Rotraut Rumbaum
Was ich lese
Schmidt, Ulrich
Guter Sex trotz Liebe: Wege aus der verkehrsberuhigten Zone
Ein witziger Titel für dieses Buch für Laien, das seine These dafür, dass für guten Sex oft eher mehr Distanz als mehr Nähe erforderlich ist. Ulrich Clement hat sein Buch bewusst so betitelt. Das "trotz" ist ist der Kern des Buches. Seine These: Gerade weil Paare sich lieben, verlieren sie ihre erotische Eigenständigkeit. Wir stellen uns aufeinander ein und irgendwann ist von der eigenen Lust nicht mehr viel übrig. Clement nennt das "partnerbestimmte Sexualität", und er beschreibt sehr genau, wie sie entsteht, fast unmerklich, aus echten guten Impulsen heraus.
Was mich an diesem Konzept anspricht: Es deckt sich mit dem, was ich in der Arbeit mit Paaren erlebe. Das Verschwinden des Begehrens hat oft mit zu viel Nähe zu tun, zu viel "Wir". Ich hab es immer so ausgedrückt, dass ich ein "Gegenüber" brauche. Clement sagt: Guter Sex braucht zwei Menschen, die wissen, was sie selbst wollen, und das dem anderen zumuten. Nicht so einfach wenn man Angst hat, dass genau das die Beziehung gefährdet!
