artikeln

Read More

Klangreise und Meditation 3: Klangreise als Einsichts-Meditation (Vipassana)

Dieser Eintrag präzisiert, wie Du eine Klangreise als Einsichts-Mediation (Vipassana) nutzen kannst. Die Einsichts-Meditation geht über die reine Konzentrations-Technik hinaus. Hier richtest Du Deine Aufmerksamkeit nicht auf ein äußeres Objekt (zb den Atem oder den Klang), sondern auf Deinen wahrnehmenden Geist selber. Dein Geist (mind) schaut sich sozusagen selber bei seinen Aktivitäten zu. Dies ist eine grundlegende Technik der Meditation: Du nimmst eine innere Perspektive (Betrachtungsweise) ein, die sozusagen selbst der Raum ist, in dem Dein Erleben (letztlich alle mentalen Ereignisse) aufsteigt und auch wieder verschwindet. Dadurch erlebst Du Dich hörend in der Klangreise nicht mehr als ein individuelles Subjekt, das hört, sondern als den Raum selber, in dem Deine Wahrnehmungen - also auch der Klang und Deine inneren Reaktionen darauf - erscheinen. Werde Ozean! Eine berühmte tibetische Lehr-Metapher dazu ist "der Ozean und seine Wellen". Hier wirst Du dazu angehalten, selbst zum Ozean zu werden, der seine eigenen Wellen betrachtet. Die Wellen können zB Dein Klangerleben, Empfindungen, Gedanken oder Emotionen sein. Diese werden als mentale Ereignisse in dem Raum des Bewusstseins betrachtet, der Du bist. Stell Dir einfach beim Hören vor, Du seist der Ozean, und alles was in Dir als Klang erscheint, sind seine Wellen (hier sind es ja tatsächlich Schallwellen). Und jetzt geh mit dieser Metapher in Deiner Vorstellung einen Schritt weiter: der Ozean macht keinen Unterschied zwischen "guten" und "schlechten" Wellen. Wellen sind Wellen! Ob sie größer oder kleiner sind, eine Schaumkrone haben oder nicht - der Ozean wird sich wohl kaum bei Sturm schuldig fühlen, bei oder Flaute in Depression verfallen über die fehlenden Surferwellen beschweren etc. Und genauso kannst Du meditieren, mit oder ohne Klang: alles was als mentales Event auftaucht, ist eine Welle. Sei es eine angenehme oder unangenehme Empfindung, eine ängstliche Erwartung eines inneren oder äußeren Konflikts, Freude, Enttäuschung, Aufregung, Wut, eine erotische Vorstellung. Oder auch Selbstzweifel wie "Mache ich das so überhaupt richtig?" Oder eine Moment der Langeweile. Oder eine irritierende Ablenkung durch den Nachbar auf der Matte, der gerade bei der "schönsten Stelle" einen Hustenanfall hat oder laut schnarcht. Betrachte "einfach" ALLES als Wellen, die kommen und vergehen! Für das Hören beschreibt Keith Dowman es so: Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf das Ohr, aber nicht auf einen einzelnen Klang, und lassen jeden Klang passieren, ohne zu urteilen oder zu projizieren, wie beim nicht-wertenden oder spiegelnden Hören Mehr zu dieser buddhistischen Haltung (Klang-) Erfahrungen gegenüber, auch unangenehmen, gibt es in meinem nächsten Blogeintrag! Vergänglichkeit (Anicca) : das Muster des Gong Klangs Rob Burbea nimmt den Gong Klang als eine Möglichkeit, uns der Vergänglichkeit gewahr zu werden, mit dem Zweck, die Illusion eines soliden Selbst zu zerstören. Betrachten wir einen Gong, der angeschlagen wird: Der Klang erklingt und verklingt schließlich. Bei dieser Betrachtungsweise sollte das Nachlassen und Verschwinden des Klangs durch die Linse von anicca betrachtet werden - als Instanz der Unbeständigkeit erkannt und empfunden werden. Die Aufmerksamkeit kann aber auch auf den Klang selbst gerichtet werden, insbesondere auf die Fluktuationen in der Textur des Klangs. Wenn man also sowohl das Sterben des Klangs als auch die Mikrofluktuationen innerhalb des Klangs mit einbezieht, ist das, was bei dieser Betrachtungsweise fast ausschließlich von Interesse ist, die Erfahrung des Flusses und der Veränderung. Die Tatsache der Veränderung ist das, worauf immer wieder geachtet wird. [Wir achten] bewusst auf alle momentanen Manifestationen von Veränderung . Lese- und Höranregungen Zu meiner eigenen Meditations-Praxis: Ich selber bin ein begeisterte Nutzerin der "Waking Up" Meditationen von Sam Harris. Burbea, Rob, "Seeing that Frees. Meditations on Emptiness and Dependent Arising", 2015 https://www.amazon.de/-/en/Robert-Burbea/dp/0992848911/ Culadasa (John Yates), "Handbuch Meditation", https://www.amazon.de/Handbuch-Meditation-Culadasa-John-Yates/dp/3442342155 Keith Dowman, "Dzogchen Semdzins" https://www.amazon.com/Dzogchen-Semdzins-Teaching-Keith-Dowman/dp/1709208392

Read More