Rotraut Rumbaum
Wenn etwas noch offen ist

Thema:
Vergeben und Loslassen
Womit ich in meiner Praxis arbeite
Mancher hat seinem Vater nie wirklich verziehen. Oder sich selbst nicht. Vielleicht trägst man noch die Verantwortung für jemanden, den man längst loslassen wolltest, oder hältst an einer Beziehung fest, die etwas kostet. Vielleicht funktionierst du, und weißt nicht mehr, wie das aufgehört hat.
Ich arbeite mit Vergeben und Loslassen in vielen Gestalten: in Eltern-Kind-Beziehungen, bei Selbstvorwürfen und unberechtigten Schuldgefühlen, beim Loslassen von Kontrolle und Leistungsdruck, von Retter- und Kämpferrollen, von Partnerschaften, die auf Selbstverrat gebaut waren, von mütterlichen Prägungen, die noch immer mitlaufen, und von einem Selbstbild, das längst zu eng geworden ist.
Wie ich damit arbeite
Vergebung und Loslassen lassen sich für mich nicht erzwingen, weder durch moralische Ansprüche noch durch verfrühte kognitive oder spirituelle Konzepte. In meiner Praxis erlebe ich häufig, dass der Versuch, „einfach loszulassen“ oder vorschnell zu verzeihen, unbewusst als Schutzschild (Spiritual Bypassing) genutzt wird, um dem tiefen Schmerz, der Enttäuschung oder einer berechtigten Wut auszuweichen. Ich betrachte echtes Loslassen deshalb nicht als eine Leistung, die du erbringen musst, sondern als das organische Ergebnis einer somatischen und relationalen Klärung im Hier und Jetzt. Ein wahrhaftiges Vergeben oder Lösen entsteht erst dann, wenn du dir erlaubst, deine eigenen Grenzen wieder spürbar zu machen, deinen gesunden Protest im Körper einzunehmen und deine eigene Würde zurückzuerobern. Ein ehrliches „Ja“ zum Loslassen braucht immer zuerst die biologische Freiheit zu einem klaren „Nein“.
In unserer gemeinsamen Arbeit gebe ich dem Raum, was unterhalb der Sprache in deinem Gewebe und Nervensystem eingefroren ist . Das kann die Trauer über ungelöste Eltern-Konflikte sein, der Schmerz über verpasste Lebenschancen oder die Erschöpfung durch jahrzehntelangen Selbstverrat. Über die entschleunigte, achtsame Erforschung im gegenwärtigen Moment und die sichere Co-Regulation – manchmal unterstützt durch achtsame Berührung (NARM Touch) oder feine Bewegungsimpulse – erfährt dein Körper, dass die chronische Anspannung nicht mehr aufrechterhalten muss. Vergebung bedeutet hier keine nachträgliche Gutheißung von Vergangenem, sondern die Aussöhnung mit dir selbst: Du gibst Fremdverantwortung dorthin zurück, wo sie hingehört, und gewinnst die Handlungsfähigkeit und Lebendigkeit für dein heutiges Leben zurück.
Wie vergebe ich meinen Eltern - und soll ich das?
Den eigenen Eltern vergeben ist oft besonders schwierig. Soll ich es? Was brauche ich selber dafür? Gerade die Eltern - auch wenn sie einen geliebt haben - haben oft die tiefsten Wunden hinterlassen.
Was tun nach Untreue — Vertrauen wieder aufbauen oder trennen?
Ein Verrat, eine Untreue, Intransparenz - da ist Ressentiment, Wut, Angst, Zweifel, inneres Zerrissensein.
Wie vergebe ich meinen Eltern - und soll ich das?
Den eigenen Eltern vergeben ist oft besonders schwierig. Soll ich es? Was brauche ich selber dafür? Gerade die Eltern - auch wenn sie einen geliebt haben - haben oft die tiefsten Wunden hinterlassen.
Was tun nach Untreue — Vertrauen wieder aufbauen oder trennen?
Ein Verrat, eine Untreue, Intransparenz - da ist Ressentiment, Wut, Angst, Zweifel, inneres Zerrissensein.
