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Thema:
Selbstgefühl, Selbstkontakt, Selbstbild
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Selbstbild, Selbstgefühl, Selbstkontakt
Manche Menschen bevorzugen es, Räume mit Menschen zu betreten und andere bevorzugen es, sie zu verlassen. Manche begrüßen Zusammenkommen, andere empfinden Abschiede als erleichternd. Stan Tatkin hat das gut beschrieben: wir sind grundsätzlich verschieden darin, wie wir mit sozialer Nähe umgehen.
Für manche ist das Eintreten in eine Gruppe recht schwierig. Sie müssen erst Luft holen und sich innerlich sammeln. Dahinter steckt oft etwas Tieferes: eine tiefliegende Befürchtung, nicht ok zu sein, wie ich bin und ob ich dazugehöre.
Das hartnäckige Gefühl, irgendwie falsch zu sein, zu viel oder zu wenig, auf jeden Fall nie ganz richtig ist im Hintergrund immer da. Das zeigt sich sowohl in dem ständigen mentalen Gedankenkarussel, wie emotional und ist - sofern man sich dessen bewusst ist - direkt im Körper spürbar.
Was ist ein beschädigtes Selbstgefühl?
Ein beschädigtes Selbstgefühl entsteht, wenn ein Kind früh lernt, sich anzupassen, um sicher zu sein, und dabei den Kontakt zu dem verliert, was es wirklich fühlt und braucht. Was bleibt, ist ein Selbstbild, das auf Anpassung gebaut ist.
Woher kommt das Gefühl, zu viel oder zu wenig zu sein?
Ich sehe es, mit NARM und vielen anderen Therapieansätzen, als eine frühe Kindheitsanpassung.
Als Kind sind die Eltern überlebensnotwendig. Wenn sie keine Sicherheit geben, wenn man schlecht behandelt oder ignoriert wird, dann richtet ein kleines Kind das nicht gegen die Eltern. Das kommt dann mit der Pubertät. Zunächst deutet es das Kind so um: etwas stimmt mit mir nicht. Wenn ich mich anpasse, werde ich geliebt und wenn ich Charaktereigenschaften übernehme, werde ich akzeptiert. Der amerikanische Therapeut Terry Real beschreibt es einmal so, dass man die Eltern in ihrer spirituellen Welt begleitet.
Und so entsteht ein Selbstbild, das auf Anpassung gebaut ist, um sicher zu sein nichts zu zeigen das gefährlich hätte sein könne.
Wie zeigt sich das im Alltag?
Ein Klient von mir hatte bis in sein junges Studentenleben das Gefühl völligen Versagens in sich. Er kompensierte es, indem er wie ein Rabe Dinge stahl, die er gar nicht brauchte. Als kleines Kind war er vernachlässigt worden und hatte die tiefe Überzeugung entwickelt: Ich bin ein Dieb. Ich nehme, was mir nicht zusteht. Das war eine unbewusst übernommene Identität, die jahrelang weiterlief.
Das zeigt, wie weit die Auswirkungen eines beschädigten Selbstgefühls reichen können: in Beziehungen, in Beruf, in die Art, wie jemand einen Raum betritt oder wieder verlässt.
Welche Rolle spielt Scham dabei?
Scham ist eine der tiefsten Reaktionen auf solche frühen Erfahrungen. Laurence Heller hat ihr ein ganzes Buch gewidmet. Heller beobachtet was Scham besonders schwer greifbar macht: sie schämt sich für sich selbst. Das ist wie eine Schleife.
Ihre Auswirkungen sind weit, denn man kann sich über vieles Eigene schämen, vom Aussehen zu den eigenen Bedürfnissen und Wünschen. Der Scham-über-Scham-Kreislauf kann sehr eng werden.
Ein erster wichtiger Schritt ist deshalb, diese oft versteckten Muster überhaupt zu erkennen, wenn es da ist, oder noch besser, kurz bevor es einsetzt. Was bewusst wird, hat im Allgemeinen weniger Wirkung.
Was bedeutet Heilung hier?
Ich benutze das Wort Heilung nicht im Sinn von Symptome beseitigen. Für mich bedeutet es, gemeinsam durch diese Masken hindurchzuschauen, egal ob sie aus Scham oder aus Stolz gebaut wurden.
Wir schauen uns an, wie du mit dir selbst umgehst. Ob du dich vielleicht gerade in diesem Moment für das beschämst, was du fühlst. Wir arbeiten mit Worten, aber wenn du willst auch mit Bewegung im Raum (Authentic Movement oder Tango Elementen, damit du wieder sicher in deinem Körper ankommen kannst. Ich hatte zum Beispiel man einen Klienten, der sich für sein "Mann sein" so schämte, dass er im Tango das wichtige "Aus dem Becken führen" nur sehr schwer hinbekam, bis wir es von Scham befreit hatten.
Häufige Fragen
Ich funktioniere gut nach außen. Kann trotzdem etwas nicht stimmen?
Äußerer Erfolg und inneres Selbstgefühl sind zwei verschiedene DingeJ. Das ist einer der häufigsten Ausgangspunkte. Viele Menschen, die nach außen sehr kompetent wirken, tragen gleichzeitig ein tiefes Gefühl mit sich, dass das alles irgendwie nicht wirklich ihnen gehört.
Ist das dasselbe wie mangelndes Selbstbewusstsein?
Selbstbewusstsein bezieht sich auf das Auftreten nach außen. Selbstgefühl ist, ob man mit sich selbst in Kontakt ist. Was ich meine, liegt tiefer: das Grundgefühl, ob man mit sich selbst in Kontakt ist, ob man seine eigenen Impulse und Bedürfnisse überhaupt wahrnehmen kann, ob man sich selbst vertraut. Das ist Selbstkontakt, nicht Selbstsicherheit.
Kann Bewegung dabei helfen, das Selbstgefühl zu verändern?
Das Selbstgefühl zeigt sich im Körper: in der Art, wie jemand Raum einnimmt, auf Begegnung reagiert, seinen eigenen Gewichtsschwerpunkt spürt. Es ist ein zentrales Element meiner Arbeit. Das Selbstgefühl sitzt nicht nur im Kopf. Es zeigt sich darin, wie jemand steht, wie er Raum einnimmt, ob er seinen eigenen Gewichtsschwerpunkt kennt. Über Bewegung, Tango oder Authentic Movement, lässt sich das direkt erfahren und langsam verschieben.
Was ist NARM und wie arbeitet es mit dem Selbstbild?
NARM (NeuroAffektives Relationales Modell, entwickelt von Dr. Laurence Heller) ist ein therapeutischer Ansatz, der bei den emotionalen Prägungen aus früher Kindheit ansetzt — bei Mustern wie Scham, Selbstverlust oder der Unfähigkeit, sich auf andere einzulassen. Der Körper ist dabei nicht das Ziel, sondern ein Fenster: er zeigt, was emotional noch nicht integriert ist. Beim Selbstbild arbeitet NARM direkt mit den schambasierten Identifikationen: mit der tiefen Überzeugung darüber, wer man ist, bevor das Verhalten überhaupt entsteht.
Selbstgefühl, Selbstkontakt, Selbstbild
Das hartnäckige Gefühl, irgendwie falsch zu sein. Zu viel oder zu wenig, nie ganz richtig. Und die heimliche Scham darüber. Weißt du überhaupt, wer du hinter der ganzen Anpassungsoberfläche wirklich bist? Hast du Kontakt zu deinem selbstbestimmten, verbundenen, liebenden, lebendigen Selbst? Realisierst du dein kreatives Potential, dein Ureigenstes? Oder hältst du es zurück aus dem Glauben das ist nichts wert, interessiert niemanden, oder glaubst du in der Tiefe sogar, das wäre irgendwie bedrohlich? Bist du sehr empfindlich für was andere über dich sagen, oder weißt du wer du bist und stehst zu dir?
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