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Wie gehe ich mit Fallgeschichten um?

Bevor ich irgendetwas aus einer Stunde oder mehreren veröffentliche, suche in dein volles Einverständnis, und du bekommst den Text vorher zu lesen. Du kannst es auch jederzeit widerrufen.

Die Frage ist berechtigt. Ich schreibe über meine Arbeit, und manchmal über das, was in Sitzungen geschieht, weil sich vieles erst dort zeigt, was sich abstrakt kaum erklären lässt. Wer sich für eine Therapie bei mir interessiert, soll aber genau wissen, wie das läuft.

Keine Geschichte geht ohne Einverständnis online. Ich frage vorher, die Person liest den fertigen Text, und ein Nein gilt, auch später noch. Dann nehme ich den Text wieder herunter.

Namen ändere ich grundsätzlich, ebenso alles, was Rückschlüsse erlauben würde, also Beruf, Alter, Lebensumstände, manchmal auch das Geschlecht. Gelegentlich verbinde ich Elemente aus mehreren Verläufen, sodass die Geschichte therapeutisch stimmt, aber keiner einzelnen Person mehr zuzuordnen ist. Was bleibt, ist das, worauf es mir ankommt: wie sich ein Muster zeigt und was sich verändert.

Und das Wichtigste vielleicht: das Meiste, was in meiner Praxis passiert, wird nie ein Text. Die Schweigepflicht gilt für alles und für alle, ob jemand selbst Therapeutin ist oder die Geschichte noch so erzählenswert wäre. Eine Fallgeschichte entsteht nur, wenn jemand sie ausdrücklich teilen möchte. Manche Klienten wollen das sogar, weil ihnen beim eigenen Suchen genau solche Berichte geholfen haben.

Wenn du also überlegst, zu mir zu kommen: was wir besprechen, bleibt zwischen uns. Sollte ich je das Gefühl haben, eine Geschichte könnte anderen helfen, frage ich dich, und du kannst ganz einfach Nein sagen.

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