Rotraut Rumbaum
Freude / Lebendigkeit
Freude klingt einfach. Jeder weiß, wie sich Freude anfühlt, oder? Tatsächlich ist es für viele Menschen gar nicht so selbstverständlich, echte Freude zu erleben und zu halten.
Es gibt Freude als flüchtigen Moment und dann gibt es das, was wir in der NARM-Arbeit Lebendigkeit nennen: einen Zustand, in dem du spürst, dass du wirklich da bist. Der Körper fühlt sich leichter an, der Atem weiter. Du bist im Kontakt mit dir und mit dem, was gerade passiert.
Dieser Zustand entsteht nicht durch Anstrengung. Er taucht auf, wenn alte Überlebensmuster ein bisschen weniger dominieren. Wenn du dich in einer Situation sicher genug fühlst, um wirklich präsent zu sein. Deshalb beschreiben Menschen dieses Erleben manchmal als überraschend, fast als würde etwas aufgehen.
Interessanterweise haben manche Menschen auch Angst vor Freude. Weil sie früh gelernt haben, dass gute Momente nicht dauern. Oder dass zu viel Lebendigkeit gefährlich ist, zu auffällig, zu viel. Dann kommt ein innerer Dämpfer, noch bevor die Freude sich richtig entfaltet hat.
In der Therapie ist Lebendigkeit ein Signal. Wenn jemand anfängt, sie in Sitzungen zu erleben, manchmal als kurzen Aufblitz, manchmal als ein Schmunzeln, das er selbst nicht erwartet hat, ist das kein Zufall. Es zeigt, dass sich etwas verändert. Freude und Lebendigkeit wollen gehütet werden, damit sie sich ausweiten können.
.jpeg)