
Über mich
Rotraut Rumbaum
Ich bin Rotraut Rumbaum, Heilpraktikerin für Psychotherapie in Wiesbaden. Über dreizehn Jahre habe ich professionell Tango Argentino unterrichtet und mit meinem damaligen TanzpartnerTango Lehrfilme in Buenos Aires gedreht.
Was mir immer wieder auffiel: Hinter den tänzerischen Schwierigkeiten meiner Schüler steckten häufig persönliche Muster, grössere Lebensthemen, und bei Paaren bildete das tänzerische Miteinander die Dynamik der Beziehung ab. So kam ich vom Tango Argentino zur Tanz- und Ausdruckstherapie, zur Paartherapie und legte die Prüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie ab. Traumatherapie im Kontext lebensgeschichtlicher Prägungen aus der Kindheit wurde schließlich zum Zentrum und verband alles zu einem organischen Ganzen.
Heute begleite ich Menschen und Paare in dem, was sich nicht so leicht benennen lässt: der verkörperten Organisation von Beziehung und Autonomie. Meine Arbeit lässt sich nicht in eine klassische Schublade stecken, weder Traumatherapie noch Paartherapie noch Körpertherapie im herkömmlichen Sinn. Es sind diejenigen, die spüren, dass tiefe Prägungen aus der Kindheit, destruktive Muster oder ein diffuses Gefühl von „ich funktioniere, aber lebe irgendwie nicht wirklich" ihr Leben bestimmen, oft als wiederkehrendes inneres Muster, das sich durch verschiedene Lebensbereiche zieht, ohne dass sie genau benennen können, warum.
„Meine heutigen feinen Antennen für mein Gegenüber waren früher ein notwendiger Überlebensinstinkt in einem unberechenbaren Umfeld. Heute ist diese Sensitivität ein wertvolles Werkzeug in meiner Arbeit."
Vom Tango Argentino zu Trauma Therapie
Mein Weg zur Begleitung von Menschen ist tief in meiner eigenen Biografie verwurzelt. Ich habe Entwicklungs- und Bindungstrauma selbst erlebt, unter anderem aufgrund einer langen und schwierigen Geburt, früher Klinikerfahrungen als Baby in Isolation und mehrfach kriegstraumatisierten Eltern, die emotional nicht verfügbar waren und die nicht geben konnten, was sie selbst nie erfahren haben.
Das familiäre Umfeld meiner Kindheit war geprägt von emotionalem Missbrauch, Grenzüberschreitungen, mangelndem Halt und dem Vorrang von Leistung und Anpassung vor Lebensfreude und authentischem Selbstausdruck. Die Folgen dieser Prägungen wurden mir über viele Jahre durch intensive Selbsterfahrung und therapeutische Ausbildungen immer klarer: ein Mangel an Selbstwert und Zutrauen, Flucht vor Herausforderungen aus der Überzeugung ohnehin nicht zu genügen, Unsicherheit in Beziehungen, ein chronisch dysreguliertes Nervensystem und das Spannungsfeld zwischen Sehnsucht nach wirklichem Kontakt und starkem Autonomiebedürfnis.

Wie ich arbeite
In meiner Arbeit mit Einzelnen und Paaren bin ich weniger eine Lösungsfinderin als eine präzise Wegbegleiterin für innere Neu-Orientierung durch neue Erfahrungen. Mich leitet die individuelle implizite Organisation von Verbundenheit und Autonomie, also die Art und Weise, wie wir Beziehung leben und innerlich erleben. Das findet meist weit unterhalb unseres Bewusstseins statt.
Ich erspüre, wo Autonomie in Kontakt verloren geht, und halte dabei Ambivalenz und Polarität aus, ohne sie vorschnell auflösen zu wollen. In meiner Arbeit geht es oft um Scham- und Machtfelder, um Rückzugsstrukturen und unbewusste Projektionen. Meine Aufgabe besteht darin, diese Dynamiken so zu halten, dass sie erforschbar werden, statt zu eskalieren oder sie zu zerreden. Wir reparieren keine Defekte, sondern erforschen lebendige Prozesse, emotionale Dynamiken und neue Handlungsspielräume.
Tiefe Resonanz entsteht dort, wo das Nervensystem in seinem eigenen Rhythmus folgen und sich regulieren kann, wodurch ein Zustand von Sicherheit möglich wird. Emotionales Erleben, Körper, Beziehung und Bewusstsein verbinde ich dabei immer, das ist keine Methode, das ist meine Signatur.
Meine Leitwerte
Präzision statt Geschwindigkeit. Ich arbeite lieber tief, präzise und klar als schnell und oberflächlich. Körperwahrnehmung, spontaner Ausdruck, Bewegung und Tanz können dabei wertvolle Unterstützer sein.
Begegnung auf Augenhöhe. Ich halte den sicheren Rahmen und den Prozess, während du die Expertenschaft für dein inneres Erleben behälts.
Verkörperte Gegenwart. Wir wühlen nicht in der Vergangenheit um ihrer selbst willen. Wir erforschen im Hier und Jetzt, wo du dich in der Tiefe selbst verrätst und was dich auch heute noch von deinem authentischen Sein abhält und dem Folgen deiner Sehnsucht abbhält.
Meine Passion ist es, emotional und körperlich zu erforschen, wie wir ehemals intelligente Anpassungsstrategien unnötigerweise weiter am Leben erhalten und wie wir den Schatz heben, der in ihnen verborgen liegt. Eine tiefgreifende, wenn auch manchmal subtile Erfahrung ist mir wichtiger als rein kognitive Erkenntnis.

Warum ich mit NARM arbeite
Ich habe die herzbasierte, berührende und präzise Arbeit mit dem NeuroAffektiven Relationalen Modell sehr zu schätzen gelernt, und zwar von beiden Seiten. In NARM hat sich für mich vieles zusammengefügt: meine eigene Betroffenheit, meine Passion im kreativen Erforschen emotionaler Zustände und deren körperlichen Erscheinungsformen, mein tiefes Interesse an Beziehungsdynamiken und meine verkörperte Erfahrung aus Tango und Tanztherapie.
Ich arbeite vor allem mit NARM und NARM Touch. Wo es hilfreich ist, integriere ich Körperarbeit, Bewegung und Tanz. Traumasensibel im Hier und Jetzt nutzen wir ganz konkret das, was in unserem Kontakt spürbar wird un d hilfreich ist.
„Trauma ist nicht das, was im Außen passiert, sondern das, was in unserem Inneren geschieht, wenn Erfahrungen nicht verarbeitet werden können."

Tango in der Jugendstrafanstalt
Durch die Einladung eines ehemaligen Tangoschülers, der die Leitung der Jugendstrafanstalt Rockenberg übernommen hatte, bekam ich die Chance, neun Monate lang einmal wöchentlich mit einer kleinen Gruppe junger Männer zwischen 16 und 18 Jahren tanztherapeutisch zu arbeiten. Als einzige Frau unter hormonell stark herausgeforderten Jugendlichen mit schweren Vergehen funktionierte vor allem eines: Authentizität und Begegnung auf Augenhöhe. Die Jungs mussten mangels Frauen miteinander tanzen, was anfangs Scham und Widerstände auslöste, ganz ähnlich wie in den Ursprüngen des Tango, als Männer aus Frauenmangel miteinander tanzten und der Tanz für sie ein Gefühl von Freiheit bedeutete. Mit Geduld wuchs ihr Wunsch nach neuen Erfahrungen, und in Momenten gelingenden Tanzes vergaßen sie ihre Scham und manchmal sogar, dass sie eingesperrt waren. Tango lebt von Kooperation und Verbindung, und im Schutz des Tanzes wurde spürbar, was diese jungen Menschen wirklich brauchten: dazuzugehören, gewollt zu sein und eine Chance zu bekommen.
Klang- und Selbsterfahrungsräume
Neben der prozessorientierten therapeutischen Begleitung fließen meine Leidenschaften für Stille, erweiterte Bewusstseinszustände, Schwingung und Klang in eigenständige Klang- und Selbsterfahrungsräume ein. Diese stehen für sich. Sie sind mein Angebot an dich, Resonanz und Regulation unmittelbar zu erfahren, ohne therapeutischen Fokus, einfach als Raum für dein Sein.
Aus- und Weiterbildung
NARM Neuro Affective Relationship Model (UTA Akademie/Practitioner)
NARM im Kontext von Geschlecht und Sexualität bei Laurence Heller
NARM im Kontext von Paar-Dynamiken
NARM Masterclass bei Laurence Heller
NARM Touch
SEI Somatische Emotionale Integration bei Dami Charf
Somatic Attachment Training experience (SATe) - Therapeutische Arbeit mit Bindungsverletzungen / Entwicklungstrauma bei Elisabeth Schneider-Kaiser
Authentic Movement nach Janet Adler bei Anke Teigeler
Intensive Gong and Sound Therapy Training bei Tone of Life
Meditatives Gongspiel bei Richard Sant Subagh
Beyond Experience: Integration psychedelischer Erfahrungen bei Mind Foundation
Life Art Process nach Anna Halprin, bei Ursula Schorn
Tanz- & Ausdruckstherapie (BTD)
Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz
Spirituelle Paartherapie bei Samarona Buunk
Tango Argentino
Weiteres
Ich bin Mitglied des Berufsverbandes der TanztherapeutInnen Deutschlands
(BTD).
Eingetragen bei International NARM Directory of NARM Therapists
Produktion einer fünfteiligen Serie von Tango Lehrvideos mit Ricardo el Holandes. Inzwischen gibt es die einzelnen Kapitel auch als Downloads unter www.tango-dvd.net
Mir geht es darum, dass Menschen sich nicht überanpassen und im Funktionieren an sich selbst vorbeileben, sondern authentisch und lebendig in Beziehung treten können, zu sich selbst und zur Welt.
Wenn du den Eindruck hast, dass meine Art zu arbeiten für dich stimmig sein könnte, freue ich mich, wenn du dich meldest und wir gemeinsam schauen, ob ich dich oder euch als Paar hilfreich begleiten kann.
Mein Weg zur Therapie war keiner, den ich mir je geplant hätte. Ich bin durch ihn gestolpert, getragen von einem Tanz, der mir zeigte, was Worte nicht fassen können.
Als ich 2002 zum ersten Mal nach Buenos Aires kam, war ich auf der Suche nach etwas, das ich damals noch nicht benennen konnte. Der Tango hatte mich gefunden, diese Verbindung aus Improvisation und Struktur, aus Nähe und Autonomie, aus Körper und Musik berührte mich tief. Über elf Jahre arbeitete ich international als Tangoprofi zusammen mit meinem Partner Ricardo el Holandés. Wir unterrichteten, wir tanzten Shows, wir drehten Lehrvideos, die in vierzehn Sprachen veröffentlicht wurden.
Aber etwas anderes geschah in diesen Jahren, das viel tiefer ging als Technik oder Performance. Wenn ich mit Paaren arbeitete, sah ich nicht nur, wie sie tanzten, sondern wie sie sich aufeinander einstellten, wie sie sich vertrauten oder absicherten, wie ihre Körper Geschichten erzählten, die ihre Münder verschwiegen. Ich erkannte Muster, die nichts mit Tanztechnik zu tun hatten.
Damals wusste ich noch nichts von Tanztherapie. Ich hatte Psychologie studiert, bevor der Tanz mich rief, aber die beiden Welten schienen getrennt. Bis eine Tangoschülerin mir davon erzählte und plötzlich verstand ich, dass ich das immer schon getan hatte: Menschen beim Tanzen wirklich sehen.
Der Weg führte mich zu NARM, dem NeuroAffektiven Beziehungsmodell. Hier fand ich das theoretische Fundament für das, was ich körperlich längst wusste. Entwicklungstrauma sitzt nicht im Kopf, sondern im Nervensystem. Es zeigt sich in der Art, wie wir Kontakt suchen oder meiden, wie wir uns anspannen oder entspannen können, wie unser Körper auf Nähe reagiert. NARM arbeitet nicht mit dem Versuch, das "innere Kind" zu reparieren oder mit positivem Denken zu übertünchen, was verletzt wurde. Es geht darum, dem Nervensystem neue Erfahrungen anzubieten, sichere Verbindung spürbar zu machen.
Ich arbeite mit NARM Touch, einer Form der bewussten Berührung, die mir erlaubt, direkt mit dem präverbalen Trauma in Kontakt zu kommen, das im Körpergedächtnis gespeichert ist. Kleinschrittig, prozessorientiert, immer im Dialog mit dem, was sich im Moment zeigt. Wenn sich ein Körper entspannt, wenn feines Zittern alte Anspannungen löst, wenn jemand zum ersten Mal spürt, dass Nähe nicht Gefahr bedeutet, dann geschieht Heilung auf einer Ebene, die Gespräche allein nicht erreichen können.
Neulich hatte ich eine Klientin da. Wir sprachen über Augenkontakt, über Tränen, über die Schwierigkeit, gesehen zu werden. In mir entstand der Impuls, meine Hand nicht nur auf ihren Rücken zu legen, sondern auf ihre Wange. Zuerst hielt ich zurück, das ist intim. Dann sprach ich es aus, diesen Impuls, ohne ihn umzusetzen. Sie sagte, sie würde es versuchen wollen. In diesem Moment öffnete sich etwas. Tränen kamen, etwas wurde weich, was lange hart gewesen war.
Meine Arbeit ist eine Synthese geworden. Der Tango ist geblieben, jetzt als Tango-NARM, als Experimentierfeld für Beziehungsdynamiken. Dazu kamen Authentic Movement, Birth into Being, Breathwork. Alles Türöffner zum Unbewussten, alles Wege, das Emotionale mit dem Körperlichen zu verbinden. Ich nutze diese Methoden, weil Trauma nicht nur im Kopf sitzt, sondern im limbischen System, im Nervensystem, in der Art, wie wir atmen und uns bewegen.
Was mich antreibt, ist die Überzeugung, dass die therapeutische Beziehung selbst das heilendste Element ist. Ich bin nicht nur in meiner professionellen Rolle präsent, sondern als Mensch, mit offenem Herzen, wirklich verfügbar. Für Menschen, die früh in ihren Bindungserfahrungen verletzt wurden, ist es eine zutiefst korrigierende Erfahrung, wenn jemand einfach nahe sein kann, ohne zu bewerten, ohne zu drängen, ohne wegzugehen.
Ein Klient sagte mir einmal, dass er genau deshalb bleibe. Es habe mit der Art des Kontakts zu tun.
Ich sitze mit Menschen, ich bewege mich mit ihnen, ich biete Resonanz an, meine Wahrnehmung, mich selbst als Spiegel und als Übungspartnerin. Ich sage nicht, wie etwas sein soll. Ich begleite Menschen dorthin, wo ihr Körper sie führt, wo alte Muster sichtbar werden und neue Erfahrungen möglich sind.
Wenn du in meine Praxis kommst, findest du keine klassischen Therapiestühle. Stattdessen gibt es Sitzsäcke, Kissen, Flexibilität. Ich selbst kann nicht lange auf Stühlen sitzen, es fühlt sich an wie festgenagelt sein. Mein Körper braucht Bewegung, die Möglichkeit zu spüren: Was will ich gerade? Diese äußere Beweglichkeit lädt innere Beweglichkeit ein.
Diese Arbeit erfüllt mich zutiefst. Sie ist der Ort, an dem alles zusammenkommt, was mich ausmacht. Und sie ermöglicht es meinen Klientinnen und Klienten, emotionale Stabilität zu finden und eine neue, kohärente Verbindung zu sich selbst.