Was Menschen als Trauma zu mir bringen, hat selten einen einzigen Moment als Ursache. Öfter ist es eine Atmosphäre, die sich über Jahre gezogen hat: eine Familie, in der man spürte, wann man besser schweigt. Eine frühe Beziehung, in der Nähe und Gefährlichkeit verwechselt wurden. Eine Kindheit, in der man funktionierte, weil das die einzige Möglichkeit war.
NARM nennt das Prägung. Nicht weil das weniger ernst wäre als Trauma, sondern weil es genauer beschreibt, was passiert ist: Das Nervensystem hat sich angepasst. Es hat gelernt, welche Bedürfnisse gefährlich sind, welche Emotionen besser nicht gespielt werden, wer man sein darf, um sicher zu sein. Diese Anpassungen sitzen nicht in der bewussten Erinnerung, sondern in den automatischen Reaktionen des Alltags.
Die therapeutische Arbeit fragt: Was war damals die sinnvolle Antwort? Und was ist heute möglich, wenn diese Antwort nicht mehr die einzige sein muss?
Trauma und Prägung
Warum reagiert mein Körper in bestimmten Situationen gar nicht mehr?
Der Körper schein einzufrieren. Das kann sich ganz körperlich als Kälte anfühlen. Oder als Erstarren oder beides. Man sieht es kommen und kann trotzdem nichts tun.
Warum vergesse ich zu essen und spüre keinen Hunger?
Der Körper "vergisst", seine Bedürfnisse bekanntzugeben. Man fühlt zum Beispiel keinen Hunger mehr, oder Durst. Dass kann auch seelische Ursachen haben.
Warum macht sich chronische Erschöpfung körperlich bemerkbar?
Der Körper ist eine ständige Quelle von Problemen, deren Grund nicht ganz klar ist, und die auf Behandlung nicht wirklich ansprechen. Chronische Müdigkeit, Schlafschwierigkeiten, Kopfschmerzen. Dies kann auch seelische Ursachen haben, die sehr tief angelegt sind.
Warum gehöre ich nirgends dazu, obwohl ich alles richtig mache?
Zu wem oder was gehöre ich eigentlich? Allein mit sich sein ist schwierig, denn es fühlt sich als Einsamkeit an. Will mich jemand?
Was ist Parentifizierung — und wie wirkt sie sich im Erwachsenenalter aus?
Du kümmerst dich um den Partner, die Kinder, die Kollegen, oder Klienten. Und merkst irgendwann, dass kaum Platz für dich selbst bleibt. Nein zu sagen fühlt sich wie ein Verrat an. Verrat an dir selber, Verrat am anderen, oder an deiner professionellen Ethik..
Warum fühle ich innerlich eine Leere, die sich nicht füllen lässt?
Man spürt eine innere Leere, die man als unangenehme Gleichgültigkeit oder Emotionslosigkeit wahrnimmt. Man erinnert sich eher an Fülle und Emotionen als dass man sie noch lebe kann. Es ist ein Verlust.