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Die Vogel-Perspektive auf Führen und Folgen (ganz im Ernst!)

Das Thema Führen und Folgen ist ja beim Tango Unterricht und auf der Tanzfläche ein Dauerbrenner. Und dass Tango im Kern sowohl Einheit als auch Freiheit bedeutet, wird von vielen als Paradox erlebt. Aber genau in diesem Spannungsfeld ergeben sich die spannendsten Herausforderungen und Entwicklungsschritte für die Tänzer. Betrachten wir das Ganze doch einmal aus der "Vogel-Perspektive" :-) Bei meinem letzen Urlaub an einer Küste sah ich diese kleine Schar von Vögeln. Ich glaube es sind Strandläufer. Wie man es von Vögeln kennt, sind sie als Schwarm erstaunlich gut koordiniert, sowohl im Fliegen wie im Laufen. Egal wie groß der Schwarm ist, sie bilden eine bewegliche Einheit. Wer führt da wen in wechselnden Positionen? Da muss eine besondere Intelligenz dahinter stehen, oder? Beeindruckt von dieser Schwarmintelligenz fragte ich mich, wie das funktioniert. Für mich als Tangotänzerin und Tango Coach ist diese subtile, unsichtbare, elegante und unmittelbare gemeinsame Bewegung ja ein Ideal und sehr erfüllende Erfahrung. Bei den Vögeln gibt es offenbar sowas wie "Flüssige Führung", oder andersrum, "Dynamisches Folgen". Beide Begriffe stammen übrigens aus einem Buch meines Partners über das Training von Soldaten in Sondereinsatzkommandos! Die Führung wechselt ständig und denn noch bewegt sich der Schwarm ganz selbstverständlich wie ein Körper. Ich frage mich, in wieweit es da Parallelen zum Tango gibt. Und Ihr wisst ja, für mich ist das Führen und Folgen beim Tango zwar von außen betrachtet klar verteilt, aber letztlich eben gar nicht so klar, wie das oberflächliche Klischee es will: Mann führt, Frau folgt!? Wenn gute Führung Impuls - Begleitung bedeutet und Folgen aktives Tanzen meint, entsteht eigentlich ein Paradox in dem beide führen und beide folgen. Auf unterschiedliche Weise. Wechselndes Führen und Folgen bei Vögeln NABU (der Naturschutzbung) erklärt es so: Einen dauerhaft gleichen Anführer des Schwarmes, der die anderen kommandiert, gibt es nicht. Stattdessen werden häufig die Flugpositionen im Schwarm gewechselt. Jedes Schwarmmitglied kann ein Flugmanöver initiieren, das dann wie eine Welle den gesamten Schwarm erfasst und durchläuft. (NABU) Dieses Prinzip ist besonders effektiv für Ausweichbewegungen bei Angriffen von Raubvögeln. Besonders bemerkenswert, dass die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Welle von Nachbar zu Nachbar in rund 15 Millisekunden abläuft, also unglaublich schnell! Forschung zeigt zB, dass bei der Interaktion von Müttern und Babies die gegenseitige Reaktion auf Mimik 400 - 900 Millisekunden braucht. Also tausende Prozent länger! Hier sind die süßen Kleinen noch einmal in bewegt: "Fluid Leadership" im Tango Argentino? Unabhängig davon, das es in den letzten 10-15 Jahren immer mehr Tänzer und Tänzerinnen gibt, die beide Rollen tanzen und auch innerhalb eines Tanzes immer wieder die Führung wechseln, stelle ich die (für manche vielleicht provokativ anmutende) These auf, das im Tango Führen und Folgen in subtiler Weise wechselseitig geschieht und einen gelungenen Tanz sogar auszeichnet. Daher finde ich, dass man im Tango Argentino durchaus auch von einer besonderen Spezies "Fluid Leadership" sprechen kann. (Den Begriff hab ich aus dem Text im Anhang.) Für mich als "Folgende" im Tango war das notwendige Erlernen der führenden Rolle um alleine Tango Argentino unterrichten zu können in dieser Hinsicht ein totaler Game-Changer. Ich gewann enorm an Verständnis der Zusammenhänge, der Komplexität und Wirkmechanismen. Der Tanz wurde partnerschaftlicher, gleichberechtigter, vielfältiger und lebendiger. Letztendlich nutzen beide die gleiche Technik. Die Prinzipien wirken in beide Richtungen, egal, in welcher Rolle man tanzt. Dadurch beeinflussen und gestalten beide den Tanz gleichberechtigt, wenn auch aus verschiedenen Rollen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Es ist nicht wichtig wer führt, sondern dass das Paar tanzt. Tango entsteht aus der Inspiration der Gesamtheit des Paares. Aus der Erfahrung einer Einheit, die aus der Eigenwilligkeit zweier bedingungslos miteinander verbundener Individuen entsteht. Die Erfahrung von Kooperation, Freiheit, Einheit, Inspiration und Flow. Ich weiß nicht, wie individuell Vögel sind oder sich fühlen. Aber ansonsten hat mich der "Tanz" der Vögel an all diese Eindrücke aus meinem Tangoleben und der Arbeit mit Tango erinnert. Flow State und Spiritualität im Tango - ein Geschenk Was ich im nächsten Paragraph schreibe , ist natürlich nicht der Tango-Alltag. Es kann passieren, aber man kann es nicht willentlich produzieren. Es ist ein gelegentliches Geschenk wenn man Glück hat! Es kann sogar auf verschiedenen Ebenen der Kompetenz passieren: ein fast Anfänger-Schüler berichtete mir einmal, dass er es in einer Stunde mit mir für ein paar Sekunden erlebt hat. Das ging innerlich so tief, dass ihm die Tränen liefen. Es ist ein berührendes Erlebnis, wenn ES tanzt. Getanzt zu werden. Wenn das eigene Wollen in den Hintergrund rutscht und etwas Größeres geschieht als das kleine Ich es machen kann. Ein Gefühl verbunden zu sein (nicht nur) mit dem Partner. Ein Einheitsempfinden, ohne das sich einer dafür aufgibt oder im anderen verliert. Eine Einheit, die aus der Hingabe an den Moment, aus völliger Präsenz beider in einer verlässlichen, physisch spürbaren Verbindung entsteht, die fraglos trägt und mit dem geht, was entsteht. Erfahrung von Mühelosigkeit, Inspiration, Präsenz, Fokus - Flow. Innere Impulse, die beim anderen ankommen, noch bevor sie umgesetzt werden. Eine Energie, die fast mystisch anmuten kann. Man kann diesen tief erfüllenden Zustand nicht willentlich produzieren. Es ist eine Gnade, oder in weniger mystischen Worten, ein Geschenk, das erleben zu dürfen, und ich glaube es ist die tiefste und spirituellste Natur des Tangos. Es ist schwer das in Worte zu fassen. Und nicht jedem Tänzer wird es zuteil. Aber es ist mit Sicherheit ein Grund, warum so viele Menschen, immer wieder auf die Piste gehen, Enttäuschungen und Frustrationen ertragen. Tango bietet unter den besten Umständen neben allem anderen Zugang zu Erfahrungen spiritueller Natur. ANHANG: Fluid Leadership bei Navy Seals Wen auch das interessiert: meinem Partner fiel dazu eine Passage aus dem Buch "Stealing Fire" ein. Das ist ein Buch über Training und Effektivität von Sondereinsatztruppen wie SEK und Navy Seals. Denn offensichtlich besteht bei den Vögeln das gleiche Prinzip wie bei Kampfeinsätzen von Sondereinsatzkommandos: "Fluid leadership". Hier der englische Originaltext: “When SEALs sweep a building,” says Rich Davis, “slow is dangerous. We want to move as fast as possible. To do this, there are only two rules. The first is do the exact opposite of what the guy in front of you is doing—so if he looks left, then you look right. The second is trickier: the person who knows what to do next is the leader. We’re entirely nonhierarchical in that way. But in a combat environment, when split seconds make all the difference, there’s no time for second-guessing. When someone steps up to become the new leader, everyone, immediately, automatically, moves with him. It’s the only way we win.” This “dynamic subordination,” where leadership is fluid and defined by conditions on the ground, is the foundation of flipping the switch. Quellen : Steven Kotler & Jamie Wheel "Stealing Fire" https://www.amazon.de/Stealing-Fire-Maverick-Scientists-Revolutionizing/dp/0062429663/ref=sr_1_ Forschung zu Mutter-Kind Synchronisation https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2019.02839/full NABU "Koordination im Vogelschwarm" https://baden-wuerttemberg.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/wissenswertes/21391.htm

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Entkolonialisierung! Zwiegespräche für Paare - nicht nur ein Aphrodisiakum

In Anlehnung an den bekannten Paartherapeuten Michael Lukas Moeller "Wir leben in Beziehung, aber die Beziehung leben nicht. Auch wenn sie uns das Leben bedeutet“ (Moeller 2005). Wenn Du wenig Lese-Zeit hast, hier eine Kurzversion: "Kolonialisierung" bedeutet in diesem Kontext , wenn auch oft unbewusst und eher impliziert,, sich anzumaßen, man wüsste was in des anderen Kopf ist. Es ist aber eine Grenzüberschreitung. Man macht das oft unbewusst, zum Beispiel, um von sich selber abzulenken, oder aus Schuldgefühl Man kann sich sogar selber kolonialisieren: Selbstkolonialisation.. Und hier ein paar Regeln, die von Lukas Möller stammen, einem schon 2002 verstorbenen Therapeuten, die dem entgegenwirken. Möllers Ansatz ("Nähe durch Fremdheit") ist verwandt mit den Ansätzen von David Schnarch und Ester Perel. Und dabei helfe ich! Kolonialisierungen "Kolonialisierung des Partners": hast Du Dich schon einmal von Deinem Partner kolonialisiert gefühlt? Also: hast Du Dich schon einmal darüber geärgert, oder warst verzweifelt darüber, dass Dein Partner sich einbildete zu wissen, was Du denkst, fühlst, beabsichtigst und was in Deinem Kopf vor sich geht? Obwohl ja der einzige, der das wissen kann, Du selber bist? Oder dass er Dir vorschreibt, was Du tun oder lassen sollst? Viele Paare leiden unter einer großen Sprachlosigkeit und Kommunikationskluft. Ihre Kommunikation beschränkt sich auf Alltagsregelungen, darauf, sich über etwas zu unterhalten, und auf endlose Kreisdiskutiererei, in der jeder seinen seelischen Schwerpunkt beim anderen hat, und besser zu wissen meint, wer dieser doch eigentlich ist. Das ist "Kolonialisieren". Es ist ein Begriff, den der 2002 verstorbene Paartherapeut M.L. Moeller geprägt hat, und der 3 lesenswerte Bücher hinterlassen hat. Sie wirken aus heutiger Sicht vielleicht ein klein wenig altmodisch, aber ich habe viel aus ihnen gelernt. Der Begriff ist inhaltlich relevant, obwohl Moeller heute insgesamt leicht veraltet ist: z.B. ist er sehr auf Sigmund Freuds Theorie des Unbewussten fokussiert. Er arbeitet mit Freud´schen Begriffen wie "Verschiebung" etc, die heute kaum mehr verwendet. Ich finde, Kolonialisieren fühlt sich tatsächlich an, als wolle eine fremde Macht einen besetzen. Es ist eins der wenigen Dinge, die mich auf die Palme treiben - mich "triggern" können. Grenzüberschreitungen Gefühle der Schwäche werden ja von vielen meist möglichst nicht offenbart. Es ist aber gerade von grosser Bedeutung, die eigenen Empfindungen "mitfühlbar" zu machen, in dem z.B. Eifersucht so vermittelt wird, wie sie gefühlt und erlebt wird. In dem Moment, indem der deutliche Ausdruck des Leidens sich in eine Verhaltensvorschrift für den anderen verwandelt wie "du darfst ihn/sie nicht sehen" ist das Kolonialisierung. Es gibt auch bereits einem wesentlichen Unterschied, ob ich sage "ich fühle mich gekränkt und verletzt" (Ich-Aussage) oder "du verletzt mich" (Behauptung über den anderen). Letztes ist eine kolonialisierende ausdrucksweise. Konflikte werden dadurch übrigens unnötig angeheizt. Denn dann wird dem anderen nicht mehr überlassen, wie er sich selbst eigentlich fühlt, was seine Beweggründe sind und was er in dieser Situation entscheiden möchte. Sondern es wird versucht, seine Selbstbestimmung durch Fremdbestimmung einzuschränken oder aufzuheben. Kolonialisierung ist also der unbewusste Versuch, über den anderen zu bestimmen - gegen seinen Willen, aber oft auch mit seiner Duldung. In der Regel ist es ein Akt zu zweit. Kolonialisieren bedeutet immer Grenzüberschreitung. Es ist am Anfang für viele nicht einfach, die feine Grenze zwischen persönlichem Gefühlsausdruck und Verhaltensvorschrift auszumachen. Denn anders als bei der Kolonialisierung wird durch das reine Aufzeigen der eigenen Gefühle das Verhalten des anderen zwar beeinflusst, aber seine Selbstbestimmung bleibt unberührt. „In der Welt des anderen habe ich nichts zu tun. Es ist eine Frage der Ethik, ja der Menschenrechte, also ein Politikum im Paarleben, ob ich zu dieser grundlegenden Gleichrangigkeit bereit bin oder nicht.“ Moeller (2005, 145) Kolonialisierung als Hauptproblem Moeller, als Freudianer, erklärt sie also zu einem Hauptproblem in der Beziehung, das tief verwurzelt ist. Darum ist ihm auch so schwer beizukommen. „Die Kolonialisierung ist ein Hauptsymptom der Paargrundstörung, der narzisstischen Beziehungsstörung. Sie gleicht in reiner und lebensgeschichtlich frühester Form einem seelischen Vorgang, der als projektive Identifizierung…diskutiert wird - allerdings kaum für das Paarleben“ (Moeller 2005,146). Schuldgefühle und ungelebtes Leben Moeller spricht in dem Kontext auch von Schuldgefühlen. Er findet, wenn man sich selbst nicht lebt, sich selbst nicht treu ist, sammeln sich die Empfindungen des ungelebten Lebens bis zur Vorwurfsstärke an, die dann auf Umstände, Schicksalsschläge, die Eltern und eben den Partner projiziert werden, die Schuld sind, das wirkliches (Er-)Leben nicht gelungen ist. Das sehe ich auch so. Und es befeuert Kolonialisierungen enorm. Ich finde diese Aspekte von Paarkommunikation total wichtig, für mich persönlich, genauso wie für meinen therapeutische Arbeit. Aber nun erst einmal ein paar Worte über sein Gegenmittel - auch gegen andere Paarprobleme übrigens -, das ich schätze und anbiete: Zwiegespräche für Paare. Zwiegespräche, um sich wechselseitig einfühlbar zu machen Gegen Kolonialisierung und Schweigen, Abstumpfen, Versanden im Alltag , Kreisdiskussionen, usw. hat Moeller eine Gesprächsmethode entwickelt, die er "Zwiegespräch für Paare" nannte. Ich helfe dabei, sie umzusetzen. "Wenn wir uns aufeinander beziehen, halten wir die Beziehung lebendig“ (Moeller 2005, 13) Im Zwiegespräch geht es um das konzentrierte, regelmäßige, persönliche Paargespräch, in dem die Partner wechselseitig von sich sprechen und den anderen an dem eigenen Erleben, den eigenen Überlegungen, Selbstbeobachtungen und der eigenen Gefühlswelt teilhaben lassen. „Ein Austausch von Selbstporträts“. Es ist ein Gespräch der besonderen Art: kein Problemlösungs-Dialog, keine Konflikt-Lösungs-Dialog, auch kein Frage-Antwort-Dialog. Sondern es ist ein von sich sprechen-und-Zuhören in einem ritualisierten Setting: der Redende erzählt von sich. Es geht um das Veräußern der inneren Landschaft, ohne Unterbrechungen, Fragen, Vorwegnahme, Verurteilung etc. Durch Zwiegespräche entsteht die Möglichkeit einer Beziehung von zwei Menschen, „…die sich mit der Zeit mehr und mehr verstehen, statt sich zu entfremden, die sich miteinander entwickeln, statt ihr Dasein nebeneinander fort zu fristen, die ihre Bindung vertiefen, statt abzustumpfen, und sei es auch, um zu erkennen, dass sie besser nicht zusammen lebten. Diese Gegenwärtigkeit ist für mich das sakrale Element“(Moeller 2005,16). Zuneigung zueinander wächst, je mehr man voneinander erfährt Ein Ergebnis der Sozialpsychologie und der menschlichen Verhaltensforschung besagt, das unsere Zuneigung zueinander wächst, je mehr wir voneinander erfahren. Leider bleibt diese Erkenntnis zumeist ungenutzt, denn meistens wird das Gegenteil befürchtet, und die eigenen Schwächen durch Distanz abgeschirmt. Moeller geht davon aus, dass sich Bindungen sehr vertiefen, wenn es den Partnern gelingt, die eigenen Unsicherheiten und Ängsten dem anderen einzugestehen. Regeln für Zwiegespräche Hier sind die wichtigsten Regeln Regelmäßigkeit, damit Verbindlichkeit gewährleistet ist und der rote Faden nicht verloren geht (z.B. Wöchentlich oder alle 14 Tage) Jeder spricht über das, was ihn gerade bewegt, wie er sich selbst , den anderen, die Beziehung und sein Leben erlebt. Er bleibt also bei sich. Und beschreibt. Keine Interpretationen, Deutungen, Vorwürfe ("du machst...) . Es ist ein offenes Gespräch das nichts anderes zum Thema hat. Reden und Zuhören sind gleich verteilt. Z. B. alle 10 Min. Wird gewechselt. Ein angenehmer Timer ist meist ungeheuer wichtig. Schweigen und Schweigen lassen, wenn es entsteht: niemand MUSS sprechen Ausgeschlossen sind: dem anderen ins Wort fallen, bohrende Fragen, Drängen, Ratschläge, Kolonialisierungsversuche Zwiegespräche sind kein Offenbarungszwang. Jeder entscheidet selbst, was und wie viel er von sich mitteilen möchte. Das alles ist nicht immer ganz einfach. Besonders in Konfliktsituationen. Es ist gut, Zwiegespräche alleine versuchen, aber oft ist eine dritte Person hilfreich, um zu üben, die Regeln und die Regelmässigkeit einzuhalten. Moeller, David Schnarch und Ester Perel: aus Distanz zu erotischer Nähe Seiner Erfahrung nach haben regelmäßige Zwiegespräche die Wirkung eines „seelischen Aphrodisiakum“. Denn für ihn entstehen fast alle Störungen in der Erotik des Paares aufgrund von unausgesprochenen Ängsten und Wünschen, und dadurch verursachten Missverständnissen. Das wirksamste Aphrodisiakum innerhalb von Liebesbeziehungen ist die Lebendigkeit des Paares. Und die kann nur im öffnenden Gespräch, das die Andersheit des Partners aushält und zulässt, erhalten werden. Moeller war damit vielleicht seiner Zeit etwas voraus. Denn damit war ein zentraler Punkt seiner Denkens, indirekt über Distanz Nähe im Paar zu schaffen. Moeller empfiehlt nämlich, von der wechselseitigen Unkenntnis aus zu gehen - statt von der gleichen Wellenlänge. Er formulierte es folgendermaßen: Ich bin nicht du und weiß dich nicht (2005, 153). Zwiegespräche ermöglichen eine Evolution zu zweit, und die Entdeckung, dass der andere anders ist und uns trotzdem nahe bleibt. Das ist auch der Ansatz des amerikanischen Paartherapeuten David Schnarch mit seinem Konzept der "Differenzierung": Differenzierung schafft Begehren, nicht übergroße Nähe. Und es ist der Ansatz der amerikanischen Paartherapeuting Ester Perel, die die erotische Lebendigkeit über bewusst zugelassene Fremdheit wiederherstellen will. Ihr erstes Buch "Mating in Captivity" hatte damit viel Erfolg. Selbstkolonialisierung & die Kunst der Beschreibung Ich nenne diese Art des "gewaltfreien" von sich Sprechens auch die Kunst der reinen Beschreibung. In meiner Arbeit mit Authentic Movement ist das ein wesentlicher Bestandteil und kann hier wunderbar geübt werden. Auch, und sogar sehr gut, ohne Partner! Es ist sehr erhelllend und hilfreich zu erkennen, wo ich mich sozusagen selber kolonialisiere. Das tue ich z.B., indem ich mein wirkliches Erleben im Nachhinein in der Reflektion überlagere mit gewohnten, oft lebensgeschichtlich gelernten Interpretationen des Erlebten. Oder dadurch, das ich manches davon garnicht wirklich in mein Bewusstsein dringen lasse, weil "es" irgendwann einmal im Leben als Negativerfahrung abgespeichert wurde. Damit inszeniere ich aber ein bestimmtes Selbstbild, eine unbewusst festgeschriebene innere Identifikation von mir immer wieder neu - meist ohne es zu merken. Entkolonialisierung mir selbst gegenüber ermöglicht die Integration des Vermiedendem und damit Offenheit für das Leben. Ein Erleben innerer Befreiung von alten Bürden entsteht und eine neu gewonnene Freiheit, die zunächst durchaus auch Unsicherheiten und Ängste mit sich bringen kann. Dieser Prozess gibt dem JETZT wirklich spürbaren Raum und erlaubt das frische, unvoreingenommene Erleben dessen, was ist. Es vertreibt die gewohnten mentalen Filter. Auf dieser Basis erübrigt sich dann mit der Zeit auch die psychische "Notwendigkeit der " kolonialistischen" Dynamik im Paar. Denn wenn ich mir in der Tiefe selbst begegnen und mich neugierig entdecken kann, kann ich das auch viel besser mit meinem Partner. Literaturliste: M.Moeller, 2005: Die Wahrheit beginnt zu zweit-Das Paar im Gespräch, rororo Verlag, 23.Aufl., Reinbeck M.Moeller, 2009: Gelegenheit macht Liebe-Glücksbedingungen in der Partnerschaft, rororo Verlag, 5.Aufl., Reinbeck Ester Perel, 2006: Was Liebe braucht. Das Geheimnis des Begehrens in festen Beziehungen. https://www.amazon.de/Was-Liebe-braucht-Geheimnis-Beziehungen/dp/3959673892 Ester Perel´s TED talks https://www.youtube.com/watch?v=sa0RUmGTCYY&list=PLQfXHzNq8Es0CDEqcvBP7vS4bJYOZvTjj Ester Perel´s Youtube Kanal https://www.youtube.com/c/EstherPerel David Schnarch, 2020 "Die Psychologie Sexueller Leidenschaft" https://www.amazon.de/-/en/David-Schnarch/dp/3608961097/ref=sr_1_1?crid=2CPZSMML9QYHE&dchild=1&keywords=david+schnarch+die+psychologie+sexueller+leidenschaft&qid=1629464228&s=books&sprefix=david+schnarch%2Cstripbooks%2C176&sr=1-1 David Schnarch 2006: Intimität und Verlangen. https://www.klett-cotta.de/buch/Partnerschaft/Intimitaet_und_Verlangen/14026 David Schnarch - Differenzierung (Youtube 30 Minuten Zusammmenfassung) https://www.youtube.com/watch?v=3y1l88NSdGg

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Familienstellen meets Mindful Motion Tango. Speziell für Paare - in Planung

Kooperation mit Mel Prayon. An diesem Wochenende werden wir auf spielerische und körperbetonte Weise auf Paardynamiken schauen und hierfür Elemente  des Mindful Motion Tango und der Systemischen Aufstellung nutzen. Um Missverständnissen vorzubeugen: Dies ist KEIN Tanzkurs! Vielmehr kann die innere und äußere Haltung, das Miteinander, die nonverbale Kommunikation des Mindful Motion Tangos die eigene und die gemeinsame Paardynamik erlebbar machen. Wie fühle ich mich in der „Umarmung“ – geborgen, verloren, eingeengt, frei? Wer führt, wer lässt führen und wodurch entsteht das? Wie fühle ich mich in meiner „Rolle“, aus welchem inneren Rollenveständnis handle und begegne ich? Wie gut spüre ich mich selbst und den Partner / die Partnerin im Kontakt? Was versuche ich zu erfüllen? Verliere ich Stabilität oder gewinne ich Stabilität im Miteinander? Was vermisse ich? Wo geht meine Wahrnehmung hin? Kommuniziere ich mein Bedürfnis und kommt das beim anderen auch an? Entstehen Widerstand oder Vorwurf? Lebe ich meine Sehnsucht? Themen und Gefühle, die sich hier zeigen, können im Rahmen einer Aufstellung angeschaut werden – sowohl in einer Aufstellung für einen von Euch als auch für Euch beide gleichzeitig, z.B. Kenne ich dieses Gefühl oder jene Dynamik aus unserer Paarbeziehung? Was hat dieses Gefühl mit meinem Partne, was mit meiner Projektion zu tun…? Ihr müsst das jetzt noch nicht wissen. Das wird sich spontan ergeben. Auch dafür ist ja die gemeinsame Erfahrung im Tango da. Hast du Lust… neuen Schwung in deine Paarbeziehung zu bringen? deine Paarbeziehung spielerisch zu erkunden? bestimmte Muster und unbewusste Verstrickungen anzuschauen, um sie bewusst zu verabschieden? neue Wege zu erkennen und sie auszuprobieren. Hinweis: Falls möglich werden wir dieses Seminar (ohne zu beachtende Corona-Maßnahmen) auch für Singles öffnen, da die eigenen Beziehungsmuster sich auch im Kontakt mit anderen zeigen. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation können wir dieses Seminar eventuell aber nur für Paare anbieten. Falls Du bezüglich der aktuellen Situation nicht sicher bist, kontaktiere uns. Die Platzreservierung erfolgt nach der Reihenfolge der Anmeldungen, bzw. der Überweisungen. Wenn du noch mehr über den Ablauf erfahren möchtest oder nicht sicher bist, ob das der Format für dich und deine aktuelle Situation passend ist, kontaktiere einen von uns. Organisatorisches Zeit jeweils 11.00 - ca 18.00 Uhr Kosten: ** 350,- / Paar Kontoverbindung: Melanie Prayon IBAN DE55500905000004159265 Referenz: Familienstellen & Tango 11./12.12. ** Platzreservierung erfolgt nach der Reihenfolge der Anmeldungen und der Überweisung. Anmeldung: Bitte melde Dich möglichst bis 14 Tage vorher an unter oder www.melanie-prayon.de/kontakt Mel Prayon: Email: kontakt@melanie-prayon.de Homepage: https://www.melanie-prayon.de/ Telefon: 01520 650 71 55 (oder WhatsApp) Typ=Veranstaltung

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Familienstellen und mehr... mit Gong Session zum Abschluss - So 19.6.

Kooperation mit Mel Prayon. Das Herzstück bei diesem Aufstellungstag werden die Aufstellungen sein, die wir je nach Situation mit Begegnungs- und Reflektionselementen unterstützen.

Ich werde den Tag immer wieder mit kleinen Tanzeinheiten und Musik auflockern und Dich zur Integration und Entspannung zum Abschluss des Tages mit einer Gong-Klangsession verwöhnen.

Systemische Aufstellungen sind eine wunderbare Möglichkeit, Dir Deiner unbewussten Denk- und Verhaltensmuster bewusst zu werden.

Bei einer Aufstellung werden Dynamiken sichtbar, die auf Dich einwirken. Dadurch, dass Du das Licht Deines Bewusstseins liebevoll darauf richtest, kannst Du Blockaden lösen und alte Wunden heilen.

Mit dem neu gewonnenen Blick auf Dich, Deine Liebsten und Deine Lebenssituation bist Du frei, um neue Denk- und Verhaltensmuster zu etablieren.

Dein Erleben, Situationen oder dem Verhalten anderer ausgeliefert zu sein, kann sich wandeln in einen selbstwirksamen, verantwortungsbewussten Umgang mit Dir selbst und dem Außen in jeder Lebenssituation. Falls du bereits ein konkretes Anliegen für eine Aufstellung / hast, gib dies bitte bei der Anmeldung an – dann würde Mel gerne vorab mit dir telefonisch über dein Anliegen sprechen. Wenn du noch mehr über den Ablauf erfahren möchtest oder nicht sicher bist, ob das der Format für dich und deine aktuelle Situation passend ist, kontaktiere uns. Organsisatorisches Zahlung: ** Hinweis: Die Platzreservierung erfolgt nach der Reihenfolge der Anmeldungen und der Überweisung. Empfänger: Melanie Prayon IBAN: DE 5550 0905 0000 0415 9265 Betrag: 80,00 / 120,- Betreff: Familienstellen 19.06.2022
** Anmeldung Bitte melde Dich möglichst bis 14 Tage vorher an unter: oder unter www.melanie-prayon.de/kontakt Kontakt zu Mel Prayon: Email: kontakt@melanie-prayon.de Homepage: https://www.melanie-prayon.de/ Telefon: 01520 / 650 71 55 (oder WhatsApp) Typ=Veranstaltung

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Gong versus klassische Musik in Psychotherapie und Forschung - 1:0.9 für den Gong!

Das freut mich als Gongspielerin natürlich! Klänge von Gong und Klangschalen haben erwiesenermaßen bessere unterstützende Wirkung in der modernen psychedelischen Psychotherapie als klassische Musik. Das sagt die renommierte Johns Hopkins Universität in den USA. (Zu den erstaunlich positiven Wirkungen von Psychedelika wie Psylocybin, LSD oder auch MDMA in der Psychotherapie wird seit Jahren sehr intensiv geforscht.) Und wie Du weißt ist mein großer Gong das wichtigste Instrumente in meinem Studio - neben den Klangschalen, der Körpertambura, der Schamanentrommel und der Oceandrum. So berichtet Professor Matthew Johnson im Rahmen einer experimentellen Studie zur Raucherentwöhnung mit Hilfe von Psilocybin. Er berichtet kurz von einer Studie, ohne allerdings den Forscher zu nennen, mit dem er sie durchgeführt hat: Alessandre Tannous, der die Seite www.soundmeditation.com betreibt. Alessandre ist hier auf der Seite von Synthesisretreats erwähnt Die psychedelische Erfahrung wird unterstützt durch "a unique soundscape collaboratively designed with one of the world’s experts on consciousness, mysticism, and resonance." “When we listen to specifically designed sound, we can go into a transcendental state where we lose awareness of the self, or we become that which we’re observing, and we no longer are aware of the observer. We become the sound that we’re listening to.”
— ALEXANDRE TANNOUS Alessandre hat mir netterweise einige seiner EEG Resultate zu Gongs und anderen Instrumenten zur Verfügung gestellt, die ich auf meiner Sound Medicine Seite zeige. Es ist ein total interessantes Interview. Wenn es nur auch in Deutsch wäre... aber man kann Youtube ja notfalls auf langsames Abspielen stellen. . Zugegeben, Gong und Klangschalen gewinnen gegen klassische Musik nicht nicht mit 1:0 sondern eher 1:0.9. Aber das stört mich nicht: gewonnen ist gewonnen..... Denn ich habe einen sogenannten therapeutischen Gong und Klangschalen zur Unterstützung von vielen subtilen mentalen und körperlichen Prozessen. Meine Spielweise ist auch speziell an diese Kontexte angepasst. Und was passiert bei mir? Ein Klient sagte mir, er würde daraufhin besser Tango tanzen. Eine andere: wieder träumen. Ein anderer: allgemein ausgeglichener. Eine andere: Erinnerungen an die Kindheit. Vielleicht hat der Einsatz meines Gongs ja auch ohne "Substanzen" zur Rauchentwöhnung eines Klienten zumindest beigetragen..? Die Wissenschaft dahinter ist kein Voodoo, sondern hochtechnisierte und wissenschaftlich-methodische Neuro-Science. Es ist schließlich Johns Hopkins; eine der ältesten und in den USA die bekannteste Forschung im Bereich Medizin und Psychologie. Das schließt seit einigen Jahren Forschung im Gebiet von neuen Therapien mit Psilocybin (Magic Mushrooms, Zauberpilze), LSD und anderen Substanzen ein. Ich biete zwar keine psychedelische Therapie an. Aber ich biete schon heute Vorbereitung und Nachbereitung an, wenn jemand "bewusstseinserweiternde Erfahrungen" machen möchte, oder neugierig an der "psychedelischen Renaissance" teilnehmen möchte. Dies soll nicht als Empfehlung gelten! Aber es gibt ja neugierige Menschen, und denen kann ich - auch durch eigene legale Erfahrung und Grundausbildung bei der Mind Foundation - helfen. Wenn gewünscht, mit Gong und Klangschalen! Und noch ein Zitat zu Musik: "Die therapeutischen Ergebnisse der Psilocybin-Therapie sind in der Tat ein Produkt der kombinierten Wirkung der Droge und der Musik auf das subjektive Erleben. ... [mit Auswirkungen auf] Gipfelerlebnisse und autobiografische Einsichten" (Mendel Kaelen 2018, übersetzt mit deepl.com, zitiert hier) Und das sind genau einige der Wirkungen, von denen Klienten mir berichten. Und hier mal eine "psychedelische Playlist": Im übrigen ist die ausgewählte Musik oft mit großem musikalischen Geschmack ausgewählt und lässt sich auch in der Badewanne gut hören. Auch ohne Depression oder Sucht! Und hier noch ein interessanter Artikel zum Thema Musik und Therapie. Die englische Version dieses Artikels erschien hier.

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Klangreise ODER? Meditation: Drei Möglichkeiten der Klang-Erfahrung

Ich bewerbe meine Klang-Events in Wiesbaden bisher im Wesentlichen als "Klangreise". Damit meine ich ein Loslassen, ein Eintauchen und Entspannen in eine Klangwelt. Aber das ist nicht die einzige Art, wie Du meine Klang-Veranstaltungen für Dich nutzen kann. Du kannst sie auch wunderbar zur Meditationspraxis werden lassen. Am Einfachsten wahrscheinlich für geübte Meditatoren, aber im Prinzip natürlich für jeden! Im Groben schlage ich drei Arten vor, meine Klangreisen zu erleben: Erfahrung der Klangreise als regenerative Trance Erfahrung als Konzentrations-Meditation (Shamata) Erfahrung als Einsichts-Meditation (Vipassana). Jede Klangerfahrung ist im Liegen wie im Sitzen möglich. Für die Meditationen empfehle ich eher das Sitzen, um Abschweifen und Einschlafen zu vermeiden. Die Klangreise-Erfahrung erlaubt Loslassen, Entspannen, sich im Klang verlieren; Shamata-Klangmeditation und Vipassana-Klangmeditation erfordern dagegen hohe Aufmerksamkeit. 1. Erleben als Klangreise (Trance-Meditation) Die meisten von Euch sind im Allgemeinen an einer Erfahrung als Trancereise interessiert. (Das Bedürfnis mal ganz Loszulassen, aufgehoben und getragen, frei von jedem Fokus, jeder Anstrengung zu sein, mal nichts zu müssen, ist so verbreitet und offenbar sooo gross.) Dies entspricht der sogenannten geführten Meditation, die den Hörer klassischer Weise verbal in eine innere Phantasie-Welt mit symbolischen Personen, Landschaften, Objekten oder Ereignissen entführen. Erleben der Klangreise als Trance Diese Art des Erlebens hat hypnotischen Charakter. Du lässt los, vertraust Dich an, gibst Dich hin. Der Klang rührt subtil, sanft und auch mal intensiv dein Unbewusstes an: Erinnerungen, Körperspannungen, Ungelöstes, zurückgehaltene Emotionen etc. Diese können sich dann quasi von selbst entfalten, und ins Bewusstsein treten. Zum Beispiel in Form von körperlichen "Symptomen", energetischen Phänomenen, Bilderwelten, Emotionen, Gedankenfetzen, o.ä. 2. KLangreise als Konzentrations-Meditation (Shamata) Bei der Konzentrations-Meditatation übst Du anhand eines "Meditations-Objekts", Deine Aufmerksamkeit zu steuern und zu schärfen. Du übst, ein Objekt (sei es eine Kerze, oder der eigene Atem, oder anderes) möglichst ohne Unterbrechung (also nicht abgelenkt durch äußere oder innere Ereignisse) und möglichst präzise wahrzunehmen. Diese Art der Meditation entwickelt eine grundlegende Fähigkeit und beruhigt den andauernden Gedankenstrom. Bei einer Klangveranstaltung kannst Du den Klang des Gongs als Dein Meditationsobjekt nutzen, um es sozusagen analytisch präzise in allen Dimensionen wahrzunehmen. Als geübter Meditator kannst Du Dich statt auf Deinen Atem auf den Klang in all seiner obertonreichen Komplexität fokussieren. 3. Klangreise als Einsichts-Meditation (Vipassana) Bei der Einsichts-Meditation wird vorausgesetzt, dass Du Deine Aufmerksamkeit stabil halten kannst. Hier wird aber der Geist (Mind) selber dein Meditations-Objekt . Es heißt "Einsichts-Meditation", weil Du durch unmittelbare Selbstbeobachtung plötzlich Einsichten bekommst, was eigentlich Deinen Geist ausmacht. Typische Einsichts-Meditationen sind zum Beispiel Meditationen auf die sogenannte "Leere" des Geistes. Das meint nicht eine Abwesenheit, sondern letztlich, dass alles was im Geist passiert, eigentlich eine Konstruktion des Geistes selber ist. Oder anders gesagt, dass man ein für sich existierendes "Selbst", phänomene oder Emotionen gar nicht entdecken kann. Wenn man genau hinschaut! Eine weitere Einsicht ist zum Beispiel ein Bewusstwerden des Mechanismus, mit dem Dein Geist alles was ihm begegnet, spontan bewertet: in angenehmes, unangenehmes und neutrales. Diese fundamentale Eigenschaft trägt dazu bei, dass Du eigentlic h nie wirklich zur Ruhe kommst: Du magst irgendetwas nicht, etwas ist unangenehm, es fehlt etwas, irgendwas ist zu viel oder zu wenig, oder es ist Dir langweilig etc... Und wenn gerade alles wunderbar ist, ist man traurig, dass es nicht andauert und man sich anstrengt es festzuhalten. Und so weiter... Das kommt Dir doch bestimmt bekannt vor, oder? Du kannst meine Klangreisen dazu nutzen, aus dem unablässigen Bewerten auszusteigen, indem Du "Hören als Spiegel" einsetzt. "Der Spiegel" ist eine der zentralen Metaphern in der Meditation. Denn Du lernst, die mentalen Ereignisse als von Deinem Geist reflektierte Erscheinungen wahrzunehmen. Anstatt wie üblich - als für sich bestehende innere oder äußere Objekte, mit denen Du Dich identifizierst. Ganz so, als wären sie unabhängig von deinem Geist (mind). Du kannst erkennen, das sie das aber gar nicht sind Meditation und ich Ich selbst habe keine langjährige Praxis in der "hard-core" Meditation im Sitzen (Konzentration und Einsicht), über die ich hier spreche. Darin hatte ich sporadische Erlebnisse, praktiziere diese Art von Meditation regelmässig aber erst seit ca 1 Jahr. Grundlegende Praktiken und Konzepte sind mir seit gut 10 Jahren durch meine Praxis des "Authentic Movement" und meine professionelle Arbeit damit im Bereich Persönlichkeitsentwicklung vertraut. AM ist im Wesentlichen und einfach gesagt so etwas wie "bewegte Meditation zu zweit" (oder auch in Gruppen). Mehr dazu hier. Vieles kann ich in die formale Meditation (sitzend oder nicht) übertragen. Dazu gehört vor allem die genaue innere Wahrnehmung und das Fehlen bzw. Bewusstwerden der eigenen Bewertungen dessen, was innerlich aufsteigt und "sich realisiert" (die Wahrnehmung als neutraler Spiegel, in der Meditation zB "mirror-mind" genannt). Dazu gehört auch das Üben der Wahrnehmung des inneren Raums. Ich lasse mich in meiner Praxis gegenwärtig gerne durch die App "Waking Up" von Sam Harris mit seinen, wie ich finde, großartigen, lehrreichen und komplexen Meditationen, Lektionen und Konversationen leiten und unterstützen. Ich bin übrigens auch ein grosser Fan von dem Buch: " Already Free. Buddishism meets Psychotherapy. On the Path of Liberation" von Bruce Tift, das ich Dir hiermit wärmstens ans Herz legen möchte. Leider ist es nicht auf deutsch erhältlich. Dafür aber als Hörbuch. Da geht es zwar nicht konkret um Meditation, passt aber trotzdem zum Thema. Lese- und Hör-Hinweise Sam Harris Waking Up, Meditations-App www.wakingup.com Bruce Tift "Already Free" https://www.amazon.de/-/en/Bruce-Tift/dp/1622034112 https://youtube.com/playlist?list=PLbG_vqLk8IwKOMzcr8eO_hj0ILt2_9AZX (das komplette Buch)

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Klangreise mit großem Gong, anderen obertonreichen Instrumenten und Tanz - Sa 11.6.

Genieße die stärkende Zeit, dich tief mit deinem Innerstem und der zeitlosen Dimension Deines Seins zu verbinden. Geniesse es, loszulassen und tief zu entspannen. Ablauf und Organisatorisches weiter unten. Bei dieser Klangreise mit diversen Klangschalen, dem 1,05 m grossen Watergong, dem Dancegong von Heimrath/Sona Gongs/Tone of Live, der gewölbten Körpertambura von Deutz sowie großer Schamanentrommel und Ocean-Drum wird ein ganzes Spektrum von Obertönen erzeugt, die Dich mit Klängen und Vibrationen umgeben und baden. Klang ist eine wunderbare Weise, uns auf unsere innere Welt einzustimmen, angestaute Emotionen auf tiefer Ebene zu entlassen, etwas über unsere mentalen Muster zu lernen und an unserem gewohnten Alltagsbewusstsein vorbei in tiefe Zustände von Verbundenheit mit unserer Essenz, unserem tiefsten Selbst - unserem Sein. Diese Klangreise mit Tanz unterstützt tiefgreifende Regeneration und Entspannung, Burn-out Prävention und -behandlung, tiefere Erfahrung von Meditation, Pflege und Aufladung des eigenen Energiefeldes, Selbsterfahrung. Was allerdings nicht bedeutet, das innerlich immer nur alles Frieden & Freude sein muss. Auch wenn wir alle diese Sehnsucht haben. Es können subjektiv als unangenehm bewerte Empfindungen oder Gefühle aus dem Unbewussten an die Oberfläche gespült werden und dadurch bewusst werden. Wie in der Meditation oder bei Psychedelischen Reisen auch. Die Begegnung mit sich selbst und erweiterte Bewusstseinszustände haben verschiedene Facetten. Heilsam aber nicht berechenbar, und zumindest nicht immer NUR angenehm. Gong und Einheitserleben / veränderte Bewusstseinszustände Durch das meditative Spiel entfaltet der Gong das Universum seines unendlichen Frequenzbereiches langsam und kontinuierlich immer weiter. Er entwickelt immer mehr Energie und gibt sie als obertonreichen Klang wieder. Auf einem tragenden Klangteppich entstehen unberechenbare und intensive Klangwellen wie aus dem Nichts, die wieder ins Nichts zurückfliessen und Euch in einen zeitlosen inneren Raum mitnehmen. Diese psychoaktiven, auch energetisch reinigend wirkenden Klänge werden seit tausenden Jahren zur Erzeugung von veränderten Bewusstseinszuständen eingesetzt. Für sehr viele Teilnehmer vermittelt der Gong-Klang ein fast "mystisches" Einheitserleben. Persönliche Grenzen lösen sich auf. Nicht ohne Grund stand der Gong schon immer für den Urklang. Im Urklang sind alle Frequenzen enthalten. So kann kann man während der Gong-Zeremonie in zeitlosem Einheitserleben aufgehoben sein, das sich vertieft, je öfter man es erlebt. Die therapeutische Wirkung des Gong - auch ganz ohne Therapie Auch therapeutisch ist der Einsatz meines großen Gongs und der Körpertambura von Deutz wunderbar geeignet. Denn der Gong öffnet für viel den Zugang zu alten Erinnerungen, zum Beispiel Kindheitserinnerungen. Die vergangenen und gegenwärtigen Erlebnisse können so besser im persönlichen Lebenszusammenhang betrachtet, bewusst integriert und mit diesen individuell weitergearbeitet werden. Sie haben die Fähigkeit, Dich mental, emotional und auf Zell-Ebene zu durchdringen. Ungute Gedankenmuster und Blockaden können sich leichter auflösen, das Unterbewusstsein sich reinigen von altem Ballast. Das, was Dir auf Deinem Weg nicht mehr dienlich ist, hat die Chance, sich jedes mal ein wenig mehr aufzulösen. In diesem Sinn wirkt der Gong ähnlich wie ein Therapeut - ganz ohne Worte. Da der Gong Zugang zum Unbewussten kann, kann der Klang ähnlich wirken wie Träumen und Trauma-Verarbeitung. Vergangene Erlebnisse mit schwierigen emotionalem Inhalt haben die Chance verarbeitet werden. Klangerfahrung ist schlicht gesagt ein ganzheitliches Lernen und die Erfahrung von vielschichtigem Loslassen. “If you play the Gong you play the universe.“(Yogi Bajhan) Gong, Gehirn und neueste Forschung Manche sind gegenüber solchen Aussagen skeptisch. Aber es ist inzwischen auch wissenschaftlich durch neurologische Forschung erwiesen, dass Klang (und insbesondere der Gong) aktiv Gehirnwellenmuster verändert. EEGs zeigen, dass durch solchen Klang die Gehirnhälften synchronisiert werden. Das folgenden EEGs zeigt u.a. die Reaktion auf einen großen Gong, der in dieser Meditation seine Wirkung entfaltet. Quelle: mit freundlicher Genehmigung von Alessandre Tannous, www.soundmeditation.com Übrigens forscht Alessandre Tannous zusammen mit der renommierten Johns Hopkins Universität und mit therapeutischen Institutionen wie Synthesisretreats, und setzt hier seine Musik ein. In meiner Klangreise habt Ihr Gelegenheit, so etwas auch praktisch zu erfahren. Ablauf Du lauscht zunächst in ein paar Tänzen über Deine Bewegungsimpulse nach innen, ziehst Deine Aufmerksamkeit von Aussen ab, lässt Deinen Körper sich frei bewegen,  lässt Dich durchlässiger werden und findest vielleicht eine Intention für diese Klangreise. Vielleicht möchtest Du etwas verabschieden oder/und etwas Neues in Dein Leben einladen. Anschließend legst Du Dich entspannt hin, gibst Dich den sanften und intensiven, kraftvollen Schwingungen des Gongs sowie weiterer obertonreicher Instrumente hin. Diese locken Dich in einen anderen Bewusstseinszustand und in die Erfahrung von Zeitlosigkeit. Dort kann Tiefenregeneration auf allen Ebenen stattfinden. Gedanken und Stress werden vom Klang weggespült. Mit der abschließenden Körpertambura zur sanften Geborgenheit schenkenden Integration und der wunderbaren Koshi zum “Aufwecken“ taucht ihr langsam, tief entspannt und belebt, wieder in Euer Alltagsbewusstsein ein. Am Ende Stille. Anschließend stehe ich für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Organisatorisches Zeit 17.00-19.00 Uhr Ort Michelsberg 28, 2.Hinterhof Wiesbaden Mitte Klingeln bei mindful motion Kosten ** 35.00 bei frühzeitiger und verbindlicher Anmeldung mit Vorabüberweisung. 40.00 bei kurzfristiger Anmeldung (gilt ab 7 Tage vor Veranstaltungsbeginn). Empfänger: Rotraut Rumbaum IBAN: DE05513800400937719000 Referenz : "Klangreise" 11.6.22 ** Anmeldung Bitte gib mir rechtzeitig Bescheid. Die Plätze sind begrenzt! Auch für Geimpfte - negativ Test Egal ob geimpft oder genesen, aufgrund der aktuellen Situation bitte einen aktuellen Testnachweis mitbringen. Im Eingangsbereich bitte Maske tragen. Die Matten werden im ganzen Raum verteilt, um einen Abstand von 1,5 Metern einzuhalten. Dadurch bleibt die Teilnehmerzahl nach wie vor begrenzter als sonst. Außerdem gestalte ich die Tanzeinheit zwar rhythmisch, aber etwas ruhiger, so dass wir nicht so sehr außer Atem kommen. Wir werden uns für das Tanzen im ganzen Raum verteilen, so dass wir auch hier den Abstand voneinander halten können. Im Anschluss wird noch mal groß durchgelüftet. Ich führe eine Kontaktliste und Desinfektionsmittel steht zur Verfügung. Möchtest Du mehr über Wissenschaft und Sound Meditation erfahren? Die Seite von Alexandre Tannous: www.soundmeditation.com ist außerordentlich interessant! Und gelegentlich mein Newsletter (Registrierung) Typ=Veranstaltung

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Klangreise und Meditation 1: Regenerative Trance

Dieser Beitrag beschreibt meine Klang-Veranstaltungen als regenerative Klangtrance . Oder vielleicht auch als eine Art der Klang-Therapie. Bei dieser Art des Teilnehmens / Hörens gibst Du Dich einfach dem Klang hin (in Englisch würde es "surrender" heißen). Ohne Deine Aufmerksamkeit / Dein Gewahrsein auf irgendetwas zu richten, öffnest Du Dich für alles, was in Dir geschieht. Es können zB physische Empfindungen, innere Bilder, Emotionen, Erinnerungen, und auch Gedankenfetzen sein. Vielleicht sinkst Du sogar in tiefen Schlaf. Mein großer Gong und auch andere obertonreiche Instrumente haben erstaunliche Fähigkeiten, das Innere anzuregen. Zugang zu Trancezuständen durch intensive Klangerfahrung Hier der Versuch einer Erklärung, wieso durch eine Klangreise Erinnerungen oder Erfahrungen wieder ins Bewusstsein oder in die Gefühle kommen können. 1. ein Herunterregeln der Kontrollen, die normalerweise das Unbewusste nicht ins Bewusstsein treten lassen. Sowohl Klang bestimmter Qualität, wie Meditation, holotropes Atmen oder Psychedelika erzeugen Zustände, die Ähnlichkeit mit Hypnose haben. Und Hypnose ist bekanntlich ein Weg, in Trance Zugang zu vergessenen oder verdrängten Personen oder Ereignissen zu bekommen. 2. wird das Gehirn aktiver, auch wenn es vielleicht nach außen nicht so scheint. Das funktioniert neurologisch so, dass normalerweise getrennte Gehirnareale gegenseitig Informationen austauschen können. Dies ist auch das Prinzip von Kreativität. Und das funktioniert in Träumen. So kann es passieren, dass alte, vergessene Gedächtnisinhalte, die unbewusst aber für wichtig gehalten werden, plötzlich ins Bewusstsein treten, weil das Gehirn gerade mehr integriert ist. Dies können Kindheitserinnerungen sein, aber auch andere unverarbeitete Erfahrungen. Ich nutze und verstärke das durch den Klangaufbau und meine gezielte meditative Spielweise. Wie bei einem verbal geführten Trance-Skript gibt es eine Entwicklung. Der Aufbau einer Klangreise Klar, beim Klang gibt es kein verbales Skript, das ganz bestimmte Assoziationen wachruft (zB Natur, Symbole etc). Die Phantasie und das Unbewusste haben bei einer "geführten Klangreise" einen viel weiteren Spielraum als bei einer hypnotischen Bilderreise. Trotzdem ist es eine "Quasi-Story", mit einer Entwicklung, die verschiedene Intensitäten hat und verschiedene Schichten des Erlebens anspricht. Es ist eine Inszenierung, ein Ritual mit bestimmten Gesetzmäßigkeiten, die sich als vorteilhaft herausgestellt haben. Folgender Aufbau ist typisch im klinischen Klang-Therapie Setting: Klangschalen - sanfte Einleitung Trommeln - erhöhte Spannung Gong - Dynamik und Klimax Klangschalen - Entspannung und Ausklang Diese Folge - so Otto Heinrich Silber in seinem Buch "Klangtherapie" - spiegelt den gesamten Geburtsprozess des Menschen wieder, wie er von Stanislav Grof in der "Transpersonalen Psychotherapie" verstanden wird. Es ist eine Folge von Geborgensein im Urzustand, Kontraktionen, Austreibung, und Entlastung. Dies ist natürlich nur eine beispielhafte Interpretation dessen, was Klänge darstellen können, und niemand in meiner Praxis hat dies genau so erlebt. Du kannst es als breiten Rahmen des Spektrums menschlichen Erlebens verstehen, das jede(r) anders ausfüllt. Mein Klangaufbau ist anders Mein Klangaufbau unterscheidet sich von dem oben genannten und ich beginne sehr körperlich mit Bewegung und Tanz als Start der Reise nach innen. Bei mir erklingen auch weitere Instrumente wie eine therapeutische Körpertambura, eine Oceandrum und eine Koshi. Mein grosser Gong ist der Peak der Klangreise, zu dem der Klang eines kleineren Gongs hinführt. Ich gehe auch gerne herum und spiele körpernah, damit die Vibrationen physisch spürbar sind. Was kann während und nach einer Klangreise passieren? Verschiedenes kann geschehen, wenn das Innere auf diese Weise angesprochen wird. Folgendes sind Beispiele aus meiner Praxis, die mir von den Teilnehmern berichtet wurden: Traumähnliche Zustände, Bilderwelten, Naturvisionen Visionen von Fliegen, wie zB Paragliding aber auch vom Schweben durch das Universum oder ein Blick von dort auf sich selbst Gefühl der Schwerelosigkeit allgemein Gefühl von völliger Zeitlosigkeit Einheitserfahrungen Vergessene Erinnerungen aus der Kindheit Unerklärliche Tränen, ohne Traurigkeit dissoziative Zustände, nicht wissen, wo man da gerade war. Physische Erscheinen wie zB Kribbeln, Verkrampfungen, Zuckungen, Spasmen (auch schon mal plötzliche Magenschmerzen), Hitze/Kälte Manchmal Erleben von Enge/Kontraktion (physisch, emotional oder/und mental), die sich wieder in einer Erfahrung innerer Weite auflöst Bedürfnis sich zu recken und zu strecken, sich auch physisch auszudehnen Anspannung mit beschleunigter Atmung und schnellerem Herzschlag, meist durch die (unbewusste) Furcht vor der Übermacht und Intensität des Klangs. (Das wird weniger, je öfter man diese aktuell ja positive, wenn auch zunächst etwas unangenehme Erfahrung macht.) Erfahrung von totaler Geborgenheit Verlust der Angst vor dem Tod durch positives Erleben, einer Ich -Auflösung Empfinden von Ekstase und Assoziationen zu Orgasmus auf dem Peak des grossen Gongs Tiefenentspannung Tiefster Schlaf Später: die Wiedererlangung der Fähigkeit zu träumen Später: verbesserte Fähigkeit, zentriert, entspannt und sehr aufmerksam Tango zu tanzen. Dies ist nur begrenzte Auswahl von Beispielen. Jede(r) erlebt eine Klangreise anders. Literaturhinweis Otto Heinrich Silber et.al. , "Klangtherapie", 2010

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Klangreise und Meditation 2: Klangreise als Konzentrations-Meditation (Shamata)

Wenn Du möchtest, kannst Du eine Klang-Session sozusagen wie eine klassische Konzentrations-Meditation gestalten. Konzentrations-Meditation ist die Grundlage vieler Meditations-Techniken. Sie übt die grundlegende, erforderliche Fähigkeit der bewussten Steuerung der Aufmerksamkeit, sie beruhigt den immer-währenden Gedankenfluss, sie schult das "meta-kognitive Gewahrsein" (also das Bewusstsein dessen, was gerade im eigenen Geist passiert), und sie ist eine notwendige, quasi technisch stabilisierende Vorübung für die Einsichts-Meditation. Dieser Beitrag stellt den Leitfaden von Alexandre Tannous für den Hörer zum unterscheidenden Hören (“judicious listening“) im Rahmen von Klang-Meditation vor. Dies entspricht der Konzentrations-Meditation, in der die Aufmerksamkeit möglichst ununterbrochen und präzise auf ein Meditations-Objekt gerichtet wird. Diese Anweisungen unterstützen Dich als Hörer, Deine Aufmerksamkeit mit bewusster Kontrolle und auf bestimmte Weise auf verschiedene Anteile des Klang zu fokussieren. Sie sind das Äquivalent zu den Anweisungen aus der Atemmeditation, wie Du bei der Konzentration auf den Atem eine Verfeinerung der sensorischen Wahrnehmung erreichen kannst: durch Wahrnehmung von Kühle und Wärme, Unterschieden bei Ein- und Ausatmen, Länge der Pausen beim Übergang von Ein- und Ausatmen etc. Die volle Konzentration auf die diversen Charakteristika des Klangs zu richten bewirkt, dass die gesamte Bandbreite Deiner Aufmerksamkeit durch Klang ausgefüllt wird. Im Allgemeinen wird dadurch der verbale innere Dialog verdrängt. Höranleitungen für unterscheidendes Hören nach Alexandre Tannous Du wirst zu folgenden inneren Aktivitäten des Hörens angeleitet: Die harmonischen Obertöne präzise unterscheiden Den Raum zwischen den Obertönen wahrnehmen Das Register der Obertöne (hoch oder tief) wahrnehmen Die Klangqualität der Obertöne in sich ausweiten Die Modulation (Wellen, Wawa, "wobble or wavering") jedes der Obertöne beobachten Die sich ändernde Dynamik (laut oder leise) wahrnehmen Sich selbst als sich dem Klang öffnend und mit ihm verschmelzend vorstellen Die sich ändernde Energie des Gesamtklangs der Obertöne beobachten Das Ethos der einzelnen Instrumente erforschen. Das Ethos ist der unterscheidende Charakter, die Persönlichkeit oder der Gefühlseindruck einer Notenfolge Sich selbst erlauben, vollständig vom Klang eingenommen zu werden, bis zu dem Grad, bei dem alles andere verschwindet. Sobald dieser Zustand erreicht ist, "wird man" das Ereignis und verliert das beobachtende Bewusstsein Sich tief in den Klang hineinbegeben bis zur zeitlosen Ekstase. (Eigene Übersetzung nach Alexandre Tannous - siehe Ressourcen) Ressourcen Sound Meditation: Alexandre Tannous, "Techniques to Keep your Attention on the Sound" Für jeden der sich für Sound interessiert: Tannous´ Sammlung von Artikeln

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Klangreise und Meditation 3: Klangreise als Einsichts-Meditation (Vipassana)

Dieser Eintrag präzisiert, wie Du eine Klangreise als Einsichts-Mediation (Vipassana) nutzen kannst. Die Einsichts-Meditation geht über die reine Konzentrations-Technik hinaus. Hier richtest Du Deine Aufmerksamkeit nicht auf ein äußeres Objekt (zb den Atem oder den Klang), sondern auf Deinen wahrnehmenden Geist selber. Dein Geist (mind) schaut sich sozusagen selber bei seinen Aktivitäten zu. Dies ist eine grundlegende Technik der Meditation: Du nimmst eine innere Perspektive (Betrachtungsweise) ein, die sozusagen selbst der Raum ist, in dem Dein Erleben (letztlich alle mentalen Ereignisse) aufsteigt und auch wieder verschwindet. Dadurch erlebst Du Dich hörend in der Klangreise nicht mehr als ein individuelles Subjekt, das hört, sondern als den Raum selber, in dem Deine Wahrnehmungen - also auch der Klang und Deine inneren Reaktionen darauf - erscheinen. Werde Ozean! Eine berühmte tibetische Lehr-Metapher dazu ist "der Ozean und seine Wellen". Hier wirst Du dazu angehalten, selbst zum Ozean zu werden, der seine eigenen Wellen betrachtet. Die Wellen können zB Dein Klangerleben, Empfindungen, Gedanken oder Emotionen sein. Diese werden als mentale Ereignisse in dem Raum des Bewusstseins betrachtet, der Du bist. Stell Dir einfach beim Hören vor, Du seist der Ozean, und alles was in Dir als Klang erscheint, sind seine Wellen (hier sind es ja tatsächlich Schallwellen). Und jetzt geh mit dieser Metapher in Deiner Vorstellung einen Schritt weiter: der Ozean macht keinen Unterschied zwischen "guten" und "schlechten" Wellen. Wellen sind Wellen! Ob sie größer oder kleiner sind, eine Schaumkrone haben oder nicht - der Ozean wird sich wohl kaum bei Sturm schuldig fühlen, bei oder Flaute in Depression verfallen über die fehlenden Surferwellen beschweren etc. Und genauso kannst Du meditieren, mit oder ohne Klang: alles was als mentales Event auftaucht, ist eine Welle. Sei es eine angenehme oder unangenehme Empfindung, eine ängstliche Erwartung eines inneren oder äußeren Konflikts, Freude, Enttäuschung, Aufregung, Wut, eine erotische Vorstellung. Oder auch Selbstzweifel wie "Mache ich das so überhaupt richtig?" Oder eine Moment der Langeweile. Oder eine irritierende Ablenkung durch den Nachbar auf der Matte, der gerade bei der "schönsten Stelle" einen Hustenanfall hat oder laut schnarcht. Betrachte "einfach" ALLES als Wellen, die kommen und vergehen! Für das Hören beschreibt Keith Dowman es so: Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf das Ohr, aber nicht auf einen einzelnen Klang, und lassen jeden Klang passieren, ohne zu urteilen oder zu projizieren, wie beim nicht-wertenden oder spiegelnden Hören Mehr zu dieser buddhistischen Haltung (Klang-) Erfahrungen gegenüber, auch unangenehmen, gibt es in meinem nächsten Blogeintrag! Lese- und Höranregungen Zu meiner eigenen Meditations-Praxis: Ich selber bin ein begeisterte Nutzerin der "Waking Up" Meditationen von Sam Harris. Culadasa (John Yates), "Handbuch Meditation", https://www.amazon.de/Handbuch-Meditation-Culadasa-John-Yates/dp/3442342155 Keith Dowman, "Dzogchen Semdzins" https://www.amazon.com/Dzogchen-Semdzins-Teaching-Keith-Dowman/dp/1709208392

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Klangreisen und unangenehme Erfahrungen?

Über deren Hintergründe und eine Betrachtung aus buddhistischer Sicht. Ja, auch zeitweilig unangenehme Erfahrungen können bei einer Klangreise vorkommen, wenn auch eher selten: Du liegst in vorfreudiger Erwartung friedlich und bequem auf deiner Matte. Du erwartest tiefe Entspannung, Einheits- und Wohlgefühl, Visionen oder ähnliches. Und dann bekommst Du vielleicht Zuckungen oder Magenschmerzen, empfindest tiefe Frequenzen als Düsenjets, die Assoziationen an eine bedrohliche Kriegsszenerie hervorrufen, es tauchen unangenehme emotionale oder körperliche Erinnerungen, unerklärliche Tränen auf oder Du fühlst Dich von einem selig eingeschlafenen Schnarcher gestört... Vielfalt an Erfahrungen Bei Klangreisen mit einem "psychoaktiven Gong" ist es wie bei anderen Erfahrungen mit veränderten Bewusstseinszuständen: Du weißt nie, was kommt. Meistens sind es als angenehm bewertete Erfahrungen. Es gibt auch je nach Instrument und Intensität unterschiedliche Reaktionen. Es variiert also vielleicht innerhalb einer Reise mehrmals. Die Klangreisen werden überhaupt zumindest nie komplett als unangenehm erlebt sondern für bestimmte Phasen oder Momente. Am besten ist es in vielerlei Hinsicht, wenn Du Dich wirklich offen und erwartungslos dem Moment hingibst. Erwarte, erhoffe oder befürchte besser nichts und auch nicht das Gleiche noch einmal. Es ist jedes Mal anders. Alles ist eins! Man kann sogenannte "negative" Erfahrungen auch anders betrachten: zB indem Du eine Klangreise im Sinne von Einsichts-Meditation (Vipassana) angehst. Dann übst Du, alles was innerlich auftaucht, nur wahrzunehmen und weder zu bewerten, noch Dich damit zu identifizieren. Statt dessen nimmst Du alles als Energie-Phänomen wahr - als eine Welle im Ozean der Erfahrung. Du bist - besser gesagt: Dein Bewusstsein ist - der Ozean und die jede Erfahrung eine der vielen auftauchenden und verschwindenden Wellen. Dazu näheres hier. Alles ist letztlich mentale Konstruktion Ohne Deine Fähigkeit zur subjektiven Wahrnehmung und ohne Deine Bewertungen als unangenehm gibt es überhaupt keine unangenehmen Erfahrungen. Du wirst Dir bewusst darüber, wie sehr und wie selbstverständlich Du Deine vielen Sinneserfahrungen unbemerkt immer erst mental interpretierst, bevor sie als positiv oder negativ überhaupt in Dein Bewusstsein treten. Und was in der Folge entsprechende Handlungsimpulse auslöst. Mentale "To Do Liste" Solche "Negativ"-Erfahrungen erlauben Dir einen Einblick in "psychisches Material", das Du eventuell innerlich noch nicht verarbeitet und angemessen integriert hast. Hier ist seelisch also vielleicht noch zu etwas zu "erledigen". Eine Klangreise als solche wird nicht alles lösen. Aber Impulse setzen und Deine Erkenntnis dafür schärfen..."Hey, das ist interessant. Dem werde ich mal auf den Grund gehen!" Einblicke ins Unbewusste bringen Licht in innere Räume. Ähnlich wie Träume, an die Du Dich erinnerst. Das schafft Bewusstsein über Anteile von Dir, die Dein Leben prägen, ohne dass Du es merkst. Beispiel für unangenehmes Erleben durch mentale Konstruktion Eine neue Teilnehmerin empfand den Klang des grossen Gongs zwischenzeitlich als Düsenjet. Und das war ihr eher unangenehm. Klar: denn dazu assoziierte sie Krieg, und das dazu gehörige Gefühl der Angst. Der Körper ist meist auch involviert und zeigt die passenden Symptome wie beschleunigter Herzschlag, Atemenge, Anspannung. Das heißt, ihre Interpretation Düsenjet produzierte das Gefühl der Furcht und die passenden Körpersymptome. Dabei lag sie gemeinsam in einem Raum mit anderen Teilnehmern, von denen jeder etwas anderes erlebte. Je nach innerer automatischer "Interpretationslage des Gehirns". Real erklang einfach der Gong in seinen verschiedenen Frequenzen und facettenreichen Obertönen. Unser Gehirn ordnet ein und bewertet Unser Gehirn versucht immer abzugleichen, ob und woher es die Wahrnehmungen vielleicht schon kennt und wie sie einzuordnen sind. Es versucht uns zu beschützen und rechtzeitig zu aktivieren, falls Gefahr droht und irgendeine Art Handlungsbedarf besteht. Es ist also im Prinzip nichts Besonderes oder Falsches daran, sondern einfach ein Überlebensmechanismus der menschlichen Spezies. Verlust der frischen, nackten Wahrnehmung des Augenblicks Dennoch beschränkt es unsere Unvoreingenommenheit und im positiven Sinne unsere Unschuld dem Leben gegenüber, so wie es sich uns gerade offenbart. Dadurch erfahren wir die Welt nicht mehr nackt und frisch, wie sie ist, sondern durch die "Brille" unserer bisherigen Erfahrungen und durch die lebensgeschichtlich und kulturell gelernten Bedeutungen und Bewertungen. Ich hatte vor allem in der Anfangszeit selbst auch Assoziationen zu Kampfjets im Krieg bei den tiefen Gongfrequenzen, die sich überlagern und immer mehr aufbauen. Einmal erlebte ich dies auch in extremer Lautstärke durch die größten Gongs von 1,50 Durchmesser (meiner hat 1,05m), während ich in einer von der Decke hängenden Hängematte hin und her schaukelte. Das war bei meinem 9-tägigen Gongretreat. Der Sound war ungefähr der eines startenden Düsenjets in 100 Meter Entfernung. Meinen Partner erinnerte es an den Start der Concorde auf dem Flughafen Heathrow. Aber ich fühlte mich sicher und mir war bewusst, das das eine Einbildung in meinem Kopf war; sonst hätte ich dieses an sich wunderbare Event wahrscheinlich panisch beenden müssen, denn ich bin extrem sensitiv für Töne, Klänge und Geräusche. Körperempfindungen werden je nach Kontext anders gedeutet Die reine Hörempfindung (in diesem Fall der Schalldruck in bestimmten Frequenzen) kann in unterschiedliche Emotionen, Assoziationen und Gedanken (Konzepte) umgewandelt werden. Eine hohe Erregung des Nervensystems kann zB sowohl Angst, Lust oder Freude bedeuten, je nach Kontext. Aus der Paartherapie weiß man auch, das Aufregung, Nervosität und Anspannung innerhalb einer toxischen Beziehung oft mit Liebe verwechselt wird (das sagt zum Beispiel Amir Levin, in "Attached"). Das kann passieren, wenn man als Kind elterliche Zuwendung nur in einem spannungsreichen Umfeld erfahren hat. Das Gehirn verbindet auch hier etwas miteinander, das nicht automatisch miteinander zu tun hat, weil das eben die Erfahrungen sind, auf die das Gehirn zurückgreifen kann. Beispiele für Reaktionen auf die Klänge Die Wirkung der verschiedenen obertonreichen Klänge zeigt sich sowohl körperlich, emotional, mental. Hier ein paar Beispiele: Verkrampfungen/Zuckungen Hitze-/Kälteempfindungen Gefühl von Weite und innerer Ausdehnung Bedürfnis, sich auch körperlich auszudehnen, zu expandieren, sich zu dehnen und strecken das Empfinden von innerer Enge, die sich dann wieder in ein Erleben von Weite hinein auflöst sich erfüllt, berührt, geborgen, beglückt fühlen emotionale, bildhafte oder somatische Erinnerungen Weinen ohne Traurigkeit Verlust der Angst vor dem Tod, durch eine positive Erfahrung der Auflösung des eigenen Egos und Erfahrungen als wäre man im Paradies schnellerer oder verlangsamter Herzschlag veränderte Atmung plötzliche Magenschmerzen innere Bilder und Assoziationen Gedankenfetzen hören von Dingen, die nicht da sind. zB Telefonklingeln oder einen Düsenjet Furcht vor Intensität und Überflutet werden mit Anspannung Dissoziative Zustände Empfindung, durchs Universum zu schweben Schwerelosigkeit Zeitlosigkeit Einheitserleben .... Es ist seit längerem allgemein bekannt, dass durch Meditation und die Kunst des Beobachtens anstatt des üblichen Bewertens Material aus dem Unbewussten aufsteigen kann. (Deshalb gibt es mittlerweile sogar eine "trauma-bewusste Meditation". ) Diese Wirkung können aber in ähnlicher Weise auch obertonreiche, intensive Klangerfahrungen haben und im Besonderen auch holotropes Atmen. Von den seit längerem neu erforschten (therapeutischen) psychedelischen Reisen mal ganz abgesehen, die inzwischen erwiesenermaßen gegen Depressionen, Ängste, Traumafolgestörungen helfen. Wie kannst Du nun mit deinen (Klang-) Erfahrungen umgehen? In der buddhistischen Psychologie gibt es dazu ein zentrales Konzept, das sogar recht modern ist: dabei geht es um den Prozess des "Bedingten Entstehens" (dependent origination). Der normale Wahrnehmungsprozess im Prozess des "Bedingten Entstehens" Hier ist ein Ausschnitt des vollständigen Prozesses des Bedingten Entstehens, der im Ganzen von Geburt zu Tod reicht. Das uns völlig selbstverständliche, ständige Bewerten und Ver-Urteilen ist in diesen Prozess eingebettet. Hier ist die Darstellung von John Yates in "Handbuch Meditation" , etwas angepasst an unser Thema. Beispiel für das "bedingte Entstehen" bei einer Klangreise Wenn Du Dich einmal ganz genau beim Hören beobachtest, bemerkst Du, das Du vielleicht folgenden mentalen Prozess, wenn auch mit anderen Themen: Du hast die reine Hör-Empfindung, erlebst die Schallwellen Du denkst zB "es ist laut", vielleicht mit einer Körperreaktion wie Verkrampfung oder Wärme Verlangen/Aversion: "Das ist mir zu laut. Das mag ich nicht." Absicht: "Ich will mich davon nicht davon überfluten lassen." Bewusste oder unbewusste Handlung: Ich höre jetzt mit einer anderen inneren Haltung und mehr Körperspannung zu, um eventuelle "Klangschocks" zu vermeiden. Oder ich bin innerlich woanders, dissoziere. Das ändert den Rahmen, in dem ich weitere Klang-Ereignisse wahrnehme. Normalerweise sind wir alle in diesem Prozess völlig unbewusst gefangen. Erst wenn wir uns dessen (zB durch Meditation) bewusst werden, erlangen wir größeren inneren Handlungsspielraum, erleben mehr Selbstwirksamkeit und Freiheit von äußeren Bedingungen. Es geht bei der erwähnten Einsichtsmeditation nicht darum, den inneren Prozess zu ändern, irgendetwas zu unterdrücken oder absichtlich hervorzurufen. Es geht vielmehr um die Entwicklung der Fähigkeit, Stück für Stück und möglichst zeitgleich diese inneren Abläufe mitzubekommen und zu verfolgen, wie diese sind. Nach einiger Zeit wird sich bei Dir dann ganz automatisch die Erkenntnis und das Gefühl einstellen, dass da ein Mechanismus abläuft, den Du tatsächlich beobachten kannst. Und alles was Du beobachten kannst, ist nicht mehr das automatische, unbewusste "Du". Du erkennst, das Du Deinem Erleben / Deinen Wahrnehmungen weniger ausgeliefert bist, innerlich mehr Freiheit erlebst und dadurch mehr Gelassenheit entwickelst! Dadurch lernen wir uns selber besser kennen und erkennen, das wir durchaus die Wahl haben, Dinge auch anders zu erleben. Automatische innere Bewertungen und Konzeptualisierung Letztens fiel mir nach einer der Klangreisen beim abschließenden (freiwilligen) Sharing auf, das ich bei einer Teilnehmerin nichts von dem ursprünglichen Erleben erfahren habe, sondern lediglich eine innere Bewertung einer Erfahrung: Toll, ok, unangenehm. Angenehm. Viele von uns haben aber übrigens auch nicht gelernt, innere Wahrnehmungen zu beschreiben. Und wir haben auch nicht die richtigen Worte für bestimmte innere ursprüngliche und wortlose Erlebnisse. Aber ich glaube, oft ist es die reine Gewohnheit der Interpretation und Bewertung, die Deinem nackten Beschreiben der wahrhaftigen im Weg steht. Und das ist schade, denn dann verpasst Du die Möglichkeit, Deine innere Welt im Nachgang zu erforschen und Dir bewusst zu eigen zu machen. Weg vom Konzept, hin zur konkreten Empfindung Ein Ziel der Vipassana Meditation ist es, frei zu werden von der ständigen Konzeptionalisierung, die sich über unser "nacktes" , konkretes Erleben stülpt. Du ordnest es in Schubladen ein, kategorisiert, ohne dass Du es merkst. Im Zuge der Meditation bekommst Du Stück für Stück eine Wahl: willst Du weiter machen wie üblich auf Autopilot oder bewusst und präsent im Hier und Jetzt, mit all seinen tatsächlichen Möglichkeiten. Während Empfindungen noch relativ unkonzeptionell sind (auch Tiere spüren Schmerz und Wohlsein, Angenehmes und Unangenehmes), ist spätestens auf der Stufe von Verlangen/Abneigung eines Deiner lebensgeschichtlich gelernten Konzepte im Spiel, mit denen Du üblicherweise versuchst, Deine Bedürfnisse zu erfüllen. So kann Dein Körper bestimmte Empfindungen haben, die Du völlig unterschiedlich interpretieren kannst. Zum Beispiel Tränen: Tränen als körperliche Reaktion, sind Ausdruck eines inneren Erlebens, das aber sehr unterschiedlich sein kann. Sie können Traurigkeit oder Schmerz bedeuten, vielleicht auch Verzweiflung. Vielleicht sind sie aber auch Ausdruck von Freude oder einfach "nur" Spannungsabbau nach innerer chronischer Anspannung, die sich plötzlich entlädt. Unsere kulturelle und individuelle Konditionierung (sichtbar durch unsere inneren Konzepte) erzeugt vielleicht eine Aversion gegen Tränen, weil sie sie als "kindisch" oder ein Zeichen von "Schwäche" interpretiert. Dabei sind Tränen erstmal einfach nur Tränen, die wie gesagt verschiedene Gründe haben können. Ein Gewahrsein dieses Prozesses kannst Du dazu nutzen, Dir selber auf die Schliche zu kommen. Du wirst merken wie schnell Du automatisch aus der Ebene der reinen Empfindung und Wahrnehmung in die Ebene der Konzepte springst. Sprich interpretierst, beurteilst, projizierst etc. Versuch immer wieder zurückzukommen zu der reinen Empfindung, Wahrnehmung, nackten Beschreibung dessen was ist. One Taste Meditation ("ein Geschmack") Eine Stufe der Vipassana Meditation ist die "One Taste" Meditation. Das bedeutet alles hat denselben "Geschmack" - nämlich den von Leere. Dabei darfst Du diese "Leere" nicht als Abwesenheit von etwas, als Nichts, verstehen. Der Begriff der Leere meint, dass alles was erscheint eine Konstruktion des Geists selber ist. Also nichts existiert letztlich unabhängig von Deinem Bewusstsein. Es ist Bewusstsein selber in verschiedenen Erscheinungsformen, die aber alle "dieselbe Natur" haben. Nichts ist an sich also gut oder schlecht, erstrebenswert oder zu vermeiden. Du entwickelst Gleichmut und Gelassenheit. Psychologie: "Getriggert sein" und Meditation Auf der Ebene unserer westlichen Psychologie bist Du vielleicht mit dem Konzept der "Trigger" vertraut. Ein Trigger löst eine quasi-automatische Reaktion aus, wenn bestimmte innere Bereiche (zB Trauma oder alte Erinnerungen) berührt werden. Je unverhältnismässiger Deine Reaktion zum Anlass ist, um so eindeutiger ist es, das diese mit früheren Erfahrungen aufgeladen ist, die nicht viel mit der aktuellen Situation zu tun hat. Das Gehirn erinnert sich an Früher und legt den entsprechenden Reaktionsmechanismus neu auf. So wundert es auch nicht, wenn Du als Erwachsener vielleicht manchmal zu deinem eigenen und zum Erstaunen deiner Mitmenschen wie ein Kleinkind reagierst... ) Du kannst Dich zB durch einen bestimmten Tonfall der Stimme Deines Partners / Deiner Partnerin oder durch einen bestimmten Gesichtsaudruck getriggert fühlen, und sofort defensiv oder ungehalten, in irgendeiner Weise übertrieben reagieren. Meditation ist eine große Hilfe, Deinen sogenannten Trigger (automatischen Reaktionen auf bestimmte Schlüsselereignisse) auf die Schliche zu kommen und ihnen nicht mehr so hilflos ausgeliefert zu sein. Denn Du gewinnst mit der Zeit eine Pause der bewussten Wahrnehmung zwischen Reiz und Deiner Reaktion, die Dir überhaupt erst die Möglichkeit gibt, aktiv zu entscheiden, wie Du reagieren möchtest. Normalerweise sehen ja leider erst hinterher, dass wir wieder automatisch reagiert haben. Vielleicht sogar entgegen unserem inneren Beschluss, es nächstes mal anders - besser - hinzubekommen, um weniger destruktiv zu sein im Kontakt mit geliebten Menschen, oder dem "nervigen" Nachbar. Diese Art Meditation durch die Praxis der Selbstbeobachtung kann Dir helfen, den Zeitpunkt der Wahrnehmung dieses sonst auf Autopilot ablaufenden Prozesses ("aha ich reagiere auf einen Trigger" ) genau in den Moment zu bringen, in dem diese Reaktion gerade erst auftaucht. Dann verliert sie automatisch ihre Stärke, Dich wie gewohnt mitzureißen, zu überfluten und auf eine Weise handeln zu lassen, die Dir und anderen vielleicht mehr schadet als nutzt. Du bekommst es rechtzeitig mit und hast Dir dadurch die Möglichkeit geschaffen, anders zu reagieren. Falls Du Dich bei einer Klangreise also mal getriggert fühlen solltest, übe Dich in Gleichmut durch eine innere grössere Perspektive und möglichst wertfreie, detaillierte Wahrnehmung. Versuche, dich weder damit zu identifizieren, noch innerlich auszuweichen oder zu dramatisieren. Bleibe bewusst, atme, nimm die Realität der Situation wahr und beobachte, was dein Geist daraus macht. Du, bzw Dein Bewusstsein, ist der Ozean. Dein getriggertes Empfinden nur eine Welle von vielen, die sich unablässig aufbäumen und wieder abebben. Im tibetischen Buddhismus wird dieser Prozess "Selbst-Befreiung" von mentalen Events genannt, oder auch "automatische Leere" (Leere, weil der Geist es sofort als Konstruktion erkennt). Ich erwarte nichts, ich fürchte nichts. Ich bin frei. Dadurch erwächst die innere Haltung von Gleichmut (im Englischen "equanimity") . Die unvoreingenommene Offenheit dem Leben gegenüber, so wie es gerade ist. Und die Fähigkeit, unabhängig von den Umständen präsent zu sein.
Das ist wahre Freiheit, findest Du nicht? Lese- und Hörhinweise Zu "trauma-sensitiver Meditation" Trauma-Sensitive Mindfulness with David Treleaven (Grief and Meditation Podcast) https://youtu.be/CyvnTMIDl9U

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Meditation and Sound: they go together! Try it with me!

Hello Expats, Do you know how well meditation and sound go together? And how I can support you? Meditation and music / sound Some of you may prefer to meditate silently. Some of you may want music support. Some are eclectic, like me. But it is not either/or: for example, the famous meditation teacher Daniel P Brown uses both approaches. In the concluding meditations in his 6 day retreat and his 3 hour followup he always uses "Structures of Silence" by Steven Roach. Listen below! This 30 minute piece is used in the culminating parts of the retreats. It supports the so-called "Ocean and Wave" meditation, leading to the "One Taste" meditation. If you want to know about the Ocean and Wave meditation, also from a neuroscience point of view, just check the article by Till Gebel, who has experienced the effectivity of Daniel Brown´s retreats. And not to forget the Buddhist nun Samaneri Jayasara, who reads hundreds of meditative texts of all mystic traditions on Youtube, usually with an excellent selection of music. Music and altered states It´s by now well accepted that altered states (and a deep meditative state is an altered state) can be supported, and even created, by sound and music. There is now an entire science and industry about this in the field of psychedelics and sound: for example, the sound researcher Alessandre Tannous works for the psychedelic retreat centre "Synthesisretreat" in the Netherlands. And the researcher Mendel Kaelen, who worked at the Psychedelic Research Centre of the Imperial College of London, created his own company "Mindpaths". And everyone knows, that YouTube, Spotify, Soundcloud etc. are treasure troves of recorded electronic music suitable for meditation (and psychedelics...). My studio, my gong and your meditation And yes, you can use YouTube music at no cost. But this is definitely not comparable to the sound of a live gong. A large live played 105 cm gong can lead you into yet another level of meditative concentration and depth. I don´t play the gong as you perhaps imagine it: as a "sound-war" machine.... Instead I play the gong as a meditation tool. That is a special technique in which I took long training. The sound I generate is not overpowering, over-whelming and numbing out. It is suited to support your mind in the mental processes going on during meditation: letting to the mind´s eternal chatter, focusing on observing the mind´s activities itself, "opening the sense-doors" . How can you use sound in meditation Here you find a short overview of three possibilities to use sound as meditation (sound journey, concentration meditation, insight meditation). How to use my offer There are a few options: As an individual, you can just join one of my regular sound journeys. As an individual, you can have your individual session. This will allow a more individualised approach to creating sound. You want to organise an event for a meditation group: contact me - you can pop over, and I can demonstrate to you my studio, my instruments and my approach. Rotraut Rumbaum Mindful Motion mail@rotraut-rumbaum.de 0163 877 8212

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