Eine Frau beschreibt, dass sie in Besprechungen manchmal nicht mehr atmen kann. Kein besonderer Anlass, niemand hat sie angegriffen, das Thema ist banal. Aber ihr Körper reagiert, als stehe Leben auf dem Spiel. Sie fragt sich, was mit ihr nicht stimmt.
Angst, die ohne erkennbaren Grund auftaucht, ist kein Irrtum des Nervensystems. Sie ist eine präzise Antwort auf etwas, das sich früher eingraviert hat: in Situationen, in denen Gefahr wirklich da war, aber noch nicht in Worte zu fassen. Das implizite Gedächtnis speichert keine Geschichten, sondern Körperzustände. Und es aktiviert sie, wenn ähnliche Muster auftauchen, auch wenn der Verstand längst weiß, dass jetzt nichts passiert.
Was in der Therapie entsteht, ist zunächst nur ein Unterschied: zwischen dem Erleben und der Geschichte dahinter. Zwischen der Reaktion, die die Frau heute hat, und dem, was damals wirklich los war. Diese Unterscheidung ermöglicht mehr als Symptomlinderung. Sie verändert, wie jemand sich selbst versteht.
Angst und Nervensystem
Du spürst Angst, obwohl von außen keine reale Gefahr da ist. Das Nervensystem reagiert, als wäre eine Bedrohung da, auch wenn du weißt, dass die Situation objektiv harmlos ist. Unter der Oberfläche gibt es oft viel mehr Ängste, als du dir erlaubst zu fühlen. Ein kleiner Auslöser reicht, um sie hochzuholen, und du hältst ihn für die Ursache, obwohl er nur der Anlass war.
Warum brauche ich Freiheit, aber eigentlich ist es Angst vor Nähe?
Innere oder intime Nähe wird als so bedrohlich empfunden, dass man Freiheit und Distanz in anderen Beziehungen sucht.
Warum friere ich beim Tango ein und kann mich nicht bewegen?
Plötzlich erstarrt man innerlich, auch wenn es nach außen nicht sichtbar wird, macht man weiter.
Warum spüre ich mich im Kontakt mit anderen nicht?
Bei Nähe zu jemand anders fühlt man sich selber nicht mehr, man wird taub für sich selber durch die Außenorientierung. Es ist entweder oder: entweder ich selbst oder der andere.
Warum reagiert mein Körper in bestimmten Situationen gar nicht mehr?
Der Körper schein einzufrieren. Das kann sich ganz körperlich als Kälte anfühlen. Oder als Erstarren oder beides. Man sieht es kommen und kann trotzdem nichts tun.
Warum habe ich Angst, obwohl es keinen erkennbaren Grund gibt?
Es gibt vielleicht keinen konkreterAnlass, kein erkennbarer Auslöser und trotzdem ist Druck oder Spannung im Körper, der nie ganz aufhört. Herz, Kiefer... vielleicht hast du eine Ahnung woher es kommen könnte, und du weißt es ist nicht eigentlich körperlich.
Warum mache ich mich klein und traue mich nicht zu zeigen?
Sichtbar zu werden - persönlich oder auch professionell - fühlt sich bedrohlich an. Man versteckt sich deshalb lieber, hält seine Wahrheit zurück, zeigt sich nicht, macht sich kleiner als man sein könnte.
Warum fühle ich so viel Wut — und was tue ich damit?
Manchmal bricht sie einfach raus , und das zu heftig und zu schnell. Oder die Wut ist eigentlich ist meistens da, knapp unter der Oberfläche, als gleichmäßiger Druck, der sich nie wirklich entlädt.
Warum schwanken meine Gefühle so stark und so schnell?
Stimmungen verändern sich schnell, von präsent zu verloren oder depressiv, ohne dass es wirklich durch Äußeres erkärbar ist.
Zum Lesen
Gruber, Isa
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