Rotraut Rumbaum
Meine Arbeitsweise zwischen Analyse und Intuition
Es gibt sehr analytisch wahrnehmende Therapeuten, und sehr intuitive. Ich bin eher intuitiv, auch auf tieferen Ebenen unterwegs. Körpersprache zeigt mir vieles, auch wenn es mir gar nicht um die reißerischen "Die 10 Signale die dein Körper aussendet" geht.
Aber wir kommunizieren auch immer als Körper. Das kenne ich noch aus meiner Tango-Lehrerinnen-Zeit: manchmal genügten ein paar Sekunden um zu sehen womit ein Paar Probleme hatte.
Als Therapeutin weiß ich aber auch, dass Intuition nicht gleich Wissen über dich ist: es fließt aber ein in meine "Hypothese" - mehr nicht. Da kommt dann wieder mein Hintergrundwissen (zB Überlebensstile, Bindungsstile) hinein. Die Analyse ist zwar da, aber eher als roter Faden, und nicht als Kategorisierung. Im Gespräch und Interaktion denke ich nicht ständig "Aha, Überlebensstil 1".
Mehr Flow (Prozess) statt Schema
Mit meiner Methoden-Ausbildung (wie NARM) war ich zunächst erstmal versucht, mich an der Methode entlangzuhangeln. "Mache is es richtig?" "Habe ich Schritt 1,2, 3 gemacht?". Inzwischen, mit Erfahrung und Supervision, jongliere ich eher mit dem was ich einbringen kann, auch mit meinen anderen Tools wie Tango oder Authentic Movement, weil ich weiß wo es passt. Wenn ich als Therapeutin sage "wir gehen mit dem Prozess", dann meine ich unseren inneren Prozess, nicht den Prozess wie einen Bestellprozess (Schritt A, B, C..). Ein unerlässlicher Schritt ist allerdings der Anfang mit der Grundfrage "Was willst du?" Da kann schon Tieferes sichtbar werden: zum Beispiel die Schwierigkeit, überhaupt zu wissen was man will. Das ist dann unser "Material".
Was ist unser "Material"?
Ich arbeite mit dem, was gerade zwischen uns "im Raum" ist, was sich aus der Situation ergibt. Ein Beispiel: was löst körperliche Nähe aus? Was ich sehe und fühle in dir, hier und jetzt, in der Situation. So kann zwar die Kindheit "Material" sein, aber nicht als Erzählung und Kausalität, sondern dadurch, wie sie sich gerade jetzt noch äußert, in unsererer Interaktion. In emotionalen und körperlichen Reaktionen, in Reflexen und subtilen Bewegungen (wie zum Beispiel Reaktionen auf Nähe und Distanz).
Resonanz
Dabei bin ich selbst körperlich beteiligt. Ich spüre Resonanz in mir, wenn ich mit jemandem arbeite. Manchmal Erschöpfung, manchmal Energie, manchmal etwas, das sich in mir zusammenzieht, weil es dem entspricht, was die andere Person gerade nicht fühlen kann. Das ist Information.
Wo ist meine Aufmerksamkeit?
Zu schreiben....
Mein Umgang mit Zeit
...ist eher ein Problem...ich weiß als Profi dass ich die 50 Minuten einhalten sollte. Aber innerlich ordne ich die Zeit dem Prozess unter. Ich breche etwas Wichtiges extrem ungern ab, wenn es nicht sein muss, und so hab ich schon oft überzogen. Ich weiß natürlich, dass das meine Zeit ist, die ihren Wert hat, den ich dann nicht in Rechnung stelle. Ich sollte daran arbeiten. Siehe nächstes Kapitel!
Meine eigene Person
Ich bringe mich auch selbst ein, eigene Schwierigkeit oder Unsicherheiten. In der Theorie nennt man das "therapeutische Selbstöffnung". Aber für mich ist das nicht ein therapeutisches Werkzeug, sondern einfach eine Weise, auf der wir als Menschen uns gegenseitig besser sehen. Gespielte Überlegenheit und Unnahbarkeit baut eine Grenze.
NARM
Was ich tue, heißt NARM, NeuroAffektives Relationales Modell. Aber der Name ist für mich Orientierung. Es geht um Muster, die früh entstanden sind, und darum, ob heute auch anders möglich ist. Das passiert im gegenwärtigen Moment, durch das, was gerade zwischen uns passiert. Die Vergangenheit zeigt sich von selbst, körperlich, im Kontakt.
Unterstützende Methoden
Tango ist dabei manchmal ein Werkzeug, Authentic Movement auch, je nachdem, was sich gerade anbietet.
