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Rotraut Rumbaum
Mindful Motion

Tango - Die Inneren Blockaden aus NARM Sicht

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 Es gibt Momente im Tanz, da spüren wir plötzlich die Schwerkraft. Nicht die physikalische, die uns am Boden hält, sondern die biographische. Wir stehen in der Umarmung, die Musik atmet, und plötzlich wird die eigene Achse zum Fragezeichen. Warum wirkt der Stand wackelig, obwohl wir die Technik kennen? Warum fühlt sich Nähe manchmal wie eine Enge an, die uns den Atem raubt?

Dieser Guide, den du in den Händen hältst, ist weniger eine Anleitung für Schritte als vielmehr eine Einladung zum Hinspüren. Er betrachtet den Tango als ein Feld, auf dem unser Nervensystem seine alten Geschichten erzählt. Er ist für jene gedacht, die spüren, dass Stabilität keine rein muskuläre Angelegenheit ist, sondern die Antwort auf ein inneres Gefühl von Sicherheit.

Vielleicht erkennst du dich in den Zeilen wieder: der Moment, in dem der innere Kritiker lauter wird als das Orchester, oder die Angst, mit der eigenen Kraft „zu viel“ zu sein. Wir erkunden hier gemeinsam, wie wir die Freundschaft mit uns selbst auf das Parkett bringen können. Es geht darum, den Raum zwischen Reiz und Reaktion ein wenig zu weiten, um nicht mehr nur in alten Mustern zu funktionieren, sondern wirklich anwesend zu sein.

Nimm dir Zeit für diese Seiten. Vielleicht ist es nur ein einziger Punkt auf der Checkliste, der heute mit dir schwingt. Das Nervensystem lernt nicht durch Perfektionismus, sondern durch die sanfte Erlaubnis, erst einmal nur dazustehen und anzukommen. Ich wünsche dir, dass du in diesem Tanz nicht nur den Partner, sondern vor allem dich selbst auf eine neue, weichere Weise triffst.

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Emotionale Stabilität in Toxischen Beziehungen

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Hallo und willkommen zu einer etwas anderen Folge. Ich sitze hier mit einem kleinen Heft in der Hand, das eigentlich viel schwerer wiegt, als es die wenigen Seiten vermuten lassen. Es ist mein neues Booklet „Emotionale Klarheit in toxischen Beziehungen“, und während ich darin blättere, spüre ich dieses vertraute Ziehen im Bauch – eine Mischung aus tiefer Verbundenheit mit all den Frauen, die diese Zeilen brauchen werden, und dem Wissen, wie schmerzhaft der Weg dorthin oft ist.

Wir sprechen heute oft von „toxisch“, als wäre es ein Label, das man einfach aufklebt, um das Problem zu lösen. Aber was passiert eigentlich in uns, wenn die Welt um uns herum unsicher wird? Wenn wir uns in Dynamiken verlieren, die sich wie ein vertrauter Käfig anfühlen?

In diesem Booklet – und in dieser Folge – geht es mir nicht um die Analyse des anderen. Es geht um dich. Es geht um die Momente, in denen dein Nervensystem auf „Hab-Acht-Stellung“ schaltet, ohne dass du weißt, warum. Wir schauen uns an, was NARM uns lehrt: Dass diese Reaktionen keine Fehler sind. Sie sind alte Überlebensstrategien, die du einmal entwickelt hast, als sie lebensrettend waren. Damals waren sie dein Schutzschild; heute fühlen sie sich vielleicht eher wie eine Rüstung an, die zu eng geworden ist und unter der du kaum noch atmen kannst.

Ich möchte dich einladen, beim Hören – und später beim Lesen – mal ganz wach in dich hineinzuspüren. Nicht, um dich zu verurteilen. Sondern um zu bemerken, wie dein Körper antwortet, wenn wir über Grenzen sprechen oder über das leise Echo alter Wunden.

Vielleicht ist das die wichtigste Botschaft, die ich dir heute mitgeben kann: Du bist nicht kaputt. Du bist auf dem Weg nach Hause zu dir selbst. Und dieser Weg darf ungeschönt sein, er darf ruckeln, und er braucht vor allem eines: deine eigene Freundschaft mit dir selbst.

Lass uns gemeinsam hinschauen, ohne die Maske zu tragen. Ganz weich, ganz bei dir. Viel Freude beim Reinspüren in diese Episode.

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Absichtslose Berührung - Übungen

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Es gibt diese Momente in einer Partnerschaft, in denen die Luft zwischen zwei Menschen dick wird vor Erwartungen, obwohl eigentlich gar nichts gesagt wurde. Man funktioniert. Man teilt sich die Einkaufsliste, man delegiert das Wochenende, man ist ein hocheffizientes Team im Logistikzentrum des Alltags. Und doch, wenn die Lichter ausgehen, spürt man die Distanz – nicht die räumliche, sondern jene feine, fast unmerkliche Membran, die entsteht, wenn Zärtlichkeit nur noch als Einleitung für etwas anderes existiert. Wenn jede Berührung eine Frage stellt, die man vielleicht gerade nicht beantworten will.

Dieses Heft ist kein Ratgeber, der euch sagt, wie ihr eure Sexualität „repariert“. Es ist vielmehr eine Einladung zum Innehalten. Ein Versuch, das Fleisch und die Haut wieder als das zu begreifen, was sie sind: Orte der Begegnung, ganz ohne Agenda.

Das Echo der Präsenz

Drei einfache Pfeiler tragen diese Erkundung. Zuerst ist da die Gleichzeitigkeit: Die Fähigkeit, den eigenen Atem im Bauch zu spüren, während man die Wärme der Hand des anderen wahrnimmt. Wir nennen das die 50:50-Balance – sich nicht im Gegenüber zu verlieren und doch ganz da zu sein. Es ist der Unterschied zwischen Verschmelzung und wirklicher Verbindung.

Dann die Verzögerung. Wir sind so daran gewöhnt, sofort zu reagieren, zuzugreifen, zu antworten. Aber das Nervensystem braucht Zeit, um sich sicher zu fühlen. Wenn wir weich werden, geben wir dem Körper die Erlaubnis, sich im eigenen Tempo zu öffnen. Es ist ein wenig wie das Warten darauf, dass sich ein scheues Tier nähert; man kann es nicht erzwingen, man kann nur den Raum dafür bereiten.

Und schließlich: der weite Blick. In Stressmomenten werden unsere Augen scharf, wir fixieren das Problem, wir gehen in den Tunnel. Wenn wir aber lernen, die Augenmuskeln zu entspannen, signalisieren wir unserem tiefsten Inneren, dass keine Gefahr droht. In diesem milchigen, sanften Sehen liegt eine enorme Kraft. Man sieht den anderen wieder – nicht als Hindernis oder Projekt, sondern als den Menschen, den man einmal gemeint hat.

Sechs Wege zurück ins Spüren

Ich lade euch ein zu sechs Experimenten. Es sind Versuche ohne doppelten Boden:

  • Den eigenen Radius finden: Wie nah ist zu nah? Wo fange ich an, mich unwohl zu fühlen, und wo verliere ich dein Echo?

  • Die stille Hand: Eine Berührung, die wie ein herbstliches Blatt landet. Fünf Minuten Stille. Keine Massage, kein Tun, nur das Bezeugen der Anwesenheit.

  • Gehalten werden: Ein Anker sein, ohne festzuhalten. Wie ein Gefäß, das Wasser birgt, ohne ihm die Form zu diktieren.

  • Mit den Händen lauschen: Was erzählt mir der Rücken des anderen, wenn ich gar nichts verändern will?

  • Das geteilte „Wir“: Gleichzeitig geben und nehmen, bis die Grenze verschwimmt.

  • Der weiche Blick im Sturm: Ein Stopp-Signal für den Streit. Ein kurzes Schauen ohne Maske, um die Verhärtung zu lösen.

Es mag sich anfangs seltsam anfühlen, fast künstlich. Vielleicht taucht Langeweile auf oder eine plötzliche Traurigkeit. Das ist okay. Es sind die Zeichen dafür, dass das System zur Ruhe kommt. In einer Welt, die uns ständig optimieren will, ist dieses absichtslose Dasein fast ein politischer Akt.

Ihr seid genug, einfach weil ihr da seid.

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Umarmung - Acht Übungen zur Bewussten Umarmung

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Oft kommunizieren wir viel, ohne uns wirklich zu berühren. Doch unsere Haut ist unser größtes Sinnesorgan; sie nimmt Sicherheit wahr, noch bevor der Verstand einsetzt. Eine präsente Umarmung spricht direkt zu unserem Nervensystem: Der Atem beruhigt sich, Stress sinkt, und wir spüren, dass wir nicht allein sind.

Dabei kommt es nicht auf die mechanische Geste an, sondern auf die Qualität deiner Präsenz. In meiner Arbeit nenne ich das „Umarmungs-Archäologie“: Wir spüren Schicht für Schicht die Wärme, den Druck und den Rhythmus des Atems. Es ist eine tiefe Resonanz, die weit über das Physische hinausgeht.

Probiere es heute aus: Umarme jemanden oder dich selbst für eine volle Minute in Stille. Ohne Worte, nur mit deiner Aufmerksamkeit. Spüre, wie dein Körper lernt, dass Nähe sicher ist. Die bewusste Berührung ist Medizin für das Nervensystem und Nahrung für die Seele. Schau einfach, was sich dadurch verändert.

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