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Rotraut Rumbaum

Was ich lese

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Levine, Amir

Secure. Der Schlüssel zu echter Verbundenheit

Ich habe Attached (2010) vor einigen Jahren gelesen und fand es damals erhellend. Die Idee, dass Menschen unterschiedliche Bindungsstile haben, und dass diese erklären, warum manche Beziehungskonstellationen sich so zäh anfühlen, hat mir einiges aufgemacht. Gleichzeitig hatte das Buch einen Unterton, der mich störte: Avoidants wurden praktisch als Risiko beschrieben, das man möglichst meiden sollte. Vor allem weil ich mich selber als solcher identifizierte...

Ich habe Secure noch nicht selbst gelesen, aber aus dem, was ich über das Buch weiß, scheint Levine genau das korrigiert zu haben. Angeblich schämt er sich etwas für seine Aussagen "Suche Sichere, Vermeide Avoidants..." Bindungsstile gelten darin als veränderbar, der Fokus liegt auf dem, was Sicherheit ermöglicht, und Avoidanz wird als nachvollziehbares Schutzverhalten verstanden, das eine Geschichte hat. Das klingt nach einer Reifung, sowohl wissenschaftlich als auch menschlich.

Aus meiner NARM-Perspektive ist das stimmig. Was in Attached noch wie ein Charakterzug wirkte, zeigt sich in der Therapie als Überlebensstrategie: jemand, der Nähe vermeidet, hat gelernt, dass Nähe nicht sicher ist. Das ist etwas anderes als eine unveränderliche Persönlichkeit. Dies ist übrigens das Verhältnis von Bindungstheorie und NARM.


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