.visually-hidden { position: absolute !important; width: 1px; height: 1px; padding: 0; margin: -1px; overflow: hidden; clip: rect(0, 0, 0, 0); white-space: nowrap; border: 0; } a { color: #1a5cff; text-decoration: underline; } a:hover { color: #003bb3; }
top of page

Rotraut Rumbaum
Mindful Motion

Warum wir tun, was wir tun – und warum es früher Sinn ergab


Eine Frau erzählt mir, dass sie in Konflikten immer schweigt. Nicht weil sie nichts zu sagen hätte, sondern weil irgendetwas in ihr einfach abschaltet. Sie sieht es, sie ärgert sich hinterher darüber, und trotzdem passiert es beim nächsten Mal wieder.

Was sie beschreibt, ist kein Persönlichkeitsfehler. Es ist eine Strategie, die irgendwann funktioniert hat.


Was damals half


Kinder sind vollständig auf ihre Bezugspersonen angewiesen. Wenn Nähe, Gefühle oder eigene Bedürfnisse zu Ablehnung, Überflutung oder Strafe geführt haben, lernt der Körper: Das zeige ich lieber nicht. Das sage ich besser nicht. Das fühle ich erst gar nicht.


Das ist keine bewusste Entscheidung. Es ist eine Anpassung. Und eine kluge dazu, weil sie das Kind schützt. Wer in einem System lebt, das mit Emotionen nicht umgehen kann, tut gut daran, die eigenen wegzupacken.


Das Problem ist, dass diese Anpassung nicht einfach verschwindet, wenn das Kind erwachsen wird.


Der Körper erinnert sich


Das Schweigende, das Zurückweichende, das reflexhafte Einlenken, wenn jemand Druck macht: Das sind keine Entscheidungen. Das sind Antworten, die tiefer sitzen als jede Überlegung. Das Nervensystem hat gelernt, was sicher ist, und hält daran fest, auch wenn die ursprüngliche Situation längst vorbei ist.


Was in der Kindheit Schutz war, wird später zum Muster, das uns einengt. Die Frau, die schweigt, wollte als Kind vielleicht nicht unsichtbar sein. Sie hat es gelernt, weil es damals das Klügste war.


Was sich verändert, wenn man das versteht


Ich erlebe es so: Wenn jemand beginnt, das eigene Verhalten mit einem anderen Blick zu sehen, verändert sich etwas im Umgang damit. Nicht sofort, nicht vollständig. Aber der Selbstvorwurf wird leiser.


"Ich tue das schon wieder" wird zu "Ich tue das, weil ich es damals gebraucht habe." Das klingt wie eine kleine Verschiebung. Sie ist es nicht.


Weil aus diesem Verstehen heraus erst Wahlmöglichkeit entsteht. Solange ein Muster als Charakterfehler gilt, kämpft man dagegen an. Wenn es als das erkannt wird, was es war, nämlich ein Schutz, kann man anfangen, es langsam loszulassen.


Was das mit meiner Arbeit zu tun hat


In NARM geht es nicht darum, diese Muster wegzumachen. Es geht darum, zu erkunden, was sie über das erzählen, was damals gebraucht wurde und nicht da war. Und gleichzeitig zu schauen, was davon heute noch gilt.


NARM Touch geht einen Schritt weiter. Weil sich viele dieser Muster im Körper zeigen, bevor sie im Gespräch ankommen. Die Anspannung beim Thema Grenze. Das Zurückweichen bei Nähe. Der gehaltene Atem.


Berührung, die langsam ist und Raum lässt, kann dem Körper neue Erfahrungen geben. Nicht als Technik, sondern als Möglichkeit, die alte Überzeugung zu überprüfen: Ist es wirklich noch so gefährlich wie damals?


Häufige Fragen


Bedeutet das, dass ich nichts dafür kann?

Verantwortung und Schuld sind verschiedene Dinge. Das Muster ist nicht deine Schuld, aber du kannst etwas damit tun. Das ist der Unterschied, der zählt.


Kann ich das alleine verstehen, oder brauche ich dafür Therapie?

Vieles lässt sich im Nachdenken verstehen. Aber Muster, die im Körper sitzen, verändern sich weniger durch Einsicht als durch neue Erfahrungen, die dem Körper zeigen, dass es sich lohnt, es anders zu versuchen. Dabei kann therapeutische Begleitung sinnvoll sein.


Wie lange dauert das?

Das hängt davon ab, wie früh und wie tief das Muster sitzt. Manche spüren schon nach wenigen Sitzungen eine Verschiebung. Andere brauchen mehr Zeit und Wiederholung. Beides ist normal.


Weiterführende Seiten:

→ Warum Nähe manchmal bedrohlich wirkt

→ Wie ich arbeite

→ Erstgespräch vereinbaren

Worin sich das ausdrücken kann

bottom of page