Depression / Depressivität
Depression und Depressivität werden in der NARM-Arbeit anders betrachtet als in vielen anderen Ansätzen. Hier sind sie keine primäre Emotion, sondern eine Standardemotion: ein Zustand, der entsteht, wenn etwas, das gebraucht wird, nicht erreichbar ist.
Der Unterschied zu primärer Trauer ist wichtig. Trauer, auch wenn sie schmerzt, hat eine lebendige Qualität. Sie bewegt sich, sie öffnet sich. Depressivität dagegen ist ein Zustand von Kollaps und Erstarrung. Jemand sackt zusammen. Der Antrieb fehlt. Alles wirkt grau und gleichgültig.
Was wird in der Depressivität eigentlich gehalten? Meistens ist da dahinter primäre Trauer, die nicht zugelassen werden konnte. Oder Wut, die zu gefährlich erschien. Die Depressivität ist dann der Weg, diese lebendigen, aber beängstigenden Emotionen zu bändigen. Sie verlangsamt alles, hält die Person im kindlichen Bewusstsein fest.
Depressivität zu behandeln bedeutet in diesem Verständnis, das zu erkunden, was darunter liegt. Wer anfängt, Zugang zu primärer Trauer zu finden, bemerkt oft, dass der depressive Zustand sich verändert. Nicht sofort, nicht auf Knopfdruck. Aber die Richtung stimmt.
Das ist der Unterschied zwischen Depressivität und Trauer: Die eine engt ein, die andere öffnet.
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