Rotraut Rumbaum
Wenn nichts mehr geht

Thema:
Erschöpfung, Burnout und Depression
Was ich aus meiner Arbeit kenne
Ich habe beruflich erfolgreiche Klienten, die als Manager oder in leitender Funktion in Behörden tätig sind. Von außen sieht man es nicht, weil man es nicht sehen darf: innerlich fühlen sie Burnout oder Depression, sie haben unterschiedliche Begriffe dafür. Das allen gemeinsame - so sehe ich es - ist eine tiefe Erschöpfung des Selbst: das Gefühl, dass Energie versiegt, dass sie nicht mehr richtig leben, dass die Sinnfrage sich schärfer stellt, dass der Tagesanfang nicht mehr von Freude oder Erwartung geprägt ist sondern von der Frage wie sie es überstehen können. Die Kontaktaufnahme zu mir als Therapeutin stand am Ende vieler Versuche damit selber zurechtzukommen.
Was dahintersteckt
Burnout beschreibt, was die Arbeit (oder auch private Inanspruchnahme zB durch intensive Pflegetätigkeit mir nahen Menschen) mit einem gemacht hat. Depression beschreibt, wie das System reagiert. Erschöpfung des Selbst beschreibt, was schon vorher war, lange bevor der erste Zusammenbruch kam.
Erschöpfung dieser Tiefe entsteht weniger durch zu viel Stress allein. Oft hat sie eine längere Geschichte: einen Menschen, der schon früh gelernt hat, mehr zu leisten als zu empfangen. Eine Person, die ihre eigene Bedürftigkeit früh als nicht verträglich mit Verbindung erlebt hat und gelernt hat, möglichst wenig zu brauchen, bzw nicht zu spüren was sie braucht.
Was das Nervensystem dann tut: es erschöpft sich unter Dauerbelastung, und die eigene gefühlt Lebendigkeit verwandelt sich in innere Leere, Hilflosigkeit usw.
Warum Erholung allein oft nicht hilft
Urlaub hilft manchmal für kurze Zeit. Es ist bekannt, dass der Erholungseffekt von Urlaub ca 2 Wochen anhält - wenn so lange! Auch medizinische Unterstützung ist oft notwendig.
Was sich trotzdem nicht verändert, ist das Grundmuster: schon wieder sich getrieben zu fühlen und dem nichts entgegensetzen zu können.
Das liegt daran, dass das Muster tiefer sitzt als die Erschöpfung selbst und diese immer wieder erzeugt.
Wie ich damit arbeite
Mit dieser Art von Leidensdruck arbeite ich verbal und somatisch: da sich diese Symptome oft im Körper ausdrücken, eignet es sich gut für Arbeit, den den Körper einbezieht
Verbal/Dialog
Hier folge ich dem allgemeinen NARM Dialog, der mit dem Wunsch beginnt, und dann explorierend weitergeht. Was genau passiert, hängt davon ab. Zum Beispiel habe ich einmal die innere Leere eines Managers "reframed" als weißes Blatt Papier, das war eine metaphorischer Ansatz. Oder ich unterbreche die Suche nach Komplexität um all das zu erklären, mit der Rückführung auf das was meine Klientin jetzt gerade fühlt, auch als Bedürftigkeit oder Mangel. Das Prinzip folgt immer dem Muster: was können wir jetzt, in unserer Therapie-Stunde, zwischen uns als Worte entstehen lassen, um dich für dich selber sichtbarer zu machen, und das Gefühl des Ausgeliefert-Seins zugunsten von eigener Handlungs-Fähigkeit zu verringern?
Einbezug des Körpers
In manchen Therapien setzen wir Tango Argentino Elemente ein. Aber hier ist oft - im Einverständnis - ein etwas ungewöhnlicherer Zugang sinnvoller: es nennt sich "NARM Touch" und bezieht ausdrücklich Berührung - oder zumindest deren Möglichkeit - mit ein.
Ein konkretes Beispiel
Sie ist eine sehr öffentliche Person, kontrolliert alles, und gerät bei passiver Entspannung auf der Liege, in meiner Gegenwart (!), in massiven Stress, Scham und Druck auf der Brust und im Unterbauch. Die Situation reaktiviert ein unkontrollierbares Körperzittern aus ihrer Jugend, das sie mit tiefer Scham über den Kontrollverlust verknüpft hat. Ruhe ist für ihr System ungewohnt; chronische Anspannung ist ihr dominanter Seinszustand. Wir gehen damit vorsichtig um, um sie nicht zu überfordern, nur mit meiner leichtem Hand auf ihrem Unterschenkel. Schließlich gerät sie in einen warmen Zustand der Entspannung - auch in meiner Gegenwart, die das bezeugt und nicht verurteilt. Ich glaube dieses Beispiel zeigt die Arbeitsweise genug.
Was tun, wenn man keine Kraft mehr hat, Verantwortung für das eigene Leben zu tragen?
Autonom sein zu müssen als Erwachsener fühlt sich wie eine Strafe an, man möchte es am liebsten abgeben. An andere Menschen, an das Universum. Aber das geht nicht, man fühlt sich unfähig oder schämt sich dafür.
Warum fühle ich innerlich eine Leere, die sich nicht füllen lässt?
Man spürt eine innere Leere, die man als unangenehme Gleichgültigkeit oder Emotionslosigkeit wahrnimmt. Man erinnert sich eher an Fülle und Emotionen als dass man sie noch lebe kann. Es ist ein Verlust.
Warum macht sich chronische Erschöpfung körperlich bemerkbar?
Der Körper ist eine ständige Quelle von Problemen, deren Grund nicht ganz klar ist, und die auf Behandlung nicht wirklich ansprechen. Chronische Müdigkeit, Schlafschwierigkeiten, Kopfschmerzen. Dies kann auch seelische Ursachen haben, die sehr tief angelegt sind.
Warum reicht meine Leistung nie aus, egal wie viel ich tue?
Das Gefühl, mehr geben zu müssen als man kann. Die Angst davor, Fehler zu machen, oder als nicht gut genug wahrgenommen zu werden. Die Schwierigkeit, Prioritäten zu setzen weil auch Kleinigkeiten perfekt sein müssen.
Warum macht mir das Leben keine Freude mehr?
Oft ist Freude am Leben nur noch in der Erinnerung da. Es ist keine Freude mehr da, die Energie gibt und "den Tag strahlen" lässt. Man hat weniger Ziele (wofür auch?). Und die Umwelt merkt es. Und vielleicht fühlt man sich dafür schuldig.
Was tun, wenn man keine Kraft mehr hat, Verantwortung für das eigene Leben zu tragen?
Autonom sein zu müssen als Erwachsener fühlt sich wie eine Strafe an, man möchte es am liebsten abgeben. An andere Menschen, an das Universum. Aber das geht nicht, man fühlt sich unfähig oder schämt sich dafür.
Warum fühle ich innerlich eine Leere, die sich nicht füllen lässt?
Man spürt eine innere Leere, die man als unangenehme Gleichgültigkeit oder Emotionslosigkeit wahrnimmt. Man erinnert sich eher an Fülle und Emotionen als dass man sie noch lebe kann. Es ist ein Verlust.
Warum macht sich chronische Erschöpfung körperlich bemerkbar?
Der Körper ist eine ständige Quelle von Problemen, deren Grund nicht ganz klar ist, und die auf Behandlung nicht wirklich ansprechen. Chronische Müdigkeit, Schlafschwierigkeiten, Kopfschmerzen. Dies kann auch seelische Ursachen haben, die sehr tief angelegt sind.
Warum reicht meine Leistung nie aus, egal wie viel ich tue?
Das Gefühl, mehr geben zu müssen als man kann. Die Angst davor, Fehler zu machen, oder als nicht gut genug wahrgenommen zu werden. Die Schwierigkeit, Prioritäten zu setzen weil auch Kleinigkeiten perfekt sein müssen.
Warum macht mir das Leben keine Freude mehr?
Oft ist Freude am Leben nur noch in der Erinnerung da. Es ist keine Freude mehr da, die Energie gibt und "den Tag strahlen" lässt. Man hat weniger Ziele (wofür auch?). Und die Umwelt merkt es. Und vielleicht fühlt man sich dafür schuldig.
Von außen läuft das Leben vielleicht sogar beeindruckend gut. Innen herrscht ein Dauerzustand, den eine Klientin "Überlebensmodus" nannte: Anstrengen, Durchhalten, Kämpfen und Flüchten, über Jahre, bis das selbstverständlich geworden ist und ihr Körper auf Autopilot in diesem Stress-Dauerzustand gefangen war.
Du hast sehr viel Energie aufgewendet, um Gefühle unter der Oberfläche zu halten, Schmerz, Wut, Traurigkeit, deine wirklichen Bedürfnisse. Irgendwann bricht du emotional oder körperlich zusammen, weil du einfach nicht mehr kannst. Ruhe erlebst du dann wahrscheinlich weniger als wirkliche Erholung, sondern irgendwie als Bedrohung: Wenn es dann durch diese "Notabschaltung“ stiller wird, taucht auf, was sonst durch Aktivität ferngehalten wurde.
Eine Klientin beschrieb es so: Sich einfach selbst zu sein und nichts zu tun, das fühlt sich falsch an, fast tot. Der Weg aus der Erschöpfung führt in die Frage, was du innerlich mit dir rumträgst, warum du immer so weiter gemacht hast und vor allem: Was brauche ich wirklich? Wie komme ich da raus? Wer bin ich hinter all dem? Wie finde ich Frieden in mir und zurück in meine Lebenskraft?




