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Rotraut Rumbaum
Mindful Motion

Sich vom alten Selbstbild lösen


Eine Klientin hat mir neulich etwas erzählt, das mich noch eine Weile beschäftigt hat. Sie hatte gerade einen echten Moment von Veränderung erlebt, spürbar, im Körper, in der Beziehung zu ihrer Schwester. Und dann sagte sie: "Aber ich bin halt so jemand, der immer zu viel erwartet." Als wäre dieser Satz die Wahrheit über sie, unveränderlich, schon länger da als die Erfahrung, die sie gerade gemacht hatte.


Das begegnet mir oft in dieser Arbeit. Jemand verändert sich, wirklich, und hält gleichzeitig an einem Bild von sich selbst fest, das aus einer anderen Zeit stammt.


Woher diese Bilder kommen


Selbstbilder entstehen früh. Aus Rückmeldungen, die wir bekommen haben, aus dem, was in unserer Familie als "normal" galt, aus Schlüsselerfahrungen, die sich tief eingeschrieben haben. Irgendwann ist das keine Interpretation mehr, sondern Tatsache: Ich bin jemand, der sich anpassen muss. Ich bin jemand, der zu viel braucht. Ich bin jemand, der andere nicht belasten darf.


Das Bild schützt, auf seine Weise. Es macht das Verhalten vorhersehbar. Wenn ich weiß, "wer ich bin", muss ich das nicht jedes Mal neu herausfinden.


Aber es schränkt auch ein. Das Selbstbild wird zu einem Rahmen, der enger ist als die Person, die man inzwischen sein könnte.


Was im Körper passiert


NARM arbeitet mit etwas, das ich oft als das eigentlich Interessante erlebe: Das Selbstbild ist kein rein mentales Phänomen. Es hat eine Körperhaltung, einen Atemrhythmus, eine Art, wie man den Raum betritt. Die Person, "die immer zu viel erwartet", macht sich oft kleiner als nötig. Die Person, "die stark sein muss", hält die Schultern auf eine bestimmte Weise.

Das ist auch der Grund, warum rein kognitives Verstehen so oft nicht reicht. Man kann wissen, dass das alte Bild nicht stimmt, und es trotzdem körperlich leben.


In NARM Touch arbeite ich manchmal an genau diesem Übergang: wenn jemand eine neue Erfahrung im Körper macht, aber das Selbstbild noch nicht nachgekommen ist. Die Berührung kann dem Nervensystem helfen, die neue Erfahrung zu integrieren, zumindest ein bisschen, zumindest erstmal.


Was Loslösung bedeutet, und was sie nicht bedeutet


Das alte Selbstbild loswerden wollen, das funktioniert meistens nicht. Es ist wie versuchen, einen Reflex wegzuwollen.

Was ich beobachte, wenn Veränderung wirklich passiert: Das alte Bild verliert seine Exklusivität. Es ist noch da, aber es ist nicht mehr die einzige Wahrheit. Die Klientin, die "zu viel erwartet", merkt, dass dieser Satz aus einer bestimmten Zeit in ihrem Leben stammt, aus bestimmten Beziehungen, aus einem bestimmten Schutzprogramm. Er beschreibt sie, aber er erschöpft sie nicht.

Das klingt vielleicht wie eine kleine Verschiebung. Aber im Erleben ist es oft erheblich.


Häufige Fragen


Muss ich das Alte erst vollständig verstehen, bevor sich etwas verändert?

Nein, und oft hilft es sogar, das lineare Verständnis loszulassen. Veränderung passiert manchmal, während man noch mitten im Verstehen ist.


Was, wenn das Selbstbild sich anfühlt wie die Wahrheit?

Das ist wahrscheinlich das häufigste Erleben. Das Bild fühlt sich wahr an, weil es über sehr lange Zeit bestätigt wurde. Das macht es zu einer Erfahrungswahrheit, ohne dass es eine unveränderliche sein müsste.


Wie lange dauert so ein Prozess?

Das variiert stark. Manche spüren schon nach wenigen Sitzungen, dass sich etwas bewegt. Tiefere Selbstbilder, vor allem die, die sich auf grundlegende Fragen beziehen, brauchen mehr Zeit und mehr neue Erfahrungen, die das Alte allmählich ergänzen.


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