Jemand sitzt mir gegenüber und sagt, er habe lange einfach weitergemacht. Morgens aufgestanden, die Liste abgearbeitet, abends ins Bett. Bis er eines Tages nicht mehr aufgestanden ist. Nicht aus Faulheit, sondern weil das Nervensystem irgendwann aufhört, das nächste Signal zu produzieren.
Burnout und Depression tragen unterschiedliche Namen, aber was darunter liegt, ist oft dasselbe: ein Organismus, der gelernt hat, seine eigenen Bedürfnisse zu überschreiben. Das war einmal sinnvoll. In einer frühen Umgebung, in der Funktionieren das Einzige war, was Zärtlichkeit oder Sicherheit brachte, war Leistung eine echte Antwort auf echte Not. Was sich jetzt als Erschöpfung zeigt, ist die kumulierte Rechnung dieser Anpassung.
In der Arbeit geht es nicht darum, Energie zu managen oder wieder leistungsfähig zu werden. Es geht darum zu verstehen, was dieser Organismus gelernt hat, damit er so funktioniert, wie er jetzt nicht mehr funktionieren kann. NARM setzt bei den emotionalen Prägungen an, die das ermöglicht haben, der Körper ist Fenster, nicht Ziel.
Erschöpfung, Burnout und Depression
TEST TEXT ERSCHÖPFUNG
Was tun, wenn man keine Kraft mehr hat, Verantwortung für das eigene Leben zu tragen?
Autonom sein zu müssen als Erwachsener fühlt sich wie eine Strafe an, man möchte es am liebsten abgeben. An andere Menschen, an das Universum. Aber das geht nicht, man fühlt sich unfähig oder schämt sich dafür.
Warum macht sich chronische Erschöpfung körperlich bemerkbar?
Der Körper ist eine ständige Quelle von Problemen, deren Grund nicht ganz klar ist, und die auf Behandlung nicht wirklich ansprechen. Chronische Müdigkeit, Schlafschwierigkeiten, Kopfschmerzen. Dies kann auch seelische Ursachen haben, die sehr tief angelegt sind.
Warum macht mir das Leben keine Freude mehr?
Oft ist Freude am Leben nur noch in der Erinnerung da. Es ist keine Freude mehr da, die Energie gibt und "den Tag strahlen" lässt. Man hat weniger Ziele (wofür auch?). Und die Umwelt merkt es. Und vielleicht fühlt man sich dafür schuldig.
Warum reicht meine Leistung nie aus, egal wie viel ich tue?
Das Gefühl, mehr geben zu müssen als man kann. Die Angst davor, Fehler zu machen, oder als nicht gut genug wahrgenommen zu werden. Die Schwierigkeit, Prioritäten zu setzen weil auch Kleinigkeiten perfekt sein müssen.
Warum fühle ich innerlich eine Leere, die sich nicht füllen lässt?
Man spürt eine innere Leere, die man als unangenehme Gleichgültigkeit oder Emotionslosigkeit wahrnimmt. Man erinnert sich eher an Fülle und Emotionen als dass man sie noch lebe kann. Es ist ein Verlust.