Rotraut Rumbaum
Wenn Sucht die einzige Lösung war

Thema:
Sucht und emotionale Regulation
Was ich aus meiner Praxis kenne
Ich bin keine Suchtberaterin. Aber zu mir kommen Klienten mit Porno-Sucht, Nikotin-Sucht, Alkohol-Sucht, Ess-Sucht und Gaming-Sucht. Daher weiß ich, wie weit es verbreitet ist. Alle sind beschämt und fühlen sich hilflos. Alle haben sie unterträgliche Wut, Scham oder andere Leiden damit zugedeckt. Und bei jedem konnten wir es als "Überlebensstrategie" bewusst machen, die Basis legen, erste Schritte ermöglichen und auch die Sucht ganz irrelevant machen.
Was dahintersteckt
Was das Suchtverhalten zudeckt, ist meistens ein emotionaler Zustand: Leere, Anspannung, ein Wunsch nach Nähe der mit Angst verbunden ist, Unruhe, eine Traurigkeit weil etwas nicht integriert wurde. Diese Zustände entstammen einer Zeit, in der Emotionen nicht begleitet werden konnten, weil die Umgebung (die Eltern) dazu nicht fähig war.
Was bleibt, ist eine innere e Organisation, der bestimmte innere Zustände als unerträglich erlebt hat.
Warum Wille allein oft nicht genug ist
Viele Menschen, die mit diesem Thema zu mir kommen, haben schon oft versucht, mit Willenskraft zu stoppen. Manchmal gelingt das für eine Weile. Nur das Erleben selbst hat sich nicht verschoben der Impuls und was sich kurz davor ankündigt. Das Muster sitzt auf einer Ebene, auf der der Wille nicht greift, und das erzeugt das Gefühl von Ohnmacht.
Wie ich damit arbeite
In meiner Arbeit schauen wir, was der Suchtimpuls versucht zu regulieren, was in dem Moment kurz davor in dir passiert.
Wir gehen dahin, was tatsächlich da ist, und schauen, ob es sich halten lässt, mit Begleitung. Manchmal ist das das erste Mal, dass jemand diesen Zustand nicht sofort loswerden musste.
Vielleicht verändert sich dabei, wie du dich zu dir selbst verhältst. Das dauert aber manchmal eine Weile, bis es nach Innen integriert ist.
Warum kann ich aufhören wollen, aber nicht aufhören?
Alkohol, Sex, der Kühlschrank nachts um zwei Uhr, die "Sucht" nach Liebe - hier kann vieles auftauchen
Warum schwanken meine Gefühle so stark und so schnell?
Stimmungen verändern sich schnell, von präsent zu verloren oder depressiv, ohne dass es wirklich durch Äußeres erkärbar ist.
Warum fühle ich mich nur in Ausnahmezuständen wirklich lebendig?
Man möchte wieder dorthin zurück, wo man bestimmte Zustände der Lebendigkeit und Expansion erlebt hat. Der Alltag wird als schwierig empfunden, oder als nicht ausfüllend. Das kann Meditation sein oder Substanzen oder körperliche Herausforderungen.
Warum kann ich aufhören wollen, aber nicht aufhören?
Alkohol, Sex, der Kühlschrank nachts um zwei Uhr, die "Sucht" nach Liebe - hier kann vieles auftauchen
Warum schwanken meine Gefühle so stark und so schnell?
Stimmungen verändern sich schnell, von präsent zu verloren oder depressiv, ohne dass es wirklich durch Äußeres erkärbar ist.
Warum fühle ich mich nur in Ausnahmezuständen wirklich lebendig?
Man möchte wieder dorthin zurück, wo man bestimmte Zustände der Lebendigkeit und Expansion erlebt hat. Der Alltag wird als schwierig empfunden, oder als nicht ausfüllend. Das kann Meditation sein oder Substanzen oder körperliche Herausforderungen.
Man schenkt sich abends das erste Glas ein, dann das zweite, ohne wirklichen Genuss daran. Oder man hält das Handy in der Hand, noch bevor man gemerkt hat, dass man danach gegriffen hat. Oder...es gibt so viele Formen.
Es macht das, was unter der Oberfläche drängt, für einen Moment aushaltbar. Erst hinterher merkst du, dass du wieder mittendrin warst, im selben Kreislauf.
Man schämt sich insgeheim dafür, und genau diese Scham erzeugt erneut den Druck, den du gerade loswerden wolltest.


