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Rotraut Rumbaum
Mindful Motion

Warum Nähe manchmal bedrohlich wirkt

Neulich saß ein Paar bei mir, das sich seit Jahren liebt und trotzdem in dasselbe Muster läuft. Sobald ein Gespräch wirklich tief wird, zieht sich einer der beiden zurück. Nicht bösartig, nicht absichtlich. Er merkt es selbst kaum. Und sie steht da, mit dem Gefühl, dass sie irgendwas falsch gemacht hat.


Das ist keine Ausnahme. Das begegnet mir in meiner Arbeit mit Einzelpersonen wie mit Paaren. Nähe, die plötzlich zu viel wird odr Kontakt, der sich anfühlt wie eine Bedrohung.


Was da eigentlich passiert


Wir sind als Menschen auf Verbindung ausgerichtet. Das ist keine Metapher, das ist Biologie. Aber Verbindung ist nicht für jeden von uns gleich sicher.


Wenn früh in der Kindheit Nähe mit Schmerz, Ablehnung oder Überforderung verbunden war, lernt das Nervensystem: Kontakt ist gefährlich. Das passiert ohne Entscheidung, ohne Bewusstsein. Es ist ein Schutzreflex, so zuverlässig wie ein Lidschluss bei Licht.

Dieser Reflex bleibt. Er taucht in erwachsenen Beziehungen wieder auf, oft genau dann, wenn echte Nähe möglich wäre.


Der Rückzug in solchen Momenten ist kein Statement über den Partner. Er ist ein uraltes Signal: zu viel, zu nah, raus hier.

Das Schwierige: Für den anderen fühlt sich dieser Rückzug wie Ablehnung an. Also zieht er sich seinerseits zurück, oder drängt stärker. Beides verstärkt das Muster. Ich erlebe das als den Moment, wo zwei Menschen aneinander vorbei schützen, jeder auf seine Weise.


Die Frage ist nicht, wer Schuld hat


Was ich in der Arbeit mit Menschen beobachte: Sobald jemand versteht, dass der Rückzug des Partners kein Angriff ist, sondern ein Reflex, verändert sich etwas. Der Impuls, zu drängen oder zu kapitulieren, wird schwächer. Es entsteht Raum für eine andere Reaktion.


Das gilt genauso für die Person, die sich zurückzieht. Zu merken: "Ich ziehe mich gerade nicht zurück, weil ich nicht will. Ich ziehe mich zurück, weil mein Körper gerade sagt, dass es zu viel ist" - das verändert die Qualität des Kontakts. Es ist kein Charakterfehler mehr. Es ist etwas, das sich verstehen und dann auch verändern lässt.


Was das mit NARM Touch zu tun hat


In meiner Arbeit mit NARM und NARM Touch gehe ich einen Schritt weiter als das Gespräch. Weil Muster wie Kontakt und Rückzug sich im Körper zeigen, bevor sie im Kopf ankommen. Die leichte Anspannung, wenn jemand zu nah kommt. Das Halten des Atems. Das leise Zurückweichen.


Berührung, die langsam und abgestimmt ist, kann dem Nervensystem eine neue Erfahrung geben: Nähe, die sicher ist. Das braucht Zeit und einen Rahmen, in dem sowohl Kontakt als auch Rückzug willkommen ist, beides ohne Bewertung.


Was sich verändern lässt


"Heilung" ist vielleicht das falsche Wort. Es geht weniger darum, das Muster loszuwerden, als darum, mehr Wahl zu haben. Die Fähigkeit, auch in Momenten großer Nähe präsent zu bleiben, wächst. Langsam, aber spürbar.


Manche erleben das schon nach wenigen Sitzungen als Verschiebung. Tiefere Muster brauchen mehr Zeit. Ich biete dafür Einzelsitzungen an, auch für Paare, die verstehen wollen, was in solchen Momenten zwischen ihnen passiert.


Häufige Fragen


Ist das heilbar?


Das Muster selbst verändert sich mit der Zeit. Was sich vor allem verändert, ist die Wahlmöglichkeit: Rückzug muss nicht mehr die einzige Antwort sein. Und Nähe muss sich nicht mehr wie Bedrohung anfühlen.


Müssen wir das als Paar gemeinsam angehen?


Nein. Oft beginnt die Veränderung bei einer Person, und die Beziehung verändert sich mit. Manche kommen als Paar, manche allein. Beides ist möglich.


Wie lange dauert so ein Prozess?


Das ist sehr individuell. Eine erste Verschiebung kann schnell spürbar sein. Tiefere Veränderungen brauchen mehr Zeit und Wiederholung, weil das Nervensystem neue Erfahrungen sammeln muss, die älter sind als jede Erinnerung.


Weiterführende Seiten:

→ Ein Beispiel aus der Praxis: Wenn Nähe sich wie Enge anfühlt

→ Wie ich arbeite

→ Erstgespräch vereinbaren

Worin sich das ausdrücken kann

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