.visually-hidden { position: absolute !important; width: 1px; height: 1px; padding: 0; margin: -1px; overflow: hidden; clip: rect(0, 0, 0, 0); white-space: nowrap; border: 0; } a { color: #1a5cff; text-decoration: underline; } a:hover { color: #003bb3; }
top of page

Rotraut Rumbaum

Tango & Psyche


Kleine Einsichten aus 20 Jahren mit Tango und Menschen.  Wenn du dich für diese Themen interessierst, kontaktiere mich gerne hier.

Handlungsfähigkeit (zurück) gewinnen, Schritt für Schritt

Agency – Selbstwirksamkeit, Handlungsfähigkeit. Das klingt vielleicht erstmal abstrakt, aber im Tango wird es sehr konkret.


Agency bedeutet: Ich erkenne, dass ich Einfluss habe. Dass ich gestalten kann. Dass ich nicht nur Opfer der Umstände bin, sondern aktiv teil habe an dem, was passiert.


Im Tango zeigt sich das auf vielen Ebenen. Wenn ich führe, ist Agency vielleicht offensichtlicher. Ich entscheide, wo es langgeht, ich setze Impulse, ich gestalte den Tanz. Aber auch beim Folgen gibt es Agency. Wie interpretiere ich den Impuls? Wie setze ich ihn um und welche Qualität gebe ich meiner Bewegung?


Manchmal sagt einer meiner Klienten "Ich kann das nicht." Oder: "Das passiert mir einfach." Oder: "Ich weiß nicht, wie das geht." Und oft steckt dahinter ein Gefühl von Ohnmacht. Das Gefühl, ausgeliefert zu sein, keine Wahl zu haben.


Das kann verschiedene Wurzeln haben. Vielleicht gab es in meiner Geschichte viele Situationen, wo ich tatsächlich keine Wahl hatte. Wo Dinge mit mir gemacht wurden, und ich konnte nichts daran ändern. Das prägt. Das führt dazu, dass ich auch später, wenn ich durchaus Wahlmöglichkeiten hätte, das nicht mehr erkenne.


Im Tango können wir Agency zurückgewinnen. Ganz praktisch und "kleinschrittig": ich probiere einen Schritt aus – und ich merke: Ah, wenn ich mein Gewicht anders verlagere, fühlt es sich anders an. Ich habe Einfluss. Oder ich experimentiere mit verschiedenen Arten zu führen oder zu folgen – und ich erkenne: Ich habe Optionen.


Manchmal ist das eine tiefgreifende oder zumindest bestärkende Erfahrung. Die Erfahrung: Ich bin nicht hilflos. Ich kann etwas bewirken. Ich habe Handlungsspielraum.


In NARM ist Agency eine zentrale Säule. Es geht darum, vom passiven Erleben ins aktive Gestalten zu kommen. Aus dem eigenen Kern heraus zu agieren und mehr nur zu reagieren auf das, was von außen kommt, sondern

Das ist manchmal herausfordernd, weil Agency auch Verantwortung bedeutet. Wenn ich erkenne, dass ich Einfluss habe, kann ich nicht mehr sagen: "Das ist halt so." Oder "Mein Partner hat das oder jenes getan / nnIch muss dann auch Entscheidungen treffen, Position beziehen, mich zeigen.


Aber es ist auch unglaublich befreiend. Weil es mir Macht zurückgibt. Nicht Macht über andere, sondern Macht über mein eigenes Leben, meine eigenen Bewegungen, meine eigenen Entscheidungen.


Im Tango kann ich das in einem "geschützten Rahmen" , wie die Therapeuten sagen, üben, ganz wörtlich Schritt für Schritt. Vielleicht fange ich klein an: Ich entscheide bewusst, wie ich meinen Fuß setze. Und dann wird es größer: Ich gestalte einen ganzen Tanz. Dabei nehme ich bewusst Raum ein und zeige mich.


Und vielleicht merke ich irgendwann: Diese Agency, die ich im Tango entwickle, überträgt sich auch auf andere Bereiche. Das ist das Gute: "man kann nicht nicht lernen".


Das ist ein Geschenk, das der Tango uns machen kann

bottom of page