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  • Innere Anteile in IFS: sind sie real oder "eingebildet"? Meine Sicht aus NARM.

    Auch ich arbeite gelegentlich mit so etwas wie den inneren Teilen (meist "das innere Kind"). Aber während IFS den Umgang mit inneren Anteilen lehrt, ziele ich auf größere Freiheit von ihnen ab. Das sind unterschiedliche Perspektiven. Was ist IFS? IFS (Internal Family Systems) ist eine sehr populäre Therapie-Methode von Richard Schwartz. IFS behandelt das innere Erleben als Versammlung von "Anteilen", die als eigenständige Akteure mit eigenem Willen auftreten. Da gibt es zum Beispiel Beschützer oder "Exiles" oder Manager. Die neuere Entity-Arbeit von Richard Schwartz und Bob Falconer geht noch weiter: Destruktive Impulse können dort als fremde Wesenheiten gelten, die fast schamanisch vertrieben werden müssen. Was finde ich gut in IFS? Ich teile natürlich mit IFS einige Grundannahmen, auch wenn ich es anders ausdrücken würde. Zum Beispiel sagt IFS: "Es gibt keine schlechten Teile" (no bad parts). Für mich haben die NARM Überlebensstile auch eine ursprünglich "positive Intention" - allerdings nicht als eigennständige "Teile" Zudem gibt es in der "Somatischen IFS" Theorie von Susan McConnell. erstaunliche Überdeckungen: zum Beispiel teilen wir beide den Begriff von "Mindful Motion". Und beide sehen Berührung als wichtige Komponente. Was ist aus NARM Sicht problematisch in IFS? Aus NARM-Sicht verliert man damit den Zugang zur Frage, wie man selbst seine Erfahrungen innerlich organisiert. Zudem führt die Aufspaltung in unterschiedliche Anteile eher zu mehr Fragmentierung, was aus NARM Sicht kontraproduktiv für Entwicklung, Desidentifikation mit früh gelernten Schutzstrategien ist. Man beginnt leicht, diese Teile als real zu sehen, sich mit ihnen zu identifizieren (es sind ja "meine Teile") und vermeidet die reale Kapazität und Verantwortung, die wir als Erwachsene für uns selbst haben. In NARM fokussieren wir darauf, sich von den eigenen kindlichen Anteilen und "Überlebensstrategien" zu desidentifizieren, also sich selber als Akteur zu erkennen. Der Unterschied ist subtil, aber hoch relevant: Im IFS ist das sogenannte "Selbst" nur ein Anteil unter vielen - wenn auch ein wichtiger. Im NARM geht es dagegen ganz zentral um das Selbst. Das "Selbst" in Internal Family Systems und NARM In IFS ist das "Self" eine besondere Qualität, ein Zustand, den man erreicht oder in den man geführt wird. Es hat spezifische Eigenschaften (die "8 C's": Curiosity, Calm, Clarity usw.). Es ist etwas, das man kultiviert oder freilegt. In NARM gibt es kein entsprechendes Konstrukt. Das Erwachsenenbewusstsein ist keine besondere Qualität, sondern schlicht der Ausgangspunkt. Es ist nicht etwas, das man erreicht , sondern es ist das, was bereits da ist. Unabhängig davon, wie es sich anfühlt. man hört auf, sich mit dem kindlichen Muster zu identifizieren. Heller würde sagen: Die Frage ist nicht "Wie komme ich ins Self?", sondern "Womit bin ich gerade identifiziert? Wofür dient mir das gerade?" Der praktische Unterschied: In Internal Family Systems kann das Self zum Ziel werden, zu einem inneren Zustand, den man anstrebt. Das birgt das Risiko einer weiteren Identifikation mit dem "gesunden Kern." NARM umgeht das, indem es gar kein Ziel-Selbst definiert. Außerdem kann man laut NARM das Selbst nicht verlieren. Lediglich die Verbindung dazu kann sich durch ehemals intelligente Überlebensstrategien und die gelernten Identitäten verloren gegangen oder überlagert anfühlen. NARM hilft, diese Schichten abzutragen. Ein Beispiel: Das "Innere Kind" in Internal Family Systems und NARM Ich selber arbeite gelegentlich auch mit etwas, das "Teilen" nahekommt: zum Beispiel das "Innere Kind". Hier ein Beispiel mit einer Klientin die ich hier Johanna nenne (ein realer Fall). Ich zeige erst meine Arbeit, dann wie ich es mir mit IFS vorstelle. Das innere Kind in NARM Johanna kommt in die Sitzung mit einem Muster, das sie selbst nicht versteht: Sie sehnt sich nach Kontakt, und gleichzeitig hält sie mögliche emotionale und körperliche Nähe mit aller Kraft auf Abstand. In einer Selbsterforschung wird ihr plötzlich bewusst, dass sie sich trotz ihres Bedürfnisses nach Kontakt innerlich mit dem Fuß gegen die Tür stemmt, diese aktiv zuhält und Begegnung selbst verhindert. Als sie dann sich selbst als Kind hinter dieser Tür wahrnimmt, ein kleines Mädchen mit großer Angst, verändert sich etwas. Sie nimmt sie in Gedanken auf den Arm und in diesem Moment bricht das jahrzehntelange Gegenhalten zusammen. Sie erkennt, dass ganz real heute als Erwachsene nicht automatisch eine Katastrophe geschehen würde, wenn sie jemanden näher an sich heranließe - vielleicht, enttäuschend, schmerzhaft, aber nicht existenziell. Sie merkt, sie muss die Tür nicht mehr bewachen, weil sie selbst entscheiden kann, ob, wann und für wen sie sie öffnet. Und dass sie heute im Gegensatz zu früher nicht mehr ausgeliefert ist, auch wenn es sich vielleicht noch so anfühlt. Das Innere Kind in IFS In IFS würde Johannas innere Szene als Begegnung zwischen verschiedenen Anteilen inszeniert. Die Tür, die sie zuhält, ist ein Beschützer-Anteil, ein sogenannter Manager, der einen verletzten, verbannten Anteil (das ängstliche Mädchen) von bewusstem Erleben fernhält. Die therapeutische Arbeit würde darin bestehen, zunächst mit dem Beschützer in Dialog zu treten, seine Absicht zu würdigen, und erst mit seiner Erlaubnis Kontakt zum verbannten Anteil aufzunehmen. Der Unterschied: vom Umgehen mit Anteilen zur Des-Identifikation von fragmentierten Anteilen Das klingt vielleicht erstmal ähnlich. Der Unterschied ist aber wesentlich. Er liegt in der inneren Konstellation und der Rolle die du als Klient einnehmen würdest: IFS: Du wärst danach jemand, der seine Anteile kennt und mit ihnen umgeht. In IFS bekommt jeder Anteil eine Stimme und einen Platz im inneren System. Das Kind hinter der Tür ist ein "Exile" mit eigenem Status. Ich als Therapeut begleite dich dabei, diesen Anteil zu "entlasten" und zu "reintegrieren." NARM: Du wärst danach jemand, der sich weniger mit den alten Schutzmustern identifiziert sondern seinem Wesenskern und seiner realen Erwachsenenkapazität näher kommt. Was bedeutet das konkret für dich als Klient? In der Arbeit mit Johanna gab es einen Moment, in dem sie das Kind wahrnahm und gleichzeitig merkte: Ich bin nicht dieses Kind. Ich schaue auf es. Das ist aber der entscheidende Unterschied. Solange du dich mit dem ängstlichen Kind identifizierst, reagierst du aus ihm heraus, ohne es zu merken. Du hältst die Tür weiterhin zu, weil es damals Angst hatte. Auch wenn heute real vielleicht eher die Erfüllung deiner Sehnsucht dahinter wartet. Wenn du erkennst, dass du dich mit dem Kind von damals identifizierst, entsteht ein Spielraum. Du kannst entscheiden, ob du die Tür weiter zuhältst oder nicht. Das ist ein Wechsel darin, wer du in diesem Moment bist und wieviel Wahl du hast. Zu den "externen Entitäten" Es ist kein Kern-Thema von IFS. Aber die letzten Äußerungen von Richard Schwartz zu "Besessen sein" von externen Entitäten halte ich für sehr problematisch. Er hat sie gewonnen nach psychedelischen Erlebnissen. Während ich solche Erlebnisse nicht abwerte - im Gegenteil, sie können extrem hilfreich und bewusstseins-erweiternd sein, sogar therapeutisch - bin ich sehr skeptisch, solche eher schamanischen Gedanken, die auf Exorzismus hinauslaufen, in die Therapie aufzunehmen. Vielleicht hat die Grundkonstruktion von IFS - dass diese Teile, auch die guten, "real" sind - Richard Schwartz zu dieser Erweiterung verleitet. Zu mir als NARM Therapeutin, die über IFS schreibt Anmerkung dazu: ich bin keine ausgebildete IFS Therapeutin, habe aber einiges an Literatur gelesen, weil ich einige Grundhaltungen mit IFS teile und undogmatisch an Methoden herangehe. Zum Beispiel teile ich die Grundhaltung der "ursprünglich guten Absichten". Oder ich finde den somatischen Ansatz von Susan MCConnel interessant. Den "externen Entitäten" aus der neueren IFS Theorie stehe ich kritisch gegenüber. Zudem gilt: In der therapeutischen Praxis kommt es oft mehr auf die individuellen Therapeutin an und wie sie mit der Theorie praktisch umgeht als auf die Methode an sich. Zum Lesen und Hören Zu IFS gibt es zum Beispiel jede Menge YouTube-Videos, die man zur Einführung nutzen kann. Ich habe mich hier auf das neue Buch zu "Somatischem IFS" von Susan McConell bezogen. RIchard Schwartz zu "externen Entitäten" https://www.youtube.com/watch?v=RaWM5-zjGf4 Schwartz räumt in diesem Interview ein, dass er "unattached burdens" nicht öffentlich betont, weil er IFS im Mainstream etablieren will. Er beschreibt dann Phänomene, die sich seiner Einschätzung nach klar von normalen Anteilen unterscheiden: Sie gehören nicht zur Person, haben ein eigenständiges Leben, und wollen gezielt schaden. Er nennt sie "unattached burdens" und verweist auf schamanische Traditionen, die ähnliche Konzepte kennen. Die Intervention: Wenn der Klient in den "Self"-Zustand kommt, verliert die Entität ihre Macht. Danach wird sie "ins Licht geschickt". Sie hat laut Schwartz keine Wahl und muss gehen. Schwartz sagt explizit, er spreche darüber nicht offen, weil er die Akzeptanz von IFS nicht gefährden will. Das ist eine bewusste Entscheidung, einen Teil der eigenen Praxis zu verbergen. Auch das halte ich für problematisch. Zu NARM: Ich würde das Buch von Laurence Heller und Stefan Niedermayer als Einstieg empfehlen. PS: Ich gehe davon aus, dass ein IFS Therapeut hier bestimmt differenzieren würde, und freue mich über Zuschriften.

  • Wie Paartherapie mit Tango und NARM als partnerschaftliche Selbstentwicklung gestaltet werden kann

    Paartherapie, Tango und der therapeutische Gesprächsansatz NARM - was hat das miteinander zu tun? Worum geht es? Ich stelle hier vor, wie man in der Paartherapie sowohl körperliche wie dialogische Möglichkeiten einsetzen kann. Warum weiß ich worüber ich spreche? Ich habe 13 Jahre lang professionell Tango Argentino unterrichtet - schau hier. Und ich habe eine tiefe Ausbildung in mehreren anerkannten Therapie-Methoden (u. a. Tanztherapie und NARM). Insgesamt habe ich in tausenden Stunden Einzelne, Paare und Gruppen begleitet, in Unterricht, Therapie und Coaching. Lehrfilme noch nicht eingerechnet! Für wen ist dieser Beitrag? Für alle: Nicht-Tänzer und Tango-Tänzer. Für Paare, die allein durch Gespräch oder Therapie nicht weitergekommen sind, oder die einfach explorativ sind. Rotraut Rumbaum, Mindful Motion Tango-NARM Synthese für Paare Wann hast du dich das letzte Mal authentisch, präsent, sicher UND frei zugleich in einem engen Kontakt gefühlt? Und was hat der Tango damit zu tun? Tango macht über Bewegung und Kontakt erlebbar, wie sich eine sichere Bindung anfühlt und diese hilft, sich selbst auszudrücken und zu entfalten. Für Nicht-Tänzer oder Anfänger, die sich dafür interessieren: Das gilt nicht nur für das, was man sich als "richtigen Tango" vorstellt. Es gilt auch für die einfachen Elemente, die wir - angepasst an deine (Nicht-)Kenntnisse - anwenden können. Mit "Elemente" meine ich so einfache Dinge wie Stehen, Gehen, Umarmen, den Blick, das Spüren von eigenen Impulsen und denen vom Partner usw. Wenn ich im Folgenden "Tango" sage, meine ich immer beides. Diese Art der Erforschung und Reflexion kann besonders wohltuend sein, wenn man früher schwierige Erfahrungen mit wichtigen Bezugspersonen gemacht hat, und die Folgen dessen ändern möchte (in Therapie-Sprache: "Entwicklungstrauma"). Genau hier setze ich mit meinem Ansatz an, der Tango und therapeutisches Gespräch verbindet. Es gibt auch andere Varianten dieser Verbindung. Zum Beispiel hat Simone Schlafhorst den standardisierten "Neurotango" für neurologische Störungen entwickelt. Das ist etwas ganz anderes als was ich hier vorstelle. Tango als Erfahrungsraum für Paartherapie Tango (oder seine Elemente) ist ein lebendiger Erfahrungsraum für Begegnung, nonverbale Kommunikation, Präsenz, Kontakt und die Art, wie wir Beziehungen erleben und gestalten. Im Tango brauchen wir einander - das weiß jeder: "It takes two..". Deshalb ist die Basis für guten und erfüllenden Tango eine sichere Bindung und eine erwachsene, wechselseitige Abhängigkeit. Tango ermöglicht es, diese Erfahrung sicherer Bindung und gesunder, wechselseitiger Abhängigkeit im tänzerischen Miteinander zu erfahren. Beim Tango zeigt sich, was einem dabei im Weg steht. Hier können wir ganz fühlbar entdecken, wie wir oft unbewusst das verhindern, was wir uns eigentlich wünschen. Wir können durch Tango lernen, dass wir mehr Selbst-Wirksamkeit haben, als wir in unserer Kindheit oft gelernt haben Was meine ich mit sicherer Bindung im Tango? Stell dir ein unsichtbares, elastisches Band zwischen zwei Menschen vor. Es hält die Verbindung, ist aber dehnbar genug, um beiden Raum für eigene Bewegungen zu geben. Du kannst spüren, bis zu welchem Punkt ihr euch voneinander entfernen könnt, bevor die Verbindung zu reißen droht. Im Tango lernen wir, mit diesem inneren Band umzugehen, es zu pflegen und ihm zu vertrauen. Tango lebt von einem "Sowohl-als-auch", nicht von einem starren "Entweder-Oder": Rotraut Rumbaum, BLOG Tango-NARM-Synthese • Einheit und Freiheit: Eine gesunde, erwachsene Abhängigkeit, die auf Eigenständigkeit basiert, und in der Du dich bewusst für Verbundenheit entscheidest. • Kooperation statt Anpassung: Du arbeitest zusammen und gestaltest aktiv mit, statt dich unterzuordnen. • Hingabe statt Selbstaufgabe: Du kannst dich dem Miteinander hingeben, ohne dich selbst zu verlieren. • Präsenz statt Dominanz: Du bist präsent und klar, ohne den anderen zu kontrollieren und manipulieren. Neue Erfahrungen sind heilsam und befreien! Wenn wir im Tango lernen, diese Qualitäten zu verkörpern, machen wir neue Erfahrungen: • Ich kann in engem Kontakt / großer Nähe sein UND mich selbst spüren. • Ich kann mich führen lassen UND dabei präsent, eigenständig und gestaltend bleiben, empfänglich sein und mich auch aktiv einbriungen • Ich kann führen UND auf die Reaktion des Partners eingehen, empfänglich bleiben. • Ich kann mich sicher und verbunden fühlen UND gleichzeitig frei und eigenständig. Diese neuen Erfahrungen überschreiben alte Muster nicht sofort, denn Entwicklung braucht Zeit. Aber sie erweitern unseren Spielraum und unser Gefühl von Selbstwirksamkeit und damit von Sicherheit. Wir lernen körperlich, wie sich eine sichere, flexible und gleichzeitig klare Verbindung anfühlt. Das kann tiefgreifende Auswirkungen auf unser Selbstgefühl und unsere Beziehungen außerhalb des Tanzes haben. Flow und das tiefe Gefühl von Einheit Manchmal erleben wir dabei auch sogenannte "Flow-Zustände": Momente, in denen wir ganz im Hier und Jetzt aufgehen, die Bewegung mühelos fließt und Denken, Fühlen, Bewegen so wie du und ich als Einheit erlebt werden. Diese Momente wünscht sich jeder, sei es als Tänzer oder als Musiker und natürlich - in der Erotik! Im Tango kann man das Prinzip üben! Tango - der "Macho- und Hingabe-Tanz"? Nein! Wenn man an Tango denkt, hat man oft ein verfälschtes Bild im Kopf: der leidenschaftliche, machohafte Mann führt, die Frau folgt hingebungsvoll, alles sehr erotisch und voller Klischees von Männlichkeit und Weiblichkeit. Generierte KI-Bilder zeigen es typischerweise so: In dieser KI-Abbildung beschränkt sich Tango auf eine begrenzte Spielart - Show-Tango - und wird dem inneren Reichtum und der Vielfalt an Gestaltungs- und Erfahrungsmöglichkeiten überhaupt nicht gerecht. Ich vermittele ein neues und tiefes Verständnis von Tango Argentino, das die Folgen lebensgeschichtlicher Prägungen mit einbezieht und Achtsamkeit stärkt. Ich nenne meinen Ansatz Mindful Motion Tango. Loslösung von starren Rollenbildern mit "Mindful Motion Tango" In meinem daraus geborenen Tango-Verständnis geht es nicht um festgelegte Rollen. Wir alle tragen sowohl das in uns, was wir traditionell als männliche und weibliche Qualitäten bezeichnen. ZB: Männlich Klarheit und Präsenz Führung Stabilität Aktivität Weiblich Empfänglichkeit Hingabe Flexibilität Sein Aber: Der Tango (und unsere Beziehungen) wird erst dann wirklich spannend und lebendig, wenn beide lernen, diese verschiedenen Seiten in uns selbst und im Miteinander zu entdecken und zu leben. Die Tango-NARM-Synthese als eine körperbasierte Brücke zur Selbsterforschung für Paare oder Solo Rotraut Rumbaum, Mindful Motion Tango-NARM Synthese für Paare und PsychotherapiWie verbinden sich bei mir Tango und NARM? Für mich ist Tango eine wunderbare körperbasierte Brücke zur Selbsterforschung in der therapeutischen und paartherapeutischen Arbeit. Dies spielt beispielsweise im NARM-Ansatz eine Rolle. Diese Methode mit dem leider so unemotionalen technischen Namen "Neuroaffektive Relational Model" (NARM) ist eine Methode zur Heilung von Entwicklungstrauma und den Folgen früher Prägungen im Erwachsenenalter. Die inneren Räume erforschen - mit Tango und NARM Tango kann uns also helfen, tief verankerte Muster im Umgang direkt im Körper zu spüren und zu erforschen. Dies gilt zum Beispiel für Nähe Distanz Autonomie Abhängigkeit Einstimmung Vertrauen Kontrolle Selbstbeziehung Verbundenheit Im Tango aktivieren wir die Themen im Hier und Jetzt, durch den Körper und die Sinne. Dann erforschen wir sie im Gespräch tiefer. Warum ist Mindful Motion Tango so wertvoll für die therapeutische Selbsterforschung und für Paare? Tango konfrontiert uns auf einer sehr direkten, körperlichen Ebene mit unseren Beziehungsmustern und wir erleben, wo wir die Verbindung zu uns selbst aufgeben, um Gemeinsamkeit zu ermöglichen. Die körperliche Nähe, die Umarmung, das tänzerische Aufeinander-Angewiesen-Sein im Führen und Folgen – all das kann tief in uns liegende, oft unbewusste Erinnerungen an frühe Beziehungserfahrungen wachrufen. Der Körper erinnert sich Unser Körper erinnert sich an Zeiten, in denen wir ähnlich abhängig von Bezugspersonen waren, auch wenn wir keine bewussten Bilder mehr davon haben (denn diese Art der Erinnerung beginnt oft erst später im Leben). Im Tanz zeigt sich, wie wir unbewusst noch immer aus diesen alten Erfahrungen heraus agieren und daher mehr reagieren als das Miteinander authentisch nach unseren “erwachsenen Möglichkeiten zu gestalten. Unsere alten Überlebensstrategien werden direkt im Tanz sichtbar und fühlbar Anpassung/Überanpassung: Geben wir uns selbst auf, um die Verbindung nicht zu gefährden? Verlieren wir den Kontakt zu uns selbst, um dem anderen zu gefallen oder Konflikte zu vermeiden? Rückzug: Ziehen wir uns emotional oder körperlich zurück, wenn es uns zu nah oder zu schwierig wird? Trauen wir uns nicht, uns wirklich zu zeigen? Kontrolle/Kampf: Versuchen wir, den Partner oder die Situation zu kontrollieren, weil wir uns sonst unsicher fühlen? Führen wir dominant, statt einzuladen? Folgen wir widerwillig oder kämpfen wir gegen die Führung an? Verlust von Eigenständigkeit: Verschmelzen wir mit dem Partner und verlieren unser eigenes Zentrum? Im Tango können wir diese Muster nicht nur erkennen, sondern unmittelbar erleben. Wir spüren sie im Körper, in der Bewegung, in der Begegnung. Das ist oft viel direkter und eindrücklicher als nur darüber zu sprechen. Wir entdecken vielleicht unsere unbewusste "Prioritätenliste": Was ist uns in Beziehungen wichtiger? Verbindung um jeden Preis? Autonomie? Sicherheit? Kontrolle? Rotraut Rumbaum, Mindful Motion Tango-NARM Synthese für Paare und Psychotherapie Das Dilemma in Frauen-Workshop: Ein Beispiel aus meiner damaligen Unterrichtszeit Ich erinnere mich gut an meine früheren Workshops für Frauen, in denen wir an der Technik, Eigenständigkeit und erweiterten Kompetenzen in der folgenden Rolle arbeiteten. Zuerst übte jede Frau für sich, z.B. Ochos – stabil, elegant, musikalisch, vielleicht mit kleinen Verzierungen. Das gelang mit etwas Übung immer besser. Die Frauen wurden zunehmend präsent, ausdrucksstark und koordiniert. Doch sobald sie dasselbe zu zweit, also mit einer Partnerin im Tanzkontakt, üben sollten, änderte sich das Bild oft dramatisch. Es war, als hätten sie alles vergessen, was sie gerade noch allein gekonnt hatten. Ihre ganze Aufmerksamkeit war darauf gerichtet, sich irgendwie im Kontakt zurechtzufinden. Oft bedeutete das: Sie passten sich extrem an die Partnerin an, so dass alles andere – die eigene Stabilität, der Ausdruck, die Musikalität – in den Hintergrund trat. Sie steckten unbewusst in einem Dilemma, das wir auch aus der NARM-Therapie kennen: Wie kann ich mein eigenes Potential, meine eigene Bewegung einbringen, ohne die Verbindung zur Partnerin zu verlieren oder zu stören? Sie erlebten es als ein "Entweder-Oder": Entweder bin ich ganz bei mir ODER ich bin in Verbindung. Beides gleichzeitig schien unmöglich. Meist war ihnen das nicht einmal bewusst. Sie merkten nur: Irgendwie ist es viel schwieriger als gedacht. Körperlich zeigte sich das zum Beispiel so: • Die Arme hielten die Partnerin entweder zu fest (was destabilisiert) oder nahmen kaum Kontakt auf. • Sie versuchten, möglichst unabhängig zu bleiben, oder kümmerten sich übermäßig darum, was die andere macht (oder nicht macht). • Sie brauchten viel Kraft, um äußere Impulse zu kompensieren, oder verloren umgekehrt ihre eigene Körperspannung und Gestaltungskraft. • Sie hörten die Musik nicht mehr richtig oder konnten den Rhythmus nicht mehr umsetzen, weil sie zu sehr davon abhingen, wie die Partnerin sich bewegte. • Die Fähigkeit, Verzierungen einzubauen, ihre Bewegungen aktiv zu gestalten verschwand fast vollständig. Was habe ich sonst noch beobachtet? Rotraut Rumbaum, Mindful Motion Tango-NARM Synthese für Paare und Psychotherapie Ähnliche Abläufe beobachte ich auch oft im Zusammenspiel von Männern und Frauen im Tango, beispielsweise im Umgang mit dem Beckenbereich oder in spezifischen Paar-Abläufen, die alte Rollenmuster oder Konflikte widerspiegeln. Die Essenz vom Tango, wichtig für das Gelingen von Beziehung allgemein: Präsenz, Einheit, Freiheit Im Tango Argentino wirken drei Prinzipien wie eine stille Architektur zusammen – sie stützen und bedingen einander: Präsenz Du bist im Hier und Jetzt, spürst deinen Körper, deinen Atem, deinen Stand im Raum. Du balancierst Stabilität und Flexibilität, behältst deinen eigenen Rhythmus, auch wenn das Außen sich verändert. Einheit Aus deinem eigenen Zentrum heraus verbindest du dich mit dem Partner. Ohne dich zu verlieren, ohne den anderen zu vereinnahmen. Ihr haltet gemeinsam den Beziehungsraum – elastisch, lebendig, respektvoll. Freiheit Auf der Basis von Präsenz und Verbindung entsteht Improvisation. Ein kreatives, freies Spiel, in dem beide tanzen, gestalten, führen, folgen, atmen – jeder für sich und beide gemeinsam. Das kannst du gerne mal im übertragenen Sinne für dich in Bezug auf deine Beziehungen überprüfen. Ich bin gespannt, was du herausfindest. Schreib mir gerne. Ist das vielleicht auch für dich? Dieser Ansatz, Tango als verkörperte Selbsterfahrung zu nutzen, ist besonders geeignet für: Paare, die irgendwie nicht weiter wissen und schon alles Mögliche ausprobiert haben Paare, die spüren möchten, wie sie miteinander umgehen – nicht nur darüber reden, sondern es am eigenen Körper erleben und neue Wege ausprobieren. Menschen, die Lust auf Bewegung haben und neugierig sind, wie Körper und Gefühle zusammenhängen. Alle, die sich selbst besser kennenlernen wollen – besonders wenn du als Therapeut oder Coach arbeitest oder einfach gerne experimentierst. Wichtig ist: Du brauchst keinerlei Vorkenntnisse im Tango und musst auch nicht tanzen "können"! (Wobei erfahrene Tangotänzer von meinem Ansatz in mehrfacher Hinsicht natürlich sehr profitieren.) Es geht hier nicht um Leistung oder Perfektion, sondern um die subjektive, ehrliche innere Erfahrung. Was du mitbringen solltest, ist Offenheit, Neugier, die Lust, dich selbst in Bewegung und Begegnung zu erforschen, und die Bereitschaft zur Selbstwahrnehmung. Einen schönen Gruß!

  • Afterwork Soundhealing Do 23.7. – Reise zu dir mit Tanz und Klang 18:30–21:00 Wiesbaden. Jeden 4. Donnerstag im Monat!

    Grosser Gong bei Klangreisen von Rotraut Rumbaum Mindful Motion Tanz, Entspannung und Zeit für dich – finde tiefe Ruhe und Inspiration in einer wohltuenden, zentrierenden Klangreise. Mit ANMELDUNG! (Alles Praktische hier) Klänge unterstützen dich dabei, Stress abzubauen, inneren Ballast loszulassen, tiefe Entspannung zu erfahren, oder in besondere Bewusstseinszustände einzutauchen. Sie helfen dir, dich mit deinem Innersten zu verbinden und den Alltag hinter dir zu lassen. Mein großer Gong aus der "Tone Of Life" Herstellung entfaltet harmonische Klänge über alle Frequenzbereiche - vielfältige, intensive und sanfte. Mit meiner meditativen und an die Gruppe angepassten meditativ - improvisierten Spielweise lermögliche ich dir, dich Stück für Stück tiefer den Klänge hinzugeben. Der Geist wird ruhig. Der Körper regeneriert. Was bleibt ist Klang, Resonanz, reines SEIN in der Erfahrung von Zeit- und Raumlosigkeit. "Der Klang ist die Welt" (Joachim Ernst Berend, früher ein Lieblingsautor von mir). Die Klangreise entwickle ich nach und nach mit verschiedenen obertonreichen Instrumenten wie Schamanentrommel, Oceandrum, Klangschalen, hinführend zum Höhepunkt mit dem grossen Gong und abschliessend mit der Körpertambura und Koshi. Sie tragen und ergänzen den Gong ganz wunderbar. Sie setzen zusätzliche Impulse, die meist als sehr persönlich und nah erlebt werden. “If you play the Gong you play the universe.“ (Richard Sant Subagh, Gongspiel, Ausbilder, Kundalini Yoga Lehrer) Es klingt vielleicht etwas mystisch, aber die Klänge wirken tatsächlich vielfältig und heilsam auf Körper, Geist und Seele. Sie können Zugang geben zu frühen Erinnerungen. Spannungen im Körper und Emotionen befreien. Traumzustände und Visionen erzeugen. Ein wohltuendes Gefühl von Loslassen und Leichtigkeit erzeugen. Erlösende Tränen als Spannungsabbau gab es auch schon. Man kann es nicht genau vorhersagen - es ist jedes Mal anders, aber immer eine sehr individuelle, auch sehr spannende und überraschende Erlebniswelt. Jede Zelle deines Körpers reagiert darauf und schwingt mit - ob du es merkst oder nicht. Rotraut Rumbaum beim Affterwork Soundhealing Nebenher: auch therapeutisch und für Einzelsessions ist der Einsatz meines großen Gongs und der Körpertambura (auf dem Körper gespielt) von Deutz wunderbar geeignet und sehr empfehlenswert! Klangerlebnisse können dann auch anschliessend im persönlichen Lebenszusammenhang betrachtet und individuell weiterbearbeitet werden (bei Interesse sprich mich darauf an). Das fördert heilsame Entwicklung durch bewusste Integration der Erfahrung im persönlichen Lebenskontext. Klänge wie die des Gongs werden schon immer genutzt, um Entspannung, Zentrierung und innere Ruhe zu fördern, oder um Zugang zu mystischen oder spirituellen Zuständen zu erleichtern. EEGs zeigen heute, dass durch solchen Klang die Gehirnwellen verändert und die Gehirnhälften synchronisiert werden. Das folgende EEG zeigt die Reaktion auf einen großen Gong, der in dieser Meditation seine Wirkung entfaltet - siehe 2. Bild: völlig beruhigt. Brain Scan vor Gong Alexandre Tannous Brain Scan nach Gong von Alexandre Tannous (Mit freundlicher Erlaubnis von Alessandre Tannoux, www.sound-meditation.com) Zum Praktischen Ablauf Nach einer kurzen Einführung bewegst du dich frei, um deinen Körper vorzubereiten, durchlässiger werden zu lassen und dich richtig gut zu spüren. So schaffst du dir einen hilfreichen Übergang aus deiner Alltagsaktivität und Deiner Aussenwahrnehmung in deine innere Welt und einen kraftvollen Einstieg in deine Klangreise. Anschließend legst Du Dich entspannt hin und überlässt dich deiner Erfahrung - sei am besten einfach erwartungsfrei offen für das, was du erleben wirst! Mit den sanften Klängen der Körpertambura und Koshi zum Abschluss kehrst du entspannt und belebt in deinen Alltag zurück. Zum Abschluss genießen wir gemeinsam einen Moment der Stille. Anschließend stehe ich für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Das ist manchmal sehr nützlich - vor allem wenn die Klangwirkung dich emotional überraschte. So wie es mich überraschte, als ich das erste Mal einen großen Gong hörte und sofort wusste: "Das will ich auch". Man weiß es vorher nie... Und es ist jedes Mal anders! Wann Jeden 4. Donnerstag des Monats von 18.30-21.00h. Wo Michelsberg 28, 2.Hinterhof Wiesbaden Mitte Klingeln bei mindful motion ** Ausgleich 50,- verbindliche Voraberweisung an Rotraut Rumbaum IBAN DE05513800400937719000 Betreff: Afterwork Soundhealing (mit dem jeweiligem Datum) ** Anmeldung bitte über folgenden Link: ANMELDUNG Die Plätze sind sehr begrenzt! Bei kurzfristiger Anmeldung bitte melden unter 0163-8778212. Wer mehr über Wissenschaft und Sound Meditation erfahren möchte: Die Seite von Alexandre Tannous: www.soundmeditation.com - Außerordentlich interessant! Und gelegentlich mein Newsletter (Registrierung) Und eine Anleitung und ein paar Gedanken von mir zum "meditativen Hören": https://docs.google.com/document/d/1XfA497BDxBcdW5ztwGe3wIbh1qb4OyUIrZJ3TTqHnIo/edit?usp=sharing

  • Wenn Liebe zur Sackgasse wird: Warum Verstehen allein uns nicht rettet

    Es ist dieser eine Moment am Küchentisch. Ein falsches Wort, ein bestimmter Blick – und plötzlich ist sie wieder da: diese bleierne Schwere oder die vertraute, scharfe Wut. Ihr habt Bücher gelesen, vielleicht wart ihr sogar schon bei der Beratung. Ihr wisst theoretisch genau, warum ihr so reagiert. Und doch fühlt es sich an, als würde ein unsichtbares Programm ablaufen, das ihr nicht stoppen könnt. Ufer A: Das Gefühl der Ohnmacht in der Gemeinsamkeit Viele Paare, die zu mir kommen, erleben eine schmerzhafte Diskrepanz. Auf der einen Seite ist da die tiefe Sehnsucht nach Nähe und echter Begegnung. Auf der anderen Seite steht der Alltag, der oft von emotionalem Rückzug oder ständigen Verteidigungskämpfen geprägt ist. Der Schmerz in einer Beziehung zeigt sich selten nur als Traurigkeit. Er maskiert sich oft: Als chronische Gereiztheit, hinter der eigentlich eine tiefe Angst vor Ablehnung steckt. Als ein Gefühl des „Nebeneinander-her-Lebens“, bei dem man sich einsamer fühlt als allein. Als die Erschöpfung, sich ständig erklären oder rechtfertigen zu müssen. Vielleicht kennst du das: Du nimmst dir fest vor, dieses Mal ruhig zu bleiben. Und im nächsten Moment merkst du, wie dein Körper eng wird, dein Herz rast und du Dinge sagst, die du eigentlich gar nicht sagen wolltest. Es ist, als hätte jemand den Stecker zu deinem erwachsenen, liebevollen Selbst gezogen. Die Brücke: NARM – Wenn wir unseren Gefühlen und dem Körper beim Beziehungsaufbau zuhören Warum reicht es oft nicht aus, über Probleme zu sprechen? Weil die Muster, die uns heute in der Partnerschaft im Weg stehen, meist in einer Zeit entstanden sind, in der wir noch gar keine Worte hatten. Es sind biologische Überlebensstrategien. Wenn wir uns als Kind nicht sicher oder willkommen gefühlt haben, hat unser Nervensystem gelernt, sich zu schützen – durch Mauern oder durch Anpassung. In der NARM-Arbeit (NeuroAffektives Relationales Modell) gehen wir einen entscheidenden Schritt weiter als die klassische Gesprächstherapie. Wir nutzen die sogenannte Duale Achtsamkeit. Das bedeutet: Wir schauen uns nicht nur an, was du über deine Beziehung erzählst, sondern wie dein Körper im Hier und Jetzt darauf reagiert, während wir darüber sprechen. Wir arbeiten gleichzeitig auf zwei Ebenen: Top-down: Wir untersuchen die Überzeugungen, die du über dich und die Liebe hast („Ich bin nicht wichtig“, „Ich muss alles allein schaffen“). Bottom-up: Wir regulieren die körperliche Anspannung. Wenn dein Nervensystem lernt, dass die Gefahr von früher heute nicht mehr besteht, muss es nicht mehr in den Kampf- oder Fluchtmodus schalten. Das ist keine „Reparatur“ einer defekten Beziehung. Es ist ein präziser Prozess, bei dem wir die alten Schutzwälle gemeinsam untersuchen – nicht um sie einzureißen, sondern um zu verstehen und auch konkret zu erfahren, dass ihr sie heute, als erwachsene Partner, nicht mehr braucht. Ufer B: Die Rückkehr der Lebendigkeit Das Ziel unserer Arbeit ist nicht die Abwesenheit von Konflikten. Das Ziel ist Agency – die Fähigkeit, wieder selbst am Steuer deines Lebens und deiner Emotionen zu sitzen. Stell dir vor, wie es wäre, wenn du in einem Konflikt nicht mehr automatisch „wegtauchen“ oder „draufhauen“ müsstest. Wenn du stattdessen präsent bleiben könntest – bei dir selbst und bei deinem Partner. Wenn sich diese alten Muster lockern, geschieht etwas Wunderbares: Wahre Verbindung: Du begegnest deinem Partner nicht mehr als Projektionsfläche für alte Wunden, sondern als dem Menschen, der er wirklich ist. Resilienz: Ihr lernt, euch gegenseitig zu regulieren, statt euch gegenseitig zu triggern. Authentizität: Du gewinnst die Freiheit zurück, deine Bedürfnisse klar zu kommunizieren, ohne Angst zu haben, die Verbindung zu verlieren. Es geht um die Wiederherstellung eurer Kapazität für Lebendigkeit und Verbundenheit. Denn unter all dem Schmerz und den Schutzmechanismen ist euer Kern – und eure Fähigkeit zu lieben – immer intakt geblieben. NARM hilft euch lediglich dabei, den Weg dorthin wieder freizulegen.

  • DEEP LETTING GO! Klangreise mit Kakaozeremonie / Herzmeditation, TRE & Tanz, Sa 15. August 26 von 14.00-19/19.30 Wiesbaden

    Klangreise mit Rotraut Rumbaum von Mindful Motion, Sound Medicine Diese intensive Selbsterfahrung ist wie ein regenerativer Reset-Knopf für Körper, Geist und Seele. Du gibst dir die Chance, alten Ballast loszulassen, dich neu auszurichten und dich wieder ganz zu spüren. Es ist eine Einladung, dich selbst tiefer kennenzulernen und zu erforschen, was in dir schlummert. Eine Einladung, dich mit der Weisheit deines Herzens, der Intelligenz deines Körpers und der zeitlosen Dimension deines Seins zu verbinden. Integration der Weisheit des Körpers Jede Zelle deines Körpers ist geprägt von lebensgeschichtlichen Erinnerungen und Erfahrungen. Und der Körper trägt eine eigene Weisheit und Intelligenz in sich, die kognitiv schwer zu erfassen ist. Durch die Kombination von Bewegung, Meditation und Klang öffnen wir sanfte Wege, um diese Weisheit anzuzapfen. Du könntest überrascht sein, welche Erfahrungen, Erkenntnisse und Aha-Momente auf dich warten, wenn du dich entscheidest, dich ganz darauf einzulassen! Halte inne. Spüre nach. Schöpfe Kraft. Ganz im Hier und Jetzt. Verbunden mit deinem tiefsten Inneren. Geborgen in der Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Zeit für die wichtige Verbindung mit dir Selbst Rotraut Rumbaum Mindful Motion, Klangreise Wiesbaden DEEP LETTING GO! ist deine Zeit, nach innen zu lauschen, ganz mit dir selbst, deiner Wahrheit und deiner Körperintelligenz verbunden zu sein. Fokussiert, auf das was dir wirklich wichtig ist. Vielleicht hast du das Bedürfnis, nach Quality Time mit dir selbst und magst dich in die tieferen Ebenen deines Seins hinein entspannen. Vielleicht suchst du die stärkende Rückverbindung mit einer inneren Weisheit und spirituellen Intelligenz - dessen Teil du bist und immer warst. Loslassen, Auftanken und neu Ausrichten in einer kleinen, persönlichen Community Ich lade dich herzlich ein zu einer Reise nach innen - zu dir selbst. In einer kleinen, vertrauten Runde von maximal 10-12 Teilnehmern werden wir gemeinsam einen Raum der Transformation und Regeneration schaffen. Was genau erwartet dich? Neurogenes Zittern Wir beginnen mit den wunderbaren Übungen des neurogenen Zitterns, die aus der Traumaarbeit kommen. Sie geben dem Körper die Möglichkeit, sich über das Auslösen von bestimmten Reflexen durch Zittern von tiefsitzendem, nicht abgebauten Stress im Nervensystem zu befreien. Du wirst wirst staunen, wie befreiend sich die erdende, entspannende Wirkung im Anschluss anfühlen kann. Kakaozeremonie und Herzmeditation Herzmeditation mit Kakao beim DEEP LETTING GO! Auf diese Weise entspannt, geerdet und zur Ruhe gekommen, öffnen wir anschließend sanft die Tür zu deinem Herzen. Mit einer Tasse liebevoll zubereiteten, zeremoniellen Kakaos aus Bali und anderen hochwertigen biologischen Zutaten werden wir gemeinsam herzzentriert meditieren. Herzmeditation DEEP LETTING GO , Rotraut Rumbaum Mindful Motion Du erforschst die aktuelle Energie Deines Herzens, erfährst vielleicht spontan aufkommende innere Gefühle, Bilder, Fragen und Antworten. Du öffnest Dich über Dein Herz bewußt Deiner inneren Seelenschwingung und Deinem höherem Selbst, Deinem inneren Buddha, oder wie auch immer du das selber nennst. Freier Tanz Aus dieser Verbindung mit der innersten Essenz lassen wir nun unsere Körper sprechen. Im freien, intuitiven Tanz kannst du alte Muster und alles, was dir nicht mehr gut tut aus dir heraus tanzen, ausatmen, in den Boden Stampfen, sowie neue Energie und neue Möglichkeiten in dein System einladen. Wie fühlt es sich an, wenn du deinem Körper erlaubst, sich völlig frei zu bewegen? DEEP LETTING GO - Tanz, Mindful Motion Welche Geschichten erzählt er? Du kannst deinen Tanz zu einem innigen Gebet werden lassen, in dem du dich wirklich öffnest, für das, was dein Herz beseelt und das mit jeder Faser deines Seins verkörpern und lebendig werden lassen. Klangreise Rotraut Rumbaum Mindful Motion - Klangreise, Gongmeditation Wiesbaden Den Höhepunkt bildet eine intensive, oft als tiefgreifend erlebte Klangreise. Umhüllt von den heilsamen Schwingungen meines 1,05 m großen Watergongs, der Schamanentrommel, der Oceandrum, verschiedener Klangschalen, der Körpertambura und anderen Instrumenten, tauchst du ein in einen Ozean aus Klang. Du lässt Dich von den sanften, intensiven, kraftvollen Schwingungen der verschiedenen obertonreichen Klänge in Deine innere Welt und zu tieferen Schichten Deines Bewusstseins tragen. Sie locken Dich immer tiefer in andere Bewusstseinszustände und die Erfahrung von Zeit- und Raumlosigkeit. Dort kann Tiefenregeneration auf allen Ebenen stattfinden. Der letzte Rest an persistierenden Gedanken und Stress werden vom Klang einfach weggespült. Sharing Im Anschluss finden wir uns im Kreis zusammen. Hier hast du die Möglichkeit, etwas von deiner Erfahrung mit allen zu teilen und dich auch von den vielen unterschiedlichen Erlebnissen der anderen bereichern und berühren zu lassen. Hier kannst du auch eine kurze Unterstützung von mir bekommen, falls du innerlich an Grenzen gestoßen bist, etwas nicht verstehst und Fragen hast. Da das in der Gruppe und auch zeitlich an der Stelle nur begrenzt möglich ist, kann ich dir meine Unterstützung und therapeutische Begleitung gerne in einem Einzelsetting zu einem späteren Zeitpunkt anbieten. Organisatorisches: Wann: Samstag, 13.06.26 von 14.00 - 19.30 Uhr Wo: Michelsberg 28, 2. Hinterhof, Wiesbaden Mitte (Klingeln bei "mindful motion") ** Early Bird 100.00 Euro bei frühzeitiger und verbindlicher Anmeldung mit Vorabüberweisung. 120.00 bei kurzfristiger Anmeldung (ab 14 Tage vor Veranstaltungsbeginn). Empfänger: Rotraut Rumbaum IBAN: DE05513800400937719000 Referenz: Deep letting Go 13.06.2026 ** Gibt es eine Pause? Es gibt absichtlich keine Pause, um einen bestimmten Fokus aufzubauen und zu halten. Dadurch kannst du gut vom Kopf und der gewohnten kognitiven Dominanz, in weite, zeitlose Räume und spirituelle innere Welten eintauchen. Eine Pause würde dich nur aus deinem Prozess rausreißen. Du bist innerlich auf Ebenen unterwegs, in denen du das Essen meist sowieso vergisst. Bisher hat noch niemandem wirklich eine Pause gefehlt. Nach dem Zittern, bzw. während des Nachruhens kannst du ein paar Bissen von etwas Mitgebrachtem zu dir nehmen, falls dringend erforderlich. Alternativ wäre ein flüssiges Nahrungsmittel wie ein Proteinshake oder Smothie meine Empfehlung, dass zwischendurch "getrunken" werden kann. Anmeldung Mitbringen: Decke, kleines Kissen, Augenbinde, Wasserflasche, dicke Socken. Trage bequeme Wohlfühl-Kleidung, falls nötig, Kleinigkeit an Snack wie Banane, Nüsse, Stück Brot o.ä. Bist du bereit für diese Reise zu dir selbst? Die Plätze sind begrenzt. Melde dich bald an, wenn du dabei sein möchtest. Lass uns gemeinsam einen Raum der Heilung, der Selbsterkenntnis und der tiefen Entspannung erschaffen. Ich freue mich darauf, dich auf dieser Entdeckungsreise zu begleiten. Bis bald! Herzlichst, Deine Rotraut P.S.: Falls du Fragen hast oder mehr über die transformative Kraft von Klang und Bewegung erfahren möchtest, zögere nicht, mich zu kontaktieren. Jeder Schritt in Richtung Selbsterkenntnis und Selbsterfahrung ist ein Geschenk an dich selbst. Wer mehr erfahren will: Mehr über Klang und seine Wirkung Klang ist eine wunderbare Weise, Dich auf Deine innere Welt einzustimmen, angestaute Emotionen auf tiefer Ebene zu entlassen, etwas über Deine mentalen Muster zu lernen und an unserem gewohnten Alltagsbewusstsein vorbei in tiefe Zustände von Verbundenheit mit Deiner Essenz, Deinem tiefsten Selbst zu kommen. Diese Klangreise mit Tanz unterstützt tiefgreifende Regeneration und Entspannung, ist Burnout Prävention und -behandlung, tiefere Erfahrung von Meditation, Aufladung des eigenen Energiefeldes und eine Möglichkeit vielfältiger, innerer Selbsterfahrung. Das bedeutet nicht , dass immer alles Friede und Freude ist. Auch wenn wir alle diese Sehnsucht haben... Es können auch subjektiv als unangenehm bewertete Empfindungen oder Gefühle aus dem Unbewussten an die Oberfläche gespült werden werden. Wie in der Meditation oder bei psychedelischen Reisen auch. Die Begegnung mit Dir selbst und erweiterte Bewusstseinszustände haben verschiedene Facetten. Heilsam, aber nicht berechenbar, und zumindest nicht immer NUR angenehm. Gong und Einheitserleben / veränderte Bewusstseinszustände Durch das meditative Spiel entfaltet der Gong das Universum seines unendlichen Frequenzbereiches langsam und kontinuierlich immer weiter. Er entwickelt immer mehr Energie und gibt sie als obertonreichen Klang wieder. Auf einem tragenden Klangteppich entstehen unberechenbare und intensive Klangwellen wie aus dem Nichts, die wieder ins Nichts zurückfließen und Euch in einen zeitlosen inneren Raum mitnehmen. Diese psychoaktiven, manche sagen energetisch reinigend wirkenden Klänge werden seit tausenden Jahren zur Erzeugung von veränderten Bewusstseinszuständen eingesetzt. Für sehr viele Teilnehmer vermittelt der Gong-Klang ein fast "mystisches" Einheitserleben. Persönliche Grenzen lösen sich auf. Nicht ohne Grund stand der Gong schon immer für den Urklang. Im Urklang sind alle Frequenzen enthalten. So kann kann man während der Gong-Zeremonie in zeitlosem Einheitserleben aufgehoben sein, das sich vertieft, je öfter man es erlebt. Die therapeutische Wirkung des Gong Auch therapeutisch ist der Einsatz meines großen Gongs und der Körpertambura von Deutz wunderbar geeignet. Denn der Gong öffnet für viel den Zugang zu alten Erinnerungen, zum Beispiel Kindheitserinnerungen. Die vergangenen und gegenwärtigen Erlebnisse können so besser im persönlichen Lebenszusammenhang betrachtet, bewusst integriert und mit diesen individuell weitergearbeitet werden. Sie haben die Fähigkeit, Dich mental, emotional und auf Zell-Ebene zu durchdringen. Ungute Gedankenmuster und Blockaden können sich leichter auflösen, das Unterbewusstsein sich reinigen von altem Ballast. Das, was Dir auf Deinem Weg nicht mehr dienlich ist, hat die Chance, sich jedesmal ein wenig mehr aufzulösen. In diesem Sinn wirkt der Gong ähnlich wie ein Therapeut - aller ganz ohne Worte. Da der Gong Zugang zum Unbewussten hat, kann der Klang ähnlich wirken wie Träume und Trauma-Verarbeitung. Vergangene Erlebnisse mit schwierigem emotionalem Inhalt haben die Chance, verarbeitet werden. Klangerfahrung ist schlicht gesagt ein ganzheitliches Lernen und die Erfahrung von vielschichtigem Loslassen. “If you play the Gong you play the universe.“(Yogi Bajhan) Gong, Gehirn und neueste Forschung Manche sind gegenüber solchen Aussagen skeptisch. Aber es ist inzwischen auch wissenschaftlich durch neurologische Forschung erwiesen, dass Klang (und insbesondere der Gong) aktiv Gehirnwellenmuster verändert. EEGs zeigen, dass durch solchen Klang die Gehirnhälften synchronisiert werden. Das folgenden EEGs zeigt u.a. die Reaktion auf einen großen Gong, der in dieser Meditation seine Wirkung entfaltet. Quelle: mit freundlicher Genehmigung von Alessandre Tannous, www.soundmeditation.com Übrigens forscht Alessandre Tannous zusammen mit der renommierten Johns Hopkins Universität und mit therapeutischen Institutionen wie Synthesisretreats, und setzt hier seine Musik ein. In meiner Klangreise habt Ihr Gelegenheit, so etwas auch praktisch zu erfahren. Möchtest Du mehr über Wissenschaft und Sound Meditation erfahren? Die Seite von Alexandre Tannous: www.soundmeditation.com ist außerordentlich interessant! Und gelegentlich mein Newsletter (Registrierung) #Stressabbau #Entspannung #Erdung #Neuausrichtung #Herzenergie #Körperintelligenz #Kakaozeremonie #Herzmeditation #Tiefenregeneration #Bewusstseinsarbeit #EmotionalerAusdruck #Tanzmeditation #Klangmeditation #InnereRuhe #Traumabewältigung #PersönlichesWachstum #Selbstentfaltung #Achtsamkeit #Kleingruppe #InnereBalance #Seelenverbindung #TanzalsGebet #Nervensystemregulieren #Tanztherapie #erweiterteBewusstseinszustände #Soundhealing #Soundmedicine #Klangreise #Transformation #Körperarbeit #Embodiment #Wiesbaden #Regeneration #Gongmeditation #Klangtherapie #mindfulness #Tanz #selflove #selbstentfaltung #Selbstliebe Typ=Veranstaltung

  • Der Platzhalter Blogpost!

    Hier erscheint bald ein Post mit etwas mehr Inhalt. Versprochen!

  • Berührung in der Therapie? Wie Tango-Umarmung in der Therapie für das Selbst-Gefühl wegweisend sein kann.

    TLDR: Sein Arm an meinem Rücken verändert das Selbst-Empfinden von "Neutrum" zu Mann. Ein Beispiel, wie wir meine Vergangenheit als Tango-Lehrerin im therapeutischen Kontext als praktisches Übungs-Feld nutzen können. Berührung in der Therapie: umstritten? Mein "körperorientierter" Ansatz, im Rahmen der NARM Methode (NeuroAffektives Relationales Modell), erlaubt auch explizit Berührung zwischen Klienten und mir, sowohl mit Frauen wie mit Männern. Das war lange Zeit eher ein Tabu. Heute beginnt sich das - in einem explizit "geschütztem Rahmen" - wieder zu ändern, zum Beispiel mit NARM-Touch. Oder, mit meiner eigenen Variante, in der ich meine lange Erfahrung mit Männern und Frauen in meinem Arm als Tango-Argentino Lehrerin einsetze. Dieser Text ist eine Illustration mit einem leicht veränderten Fall. Der Beginn: sich selbst spüren Um sich erst mal selbst gut zu spüren, möchte er zunächst alleine durch den Raum gehen, Noch ohne physischen Kontakt mit mir, nur zu Musik. Ich habe ihm gesagt, dass er mir ein Zeichen geben kann, sobald er bereit für das gemeinsame Gehen ist. Er läuft ein paar Mal an mir vorbei, schaut mich ab und zu kurz an, lächelt verlegen und läuft noch eine Runde alleine weiter. Und noch eine... Ambivalenz: Nähe-Wunsch vs Scham Seine Ambivalenz bewegt sich zwischen dem Wunsch nach Kontakt und der selbstverständlichen Überzeugung, dass sich das irgendwie bedrohlich anfühlen könnte, auch wenn er im tiefsten Inneren weiß, dass sich das im Kontakt mit mir höchstwahrscheinlich nicht bestätigen wird. Dieser Umstand wirkt auf ihn zwar einladend und irgendwie erleichternd, aber gleichzeitig auch auch beängstigend. Die Angst, zuviel zu sein Er hat sein Leben lang das eigene Verlangen nach emotionalem und körperlichem Kontakt aufgrund sehr früher schmerzhafter, existenzieller Abweisungserfahrung in seinem Leben so lange und so weit verdrängt, bis er es nicht mehr fühlte. Es war normal geworden, sich mit seinen Bedürfnissen irgendwie unsichtbar zu machen und das als völlig selbstverständlich zu empfinden. Die Folge dieser frühen Prägung war, dass er sich davor fürchtete, seine Gefühle und Bedürfnisse zu fühlen und in Kontakt zu bringen. Er fürchtete, die eigene Präsenz ganz allgemein, aber besonders auch als Mann, könnte in ihm selbst und in anderen etwas auslösen, das er als beängstigend erleben würde und mit dem er dann nicht mehr umzugehen wüsste. Die Angst und die Sehnsucht: ein tiefer innerer Konflikt Als Neutrum fühlte er sich sicherer. Frauen als Frauen wahrzunehmen und und sich selbst als Mann, war immer alles andere als selbstverständlich. Es fühlte sich immer irgendwie verboten an. Selbst aus der Ferne eine Frau einfach nur gerne anzusehen und attraktiv zu finden, oder beim Tanzen zu beobachten erzeugte in ihm Scham. Er fühlte sich wie ein Voyeur. Mein Klient ist oft funktional anwesend, aber innerlich nicht wirklich spürbar, weder körperlich noch emotional präsent. Er sehnt sich in der Tiefe aber heimlich nach einer Verbundenheit, die er gar nicht kennt. Im Kontakt hält er aber die "Tür zum anderen", aus Angst, Unsicherheit und Gewohnheit innerlich fest verschlossen. Reale Berührung: das Bewusstwerden In der Arbeit mit mir erlebt er, dass sein inneres Erleben und seine Körperempfindungen ernst genommen und respektiert werden. Er merkt wie dominant seine verdrängten Emotionen und Bedürfnisse eigentlich sind und wie viel Energie es kostet, diese Identifikationen aus der Kindheit lebendig zu halten. Er steht an einer Weggabelung. Sein Körper offenbart den alten Schrecken und die alte Ohnmacht, aber im körperlichen Tango-Kontakt mit mir spürt er zunehmend seine eigentliche Sehnsucht: Im Kontakt sich selbst gut spüren und sich auch in einem nahen Kontakt sicher, verbunden und als Mann fühlen können. Er merkt, es ist an ihm, sich zu entscheiden, ob er heute als Erwachsener weiter seiner alten kindlichen Angst oder seiner Sehnsucht als Erwachsener folgen möchte. Tango-Präsenz als Türoffner in der Therapie Zurück zu unserer Tango - NARM Stunde: Irgendwann kommt sein Zeichen. Wir beginnen gemeinsam in Umarmung zu laufen, eng, und ich merke nach einer Weile, dass sein Arm in meinem Rücken zwar vorhanden ist, aber ohne Gefühl und Präsenz, ohne Gewicht und Energie. Ich spüre IHN nicht. Ich sage ihm das als Einladung: Er darf spüren, ob er mir seinen Arm und das Geschenk seiner Berührung machen möchte. Ob er erforschen mag, sich in den Kontakt hinein zu geben. Das klingt wie ein kleiner Unterschied. Er fühlt sich aber riesig ain. Er probiert es. Und dann sagt er nachher, das war ein wichtiger Moment für ihn: dass er seine Hand in meinem Rücken hat lebendig werden lassen und mich wirklich berührt hat. Die befürchtete Angst, zu viel zu sein, oder von seinen Emotionen überflutet zu werden, ist nicht eingetreten. Er stellt erstaunt fest, dass ihn das stabilisiert, beruhigt und irgendwie erwachsener fühlen lässt. Die Logik dahinter ist interessant: Durch das Zurückhalten hatte er sich selbst destabilisiert. Indem er sich erlaubt hat, präsent zu sein, wurde er ruhiger und stabiler. Er beschreibt es so: "Ich nehme irgendwie mehr am Leben teil, fühle mich mehr da". Wie absichtsloser Kontakt ohne Erwartungsdruck wirkt Bevor wir neu beginnen, schaue ich ihn mit einem freundlichen Lächeln bewusst kurz an. Und er sagt später auf meine Nachfrage, dass ihm das fast unwirklich vorkam, dass es sich anfühlte wie zu schön, um wahr zu sein. Er fühlte sich gesehen und persönlich gemeint. Es fühlte sich an, als würde er dadurch irgendwie realer werden. Das sagt viel darüber, was er vermutlich in seinen ersten Lebensjahren erfahren hat. Körperlicher und emotionaler Kontakt wurde von ihm weder als selbstverständlich noch sicher erlebt. Es offenbart den daraus resultierenden inneren Kernkonflikt zwischen großer Sehnsucht nach und großer Unsicherheit im Kontakt mit Menschen. Freundlich angeschaut, zugewandt und absichtslos berührt zu werden, ohne dass etwas erwartet oder gefordert wird, war für ihn keine Selbstverständlichkeit. Ähnliches begegnet mir immer wieder. Auch da, wo es an der Oberfläche ganz anders aussieht. Warum funktioniert das? Es ist konkretes Erleben in realer Beziehung Was ich an meinem Ansatz Mindful Motion Tango in der therapeutischen Arbeit schätze, ist diese sehr direkte Möglichkeit, etwas zu erforschen, das sonst abstrakt bleibt. Ich kann mit jemandem zehnmal über Nähe reden, über die Sehnsucht danach und die Angst davor. Aber wenn er dann in einer Umarmung steht und zu seiner eigenen Überraschung merkt, dass sein eigenes aktives in Kontakt gehen und körperliches Berühren (hier die Tango Umarmung) ihn eher beruhigt, stabilisiert und realer fühlen lässt anstatt überfordert, dann ist das eine sehr konkrete, bleibende Erfahrung. Das ist etwas ganz anderes. Sie landet körperlich. Im NARM gehen wir davon aus, dass frühe Prägungen über emotionales und körperliches Erleben innerhalb einer zwischenmenschlichen Begegnung erreichbar sind und sich aus sich heraus verändern können. Das kann ich ausdrücklich bestätigen. Annahmen über sich selbst entlarven, die gar keinen Bestand mehr haben Gegen Ende der Stunde sagt mein Klient, es sei so erstaunlich, dass seine üblichen Befürchtungen und Vermeidungsstrategien, die ganze Scham, die untergründige Angst und all diese Vorstellungen über sich als Mann, in der tatsächlichen Begegnung dann einfach nicht da waren! Die Begegnung fühlte sich für ihn unerwartet natürlich und selbstverständlich an. Er realisiert, wie viele Annahmen er über sich selbst und über Beziehungen in sich trägt, die er immerzu unbewusst fortsetzt, obwohl diese offenbar in der Realität heute als Erwachsener gar keinen Bestand mehr haben. Tango und NARM-Touch als Erforschungs-Räume für Distanz und Nähe Weder bei Tango noch bei NARM-Touch geht es um die Berührung als solche. Da eigentliche Ziel ist die Erforschung - und wenn das dein Wunsch ist, Veränderung - deines eigenen Verhältnisses zu Distanz und Nähe. Zum Beispiel kann man mit Tango Argentino auch ohne REALE Berührung fein spüren, was sich schon beim Aufeinander-zu-Gehen oder Entfernen in einem verändert: welche Signale kommen bei welcher Distanz nach oben? Auch NARM-Touch erfordert keine reale Berührung: schon die Vorstellung dass sie möglich wäre, kann etwas auslösen. In beiden Ansätzen geht es also um viel subtileres, das oft im Hintergrund wirkt. Kontaktiere mich,wenn du vielleicht mit so etwas arbeiten möchtest. In einem kostenlosen Erstgespräch kann ich dir mehr erläutern.

  • Ayahuasca, Buddhismus, Meditation - Teil 2: Verlust des Selbst

    Weißt du, wie es ist, dich selbst nicht als das selbstverständliche, aktive, vertraute, verkörperte "Ich" zu erleben? Oder besser gesagt: Dich eigentlich gar nicht zu erleben? Ayahuasca Liane und der "Leere Körper", Rotraut Rumbaum Mindful Motion Sondern eher als etwas Neutrales, Geistiges, Wahrnehmendes? Vielleicht mit einer Art Distanz zu Dingen, Deinem Körper, Gefühlen, Menschen? Das kann je nach Situation gleichsam interessant, lehrreich, entspannend oder auch etwas beängstigend sein. Die persönliche, lebensgeschichtliche Prägung und die aktuelle Verfassung spielen neben der konkreten Situation dabei eine große Rolle. Dies ist die Fortsetzung des 1.Teils: Ayahuasca, Meditation, Buddhismus. In diesem Beitrag gehe ich nun weniger auf die reine Wahrnehmung als vielmehr auf die "Entpersönlichung" bzw. den sogenannten "Selbstverlust" ein. Mein persönlicher Bericht Ich berichte von einer sehr tiefen, persönlichen Erfahrung während eines etwas ungewöhnliches Setting - eine ca. einstündige Massage innerhalb einer ganztägigen Ayahuascazeremonie während eines 5-tägigen Retreats. Das möchte ich nach meinem langem Schweigen bezüglich solcher Art von Erfahrungen nun mit dir teilen. Dieser Prozess des Sprechens, Schreibens und Teilens ist auch für mich selber relevant, da ich dadurch diese tiefe Erfahrung nun noch einmal in einer ganz anderen Lebensphase aufarbeite, neu betrachte und für mich auswerte, die ich vor bereits vor vielen Jahren gemacht habe und damals weder wirklich verstehen, noch richtig einordnen konnte. Es ist ein kleiner Ausschnitt aus einer ganztägigen Zeremonie (mit weiteren und anderen Erlebnissen, Wahrnehmungen und Gefühlsverfassungen) als Audiodatei: Ent-Persönlichung im Buddhismus, durch Psychedelika und in den NeuroWissenschaften Der folgende Abschnitt ist eher theoretisch und wieder in Zusammenarbeit entstanden. Er schildert das Phänomen des Verlusts für das Gefühls des Selbst in Meditation, durch Psychedelika und in den Neuro-Wissenschaften. Das Selbst im Buddhismus - illusionär Der rechte Teil der Illustration im Foto ganz oben ist ein leerer Körper. Er illustriert die "Leere des Selbst" im Buddhismus. Das Konzept der "Leere" (Emptiness) im Buddhismus meint allerdings nicht "Nichts" oder "Vakuum". Statt dessen meint es - in diesem Fall - dass das Selbst eine Fabrikation ist, eine vom Geist selbst erzeugte nützliche Illusion. In Wirklichkeit - so der Buddhismus - gibt es aber dieses von uns gefühlte eigenständige Selbst garnicht. Das gibt es so wenig, wie unser Traum-Selbst eigenständig und andauernd existiert - auch das Traum-Selbst ist nur eine selbst-erzeugte Illusion. Der FB-Lehrer Jackson Peterson beschreibt es so: Unsere wahre Natur, die reines Gewahrsam oder Buddha Mind oder Rigpa oder Brahman genannt wird, hat keine negativen Emotionen, keine mentalen Zustände, keine Gedanken, kein Leid und keinen Stress. All diese schädlichen Faktoren gehören zur egoischen Persona, der egoischen Identität als Ansammlung positiver und negativer Konditionierungen, sowie zur DNA des individuellen Organismus. Und dies ist aus dem tibetischen Buch der Toten, das im 14. Jahrhundert in Tibet gefunden wurde. Es beschreibt, wie es durch eine bestimmte Meditation keinen Beobachter oder Zeugen mehr gibt "...Und im gegenwärtigen Moment, wenn dein Geist in seinem eigenen Zustand verbleibt, ohne etwas zu konstruieren, ist das Gewahrsam in diesem Moment an sich ganz gewöhnlich. Und wenn du auf diese Weise nackt in dich hineinschaust, ohne irgendwelche diskursiven Gedanken, da es nur dieses reine Beobachten gibt, wird man eine klare Klarheit finden, ohne dass jemand da ist, der der Beobachter ist, nur ein nacktes manifestes Gewahrsam ist vorhanden. Dieses Gewahrsam ist leer und makellos rein, es wird durch nichts erschaffen, was auch immer. Es ist authentisch und unverfälscht, ohne jede Dualität von Klarheit und Leere." Ent-Persönlichung durch Psychedelika Manchmal sind psychedelische Erfahrungen ein sehr überraschender und schneller Weg zu "mystischen" Erfahrungen, die man in der Meditation vielleicht hat - oder auch nicht. Oder auch spontan mit ein bisschen Glück, durch Zufall oder Übung. Eine solche Erfahrung ist es, wenn man das Gefühl verliert, ein Ich, ein Selbst, eine Persönlichkeit zu sein. Der Mechanismus, über den dies im Allgemeinen und mit Vereinfachung erklärt wird, ist ( ganz vereinfacht gesagt) das sogenannte Default Mode Network (DMN). Dies ist ein Netzwerk im Gehirn, das dann aktiv wird, wenn das "Task Mode Network" (TMN) heruntergefahren wird. Sobald man aufhört, sich intensiv mit einer Aufgabe zu befassen, wird das TMN heruntergefahren und das DMN hochgefahren. Als Illustration nimmt man dafür gerne das Herumliegen auf der Couch: kaum liegt man so unfokussiert und gemütlich herum, beginnt der Geist Gedanken über alles Mögliche zu produzieren. Man fängt leicht und unwillkürlich an, zu grübeln. Über sich selber, seine Hoffnungen, Befürchtungen, Enttäuschungen, was man hätte tun oder sagen sollen, allgemein über seine Vergangenheit, Zukunft und natürlich über seine Beziehungen etc... - und nicht immer empfindet man das als positiv! Dieses Default Mode Network sieht man (vereinfacht gesagt) als den Sitz des Gefühls an, ein Ich bzw. ein getrenntes, eigenes Selbst zu sein. Psychedelika haben die Eigenschaft, dieses DMN herunterzufahren! Dieser dafür zuständige Bereich im Gehirn wird deutlich weniger durchblutet. Dafür werden andere, normalerweise nicht oder weniger aktive Gehirnareale stärker aktiviert und vor allem ganz anders und neu vernetzt. Nach der Einnahme von Psychedelika ist also das Erleben, NICHT wie gewohnt das eigene, definierte Selbst und selbstverständlich im eigenen vertrauten Körper beheimatet zu sein, chemisch ausgelöst. Wobei man dazu sagen muss, das im Fall von Ayahuasca der zentrale Wirkstoff DMT ist und dieser Stoff vom Körper sogar selbst produziert werden kann. Zb. im Geburts- und Sterbeprozess oder beim Orgasmus (vor allem beim Cervix-Orgasmus von Frauen). Das Selbst als ein fabriziertes "Selbst-Modell" in der Neuro-Wissenschaft Die modernen Neurowissenschaften stimmen mit dem Buddhismus völlig darin überein, dass es kein eigenständiges "Selbst" gibt. Ja, so ist es, auch wenn wir das subjektiv ganz anders fühlen und es für die meisten schwer vorstellbar ist. Eine moderne Theorie besagt, dass das Gefühl des "Selbst" ein nützliches Modell ist, das sich das Körper-Gehirn System selbst erschafft. Es ist sozusagen eine Art Avatar, der ein Teil eines gesamten Welt-Modells ist, das sich unser Gehirn von der Außenwelt erschafft. Zum Lesen oder Hören Neurowissenschaften: Wie das Gehirn unser "Selbst" erzeugt (Ted Talk von Anil Seth) https://www.youtube.com/watch?v=z7_LwuuPsAE PS. Dieser Post ist eine Kooperation mit jemand mit dem ich meine Erfahrungen aus der buddhistischen und anderen Perspektiven iinterpretieren und neu integrieren kann.,

  • Der Teufelskreis von Verfolgung und Rückzug bei Paaren: Einer will Nähe, der andere Distanz

    Manche Paare in heftigem Konflikt kennen folgendes: ein Partner möchte sich dem akuten Konflikt entziehen und will den Raum verlassen. Der andere Partner hält das nicht aus und - ganz wörtlich - verfolgt den anderen, läuft hinterher und "kann einfach nicht aufhören". . TLDR: Dieser Post beschreibt Szenarien von Paarkonflikt, aufbauend auf Teil 1. Rückzug und Verfolgung, Sexualität, Konditionierung, Selbsteinsicht.. Verfolgung und Rückzug Das obige Beispiel ist nicht immer so ausagiert. Manchmal in weniger spektakulärer Form. Das Muster ist das gleiche. Der eine sucht Nähe — will reden, will sich verbinden, will gesehen und verstanden werden. Der andere zieht sich zurück — braucht Abstand, Stille, Raum für sich. Von außen sieht das aus wie ein Konflikt über Bedürfnisse. Zu viel Nähe gegen zu wenig. Zu viel Forderung gegen zu viel Distanz. Aber wenn man genauer hinschaut, ist es meistens kein Konflikt über Bedürfnisse — es ist ein Tanz zweier Schutzmuster. Der eine hat gelernt: wenn ich keinen Kontakt herstelle gibt es keinen, und das fühlt sich unaushaltbar an - wie früher einmal. Ich laufe hinterher. Der andere hat gelernt: wenn mir jemand zu nahe kommt, fühlt sich das überfordernd an und verliere ich mich. Ich renne weg. Beide reagieren auf eine tiefe Not. Beide sind in ihrem Überlebensmodus. Und beide lösen beim anderen genau das aus, wovor der andere am meisten Angst hat. Je mehr einer wegläuft, desto mehr fühlt der andere den "Zwang" hinterherzulaufen. Wie das NARM Therapie Modell dies sieht Hier hilft kein Appell an Verstand. Das NARM-Modell hilft mir, diese Muster zu verstehen, ohne sie zu pathologisieren. Wir sprechen von Überlebensstilen als Beschreibung davon, wie jemand als Kind gelernt hat, unter schwierigen, Umständen in der kindlichen Entwicklung und Abhängigkeit die überlebenswichtige Bindungsbeziehung zu sichern. Jemand, dessen Nervensystem früh gelernt hat, Bedürfnisse klein zu halten und zu ignorieren, wird in Intimität vielleicht sehr viel geben — und gleichzeitig nie das Gefühl haben, genug zu bekommen. Sein Nervensystem hat nicht gelernt hat, Zuwendung wirklich hereinzulassen, sich geliebt und gemeint zu fühlen und als sicher einzuordnen. Jemand, der früh erlebt hat, dass Bindung mit Kontrollverlust verbunden ist, wird Nähe suchen und gleichzeitig fürchten. Er oder sie wird vielleicht in dem Moment, wo Verbindung am nächsten ist, am stärksten weglaufen - trotz grosser Sehnsucht danach. Nebenher: in der Bindungstheorie wird dieser Loop "Avoidant-Anxious Trap" genannt: die Falle wenn der "ängstliche Bindungstyp" mit dem "vermeidenden" zusammen ist und das nicht regulieren kann. Einsicht in unsere Konditionierung ist schon erste Hilfe Ich sage das nicht, um Verhalten zu erklären oder zu entschuldigen. Ich sage es, weil diese Erkenntnis etwas verändert. Wenn ich verstehe, dass der Rückzug meines Partners kein Ausdruck von mangelnder Liebe ist, sondern ein automatischer Schutz seines Nervensystems — dann ändert sich die Art, wie ich fühle und reagiere. Weniger Flucht oder Angriff. Und genau das ist die Arbeit: diese Distanz zwischen dem Erleben und der Reaktion zu öffnen. Einen Moment Pause einzuführen. Zu fragen: Was passiert gerade in mir? Was brauche ich eigentlich? Was trage ich unbewusst durch die Fortsetzung meiner Schutzstrategien von damals heute selber dazu bei? Selbstwirksamkeit (Agency) als Schlüssel In der Paarsitzung lade ich beide ein, von außen auf die Dynamik zu schauen. Nicht wer hat recht, nicht wer ist schuld. Sondern: Was passiert hier gerade zwischen uns? Sehr oft — wenn beide Nervensysteme einigermaßen reguliert sind — ist das ein Moment echter und gefühlter Einsicht und Erfahrung von Verbindung. Die Paare merken: Ah. Wir machen das schon lange. Wir sind in einem gemeinsamem Tanz gefangen, basierend auf einer früh im Leben gelernten Schutzstrategie. Und wir tragen beide dazu bei - auch wenn uns das bisher vielleicht nicht bewusst war. Es ist die Einladung, "Agency" (Selbstwirksamkeit) zu entwickeln: die Fähigkeit zu spüren, dass man in der emotionalen Deutung und im eigenen Verhalten eine Wahl hat! Und da nicht alles, was sich wahr anfühlt, wahr sein muss, sondern auf einer Erinnerung im Nervensystem basieren kann, die versucht vor dem Schmerz von damals zu bewahren, obwohl der heute nicht mehr existenziell - und damit wirklich bedrohlich - wäre. Die schwierige Frage nach dem Wunsch Zu Beginn steht immer die Frage nach dem Wunsch, der Sehnsucht des Herzens. Eine übliche aber letztlich in emotionaler Abhängigkeit haltende Frage ist: Was willst du, dass der andere ändert? Die hilfreichere, selbstwirksamere Frage ist: Was wünschst du dir eigentlich für dich — jenseits von Konflikt und Vorwürfen? Wie möchtest du dich fühlen? Nach welchem inneren Zustand sehnst du dich? Diese Frage führt sehr schnell zu etwas Echtem. Unter dem Streit liegt meistens etwas sehr Einfaches. sich gesehen und gefühlt fühlen Sich in sich selbst sicher fühlen Sich berührt fühlen, ohne innerlich zu verschwinden Sich geliebt, geborgen und sicher fühlen im Kontakt, ohne Angst vor Kontrollverlust und Demütigung, und ohne selbst zu "verschwinden" Die tiefe Sehnsucht im Kontakt mit einem andern Menschen ganz entspannt man selbst zu sein und sich zutiefst verbunden zu fühlen Wenn jemand das ausspricht — wirklich, nicht als Anklage, sondern als Wunsch — passiert meistens etwas im Raum. Der andere hört anders zu. Weil es plötzlich nicht mehr um Schuld geht, sondern um Wahrhaftigkeit, die tiefere Sehnsucht hinter dem Konflikt und Herzensverbindung. Sexualität in der Paartherapie: der Spiegel der Verbindung Ich möchte noch kurz über Sexualität sprechen, weil das ein Bereich ist, der in der Paartherapie besonders oft vermieden wird. Für viele zu heikel, zu intim, zu schambesetzt. Aber Sexualität ist aus NARM-Perspektive kein separates Thema. Sie ist ein Spiegel des gesamten Verbindungssystems. Lust braucht ein Nervensystem, das Erregung überhaupt ermöglicht und sich dabei sicher genug im Kontakt anfühlt, um übermässige Kontrolle loszulassen und Hingabe sowie zu ermöglichen. Also die Aktivierung des Parasympathikus, unseres Entspannungsnerves. Das kann neurobiologisch anspruchsvoll sein, wenn innerlich unbewusst Druck, Angst und Stress vorherschen. Also ein Kampf-, Flucht-oder Erstarrungsmodus vorherrscht - eventuell sogar chronisch aufgrund von Bindungstrauma in der Kindheit, die in der Beziehung aktiviert werden. Wenn jemand früh erlebt hat, dass sich Nähe bedrohlich, existenziell und überfordernd anfühlt, wird genau dieser Moment — wenn Intimität am tiefsten sein könnte — subjektiv zum Moment größter Bedrohung. Der Körper schützt sich, weil er noch nicht verstanden hat, oder vertrauen kann, dass es heute tatsächlich anders, nämlich sicher und erfüllend sein könnte. Und selbst wenn gerade etwas nicht passen sollte, ist es nicht mehr wirklich bedrohlich, nur schade und vielleicht schmerzhaft. Die Wahrnehmung bzw. Deutung als bedrohlich und existenziell stammt aus der Kindheit. Als Erwachsener haben wir völlig andere Möglichkeiten und Ressourcen, die wir oft nicht realisieren können. Dafür ist die NARM Arbeit da... Anmerkung: es gibt natürlich auch noch andere mögliche Gründe für sexuelle Paarprobleme. Kleinschrittige Arbeit für "Begegnung ohne Verschmelzung und ohne Abwehr" Was mir in dieser Arbeit wirklich hilft, ist langsam und kleinschrittig vorzugehen. Sehr langsam. Nicht auf Lösungen hinzuarbeiten, sondern auf Kontakt. Vor allem mit sich selbst. Wenn beide Partner sich in einem Moment echter Präsenz begegnen — nicht aufgelöst, nicht verschmolzen, nicht abwehrend, sondern wirklich da und wirklich sie selbst, dann ist das mehr als jeder erarbeitete Kompromiss auf der Verhaltensebene. Und diese Einladung (das zu halten, den Raum zu halten, in dem sich Schutzschichten ein Stück weit öffnen können) das ist das, was ich in meiner Arbeit wirklich liebe und zu schätzen gelernt habe. Wenn du das Gefühl hast, dass das, was ich beschreibe, sich nach deiner Situation anfühlt, dann schreib mir gern. Du findest meine Kontaktdaten auf rotraut-rumbaum.de. Ein erstes kurzes Gespräch per Telefon ist kostenlos und unverbindlich (0162 877 8212).

  • Why I am addicted to my gong and what you probably don't know about gongs

    Did you know that Germany is not only a leader in luxury cars, but also in the production of luxury gongs? Again, "Vorsprung durch Technik", in this case with fire and hammer. The famous gong manufacturers are in Northern Germany and Eastern Germany, and their gongs can be found all over the world . The photo shows my "Water Gong "from Sona Sounds and Tone of Life, a really impressive instrument of 105 cm in diameter. It is from a series meant to embody earth, air, water and cosmos. It is a Symphonic Gong from the small, fine gong forge Sona Sounds by Johannes Heimrath. It is forged from silver nickel and produced in collaboration with Tone of Life. It is not identical to the gongs made by the great German gong smith Paiste, but very similar. There are more details about the genealogy in the video below. Sound characteristics The sound spectrum of this gong is enormous. I like to play it in "meditative" technique. This means that the gong is not struck hard. Instead, it is slowly charged with vibrational energy with the finest, barely audible, but fast strokes of a small solid mallet. This technique is not so easy, because it requires a vibrato in the player's wrist, so to speak. This vibrational energy envelops the listener in an extremely overtone-rich spectrum of sound that, at its peak, would be capable of covering the entire audible frequency range. The sound of my gong is described by Tone of Life thus: The water gong represents water in all its manifestations. ... It connects us with a deep ancestral knowledge, our feelings and emotions, it is nourishing and life-giving. It has a very deep, even, natural and rough sound, like the water around us, from a calm lagoon to a raging ocean. A great variety of overtones, with a beautiful structure of low, middle and higher tones. (Translated with www.DeepL.com) One should not, of course, get stuck on this description when listening. One can, may and should give free rein to one's associations while listening. If a piano piece is called "The Little Shepherd", there is a danger that the image of a little shepherd will narrow the listening. Also, the following might be interesting: in Indian philosophy, the 4 elements of water, air, earth, and are not to be understood literally (i.e., "earth" not as the earth (as a planet) or as sand, read, and dust). They are representations of the qualities solid/solid, fluid, warm/cold and alive. Earth: solidity, solidity Water: fluid, flowing etc Air: self-motion, life, the automatic breathing Fire: temperature So my gong represents the flowing, constantly adapting, variability, flexibility etc. The gong is the most transformative instrument in the world. The gong's extraordinarily powerful vibrations work at a deep level. They enter at the weakest point of the body and work deep into the cells where a lot of information is stored. Physical and mental blockages can be released and old thought patterns and cellular information are transformed. Sound is vibration, is light and love. "The gong is the sound of creativity itself. The one who plays the gong plays the universe. The gong is a beautiful amplified vibration. It is like a multitude of strings, like playing with a million strings. The gong is the only tool with which you can create this combination of space vibrations." (Yogi Bhajan) The gong is alive For example, its sound characteristic is also dependent on the temperature in the room. It sounds richer in overtones when it has had a longer time to warm up in a warm room. It also sounds different depending on who I am playing for. It is a resonating body that reacts to its environment and the existing vibration field. I had heard about this in my training, but I could only believe and understand it through my own different experiences. Unlike a piano or other instruments, you cannot "tune" a gong yourself as a player. You can only give it the right temperature environment and take care of it mechanically. However, it can happen that it loses its sound characteristics due to unfortunate environmental influences or harmful treatment. Then it can be brought back to its place of birth and tuned to its original characteristics by forging, if necessary with fire and hammer. History of my gong The following video explains how these gongs came to be. On the left you see Johannes Heimrath, who has an interesting history as a rebel, and on the right Tom Soltron from Tone of Life is a Polish team that does indoor and outdoor events around the world with gongs and other instruments, for example in one of the pyramids of Giza. I met them on a 9-day "Sound Therapy" with 20 participants from all over the world - and learned to love the gongs. Admittedly - in comparison my equipment is much more modest than that of Tone Of Life. But the principle is the same. On the other hand - if you want - you can enjoy such a gong sound (and other instruments that frame the gong) as a single person. I will then tailor the session to you and your needs. Gongs are difficult to reproduce acoustically Even very high quality loudspeakers are often hardly able to reproduce the real, natural sound of a gong. I myself have found it most natural with Manger speakers. Due to their construction, these speakers react particularly quickly to any stimulation. Unfortunately, I do not own them - they are very expensive. Headphones also have their difficulties with them. Nevertheless, here is a sound sample of my gong from Youtube. The incredible frequency spectrum of the harmonics and the dynamics, as well as the complexity of the overlapping sound waves exceeds the complexity of all other instruments in this respect. The next video shows how the overall sound of a slightly smaller gong , which is very similar to mine, is composed of different sound layers. Alessandre Tannous demonstrates this by isolating the layers. You have to follow the mouse movements and selected areas in the video to do this. Recording is also challenging in itself, since microphones are kind of "negative speakers" (sorry from the non-technician!) and the problems are similar (Tom Soltron told me). So, for his musical recordings, Tom has only the very finest of the very finest in his recording technology. And yet he is dissatisfied. Here's an example of Tom using his gongs. But if you don't have really good loudspeakers, you won't get the right impression. You can get that from me. Big, even bigger For those who want to know "what's up": below is a sound sample of the huge watergong, 1.57 m in diameter. This is the largest model in this series. However, it is too impractical for me - my model is the largest that still fits (just about..) in my trunk. Because I sometimes take it with me to events. By the way, there are only three of one of these giant gongs in the world. One of them is at Tom Soltron, another one is in the Vatican at the Pope. The big gong is also a ceremonial, religious instrument. Gong and money To give an idea: A 1.57 gong from ToneofLife/Sonasound costs as much as two new simple small cars. And that without any electronics! It must be said that an investment in a high-quality gong is relatively stable in value. This is because the prices of raw materials are constantly rising, and each gong is a unique piece of craftsmanship. Therefore, these gongs can be compared to high-quality grand pianos. Each one is different, and you should listen to different specimens in the manufactory before buying. However, you can of course buy gongs used. However, one must then be sure that the gong has been cared for. Sound pressure and volume perception of gongs I can say from my own experience at Tom's event that the large gongs are acoustically overwhelming and physically noticeable. They have the same sound intensity as a Concorde taking off had (at least that's what my partner said, who experienced the Concorde directly, albeit high above his house in takeoff flight, when it was still flying). There the glasses in the cupboard shook from the deep waves. However: the perceived loudness with gongs is harmless for the ears. Because the loudness impression does not result from the sound pressure. It results from the superposition of an infinite number of frequencies, which create an enormous sound density that one cannot escape. So, even if I play my gong very very loud in the room (which I rarely do because of neighborhood), it reaches - objectively measured - only the measured volume of a lawn mower, namely about 80-90 decibels. The gong and the psyche But - this sound gets under the skin and into the soul. Some like it, but are also a little afraid of it. One of my clients experienced in a single session the extremely intensified pleasant trance feelings he knew from paragliding ("paragliding without risk"). Someone else thought he was in paradise and said quite dryly, "Now I don't have to be afraid of death anymore." For others, some fear arises, because experiences of being at the mercy of others and being overwhelmed can come up. One feels instinctively: there can always be more to come and one cannot control it as a listener. The gong is an instrument that leads into the depths. The psychotherapist and music therapist Wolfgang Strobel, for example, says about the gong: "You could call it the Shiva of sounds, because it destroys the old and makes room for the new. . Its theme is crisis and transformation" (see Resources). Dr. Hess, a physician, uses gongs in his psychiatric clinic for trance and transformation processes. He says, for example, "Individual participants can have extremely threatening and frightening experiences at the intense sound of the 1.50 cm gong, while others have ecstatic experiences and the gong can't be loud enough because it is connected to their life energy" (see Resources). This is also my experience. Both when listening and when playing. To this I must say that I never unthinkingly lead the gong into a sphere that may be threatening to some. That is the art: seeing and feeling where the listener/meditator/group is. It is my job to handle this responsibly. The gong is a wonderful and effective therapeutic tool when used appropriately. Regarding gongs and therapy/coaching: Johannes Heimrath (Sonasound) wrote a book on gong therapy many years ago. He called his method "Sonogram." However, it is only available antiquarian. Not too many therapists use this method. This is because the investment alone in the many high-quality gongs required for this would be a fortune. Cheap sound discs from Asia do not do it! More about this later in another blog entry. The information not mentioned here about the effect of the gong and overtone-rich sounds can be found here and in the announcement for the Soundjourney. Resources How to listen to a gong "meditatively" (by me) https://www.rotraut-rumbaum.de/post/meditieren-mit-dem-gong-shamata-unterscheidendes-hoeren-nach-alexandre-tannous Video about the history of my gong https://www.youtube.com/watch?time_continue=3&v=Y6bAwPEAqdE Group events with big gongs in several places in Europe www.toneoflife.com Gong manufacture Sonasound www.sonasound.de Music example: Gong with other instruments https://www.youtube.com/watch?v=gsprduYR7os Music example: Demonstration of my gong (Attention: NOT played "meditatively") https://www.youtube.com/watch?time_continue=27&v=JvAuTWOxqRc About the gong in therapy Wolfgang Strobel, "Grenzzustände in der Musiktherapie", in Reader Musiktherapie, 1991, page 170 Otto Heinrich Silber and others, "Sound Therapy", 2010, page 168

  • "Der Gong sagt die Wahrheit die du nicht hören willst"

    Nicht nur ich bin vom Gong begeistert! Jemand schickte mir neulich ein Youtube Recording mit Reggie Hubbard . Ich hatte den Namen noch nicht gehört, aber fand es toll, inklusive seiner Einleitung , die ich unten hab übersetzen lassen Reggie Hubbard, Live in Kripalu Was mich sofort eingeholt hat: Er nennt den Gong ein sakrales Instrument. Und er meint das ernst. "Don't tempt the spirits" sagt er, und das ist keine poetische Floskel, sondern eine Warnung. Er weiß, was der Gong anrichten kann. Zu Reggie Reggie ist ein engagierter Achtsamkeitslehrer, der sich auf Nada Yoga, das Yoga des Klangs, spezialisiert hat. Seine Liebe zu Gongs hat sich zu einer tiefen Leidenschaft entwickelt, die sein Leben maßgeblich prägt. Kurz vor seinem 50. Geburtstag hatte Reggie einen Schlaganfall. Heute bezeichnet er diesen entscheidenden Moment liebevoll als seinen „Tag der Wiedergeburt“. Gongs haben auf seinem Weg der Genesung eine entscheidende Rolle gespielt und ihm geholfen, zu heilen, Frieden zu finden und wieder eine Verbindung zu anderen Menschen aufzubauen. Eine Home-Studio für Hintergrund-Geräusche Dieses Youtube kam übrigens von dieser Seite . Es ist so etwas wie ein eigenes Sound-Studio für Hintergrundgeräusche. Unglaublich dass es sowas gibt - kostenlos, aber wenn man 5 Euro zahlt, hat mal eine viel größere Bibliothek und zusätzliche Mischfunktionen. Einmalig 5 Euro, oder wenn man will, als Subscription. Der Gong - aus der Sicht von Psychotherapie Das Interessante für mich als Therapeutin ist, wie er das physiologisch beschreibt. Der Klang wirkt prä-kognitiv, bevor der Verstand überhaupt verstanden hat, was passiert, hat das Nervensystem schon reagiert. Das kennen wir aus der Körperarbeit. Manches kommt durch die Hintertür. Und der Gong scheint eine sehr große Hintertür zu haben. Er formuliert es so: The gong will tell you the truth you don't want to hear Benevolently provocative nennt er das. Das finde ich zutrenffender als viele Beschreibungen von Sound Baths, die ich kenne. Denn ja, es kann auch zu viel werden. Er sagt selbst: wenn es zu intensiv ist, aufstehen und rausgehen. Er weiß, dass sein Instrument überfordern kann, und er sagt es. Gongs als Meditationsinstrument (Dr I. S. Pigeon) Gongs sind faszinierende Meditationsinstrumente – nicht, weil sie lieblich oder melodisch sind, sondern gerade weil sie es nicht sind. Sie sind von Natur aus unharmonisch. Ihre komplexen Obertöne schimmern und prallen aufeinander. Das erzeugt Dissonanzen und Spannung. Das sind keine Klänge, die sagen: „Alles ist gut.“ Das sind Klänge, die Fragen stellen. Die dein Gefühl der Geborgenheit herausfordern. Deshalb sind Gongs in der Meditation so kraftvoll: Sie wiegen dich nicht in Sicherheit – sie wecken dich auf. Sie bringen die Stille in Bewegung – und legen offen, was normalerweise darunter verborgen liegt. Die "Alchemie" des Gong Was ihn von vielen Sound-Therapeuten unterscheidet, ist sein Verständnis von Energie. Er beschreibt eine Art Alchemie: Aggression, die eingebracht wird, verwandelt sich in etwas Schönes. Das klingt abstrakt, aber wenn man in der Körperarbeit unterwegs ist, versteht man, worum es geht. Gebundene Energie sucht einen Weg. Der obertonreiche Klang kann dieser Weg sein. Nach seinem Schlaganfall hat er stundenlang geweint beim Spielen. Er beschreibt das nicht dramatisch, sondern fast sachlich: der Gong hat ihm geholfen, etwas zu verarbeiten, was anders keinen Ausweg fand. Für mich bleibt die Frage, die ich mir auch bei anderen starken körperlichen Interventionen stelle: für wen und wann ist der richtige Zeitpunkt? Regulation und Destabilisierung liegen manchmal nah beieinander. Aber das ist vielleicht gerade der Punkt, den Reggie Hubbard macht. Der Gong ist kein "Wellnesstool". Darum hab ich auch extra eine Gong-Ausbildung im "meditativ-therapeutischen" Spielen gemacht. Reggies Beschreibung des Gong (zusammengefasst) Der Gong ist für Reggie ein heiliges Instrument des Friedens — traditionell bei Feierlichkeiten, Kriegsenden und besonderen Ereignissen gespielt. Er wirkt auf das Nervensystem auf einer vorbewussten, ursprünglichen Ebene: Die Schwingungen erreichen den Körper, bevor der Verstand einordnen kann, was passiert. Der Gong sagt die Wahrheit, die man nicht hören will — er gibt nicht zurück, was man erwartet, sondern was man braucht. Deshalb ist er „wohlwollend provokativ", ähnlich wie Reggie selbst. Skeptiker sind willkommen, denn dem Gong ist das egal — er wirkt trotzdem. Für Reggie persönlich ist das Gongspielen das größte Geschenk seines Lebens: Es erlaubt ihm, Aggression und inneres Feuer auf spirituelle Weise in etwas Schönes zu verwandeln — Alchemie, wie er es nennt. Nach seinem Schlaganfall haben die Gongs ihm geholfen, wieder zu sich zu finden. Seine Anweisungen zum Hören - Kurzgefasst Vor der Session Nehmt eine Haltung ein, die von eurer Energie getragen wird Meditationserfahrene: Spürt den Boden als Stütze; offenes Herz, klarer Kopf, gerade Wirbelsäule Wer möchte, kann sich auf den Boden legen Während der Session Findet euren Atem Wenn die Energie zu viel wird: aufstehen, herumgehen, ggf. nach draußen gehen Nicht leiden – einfach reagieren, wie es der Körper braucht Beim Aufwachen / Ausleiten Fingerspitzen aneinanderreiben Handflächen öffnen und schließen Schwung in die Schultern bringen Frage: Wie kann ich mich noch großartiger fühlen? Handflächen aneinanderreiben, Wärme spüren Hände aufs Gesicht legen, müden Kopf berühren Eine Hand aufs Herz, eine auf den Bauch Tief durch die Nase ein-, durch den Mund ausatmen (mehrmals) Drei reinigende Atemzüge; danach optional: Om / Gesang Handflächen nach oben (empfangen), dann nach unten auf den Boden Nach der Session Bis 21:00 Uhr nicht aufs Handy schauen

  • Entkolonialisierung! Zwiegespräche für Paare - nicht nur ein Aphrodisiakum

    In Anlehnung an den bekannten Paartherapeuten Michael Lukas Moeller "Wir leben in Beziehung, aber die Beziehung leben nicht. Auch wenn sie uns das Leben bedeutet“ (Moeller 2005). Wenn Du wenig Lese-Zeit hast, hier eine Kurzversion: "Kolonialisierung" bedeutet in diesem Kontext , wenn auch oft unbewusst und eher impliziert,, sich anzumaßen, man wüsste was in des anderen Kopf ist. Es ist aber eine Grenzüberschreitung . Man macht das oft unbewusst, zum Beispiel, um von sich selber abzulenken, oder aus Schuldgefühl Man kann sich sogar selber kolonialisieren: Selbstkolonialisation.. Und hier ein paar Regeln , die von Lukas Möller stammen, einem schon 2002 verstorbenen Therapeuten, die dem entgegenwirken. Möllers Ansatz ("Nähe durch Fremdheit") ist verwandt mit den Ansätzen von David Schnarch und Ester Perel. Und dabei helfe ich ! Kolonialisierungen "Kolonialisierung des Partners": hast Du Dich schon einmal von Deinem Partner kolonialisiert gefühlt? Also: hast Du Dich schon einmal darüber geärgert, oder warst verzweifelt darüber, dass Dein Partner sich einbildete zu wissen, was Du denkst, fühlst, beabsichtigst und was in Deinem Kopf vor sich geht? Obwohl ja der einzige, der das wissen kann, Du selber bist? Oder dass er Dir vorschreibt, was Du tun oder lassen sollst? Viele Paare leiden unter einer großen Sprachlosigkeit und Kommunikationskluft. Ihre Kommunikation beschränkt sich auf Alltagsregelungen, darauf, sich über etwas zu unterhalten, und auf endlose Kreisdiskutiererei, in der jeder seinen seelischen Schwerpunkt beim anderen hat, und besser zu wissen meint, wer dieser doch eigentlich ist. Das ist "Kolonialisieren". Es ist ein Begriff, den der 2002 verstorbene Paartherapeut M.L. Moeller geprägt hat, und der 3 lesenswerte Bücher hinterlassen hat. Sie wirken aus heutiger Sicht vielleicht ein klein wenig altmodisch, aber ich habe viel aus ihnen gelernt. Der Begriff ist inhaltlich relevant, obwohl Moeller heute insgesamt leicht veraltet ist: z.B. ist er sehr auf Sigmund Freuds Theorie des Unbewussten fokussiert. Er arbeitet mit Freud´schen Begriffen wie "Verschiebung" etc, die heute kaum mehr verwendet. Ich finde, Kolonialisieren fühlt sich tatsächlich an, als wolle eine fremde Macht einen besetzen. Es ist eins der wenigen Dinge, die mich auf die Palme treiben - mich "triggern" können. Grenzüberschreitungen Gefühle der Schwäche werden ja von vielen meist möglichst nicht offenbart. Es ist aber gerade von grosser Bedeutung, die eigenen Empfindungen "mitfühlbar" zu machen, in dem z.B. Eifersucht so vermittelt wird, wie sie gefühlt und erlebt wird. In dem Moment, indem der deutliche Ausdruck des Leidens sich in eine Verhaltensvorschrift für den anderen verwandelt wie "du darfst ihn/sie nicht sehen" ist das Kolonialisierung. Es gibt auch bereits einem wesentlichen Unterschied, ob ich sage "ich fühle mich gekränkt und verletzt" (Ich-Aussage) oder "du verletzt mich" (Behauptung über den anderen). Letztes ist eine kolonialisierende ausdrucksweise. Konflikte werden dadurch übrigens unnötig angeheizt. Denn dann wird dem anderen nicht mehr überlassen, wie er sich selbst eigentlich fühlt, was seine Beweggründe sind und was er in dieser Situation entscheiden möchte. Sondern es wird versucht, seine Selbstbestimmung durch Fremdbestimmung einzuschränken oder aufzuheben. Kolonialisierung ist also der unbewusste Versuch, über den anderen zu bestimmen - gegen seinen Willen, aber oft auch mit seiner Duldung. In der Regel ist es ein Akt zu zweit. Kolonialisieren bedeutet immer Grenzüberschreitung. Es ist am Anfang für viele nicht einfach, die feine Grenze zwischen persönlichem Gefühlsausdruck und Verhaltensvorschrift auszumachen. Denn anders als bei der Kolonialisierung wird durch das reine Aufzeigen der eigenen Gefühle das Verhalten des anderen zwar beeinflusst, aber seine Selbstbestimmung bleibt unberührt. „In der Welt des anderen habe ich nichts zu tun. Es ist eine Frage der Ethik, ja der Menschenrechte, also ein Politikum im Paarleben, ob ich zu dieser grundlegenden Gleichrangigkeit bereit bin oder nicht.“ Moeller (2005, 145) Kolonialisierung als Hauptproblem Moeller, als Freudianer, erklärt sie also zu einem Hauptproblem in der Beziehung, das tief verwurzelt ist. Darum ist ihm auch so schwer beizukommen. „Die Kolonialisierung ist ein Hauptsymptom der Paargrundstörung, der narzisstischen Beziehungsstörung. Sie gleicht in reiner und lebensgeschichtlich frühester Form einem seelischen Vorgang, der als projektive Identifizierung…diskutiert wird - allerdings kaum für das Paarleben“ (Moeller 2005,146). Schuldgefühle und ungelebtes Leben Moeller spricht in dem Kontext auch von Schuldgefühlen. Er findet, wenn man sich selbst nicht lebt, sich selbst nicht treu ist, sammeln sich die Empfindungen des ungelebten Lebens bis zur Vorwurfsstärke an, die dann auf Umstände, Schicksalsschläge, die Eltern und eben den Partner projiziert werden, die Schuld sind, das wirkliches (Er-)Leben nicht gelungen ist. Das sehe ich auch so. Und es befeuert Kolonialisierungen enorm. Ich finde diese Aspekte von Paarkommunikation total wichtig, für mich persönlich, genauso wie für meinen therapeutische Arbeit. Aber nun erst einmal ein paar Worte über sein Gegenmittel - auch gegen andere Paarprobleme übrigens -, das ich schätze und anbiete: Zwiegespräche für Paare. Zwiegespräche, um sich wechselseitig einfühlbar zu machen Gegen Kolonialisierung und Schweigen, Abstumpfen, Versanden im Alltag , Kreisdiskussionen, usw. hat Moeller eine Gesprächsmethode entwickelt, die er "Zwiegespräch für Paare" nannte. Ich helfe dabei, sie umzusetzen. "Wenn wir uns aufeinander beziehen, halten wir die Beziehung lebendig“ (Moeller 2005, 13) Im Zwiegespräch geht es um das konzentrierte, regelmäßige, persönliche Paargespräch, in dem die Partner wechselseitig von sich sprechen und den anderen an dem eigenen Erleben, den eigenen Überlegungen, Selbstbeobachtungen und der eigenen Gefühlswelt teilhaben lassen. „Ein Austausch von Selbstporträts“. Es ist ein Gespräch der besonderen Art: kein Problemlösungs-Dialog, keine Konflikt-Lösungs-Dialog, auch kein Frage-Antwort-Dialog. Sondern es ist ein von sich sprechen-und-Zuhören in einem ritualisierten Setting: der Redende erzählt von sich. Es geht um das Veräußern der inneren Landschaft, ohne Unterbrechungen, Fragen, Vorwegnahme, Verurteilung etc. Durch Zwiegespräche entsteht die Möglichkeit einer Beziehung von zwei Menschen, „…die sich mit der Zeit mehr und mehr verstehen, statt sich zu entfremden, die sich miteinander entwickeln, statt ihr Dasein nebeneinander fort zu fristen, die ihre Bindung vertiefen, statt abzustumpfen, und sei es auch, um zu erkennen, dass sie besser nicht zusammen lebten. Diese Gegenwärtigkeit ist für mich das sakrale Element“ (Moeller 2005,16). Zuneigung zueinander wächst, je mehr man voneinander erfährt Ein Ergebnis der Sozialpsychologie und der menschlichen Verhaltensforschung besagt, das unsere Zuneigung zueinander wächst, je mehr wir voneinander erfahren. Leider bleibt diese Erkenntnis zumeist ungenutzt, denn meistens wird das Gegenteil befürchtet, und die eigenen Schwächen durch Distanz abgeschirmt. Moeller geht davon aus, dass sich Bindungen sehr vertiefen, wenn es den Partnern gelingt, die eigenen Unsicherheiten und Ängsten dem anderen einzugestehen. Regeln für Zwiegespräche Hier sind die wichtigsten Regeln Regelmäßigkeit, damit Verbindlichkeit gewährleistet ist und der rote Faden nicht verloren geht (z.B. Wöchentlich oder alle 14 Tage) Jeder spricht über das, was ihn gerade bewegt, wie er sich selbst , den anderen, die Beziehung und sein Leben erlebt. Er bleibt also bei sich. Und beschreibt. Keine Interpretationen, Deutungen, Vorwürfe ("du machst...) . Es ist ein offenes Gespräch das nichts anderes zum Thema hat. Reden und Zuhören sind gleich verteilt. Z. B. alle 10 Min. Wird gewechselt. Ein angenehmer Timer ist meist ungeheuer wichtig. Schweigen und Schweigen lassen, wenn es entsteht: niemand MUSS sprechen Ausgeschlossen sind: dem anderen ins Wort fallen, bohrende Fragen, Drängen, Ratschläge, Kolonialisierungsversuche Zwiegespräche sind kein Offenbarungszwang. Jeder entscheidet selbst, was und wie viel er von sich mitteilen möchte. Das alles ist nicht immer ganz einfach. Besonders in Konfliktsituationen. Es ist gut, Zwiegespräche alleine versuchen, aber oft ist eine dritte Person hilfreich, um zu üben, die Regeln und die Regelmässigkeit einzuhalten. Moeller, David Schnarch und Ester Perel: aus Distanz zu erotischer Nähe Seiner Erfahrung nach haben regelmäßige Zwiegespräche die Wirkung eines „seelischen Aphrodisiakum“ . Denn für ihn entstehen fast alle Störungen in der Erotik des Paares aufgrund von unausgesprochenen Ängsten und Wünschen, und dadurch verursachten Missverständnissen. Das wirksamste Aphrodisiakum innerhalb von Liebesbeziehungen ist die Lebendigkeit des Paares. Und die kann nur im öffnenden Gespräch, das die Andersheit des Partners aushält und zulässt, erhalten werden. Moeller war damit vielleicht seiner Zeit etwas voraus. Denn damit war ein zentraler Punkt seiner Denkens, indirekt über Distanz Nähe im Paar zu schaffen. Moeller empfiehlt nämlich, von der wechselseitigen Unkenntnis aus zu gehen - statt von der gleichen Wellenlänge. Er formulierte es folgendermaßen: Ich bin nicht du und weiß dich nicht (2005, 153). Zwiegespräche ermöglichen eine Evolution zu zweit, und die Entdeckung, dass der andere anders ist und uns trotzdem nahe bleibt. Das ist auch der Ansatz des amerikanischen Paartherapeuten David Schnarch mit seinem Konzept der "Differenzierung": Differenzierung schafft Begehren, nicht übergroße Nähe. Und es ist der Ansatz der amerikanischen Paartherapeuting Ester Perel, die die erotische Lebendigkeit über bewusst zugelassene Fremdheit wiederherstellen will. Ihr erstes Buch "Mating in Captivity" hatte damit viel Erfolg. Selbstkolonialisierung & die Kunst der Beschreibung Ich nenne diese Art des "gewaltfreien" von sich Sprechens auch die Kunst der reinen Beschreibung. In meiner Arbeit mit Authentic Movement ist das ein wesentlicher Bestandteil und kann hier wunderbar geübt werden. Auch, und sogar sehr gut, ohne Partner! Es ist sehr erhelllend und hilfreich zu erkennen, wo ich mich sozusagen selber kolonialisiere. Das tue ich z.B., indem ich mein wirkliches Erleben im Nachhinein in der Reflektion überlagere mit gewohnten, oft lebensgeschichtlich gelernten Interpretationen des Erlebten. Oder dadurch, das ich manches davon garnicht wirklich in mein Bewusstsein dringen lasse, weil "es" irgendwann einmal im Leben als Negativerfahrung abgespeichert wurde. Damit inszeniere ich aber ein bestimmtes Selbstbild, eine unbewusst festgeschriebene innere Identifikation von mir immer wieder neu - meist ohne es zu merken. Entkolonialisierung mir selbst gegenüber ermöglicht die Integration des Vermiedendem und damit Offenheit für das Leben. Ein Erleben innerer Befreiung von alten Bürden entsteht und eine neu gewonnene Freiheit, die zunächst durchaus auch Unsicherheiten und Ängste mit sich bringen kann. Dieser Prozess gibt dem JETZT wirklich spürbaren Raum und erlaubt das frische, unvoreingenommene Erleben dessen, was ist. Es vertreibt die gewohnten mentalen Filter. Auf dieser Basis erübrigt sich dann mit der Zeit auch die psychische "Notwendigkeit der " kolonialistischen" Dynamik im Paar. Denn wenn ich mir in der Tiefe selbst begegnen und mich neugierig entdecken kann, kann ich das auch viel besser mit meinem Partner. Literaturliste: M.Moeller, 2005 : Die Wahrheit beginnt zu zweit-Das Paar im Gespräch , rororo Verlag, 23.Aufl., Reinbeck M.Moeller, 2009: Gelegenheit macht Liebe-Glücksbedingungen in der Partnerschaft , rororo Verlag, 5.Aufl., Reinbeck Ester Perel, 2006: Was Liebe braucht. Das Geheimnis des Begehrens in festen Beziehungen . https://www.amazon.de/Was-Liebe-braucht-Geheimnis-Beziehungen/dp/3959673892 Ester Perel´s TED talks https://www.youtube.com/watch?v=sa0RUmGTCYY&list=PLQfXHzNq8Es0CDEqcvBP7vS4bJYOZvTjj Ester Perel´s Youtube Kanal https://www.youtube.com/c/EstherPerel David Schnarch, 2020 "Die Psychologie Sexueller Leidenschaft" https://www.amazon.de/-/en/David-Schnarch/dp/3608961097/ref=sr_1_1?crid=2CPZSMML9QYHE&dchild=1&keywords=david+schnarch+die+psychologie+sexueller+leidenschaft&qid=1629464228&s=books&sprefix=david+schnarch%2Cstripbooks%2C176&sr=1-1 David Schnarch 2006: Intimität und Verlangen. https://www.klett-cotta.de/buch/Partnerschaft/Intimitaet_und_Verlangen/14026 David Schnarch - Differenzierung (Youtube 30 Minuten Zusammmenfassung) https://www.youtube.com/watch?v=3y1l88NSdGg

  • In Tango und Begegnungen: Empfindest du als Mann Scham, im Becken wirklich präsent zu sein?

    (Ein Erfahrungsbericht aus meinem Tango Coaching. Wiederveröffentlichter Beitrag von 2020) KONTEXT: Ich arbeite in Wiesbaden inzwischen als Psychotherapeutin HPG, auch im Selbsterfahrungs und Coachingbereich mit NARM (Neuroaffektives Beziehungsmodell) und Tanz mit Tango Argentino. Das heißt ich unterrichte Tango nicht mehr im üblichen Sinne. Ich begleite hier auf tiefer liegenden Ebenen. Ich schaue vielmehr auf " the inner game of Tango" - was geht eigentlich im inneren Erleben und in der nonverbalen Kommunikation so vor sich. Wo steht man sich unbewusst selbst im Weg? Wo zeigen sich frühe lebensgeschichtliche Prägungen und Schutzstrategien, die heute das Leben, Beziehungen und eben den Tanz verkomplizieren. Das Wesen des Tangos, grundlegende Elemente, die keine Tango-Erfahrung voraussetzen (wie Präsenz, Begegnung, Stehen, Gehen, gemeinsamer Rhythmus, Führen / Folgen) können wir auch in Therapie oder Coaching für konkrete Erfahrungen nutzen. Der Körper erzählt mehr als Worte es könnten! Das ist für Tangotänzer und nicht Tänzer gleichermassen geeignet. Ich nutze einfach mehr oder weniger "Tangomaterial" für die Selbsterforschung. Bin ich zu viel als Mann mit meiner Energie? Rotraut Rumbaum, Mindful Motion Tango Coaching " Darf ich das denn? Ich merke, dass ich befürchte, mit meiner Kraft und männlichen Energie zu viel zu sein ." Tango. Wir gehen in Umarmung den Rhythmus. Er geht vorwärts, ich rückwärts. Sonst nichts. Sonst nichts? Oberflächlich betrachtet könnte man denken: ist doch easy... zumindest für Tangotänzer. Wie einfaches Gehen neue Erfahrungen ermöglicht Taucht man allerdings tiefer ein und beginnt damit, sich bewusst wahrzunehmen, eröffnen sich schon durch einfaches Gehen neue Erfahrungen und damit auch neue Möglichkeiten. Für Ben, einen souverän auftretenden und erfolgreichen Mann, der im Kontakt mit Frauen nicht schüchtern ist, ist dies wider Erwarten ein wichtiges Erlebnis. Er hatte gerade lange und intensiv geübt, aus der Körpermitte zu gehen und den Raum von dort aus einzunehmen. Also sich seines Beckens bewusst den Raum zu erobern, als wäre sein Becken der Motor. Er war sehr ambitioniert, leidenschaftlich und voll bei der Sache. Das langsame Gehen mit der Energie aus dem Becken, und sich selbst so ungewohnt differenziert zu spüren, tat ihm offensichtlich gut. Er wollte gar nicht mehr aufhören und war offenbar auch auf einer inneren Entdeckungsreise. Er wirkte kraftvoll, stabil, männlich selbstbewusst, und sehr konzentriert. Dann ermunterte ich ihn, das nun in den gemeinsamen Tanz einzubringen und weiter zu festigen. Warum männliche Energie zu nutzen nicht automatisch mit sexueller Intention oder Handlung zu tun hat Währenddessen blieb er dann plötzlich stehen, sah mich an und fragte " Ist das nicht zu viel? So aus dem Becken auf Dich zu zu gehen? Ich dachte immer ich bin zu viel damit... Ich will ja nicht aufdringlich sein oder missverstanden werden.“ Er wirkte innerlich berührt und sehr bewegt. Diese unbewusste Gleichsetzung von männlicher Energie mit sexuellem Verhalten - oder zumindest sexueller Intention - habe ich schon öfter erlebt. Manchmal haben Männer keine innere Differenzierung zwischen männlicher Präsenz und Sexualität. Dann ist Beckenenergie gleichgesetzt mit sexueller Absicht. Nicht wenige Männer "verschwinden" auf die eine oder andere Weise aus ihrer Körpermitte, um nicht falsch verstanden zu werden. Sie fürchten sich im Tango vor ihrer eigenen Beckenpower. Oft tun sie das unbewusst. Dies kann aus der irgendwann im Leben erlebten Scham entstehen, mit der eigenen männlichen Lebenskraft als schmutzig oder unerwünscht zu gelten. Sie müssen sich ihr Becken in gewisser Weise erst wieder zurückerobern und neues männliches Selbstbewusstsein entwickeln. Wie Führen aus der Körpermitte der Frau Orientierung und Sicherheit gibt Ich versicherte Ben, das sich seine Präsenz aus der Körpermitte gut anfühlte, mir Orientierung und Sicherheit vermittelte. Als er auf diese Weise spürbarer wurde, hatte ich es in der Rolle als Folgende leichter. Alles wurde freier und entspannter, Führungsimpulse wurden eindeutiger und konnten sich auf das minimal Notwendige reduzieren. Gleichzeitig wurde die Umarmung entspannter, weil sie keine kompensatorische "Extraführung" mehr enthielt. Und vor allem: ich spürte IHN! Unser Kontakt war nicht mehr überlagert vom "Machen". Er war mehr präsent und damit in der Begegnung spürbarer. Schön! Warum männliche Präsenz im Tango wegführt von der Scham - hin zu besserem Führen, mehr Orientierung und Kontakt (nicht nur im Tango) In den folgenden Wochen strahlte er mich beim Tanzen zwischendurch oft mal an mit der Bemerkung : “ Ich spüre plötzlich viel mehr von Dir! Und was Du machst! Das ist wunderbar. Dafür tanzt man ja...“ Ja, wenn man sich selber mehr spürt und wirklich anwesend ist, kann man auch den anderen mehr spüren. Körperlich feinsinniger und präsenter zu werden, hat Auswirkungen in beide Richtungen. Wenn sich Männlichkeit mit Empfindsamkeit für die eigene verdrängte Scham verbindet, entsteht Berührung. Zunächst "seelische Selbstberührung". Und dadurch kann auch die Partnerin sowohl in ihrer Körperlichkeit, als auch ihrem Wesen stärker erlebt werden. Frauen fühlen sich dadurch eher gespürt, angenommen und eins mit dem Partner. Ich kenne kaum eine Frau, die sich nicht danach sehnt. Führung aus männlicher Präsenz heraus macht beide glücklich und das gemeinsame Tanzen leicht. "Unsere Geschichte": Wie ein empfindsamer Ben sich öffnete Als er vor ein paar Jahren das erste Mal zu mir kam, habe ich danach ziemlich tief durchatmen und mir Mut machen müssen. Seine coole Schlagfertigkeit, der stechend herausfordernde Blick im angespannten Gesicht mit leicht hochgerecktem Kinn machte mir als Hochsensibelchen zu schaffen. Was mir half, waren meine feinen Antennen für das empfindsame Wesen, das sich dahinter versteckte. Wir befassten uns nicht nur mit Tango. Er erzählte jedesmal private Gedanken und Gefühle von sich, und ich griff manchmal spontan im Fluss seiner Bemerkungen Dinge auf, die mir wichtig erschienen. Mit einfachen tanztherapeutischen Elementen und mit kurzen Einheiten Authentic Movement konnte er noch einen anderen, tieferen Einblick in seine aktuelle Seelenlandschaft gewinnen. Auch in die Bereiche, die jenseits von Worten lagen. Ich war nicht erstaunt zu sehen, wie sehr er sich nach seiner eigenen Weichheit, auch in der Begegnung mit anderen sehnte. Ich erlebte mit der Zeit immer öfter seine einfühlsame Seite, die sich berühren ließ. Seine Gesichtszüge und sein Blick entspannten sich mit mehr Übung. Seine Selbst-Wahrnehmung hatte sich verbessert und er übte das Herunterfahren der gezeigten Wehrhaftigkeit, wann immer er im Alltag daran dachte. All das floss dann natürlich wiederum in den Tango mit ein, konnte in der Begegnung mit mir bewusster werden und bekam direkte Unterstützung. Diese Mischung von Gespräch, tanztherapeutischen Elementen, und Tango haben wir bis heute beibehalten. Wir haben für ihn sogar Solo-Gongsessions eingeführt. Dies förderte bei ihm stark die innere Präsenz, Konzentration und das Erleben von Einheit im Tanz, wenn ich zu Beginn ersteinaml Gong für ihn spielte. Bei Gongsession zum Abschluss förderte das Klangerlebnis sehr die Integration des Gelernten. Und klar immer auch tiefe Entspannung und Regeneration. Psychotherapie und Coaching - auch mit Tango Argentino - in Wiesbaden Ich biete Psychotherapie und Selbsterfahrung auf der Basis von NARM, un dgerne auch erweitert mit körperorientierten und tänzerischen Elementen wie zB Tango Argentino und Authentic Movement, in meinem atmosphärischen Studio in Wiesbaden an. Wenn Dich solche Tango-Themen interessieren: weitere Einblick in die spannende Vielfalt meiner Arbeit erfährst Du in kommenden Blogeinträgen. Kommentare und Fragen sind willkommen! Schreib mir dazu einfach an mail@rotraut-rumbaum.de Ich grüße Dich herzlich! Rotraut

  • Tango Mind: Tango Argentino und Meditation. Die Rolle von Gewahrsein und Fokus.

    Tango Argentino und Meditation - das klingt wie zwei verschiedene Welten? Sind es aber nicht unbedingt! Wer sich sowohl für Meditation welcher Art auch immer als auch für Tango Argentino interessiert (oder im Tango einfach nur so eine Ahnung hat, das da vielleicht noch ein Puzzleteil fehlen könnte), mag erfreut sein zu lesen, wie beides sich sinnvoll ergänzen kann. Meist mit einem Effekt, der über das Tanzen hinausgeht. Die Bedeutung kognitiver Fähigkeiten im Tango - was Tango Argentino und Meditation miteinander zu tun haben Tango ist für den Betrachter zuerst einmal eine bestimmte Art der äußeren Bewegung zu Musik. Zugleich ist Tango - gut getanzt - eine der Meditation vergleichbaren innere Tätigkeiten der komplexen Wahrnehmungs-Steuerung. Das ist zwar jeder Tanz, aber Tango Argentino als Paartanz mit seiner zutiefst improvisatorischen Natur ist hier noch einmal wesentlich komplexer. Hier sind zwei Personen involviert, zwei Körper und Charaktere, die sich in der verbindlichen Nähe der Umarmung bewegen und aufeinander angewiesen sind. Die Notwendigkeit der Koordination der Wahrnehmung Um aus verschiedenen Grundelementen von Moment zu Moment ihr eigenes Einmaliges zu schaffen, müssen sie ihre Wahrnehmungssysteme und ihre Körperbewegungen fein abgestimmt koordinieren. Hier liegt hohes Konflikt-Potential, aber hier winkt auch die Erfüllung, Samadhi - der "7. Himmel" der Tangotänzer, wenn es gelingt. Nur was ich wahrnehme kann ich gestalten Dafür muss man aber erstmal alles Relevante in seinen Fokus bringen können. Das klingt einfach und selbstverständlich, ist es aber meist nicht. Alleine den eigenen Körper von innen differenziert zu erspüren, um verschiedene Körperbereiche zu aktivieren und miteinander in Kontakt zu bringen, ist für viele eine Herausforderung. Nicht, weil man es theoretisch nicht könnte, sondern weil kein Bewusstsein dafür da ist. Der unruhige Geist Die meisten von uns sind nicht darin geübt, die Wahrnehmung bewusst zu lenken und das überhaupt als wichtig zu erachten. Und der unruhige Geist ist naturgemäß leicht abzulenken. Er springt hierhin und dorthin, und oft bemerken wir das nicht, weil wir so sehr daran gewöhnt sind. Die Fähigkeit, durch Aufmerksamkeit bestimmte und wechselnde Bereiche bewusst "mit Energie zu füllen“, und die Erfahrung der Auswirkung davon, muss oft erst entdeckt und auch gefördert werden. Ein "Pool" aus Wahrnehmungsobjekten Dadurch erschafft man innerlich einen Pool aus "Wahrnehmungsobjekten", die dann im weiten Bewusstsein vorhanden sind und jederzeit in den Fokus genommen werden können. Je stärker man also diese Objekte in der eigenen Wahrnehmung lebendig werden lassen, und je müheloser man innerlich den Fokus wechseln kann, ohne alles andere "zu verlieren", desto größer werden der tänzerische Ausdruck, die Verbundenheit mit dem Partner und die Freiheit in der Gestaltung. Gewahrsamkeit ist nicht immer selbstverständlich, aber der Schlüssel für lebendigen, ausdrucksstarken, erfüllenden Tango Diese Gewahrsamkeit, das bewusste Spüren und Wahrnehmen sowie die sinnvolle Steuerung dessen ist nicht so selbstverständlich, wie man annehmen könnte. Aus Erfahrung weiß ich, dass die Tanzenden oft gar nicht auf die Idee kommen, das hier die Lösung für viele Schwierigkeiten liegen könnte. Sie wollen ganz viel konkret richtig "machen" und kompensieren oft in Überaktivität. Der Schlüssel ist aber oft die bewusste Wahrnehmung von Körperbereichen, Haltungen, Muskeltonus und Bewegungen, die zum Teil völlig "im Dunkeln" liegen. Energie wird durch Wahrnehmung gesteuert Da Energie der Wahrnehmung folgt, kann man so ohne etwas Äußeres zu verändern auf alles Einfluss nehmen. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, das die Bereiche, die man nicht wahrnimmt, die man lieber vermeidet, oder die man für unwichtig hält, auch nicht mit Energie, Lebendigkeit, Sinnhaftigkeit und Ausdruck gefüllt sind. Und wo keine Wahrnehmung und keine Energie vorhanden sind, ist weder aktive Veränderung noch Gestaltung möglich. Objekte des Gewahrseins und der Aufmerksamkeit Deshalb ist es interessant, sich bewusst zu machen: was nehme ich wahr? welche Bereiche meines Körpers sind mir nicht bewusst? Innerlich und äußerlich? Worauf könnte ich meine Aufmerksamkeit sinnvollerweise noch lenken? Was bewirkt das? Was ist im Vordergrund, was im Hintergrund? Wie steure ich das? Kann ich den Fokus bewusst wechseln? (Ich meine nicht das Hin und Her springen des unruhigen Geistes) Was erreiche ich damit und was fehlt vielleicht noch? Was möchte ich und was kann ich alles dafür tun? .... Da hier meist vieles unklar oder unentdeckt ist lässt sich viel in Bewegung bringen. Das sind meist erstaunliche und kreative AHA Erlebnisse! Weite Gewahrsamkeit und fokussierte Aufmerksamkeit im Tango "Mindfulness" (im deutschen Achtsamkeit) ist nach der Definition des herausragenden Werkes von John Yates (Handbuch Meditation) nichts anderes als ein bewusst optimiertes Verhältnis von peripherer Gewahrsamkeit und fokussierter Aufmerksamkeit. Mindfulness bedeutet also ein Ausbalancieren von zwei Arten des wahrnehmenden Bewusstseins. Was ist Mindfulness? Mindfulness (nach Yates) existiert dann, wenn drei Fähigkeiten zusammenwirken: der Modus der peripheren Gewahrsamkeit (sowohl nach innen wie nach außen) der Modus der fokussierten Aufmerksamkeit (sowohl nach innen wie nach außen) der Modus des "Meta-Bewusstseins" - also dass ich mir (1) und (2) bewusst bin und es steuere, je nach Situation. 1. Peripheres Gewahrsam Die periphere Gewahrsamkeit - z.B. unserer Umwelt, des eigenen Körpers, des inneren Erlebens- ist der Hintergrund an relevanten Wahrnehmungs-Objekten für unser Handeln. Beim Autofahren beinhaltet das das Schalten von einem Gang zum nächsten, Gas geben, Geschwindigkeit halten, Straßenschilder beachten, Fußgänger, die Straße, andere Fahrzeuge, die Musik, die ich nebenbei höre. 2. Fokussierte Aufmerksamkeit In meiner fokussierten Aufmerksamkeit ist vielleicht das Gespräch, das ich währenddessen mit meinem Mitfahrer führe. Es rutscht aber (hoffentlich!) das Auto vor mir in meine fokussierte Aufmerksamkeit, wenn es unerwartet stark bremst. Oder mein Fuss, den ich plötzlich intensiv auf die Bremse drücke, weil aus der peripheren Wahrnehmung zu spät in meine fokussierte Aufmerksamkeit gelangt, dass ich in der 30er Zone 60 km/h fahre. Die fokussierte Aufmerksamkeit holt also spezifische Objekte aus dem Hintergrund in den Vordergrund, so dass sie dem Bewusstsein für gesteuerte (und nicht automatische) Verarbeitung und damit für bewusste Handlungen zur Verfügung stehen. 3. Meta-Bewusstsein Mindfulness (Achtsamkeit) entsteht dann, wenn ich mir meiner eigenen inneren Wahrnehmungs-Mechanismen und -Objekte bewusst bin. Wahrnehmungsfähigkeit nun nochmal im Kontext Tango Auch im Tango kann alles, mein Fuß, der Raum, die aktuelle Bewegung, andere Paare, die Umarmung, Rhythmus, Melodie, Tanzpartner, etc... entweder in meinem peripheren Gewahrsam oder in meiner fokussierten Aufmerksamkeit sein. In jeder Situation sind beide Komponenten in unterschiedlichem Ausmaß "dabei", und auf unterschiedliche Wahrnehmungsobjekte gerichtet. Die Kunst des weiten Gewahrseins im Tango Im Tango ist es nicht nur wichtig, mich in meinem Körper detailliert spüren zu können, sondern auch die Verbindung zum Boden und zu meinem Partner in den verschiedenen Aspekten, das Zusammenspiel unserer Achsen, die Nuancen der Musik, wann genau und wie ich im Rhythmus den Fuß aufsetze, den Raum und Raumrichtungen, meine Bewegungen in verschiedenen Körperbereichen, "Figuren" bzw. die Choreografie des Momentes etc. Bei allem ist es elementar, in mir selbst zentriert zu bleiben und meine periphere Gewahrsamkeit mit meiner fokussierten Aufmerksamkeit optimal nutzen zu können. Die Kunst des weiten Bewusstseins, in dem die Wahrnehmung vieles gleichzeitig beinhaltet, während die Aufmerksamkeit auf etwas bestimmtes gerichtet ist, ist also sehr relevant. Die Fähigkeit, vieles im Gewahrsein zu haben und den Fokus je nach Wahl und Notwendigkeit zu wechseln. Klingt normal? Ist es meist nicht! Meine praktische Erfahrung aus jahrelanger intensiver Lehr- und Coaching-Tätigkeit im Tango zeigt, dass jeder Tänzer spezifische Wahrnehmungsgewohnheiten hat, die auf weniges beschränkt sind. Diese sind für Führende und Folgende oft unterschiedlich. Wahrnehmungsraum und Wachstumschancen im Tango Das Ausweiten des möglichen Wahrnehmungsspielraums und der Ausgleich der oft rollenspezifisch “ausgesuchten“ Wahrnehmungsobjekte von Führendem und Folgendem haben großen Einfluss auf gewünschte Veränderungen und Wachstumschancen im Tanz. So wie in der sitzenden Meditation zunächst meist der jeweilige Atemzug das "Meditationsobjekt" ist, kann es beim Tango der Rhythmus, die Achse, das Aufsetzen des Fusses, Aspekte der Umarmung und sehr vieles andere sein. In der fortgeschrittenen Meditation und im fortgeschrittenen Tänzer wird schließlich mit genügend Übung die Spanne der Aufmerksamkeit so weit, dass sie alles gleichzeitig umfassen kann. Dann wird die "Meditation Tango" von einer reinen Konzentrationsübung zum umfassenden "open mind", das den gesamten Erfahrungs-Strom aus allen Sinnen, einschließlich des Bewusstseins selber, umfasst. Und das ist eine gute Voraussetzung für Flow States! Flow States Und wie bei der Meditation, führt das im Tango hin zu tiefen "flow states", ...dem 7.Himmel des Tangos, für den wir all die Anstrengung unternehmen, Frustrationen überwinden und auf Milongas gehen und für die es sich wirklich lohnt! (Mehr zu Flowstates weiter unten.) In der Paarbeziehung kann sich dies positiv widerspiegeln: es fördert eine umfassendere Wahrnehmung, grössere Präsenz und stabilere Verbindung. Beispiel im Tango aus Sicht des Führenden: Ich kann mir der Musik bewusst sein. Ich höre vielleicht auf die Melodie, die vielleicht gerade von der Geige gespielt wird. Dann bemerke ich, dass die Gestalt der Musik etwas "in mir berührt", und ich fokussiere innerlich auf "den großen Bogen" und empfinde mich wie in einer Welle und tanze diese. In diesem Moment kann es passieren, dass ich den Rhythmus verloren und meine Partnerin völlig "vergessen" habe. Sie ist weder in meiner fokussierten Aufmerksamkeit, noch genügend repräsentiert in meinem peripheren Gewahrsein. Ich reagiere nur noch auf die von der Melodie hervorgerufenen inneren Impulse und merke gar nicht, dass ich meine Partnerin, die sich verzweifelt bemüht, den Rhythmus und die Achse zu behalten, auf Autopilot gestellt und sich selbst überlassen habe. So gut ich mich selber vielleicht gerade fühle: Die Verbindung ist abgebrochen, und das wird früher oder später Schwierigkeiten bereiten: Die Partnerin wird es merken; ich werde unbewusst ungeduldig, dass sie mich nicht unterstützt oder mitzieht; mein individueller "Flow" ist unterbrochen, ein wirklich gemeinsamer entsteht gar nicht erst. Es ist also wichtig, seine Gewahrsamkeit zu steuern, um dem "Vergessen" vorzubeugen, und alles Essentielle im Überblick zu behalten. Dann können derartige innere inspirierte Höhenflüge des einen zu einem gemeinsamen Flow mit grosser Ausdruckskraft des ganzen Paares werden. All das ist den mentalen Techniken der Meditation sehr verwandt. In der Meditation erwerben wir ein hohes konstantes "Meta-Bewusstsein" dessen, was gerade in unserem Bewusstsein ist, und wie es dort repräsentiert ist. Präsenz Aus meiner Erfahrung ist das bewusste Üben dieser Wahrnehmungsfähigkeiten für die Tänzer also fundamental. Es mag hier zunächst etwas abstrakt klingen - bis man die konkrete Erfahrung dazu macht...! Es hat grossen Einfluss auf alle Aspekte dieses vielschichtigen Tanzes, und besonders auf das Selbst- und Paarerleben! (Nicht umsonst nenne ich es Coaching.) Und es erleichtert so vieles! ...Es ist ein Booster für Tanz- und Beziehungsqualität und für die Beziehung zu sich selbst. Mit der Ausprägung dieser Fähigkeit wächst die "Präsenz" der Tanzenden. Präsenz gründet in der Wahrnehmungsfähigkeit des Körpers, der Gefühle, des Geistes, der Umgebung etc. Volle Präsenz gibt dem Tango Inhalt, Sinn, Lebendigkeit und Ausdrucksstärke. Präsenz ist die Voraussetzung für Flowstates. Anders gesagt: Nicht alles ist begründet in der "äusseren" Tanztechnik. Deshalb haben so manche Tänzer, trotz langjähriger Anstrengung und Übens von Tanztechnik, oft keinen für sie selbst zufriedenstellenden Erfolg. Hier fehlt meist das Eingebettet-Sein in den grösseren Flow, Sinnzusammenhang und das Verstehen der Wechselbeziehung mit entscheidenden anderen Faktoren. Tango und die Gelassenheit des ruhigen Geistes Ich helfe Euch auf diese Weise, im Tango die Fähigkeit des ruhigen Geistes zu entwickeln, der nicht auf alle Reize ungefiltert reagiert, sondern in sich selbst ruht. Das bringt wesentlich mehr Wahlmöglichkeiten ins Bewusstsein, schafft Gestaltungsoptionen, die Ihr vorher garnicht gesehen habt, hilft dabei, angemessen zu reagieren und nicht abzuschweifen. Ihr erschafft aktiv mit jeder Faser Eures Seins den Tanz von Moment zu Moment neu. Engagiert, inspiriert, entspannt, gelassen, innerlich erfüllt. 100% Einsatz, null Stress, viel Flow im Tangohimmel. Tango und Erleuchtung? Ein Weg zu "Samadhi" Ich möchte hier einen Aspekt ansprechen, der mir aus meiner eigenen Tanzerfahrung sehr vertraut ist. Allerdings ist Tango "Samadhi" eher die Ausnahme denn die Regel. Denn dafür müssen ein paar Aspekte zusammenkommen, die oft nicht gegeben sind. Samadhi wird in der buddhistischen Meditation im Allgemeinen verstanden als ein Zustand "unangestrengter stabiler Aufmerksamkeit" (John Yates), oder als ein Zustand vollster Konzentration (Shinzen Young). Ein solcher Zustand der absoluten vollen fokussierten Konzentration führt zu einem besonderen Bewusstseins-Zustand. In diesem Zustand wird das Alltags-Ich "vergessen". Man wird Teil eines größeren, des Nichts, des Raums.... und wer mag, kann sich (laut Shinhzen Young) schon einmal über den Tango der Erleuchtung annähern :-). "Man sollte denken, dass Samadhi nur in einem spirituellem Kontext erscheint, aber das ist nicht der Fall. Man kann auch weltliche Samadhis erleben, die zwar nicht in einem spitrtuellem Paragidma erscheinen, trotzdem aber potentielle Wege zur Erleuchtung sind. Dies passiert oft solchen Individuen, die durch ausübende Künste wie Tanz spontan einen Zustand von sehr hoher Konzentration erreichen. Über Monate und Jahre vertieft sich die Konzentration, und kann durch all die Stadien gehen, die von den Mystikern dieser Welt beschrieben werden. .... Unter denjenigen, die solche hohe Konzentration durch eine bestimmte säkulare Aktivität entwickeln, gehen einige über den Zustand der hohen Konzentration hinaus. Sie werden durch den Tanz nicht nur völlig fokussiert, sondern sie bekommen eine konkreten "Geschmack" (a taste) eines formlosen Zustands von "no self / big self / unity" während sie tanzen. Der Tanz, die Tanzenden und das Publikum verschwinden in einem reinen Tun des Raums. Der Tanz manifestiert sich kontinuierlich aus Samadhi - dem Ruhepunkt der sich drehenden Welt. Der Poet T.S. Eliot beschreibt dies wunderbar: "Except for the point, the still point. There would be no dance, and there is only the dance"." Shinzen Young, The Science of Enlightenment, p 64 , eigene Übersetzung mit Deepl.com Hier ist die Herausforderung: um die Einheit als Paar in diesem "weltlichen Samadhi" zu erreichen muss ich mich zunächst über vollste unabgelenkte Konzentration, also eine Art von tiefer Hingabe, einbringen. Oft, doch nicht immer, ist es bis zur "Erleuchtung durch Tango" ein langer Erfahrungsweg, und nicht jeder will oder kann ihn gehen, auch wenn die Sehnsucht danach in jedem von uns schlummert. Aber es ist ein schönes Versprechen, und auch kleine Schritte sind besondere Erlebnisse und Erfolge. Die gute Nachricht: für die Erfahrung von flowstates und Samadhi braucht es nicht unbedingt die Kenntnis vieler “Figuren“. Das Geheimnis liegt in etwas ganz anderem und ist daher auch für “nicht Virtuosen“ erreichbar. Man könnte auch - tangobezogen abgewandelt - John Yates zitieren: "Enlightenment is an accident. But tango practice makes one more accident-prone" (John Yates, The Mind Illuminated). Dies ist im Englischen natürlich ein schönes Spiel mit dem Wort accident, das sowohl "Unfall" meint wie "Zufall". Tango ist das Dritte, das entstehen kann, wenn zwei Menschen sich auf bestimmte Weise verbinden und miteinander tanzen. Keiner von beiden kann dieses Dritte alleine erschaffen. Es ist grösser als jeder von ihnen und auch grösser als das Paar. Beide wachsen gemeinsam über sich hinaus und ermöglichen Samadhi. Man kann es also nicht “ machen“, nur Bedingungen dafür schaffen. Im Sinne von “Der Zufall ( “Unfall“, Samadhi) ereilt nur den vorbereiteten Geist.“ Louis Pasteur Ich schaffe mit Euch Voraussetzungen dafür. Flowstate statt Autopilot! Der Begriff "Flow", "Flow State", oder "Flow Erleben" ist bekannt geworden im Kontext von Höchstleistungen: Sportler sind in einem Flow State, wenn alles ohne Anstrengung erscheint, die Wahrnehmung extrem präzise wird, etc. Es ist sozusagen eine Form des Samadhi wie oben beschrieben. Dieser Zustand sollte nicht mit Auto-Pilot verwechselt werden. Auto-Pilot Man hat vielleicht Schrittfolgen eingeübt, in denen man sich sicher fühlt, oder/und ist mit seinem Partner sehr vertraut und der/die Körper machen schon was sie sollen. Man hat das gefühlt, es läuft wie geschmiert. Nur innerlich ist man unbemerkt gar nicht ganz dabei. Die Gedanken und die Wahrnehmung sind - möglicherweise genau deshalb - woanders. Das kennen wir alle. Je nach aktueller Lebenslage, Tangosituation, Partner und Gewohnheiten mehr oder weniger. Aber vielleicht ist dieser Zustand in Ermangelung anderer Erfahrungen alles, was Du für Tango hältst? Weit gefehlt... Flow States In einem Flow State verschwindet das Gefühl der Anstrengung. Alles erscheint leicht. Die Wahrnehmung wird äußerst präzise, und das Gefühl für Zeit verschwindet. Man hat das Gefühl, dass alles von selbst passiert: es gibt kein planendes oder reagierendes "Ich" mehr. Man muss nicht mehr "kontrollieren", trotzdem ist Kontrolle da. Damit man in den obigen Zustand kommt, müssen nach Yates folgende Bedingungen wahr sein: 1. Sie wird als Selbstzweck, nicht für einen anderen Zweck ausgeführt. ( z.b. Um des Tanzens selbst, nicht um jemanden zu beeindrucken) 2. Die Ziele der Tätigkeit sind klar, und sie vermittelt ein sofortiges Feedback. Das Wichtigste an diesem Feedback ist die darin enthaltene symbolische Botschaft: Ich habe es geschafft, mein Ziel zu erreichen. 3. Die Tätigkeit ist weder so schwierig, dass sie überanstrengt, noch ist sie zu leicht. Die Herausforderung der Aufgabe befindet sich in perfekter Balance mit den Fähigkeiten der Person. 4. Die Tätigkeit erfordert es, dass die Aufmerksamkeit ganz fokussiert ist; sie lässt nur eine sehr begrenzte Auswahl an Informationen im Gewahrsein zu und lässt dem Geist keinen Raum für anderes. Alle beunruhigenden oder irrelevanten Gedanken werden ferngehalten.

  • Mein Studio in Wiesbaden: Ein Raum, der mitarbeitet in Therapie und Coaching

    Aussen Innen Ich selbst hasse es, lange auf Stühlen zu sitzen. Das klingt vielleicht wie eine Kleinigkeit, hat aber einen Einfluss, der mein Studio durchaus prägt. Wer zu mir in die Praxis kommt, findet natürlich auf Wunsch Therapiestühle vor. Ansonsten sind bei mir Sitzsäcke, Sitzkissen, Felle und Matten, freie Fläche den Eindruck bestimment und bewusst gewählt. Auch eine Liege für NARM-Touch kommt zum Einsatz. Ein Bodenstuhl oder Sitzbänkchen sind auch vorhanden. Volle Flexibilität also. Meine NARM-Touch Liege Neugierig auf NARM-Touch? So besteht die Möglichkeit, sich jederzeit zu frei zu bewegen, umzulagern, zu stehen oder sogar zu liegen, wenn das gerade wichtig ist. Das ist ein Konzept zugunsten von Mikrobewegung und Körperbewusstsein, das sich über die Zeit bewährt hat. Was ist ein guter Raum für Therapie und Coaching? Ein guter Therapieraum in Wiesbaden ist für mich nicht einfach nur ein Zimmer mit angenehmer Atmosphäre. Er ist selbst ein Werkzeug. Äußere Reizarmut und Flexibilität lädt innere Fülle und Beweglichkeit ein. Wer gewohnt ist, sich anzupassen, ordentlich zu sitzen, "richtig" da zu sein, trägt diese Haltung auch in seinem Körper. Wenn der Raum austrahlt: Du darfst dich bewegen , darfst verschiedene Positionen einnehmen , darfst spüren , was sich gerade gut anfühlt, verändert das etwas. Zunächst vielleicht klein und unbewusst. Manchmal schneller, als man denkt. Aus dem eventuellen Stress, "wie möchte ich das hier eigentlich?" weicht meist der Wahrnehmung für die eigene Befindlichkeit und Gestaltungsfreiheit Das gilt für Therapie, Selbsterforschung oder Coaching gleichermaßen. Der Teil des Raums in dem man sitzen "darf" Bei mir in Wiesbaden ist die Stimming bewusst weniger funktional gehalten, mehr wie zu Hause, weniger "Ich bin Klient, du bist Therapeutin" und mehr menschliche Begegnung. Darum geht es doch, nicht um perfekte Professionalität, sondern um Präsenz! Was passiert eigentlich in meinem Studio in Wiesbaden? Wie eine Sitzung bei mir abläuft? Die ehrliche Antwort: ich weiß es vorher nicht genau. Das klingt irritierend, ist aber genau das, was ich meine, wenn ich von innerer Flexibilität spreche. Ich arbeite aus dem Moment heraus, aus dem, was sich zeigt. Meine Methoden (ja, die sind im Hintergrund!) oder Interventionen nutze ich spontan, sich aus dem Kontakt und der Situation ergebend. Für mich persönlich ein kreativer Prozess , der nie langweilig wird. Manchmal beginnt eine Stunde mit Gespräch, manchmal mit Bewegung, manchmal einfach mit Stille und der Frage, wie jemand gerade da ist, was sich innerlich in den Vordergrund schiebt. Das Herzstück meiner Arbeit ist die Verbindung zwischen innerem Erleben und äußerem Ausdruck. Das kann sehr subtil sein. Eine Änderung im Muskeltonus, des Blickkontaktes, der Atembewegung. Eine Bewegung, die im Inneren beginnt und sich über den Körper in den Raum hinein ausdehnt, als Wort, als körperliche Geste, als Tanz oder Lächeln. Bewusst oder unbewusst. Mindful Motion habe ich das genannt, weil es eben immer wieder genau darum geht: spontane oder bewusste Bewegung, die nicht einer vorgegebenen Ästhetik folgt, sondern dem authentischen Ausdruck im Hier und Jetzt. Bewegung, die gespürt, gesehen, erforscht und intergriert werden kann und Kontakt zu Ebenen herstellt, die kognitiv meist nicht zugänglich sind. Und dafür braucht es Raum. Ganz wörtlich! Wozu dient das "Raum-Geben" in der Therapie? "Raum geben" ist ein Begriff, der in therapeutischen Kontexten oft inflationär verwendet wird. Was ich darunter verstehe, ist konkreter: Es geht darum, nichts über jemanden zu stülpen. Es ist eine Kunst dem Nicht-Wissen zu folgen. Sich damit wohlzufühlen, nicht zu wissen, wohin eine Sitzung sich entwicklen wird und dabei mit offenem Herzen, präsent und aufmerksam der Neugier zu folgen. Das öffnet einen inneren Raum. Das Bild, das mir am nächsten kommt, ist das eines weißen Blattes Papier, auf dem komplett Platz ist für das, was auftauchen und sich zeigen möchte. Auf einem bereits beschriebenem Blatt würde ja nichts mehr Platz haben. Und genau diesen offenen inneren Zustand versuche ich einzuladen, sowohl in meiner eigenen Haltung als auch im physischen Raum selbst. In meiner Praxis in Wiesbaden bedeutet das also: Die Stunde entwickelt sich. Sie folgt dem, was spürbar wird und sich entwickelt. Ich möchte aus meiner Vergangenheit als Tango Argentino-Lehrerin einen Vergleich dazu bringen: Im Tango Argentino ist Improvisation nicht das Gegenteil von Struktur, sondern ihr Ergebnis. Wer die Grundlagen wirklich im Körper hat, wer Achse, Gewicht, Timing nicht mehr denken muss, dem wird die Technik zur zweiten Natur, und genau dann entsteht Freiheit. Nicht trotz der Methode, sondern durch sie. Genauso arbeite ich: Die Methoden sind im Hintergrund, sie tragen, ohne zu führen. Was sich in einer Sitzung zeigt, kann sich entfalten, weil der Rahmen trägt. Innere und äußere Bewegung: Was gehört zusammen? In der körperorientierten Therapie zeigt sich immer wieder, wie äußere Unbeweglichkeit und innere Starrheit oft miteinander verbunden sind. Wer seit Jahren nicht mehr weiß, was er braucht, sitzt oft buchstäblich sehr still oder unbeweglich und sucht oft nach dem was in der Situation angemessen und erwünscht ist. Auch eine wichtige Fähigkeit - aber oft nicht aus freier Wahl sondern unbewusst auf Autopilot. Also anstatt sich selbst zu spüren ernst zu nehmen. Das Gegenteil ist genauso wahr. Wenn der Körper anfängt, sich frei zu bewegen, lockerer, neugieriger, tastendes Erkunden statt gewohnter Automatismen, öffnet sich oft auch innerlich etwas. Ich erlebe das in meiner Arbeit mit Tango, mit Authentic Movement und in der NARM-Therapie: der Körper merkt, dass er eigentlich mehr Möglichkeiten hat, als was das Nervensystem in Stresssituationen abruft oder aus Gewohnheit tut. Mein Studio in Wiesbaden ist also genau so gestaltet, dass dieser Prozess stattfinden kann. Hohe Decken, freier Boden, Sitzsäcke, Meditattionskissen, und Felle statt Stühle - und Medien, die kreative Selbsterforschungsprozesse unterstützen wie diverse Kuscheltiere, Bälle, Decken, Seile, Papier und Stifte, etc. Für wen ist meine Praxis in Wiesbaden geeignet? Mein Studio ist ein Ort für Menschen, die spüren, dass sie mit Reden und kognitivem Verstehen allein nicht weiterkommen. Die etwas verändern möchten, das tiefer geht als eine rein äussere Verhaltensänderung. Paare, die sich lieben und trotzdem aneinander vorbeileben oder im Konflikt steckenbleiben. Wenn du mehr Kontakt zu dir selbst suchst. Menschen, die Bewegung, Körperwahrnehmung und dialogisches therapeutisches Arbeiten als ein sich ergänzendes Ganzes erleben wollen. Die Praxis liegt in Wiesbaden und ist gut erreichbar, auch aus dem Rhein-Main-Gebiet, Frankfurt und dem Rheingau. Terminvereinbarungen sind unter info@rotraut-rumbaum.de  oder 0163 877 8212 möglich. Ein paar KI-Bilder von "Therapieraum" - for Fun Ich hatte mal mit KI versucht, einen "typischen Therapie-Raum" zu generieren. Beide gefielen mir nicht so richtig gut :-) FAQ – häufige Fragen zu meinem Studio in Wiesbaden Wie ist das Studio ausgestattet? Das Studio ist für körperorientierte Einzel- und Paartherapie eingerichtet, mit freiem Boden für Bewegung. Man kann wählen zwischen Sitzsäcken (ist ja nicht für jede/n) möglich und Stühlen. Nur das klassische Paar-Sofa habe ich nicht! Kann ich das Studio auch für Einzeltherapie nutzen? Ja. Das Studio eignet sich sowohl für Einzelsitzungen (NARM, Authentic Movement, Coaching, Yoga, Meditation etc) als auch für Paartherapie und kleine Gruppenformate. Wie unterscheidet sich körperorientierte Therapie in Wiesbaden von klassischer Gesprächstherapie? Der Unterschied liegt weniger in der Intensität als in der Arbeitsweise. Körperorientierte Therapie bezieht ein, was im Körper zum Ausdruck kommt, wie jemand atmet, wie er sitzt, sich bewegt, was sich im Körpererleben auftaucht, wenn ein bestimmtes Thema oder bestimmte Gefühle aktiviert werden. Das ergänzt das Gespräch und führt oft schneller zu dem, worum es in der Tiefe wirklich geht. Biete ich auch Online-Sitzungen an? Bestimmte Formate (NARM-Gespräche, Coaching) sind online möglich. Körperarbeit, Tango, AUTHENTIC Movement, NARM Touch und Klang finden ausschließlich in Präsenz statt.

  • About Rotraut Rumbaum: Mehr über mich, meinen Weg, meine Arbeit. Von Selbsterfahrung über Tango Argentino zu Traumatherapie

    Rotraut Rumbaum "Ich glaube um uns in Richtung umfassender Gesundheit und einem erfüllteren Leben zu entwickeln, brauchen wir unabdingbar inneren Kontakt zu unserem Körper, vertiefte Spürfähigkeit, verkörpertes Bewusstsein, sowie adäquate zwischenmenschliche Resonanz. Wir Menschen sind körperliche Beziehungswesen. Wir brauchen einander, um uns selbst gut zu spüren, uns verbunden zu fühlen und uns weiter zu entwickeln." In meinen 20ern war ich in einer sehr kreativen Lebensphase mit intuitivem Schreiben, kreativem Malen, Fotografieren, Schneidern und Tanzen unterschiedlicher Art. Menschliche Körper und Gesichter habe ich am liebsten fotografiert. Meistens sehr experimentell. Ich hatte auch einmal eine selbst organisierte Ausstellung mit Vernissage in Berlin mit meinem Frauen-Körper-Sprache Projekt. Hier ein Beispiel: S/W Selbstporträt Rotraut Rumbaum mit Mitte 20 Für ein Off-Theater Ensemble in Berlin war ich für Design und Herstellung der Kostüme, sowie für die fotografische Dokumentation verantwortlich. Einiges von dem, was sich heute noch in meinem Schrank verbirgt , habe ich damals geschneidert. Leider komme ich aber in den letzten 20 Jahren nicht mehr so oft dazu, dieser sinnlich-kreativen Stoff-, Form- und Farbenlust nachzugehen. Am liebsten mit Musik! Ich finde Handarbeit sehr meditativ, in dem Sinn, dass sie vollste Versenkung ermöglicht und auch oft erfordert. Ein falscher Schnitt, und das Stück ist runiniert... All diese Dinge entstanden einfach so und wollten sozusagen aus mir heraus. Gelernt habe ich das durch einfach machen und ausprobieren. Es ging mir schon damals nicht um Perfektion oder ein bestimmtes Ziel, sondern um Authentizität und den schöpferischenProzess selbst. Aus Fehlern entstanden die oft die tollstebn Dinge. Es waren Jahre der Selbstexploration, Selbsterfahrung, kreativem Schaffen - und unbewusster Vergangenheitsbewältigung. In all dem fühlte ich mich ganz in meinem Element. Studium und Selbsterfahrung Nach 3 Semestern Psychologie war mir das Studium sehr schnell viel zu theoretisch. Mich hat real Menschliches interessiert, daher habe ich es ( aus heutiger Sicht leider) nicht weitergeführt. Stattdessen habe ich über mehrere Jahre viele Selbsterfahrungsworkshops besucht und mich sozusagen in die Beschäftigung mit der menschlichen Seele hineingestürzt. Ganz voran natürlich in meine eigene. Das war wichtig für meine Entwicklung und so lernte ich die dunklen Kellerräume meiner Vergangenheit und meines Unbewusstes kennen. Das war und ist spannend, wenn auch nicht immer angenehm. Ich bin später, wie Du siehst, beruflich wieder zur Psychologie zurückgekommen in Form des Heilpraktiker für Psychotherapie und der tänzerischen, bewusstseins-, beziehungs- und körperorientierten Therapie. Früher fiel es mir schwer, beruflich zwischen einer kreativen, tänzerischen oder psychotherapeutischen Ausrichtung zu entscheiden. Damals hatte ich noch nie von Tanztherapie gehört. Irgendwann fand ich meinen ganz eigenen Weg, beides zu verbinden. Und das ist wunderbar. Tango Argentino als Beruf Ricardo & Rotraut Tango Argentino in Buenos Aires 2003, Foto Carlos Vizotto In der Zwischenzeit "fand mich der Tango". Von Anfang an war das eine große Liebe - die Kombination von Improvisation und Struktur, Körper, Bewegung, tänzerischem Ausdruck, Mann und Frau, männlich und weiblich, Bedingtheit und Einheit von Gegensätzen, nonverbaler Beziehungserfahrung, Musik - die ich heute noch in meiner Arbeit verwirkliche. Inzwischen seltener als entwicklungsorientiertem Tango-Coach und immer mehr in Form meiner Tango-NARM- Synthese, die ich gerne aufgrund der transformativen Kraft Tango Phoenix nenne. Über 11 Jahre lang arbeitete ich hauptberuflich mit meinem Tanzpartner als Tango Argentino Profi. Das beinhaltet Lehrtätigkeit, Shows, Auftritte, und Tango-Reisen in Deutschland und Europa. Es gibt sogar Tango-Lehr-Videos, die ich zusammen mit Ricardo in Buenos Aires gedreht habe - 5 Videos, die in 14 Sprachen veröffentlich wurden. Ich assistierte ihm als Producer zwischenzeitlich auch drei Monate lang in Buenos Aires bei der Neuaufnahme seiner Tango Oper "Orestes", Ein paar Jahre unterrichtete ich alleine, bevor ich mich mehr als Tangocoach mit dem Fokus persönlicher Entwicklungsprozesse im und durch Tango, Tanztherapeutin, Paarcoach und später auch Gongspielerin etablierte. Tango - auch im Gefängnis Ricardo & Rotraut Tango Argentino, Buenos Aires 2003, Foto Carlos Vizotto Ich habe in dieser Tango-Zeit seit 2002 viel Erfahrung gesammelt in der Arbeit mit Gruppen, Paaren, Einzelnen, mit Menschen verschiedener Altersgruppen und persönlicher wie beruflicher Hintergründe und ihren vielfältigen Eigenarten. 2013/14 arbeitete ich als Tanztherapeutin mit Tango Argentino in einem Projekt mit jugendlichen Straftätern in der Jugendstrafanstalt Rockenberg. Ich erlebte die therapeutische Wirkung von Tango auf junge Männer mit sozialen Auffälligkeiten und schweren Vergehen. Für mich war das eine sehr herausfordernde, erstaunlich fruchtbare und bereichernde Aufgabe! Von Tango zu Tanztherapie und Psychotherapie In der Arbeit mit Tango erfuhr ich so oft ganz praktisch die Verbindung zwischen Tanz, dem Entstehen von mehr Bewusstsein über sich selbst, persönlicher wie partnerschaftlicher Entwicklung, dass mich letztlich scheinbar wie von selbst "die Tanztherapie fand" - in Form einer Tangoschülerin, die mir von ihrer Tanztherapieausbildung erzählte. Rotraut Rumbaum, Buenos Aires 2003, Foto Carlos Vizotto Ich hatte von der Art wie sich ein Paar aufeinander einstimmt, wie sich die Partner miteinander bewegen und tänzerisch verstehen und wie jeder für sich selbst steht, immer auch einen Eindruck ihrer Beziehungsdynamik. Mir war klar, dass ich vom Wesen her eigentlich eine Psychotherapeutin war (mein ursprüngliches Studieninteresse) und ich sehnte mich danach, beides zu verbinden. Endlich konnte ich nun auch im Tango ganz offiziell sozusagen näher an das Seelische - den Menschen, der da tanzte, heranrücken. Eine Fähigkeit, die meine Art zu unterrichten sowieso schon lange geprägt hatte. Ich bin heute Mitglied des Berufsverbandes der TanztherapeutInnen Deutschlands BTD. In meiner Tanztherapeutischen Abschlussarbeit befasste ich mich mit der Wirkung von Tango und Tanztherapie auf partnerschaftliche Entwicklung. Begleitend absolvierte ich die Prüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie, um freiberuflich als Tanztherapeutin arbeiten zu dürfen. (Du ahnst es... ja genau, spätestens zu diesem Zeitpunkt ärgerte ich mich, das ich das Studium geschmissen hatte. Dann hätte ich den schließlich nicht gebraucht und es auch in anderer Hinsicht einfacher gehabt. Aber es war wie es war... In meiner jugendlichen Leichtfertigkeit habe ich nie an Später, Geld oder Karriere gedacht.) Authentic Movement als Meditation Rotraut Rumbaum, Authentic Movement in eigener Praxis In meiner Tanztherapieausbildung war es Liebe auf den ersten Move. Ich war angekommen. Das war meins. Authentic Movement ist eine sowohl spirituelle als auch tiefenpsychologische geprägte Ausrichtung in der Tanztherapie - eine körperlich-bewegte Bewusstseinspraxis in einem Beziehungsrahmen mit einem äusseren "Zeugen". Gesehen werden und menschliche Resonanz, bezeugt haben spielen hier eine stille, doch tiefe Bedeutung. Authentic Movement (nach Janet Adler !) ist vereinfacht gesagt eine Form der bewegten Meditation - im Beziehungkontext. Ich habe hierfür eine Weiterbildung bei Anke Teigeler (nach Janet Adler) gemacht und selber viel praktiziert. Die innere Haltung und Präsenz, die Erfahrungen, die ich darin gemacht habe, prägen meine gesamte Arbeit und kommen mir heute als NARM Therapeutin außerordentlich zugute. ​Paartherapie & Life Art Prozess Rotraut & Ricardo, 2003 Buenos Aires, Foto Carlos Vizotto Aufgrund meines Interesses an partnerschaftlichen Themen, Prozessen und meinen Erfahrungen mit Paaren im Tango Argentino bildete ich mich in spiritueller Paartherapie an der Uta Akademie weiter. Meine kreativen Neigungen in der Kombination mit Tanz und Tanztherapie führten mich zur Weiterbildung in Life Art Process nach Anna Halprin, bei Ursula Schorn. Bindung (Attachment) und Bindungsverletzungen SATe Meine beruflichen Erfahrungen in Tanz und Psychotherapie, aber auch mein persönlicher Hintergrund führten mich zur Weiterbildung Somatic Attachment Training experience (SATe) - Therapeutische Arbeit bei frühen Bindungsverletzungen mit den Folgen unterschiedlicher, nicht sicherer Bindungsstile bei Elisabeth Schneider-Kaiser. Entwicklungstrauma - Fortbildungen SEI und NARM Ich bildete mich online weiter in somatischer emotionaler Integration ( SEI) Teil 1 und 2 bei Dami Charf. SEI ist eine körper- und bindungsorientierte therapeutische Arbeit bei den Folgen früher Kindheitswunden (Entwicklungstrauma). Der wirkliche Game Changer beruflich und auch persönlich kam dann durch meine NARM Ausbildung (Practitioner, Masterpractitioner, NARM Touch) und den anschliessenden thematischen Weiterbildungen für NARM Therapeuten wie Geschlecht und Sexualität, NARM in Paardynamiken. Dieses Jahr freue ich mich bereits auf die nächste bei Lawrence Heller persönlich zum Thema "Wer wir wirklich sind - jenseits von Scham und Selbstablehnung". NARM wurde sehr schnell zum Herzstück meiner Arbeit, wie ein roter Faden, der alles bisherige verband und im Kern zusammenhält. Ich fühle mich seither irgendwie angekommen, und am richtigen Platz. Das NARM Verständnis und die innere Haltung, die damit verknüpft ist, entspricht mir zutiefst. Plötzlich habe ich eine Sprache gefunden für das, was mich in meiner ARbeit immer besonders bewegt, berührt und interessiert hat. Meine inneres Wesen mit seinen ganz spezifischen Fähigkeiten finden hier seinen professionellen Ausdruck. So empfinde ich das. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie tiefgreifend frühe Kindheitsprägungen sind, wie traumatisierend sie sein können und unbewusst das ganze Leben mehr bestimmen, als für uns gut ist. Es ist mir ein tiefes Bedürfnis, für andere auf heilsame Weise wahrhaftig und präsent da zu sein. Auch in mir selbst kommt dadurch etwas zur Ruhe und in Frieden. Diese Arbeit gibt mir auf dem Hintergrund meiner eigenen Kindheitserfahrungen tiefen Sinn. Und anderen eine Chance, unterstützt und begleitet zu werden, auf eine Weise, die ich mir selbst schon viel früher gewünscht hätte. Gong und Sound Meditation Über intensive Erfahrungen in Atemarbeit nach Giten Tonkov, Stanislaf Grof und Lichtatmung Berlin kam ich indirekt und "zufällig" zum Retreat "Intensive Gong and Sound Therapy Training" bei Tone of Life. Ich bin keine Musikerin. Aber ich liebe Klänge und Musik und in Polen begeisterte mich auf der Stelle der Klang, sowie die seelische als auch physische Wirkung des mystischen, mich in die Unendlichkeit des Universum katapultierenden Klangs der Gongs. Rotraut Rumbaum am Gong Um das zu professionalisieren, stürzte ich mich dann in eine Ausbildung in meditativem Gongspiel bei Richard Sant Subagh. Er unterrichtet eine meditative Art des Gongspiels - also nicht das oft zu erlebende Gong-Donnerwetter, das sich eher als Lärm anfühlt, sondern eine tief das Unbewusste ansprechende, sehr kontrollierte sich langsam immer mehr aufbauende und durchtragende Spielart. Seit dem habe ich zusätzlich noch weitere obertonreiche Instrumente angeschafft, gebe mit Begeisterung Klangreisen und Gongmeditationen, arbeite mit erweitertem Bewusstein durch Klang oder Bewegung und intergriere Klang manchmal spontan auch in anderen Settings. Diese Erweiterung meines Tätigkeitsfeldes macht mir grosse Freude und ist Meditation auch für mich. Ich gebe folgende regelmässige Veranstaltungen mit Klang: Afterwork Soundhealing (jeden 4. Donnerstag im Monat) mit Tanz und Klang DEEP LETTING GO! (alle 2-3 Monate), ein umfassendes 5stündiges Format mit TRE, KAkaozeremonie und Herzmeditation, Tanz, einer langen intensiven Klangreise und Sharingcircle Infos zu Wirkungen von obertonreichem Klang findest du hier auf meiner SOUND Medicine Seite: https://www.rotraut-rumbaum.de/sound-klangreise-klangmeditation-musiktherapie-wiesbaden Erweiterte Bewusstseinszustände und "Plant Medicines" Wieder durch einen Zufall machte ich vor ein paar Jahren äußerst tiefe (legale!) Erfahrungen mit "plant medicine" - Pflanzen, die psychoaktive / therapeutische Wirkung haben, intensiv beforscht werden, und früher oder später mit grosser Wahrscheinlichkeit wohl zumindest teilweise für therapeutischen Einsatz wieder legalen Status haben werden. Fliegenpilz im WAld Da ich darin großes Potential sehe, und solche Prozesse gerne durch die wichtige und oft vernachlässigte Integration hinterher unterstützen würde (wenn auch nicht als Anbieterin solcher Substanzen), nahm ich an einer Weiterbildung in diesem Gebiet bei der Mind Foundation teil mit dem Titel: Beyond Experience - Integration psychedelischer Erfahrungen. Aber psychedelische Substanzen sind ja nur ein Weg zu erweitertem Bewusstsein. Es gibt viele andere , wie holotropes Atmen, Meditation, Authentic Movement, Tanz, Klang & Musik, intensiver Sport oder Sex. Ich biete Integration von Erfahrungen mit erweiterten Bewusstseinszuständen mit einer Mischung aus Bewegen, Tanz, Klang, eventuell Schreiben, Malen - und natürlich Gespräch an.  Das bezieht sich nicht unbedingt auf Erfahrungen mit psychoaktiven Substanzen, auch wenn hier möglicherweise durch die "psychedelische Renaissance" der größte Bedarf an Integration besteht.

  • Tango in der Jugendstrafanstalt - ein spannendes Experiment

    Ja genau, mal ein eher ungewöhnlicher Kontext für Tango Argentino! Auch "harte Jungs" können Zugang zu Tango Argentino finden. Ich hab´s erlebt in meinem tanztherapeutischen Projekt in der Jungendstrafanstalt Rockenberg. Durch eine Einladung eines langjährigen Tangoschülers von mir, der Chef der Anstalt wurde, bekam ich als Tanztherapeutin die Chance, mit einer kleinen Gruppe junger Männer im Alter von ca. 16-18 mit schweren Vergehen über einen Zeitraum von 9 Monaten einmal wöchentlich zu "arbeiten". https://justizvollzug.hessen.de/jva-rockenberg Harte Jungs und eine Frau Die einzige Frau in dieser Gruppe von hormonell stark herausgeforderten jungen Männern war ich. Und ich sah ja nicht so ganz schlecht aus: schlank, lange Haare, damals ca 40 Jahre alt. Wie ging denn das? Es ging! Sie sprangen erstens auf meine eigene Begeisterung und Lebendigkeit bezüglich Tanz an und zweitens: ich glaube sie erlebten mich als authentisch und glaubwürdig. Ich war ehrlich interessiert an ihnen und offenherzig neugierig. Sie respektierten mich - ich glaube, weil ich ihnen auf Augenhöhe begegnete, und sie spüren ließ, dass ich sie respektierte und keine Angst vor ihnen hatte. Die hatte ich auch nicht. Erstens war ich ja faktisch durch das System des Gefängnis geschützt. Klar, ich musste mich erstmal zurechtfinden - sie gehörten ja nicht zu meiner typischen Schülergruppe von achtbaren Mittelschichtlern. Geht das überhaupt? Kriminelle Jugendliche und Tango? Ja, es geht. Es ging ja auch während der Anfangszeit des Tango Argentino. Die ursprünglichen Tänzer waren ja keine Dandys oder Edelleute. Es waren ursprünglich Sklaven und Überlebenskünstler in harten Zeiten. Der Tanz gab ihnen ein Gefühl von Freiheit. Tango selbst ist DAS Symbol für Freiheit. Männer tanzen mit Männern Wie im Jugendknast tanzten sie aus Frauenmangel früher auch meistens miteinander. Und heute, wo Queertango eine riesige Szene geworden ist, ist das auf moderne Weise fast schon selbstverständlich geworden. Was früher und im Knast aus einer Mangelsituation entstand ist inzwischen eine bewusst gewählte Freiheit geworden. Aber das nur nebenbei... Zwangsweise, um Tango zu lernen, mussten die Jungs sich also bereit erklären, mit anderen Jungs zu üben. Das war nicht einfach! Und brachte natürlich eine ganze Reihe von inneren Problemen mit sich .. Scham, Peinlichkeit, Berührung - ein großer Punkt... das war natürlich voll schwul. Es war also ein Weg. Ich war geduldig. Und beharrlich. Irgendwann war der heimliche Wunsch zu tanzen, neue Erfahrungen zu machen und in der Tristesse des Alltags mal was anderes zu erleben stärker. Sie gewöhnten sich an das Anfassen und tanzten in Übungshaltung. Raus aus dem eigenen inneren Gefängnis Ich machte zunächst immer freie Sachen mit ihnen - tanztherapeutisch - dann Tango. Trotz aller Widerstände merkte ich, wie es ihnen eigentlich gut tat und Freude machte. Es versetzte innere Grenzen, rüttelte am innerern Gefängnis. Sie erlebten für Momente "Flow States", in denen sie vergaßen, dass sie sich doch eigentlich schämten und auch kurzzeitig vergaßen, dass sie in der Strafanstalt waren. Vom Gestalten und der inneren Freiheit Tanzen bedeutet etwas von innen nach außen bringen, vom inneren Erleben in den Ausdruck, vom Denken ins Spüren und in die Lebendigkeit kommen. von der Sehnsucht ins konkrete Gestalten und Bewegen. Die Jungs konnten auf diese Weise und in diesen Stunden etwas verwirklichen, was ihnen ausserhalb dieser Mauern verwehrt blieb. Von der Begegnung über Verbindung zur Einheit Tango lebt von Kooperation und Kommunikation, von der Fähigkeit, sich miteinander zu verbinden und eine Einheit zu bilden. Im Knast ein wunderbarer Gegenpol zu Erfahrungen von Destruktivität, Gewalt, Missbrauch und Isolation. Es hebelte für Momente ungesunde Selbstbilder und Glaubensätze aus, die ihr Leben geprägt hatten. Es machte für mich ihre Sehnsucht dahinter spürbar, dazuzugehören, gewollt zu sein, unterstützt zu werden, eine Chance zu bekommen und Ihr Bestes zu geben. Im Schutz des Tanzes war diese Erfahrung von Akzeptanz und wirklichem Miteinander möglich - trotz aller Hemmungen, Ängste und Widerstände. In selbstvergessenen Momenten des immer öfter gelingenden Tanzes strahlten sie Freude aus und waren aufgehoben im Sein. Ganz jetzt, verbunden, frei.

  • Präsenz, Einheit & Freiheit im Tango Argentino

    Und was davon im normalen Tangounterricht meist fehlt Rotraut Rumbaum, Mindful Motion Tango Coaching PRÄSENZ, EINHEIT, FREIHEIT wirken im Tango Argentino zusammen und bauen aufeinander auf. Das ist für mich die Tango-Essenz. Fehlt euch eine gute Präsenz, könnt ihr als Paar keine verbindliche und belastbare Einheit bilden. Ohne diese Einheit seid Ihr tänzerisch nicht wirklich frei. Der klassische Tango-Unterricht widmet sich hauptsächlich dem dritten Pfeiler (Freiheit-Improvisation). Ihr lernt Figurenmaterial und so gut es geht, zu improvisieren. Leider werden die wichtigen Vorraussetzungen genau dafür, wie gute Präsenz und das verlässliche bilden einer Einheit, oft wie Stiefkinder behandelt, einfach voraus gesetzt oder nicht immer so erklärt und geübt, dass es erfolgreich umsetzbar wäre... Meist ist dafür auch gar keine Zeit, vor allem im Gruppenunterricht. Und so fehlt nicht selten etwas Wesentliches. Rotraut Rumbaum, Mindful Motion Tango - Füße im Dialog Was du bekommst Mein Können und meine Leidenschaft liegen darin, dir im Detail erfahrbar zu machen, was das alles für dich persönlich, deine Beziehung und deinen Tango bedeuten kann. Du wirst entdecken, welche Vorteile das für deine Selbstentfaltung und dein tänzerisches Können bringt. Ich zeige Dir/Euch spürbar und effektiv durch meine lange persönliche wie professionelle Erfahrung den Weg zu Präsenz, Einheit und Freiheit im Tango. Manchmal tue ich das auf scheinbar sehr einfache oder ungewöhnliche Art. Ich setze keine Virtuosität voraus, und sich deshalb selbst unter Stress zu setzen ist unnötig. Ich weiß wie, ich finde die richtigen Worte und ich kann es dir auf eine Weise vermitteln, die du sowohl verstehen als auch umsetzen kannst. Ich helfe dir auch durch schwierige Phasen der Frustration hindurch. Was bedeutet das nun im Einzelnen? Präsenz - auf allen Ebenen Du spürst Dich gut in deinem Körper und bist mit allen deinen Sinnen im Hier und Jetzt. Du bist geerdet, aufgerichtet, zentriert, gut ausbalanciert zwischen Stabilität und Flexibilität. Du verlierst Dich weder im Tun, noch im Kontakt. Du bist ganz gegenwärtig. Du bist taktsicher und kannst auch in schwierigen Situationen den Rhythmus halten. Du ruhst in deiner individuellen Ausdruckskraft, kennst und nutzt deine Gestaltungsmöglichkeiten. Du begegnest deinem Partner neugierig, mit offenem Herzen und gesundem Selbstvertrauen. Einheit - vom Ich zum Wir Ihr verbindet euch entspannt, stabil und flexibel zugleich. Ihr spürt nicht nur eure eigene Achse sondern auch die des Partners. Ihr wisst euren Kontakt ohne Kraftaufwand aufrechtzuerhalten bzw. wieder herzustellen. Eure Verbindung ist verlässlich, stabil, geschmeidig und ohne Brüche. Ihr umarmt sowohl einander, als auch den Raum der gemeinsamen Beziehung, für die Ihr beide gut sorgt, ohne euch darin zu verlieren. Ihr respektiert den gemeinsamen Beziehungsraum und könnt ihn zu jeder Zeit gut wahrnehmen. Ihr spürt den Raum des anderen und den eigenen. Ihr wißt, auf welche Weise ihr in den Raum des anderen eindringen könnt ohne ihn zu stören und zu destabilisieren, sondern ihn damit zu unterstützen, zu Inspirieren und im Rahmen eurer Möglichkeiten im positivsten Sinne herauszufordern. Ihr sendet und empfangt körpersprachlich eindeutige Signale. Ihr versteht das Prinzip Führen und Folgen als gleichberechtigten, gegenseitigen Dialog, in unterschiedlichen Rollen und könnt das auch praktisch in Eurem Tanz umsetzen. Freiheit - wie Improvisation zu zweit gelingt Ihr könnt auf einen Pool von Bewegungsoptionen und "Figurenmaterial" zurückgreifen, der es Euch erlaubt, den Tanz möglichst abwechslungsreich und spontan zu gestalten. Ihr ruht ganz in den Möglichkeiten des Augenblicks, so dass keine Abläufe zu Gewohnheiten werden, die die Freiheit beschränken. Ihr improvisiert euren Tanz aus dem Moment heraus und seid frei in eurer choreographischen Gestaltung. Jeder in seiner Rolle, nach seinen persönlichen und technischen Möglichkeiten. Ihr seid euch gegenseitig gleichzeitig Inspiration, Unterstützung und Herausforderung im Besten Sinne. Ihr begreift vermeintliche Fehler und Hindernisse genauso als Improvisationsquelle, wie die Musik, den Raum und die Bewegung der anderen Paare im Raum. Ihr versteht es beide, verschiedene Tempi zu variieren, mit Rhythmus und Melodie zu spielen und Pausen gekonnt zu tanzen. Ihr seid beide in der Lage zu interpretieren und zu gestalten und schöpft eure Möglichkeiten in den unterschiedlichen Rollen aus, ohne miteinander zu konkurrieren. Ihr fühlt euch verbunden, getragen und inspiriert von einander, der Musik, dem Raum.... etwas größerem. TANGO. 1+1 = 3 Tango ist das Dritte, das entstehen kann, wenn Ihr euch auf diese Weise begegnet und verbindet. Keiner von Euch beiden kann Tango alleine erschaffen.

  • Vom Schildkrötenkopf zur aufrechten Frau: Über Kopf, Nacken und Schultern tänzerisch die eigene Würde zurückerobern. Über Tango Coaching alte Prägungen lösen.

    Rotraut Rumbaum Tango Argentino Transformation: Von der Schutzhaltung von Kopf, Schulter und Nacken zum Fühlen hin zum Verkörpern von Würde. Die Spuren von Kindheitstrauma hinter dir lassen. Sobald Lisa Kopf, Nacken und Schultern ins Lot bekam, verschwanden die Brüche in der Achse, legte sich ihre körperliche Unruhe - eine subtile Form von unnötiger, Ausgleich suchenden Überaktivität und sie schien plötzlich ein paar Zentimeter gewachsen.  Ich hatte das Gefühl eine befreite, strahlende und auch innerlich aufgerichteten Frau zu sehen, die plötzlich in ihrer Schönheit und Würde erblühte. Sie war mit einem Mal viel leichter führbar, die Verbindung wurde definierter, verlässlicher und sie als Person besser zu spüren. Ihr Mann war begeistert und in ihrerTangolaufbahn war das aus meiner Sicht ein absoluter Quantensprung. Was war mir aufgefallen an ihrer Haltung? Lisa war nach Jahren wieder zu mir gekommen, nach Einzelcoaching auch mit ihrem Mann. Mir waren spezielle Eigenheiten in ihrer Haltung und ihrem Bewegungsmuster aufgefallen die sich über all die Zeit hartnäckig gehalten hatten. Aus meiner Sicht behinderten diese ihre Stabilität, ihren freien Ausdruck und erschwerten eine durchgängige und entspannte Verbindung zu ihr.   Ich spürte dem nach. Ich bemerkte, wie ihre spezielle Kopfhaltung nach vorne und unten (sie selbst nannte es ihren Schildkrötenkopf), die nach vorne gezogenen Schultern, die Mischung von zu schwachem und zu hohem Muskeltonus in verschiedenen Körperbereichen, die unterschiedlichen "Brüche" in ihrer Achse bewirkte. Der Einfluss "schlechter" Haltung auf Ausstrahlung und Paarkommunikaton Das hatte einen fundamentalen Einfluss auf die Position des Beckens und ihre Achse, ihre gesamte Erscheinung, ihre Ausstrahlung als Frau und die körpersprachliche Kommunikation im Paar. Die Mutter und Tango: Alte Kindheitsmuster Zwischendrin erwähnte Lisa, das ihre Mutter sie ihr Leben lang klein gemacht und kein gutes Haar an ihr gelassen hatte, auch als Lisa längst erwachsen war. Diese sei aber vor kurzem verstorben. Sie sagte ohne Umschweife, das seit dem eine Last von ihr gewichen sei und sie sich erleichtert fühle. Ich hatte, ohne es zu wissen, offenbar die Auswirkungen ihrer traumatischen Mutterbeziehung auf ihren Körperausdruck und die damit verbundenen Folgen auf die Verbindung zum Partner und ihre eigene Innere Aufrichtung erspürt. Sie hatte sich ihr Leben lang in “Hab Acht Stellung“ unbewusst geduckt und das war in ihrer Körpersprache deutlich geworden. Auch "kleine" Veränderungen brauchen Zeit und Geduld Das klingt vielleicht simpel, aber diese kleinen Veränderung in der Wahrnehmung einer unbewusst und lebenslang eingeübten Haltung brauchen unglaublich viel Konzentration und viel viel Geduld und Übung. Ich habe sie mit ihrem Einverständnis ständig wieder freundlich mit einem Code-Wort erinnert. Das Konkrete an meinem Coaching die ganz konkrete und körperliche neue Erfahrung dass diese Erfahrung im Beziehungskontext erlebt und und dort auch Neues erprobt wird das damit verbundene emotionale Selbst- und Kontakterleben das mentale Verstehen und Integrieren. Der Punkt ist, dass das Geheimnis in den kleinen, "einfachen" Dingen liegt, die meist weder wahrgenommen noch gewürdigt werden und deren Bedeutung im individuellen Gesamtzusammenhang nicht erkannt wird. Der Körper in seiner Haltung, seinem Muskeltonus, seinen spontanen Reaktionen oder Nicht-Reaktionen etc. spricht zu mir. Ich spüre zum Beispiel direkt Veränderungen im Energiefluss, "Unbelebtes", Schlaffes, Überspanntes, Brüche in der internen und äußeren Verbindung, nehme die Beziehung zum Raum, zur Musik, zum Partner wahr und vieles mehr.

  • Wir sind nicht unsere Geschichte! Selbstermächtigung und Traumaheilung - Birth into Being

    Artikel von Elena Tonetti-Vladimirova, Gründerin von Birth into Being · 18. Dezember 2014 · 2 Minuten Lesezeit Übersetzt von Rotraut Rumbaum Orginaltitel: Wir sind nicht unsere Geschichte Eine neue Persektive und Ausrichtung finden. Rotraut Rumbaum, Mindful Motion - mit NARM & Birth into Being Wir sind nicht unsere Geschichte! Wir sind nicht das, was uns widerfahren ist. Ja, es ist sehr wichtig, unsere Geschichte zu kennen, um zu verstehen, was hinter der Kraft steckt, die uns antreibt. Es ist absolut wichtig zu verstehen, was unsere Gewohnheit ausgelöst hat, unsere Macht abzugeben und uns selbst bewusstlos zu machen. Aber das ist keineswegs das, was wir sind! Was uns widerfahren ist, ist nicht unsere wahre Identität. Die wahre Identität liegt jenseits der Geschichte. Baue eine Brücke! Es gibt ein Du, das eine Geschichte hat. Dieses Du ist so viel größer als jede Geschichte, die du kennst! Der Maßstab für den Erfolg deiner Reise zur Selbstverwirklichung liegt nur in dir selbst; es wird uns niemals helfen, uns mit anderen zu vergleichen. Es ist nicht wirklich greifbar, denn es geht nicht darum, ein bestimmtes Aussehen zu haben, bestimmte Beziehungen zu pflegen, geschäftlich erfolgreich zu sein oder einen bestimmten Körperfettanteil zu erreichen... Denn es kann sein, dass unsere Vorstellungen von Erfolg auf unseren alten limbischen Prägungen beruhen, auf unseren vererbten Fehlausrichtungen, und dass sie nicht das sind, wonach wir uns wirklich sehnen. Und es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass damit Wachstumsschmerzen einhergehen... Oftmals, wenn wir unsere wahrhaftige, natürliche  innere Ausrichtung erreichen, beginnt unsere Welt, wie wir sie kennen, auseinanderzufallen. Denn zunächst verlangt sie von uns, dorthin zurückzukehren, wo wir waren, an den Ort der Fehlausrichtung, weil alle unsere bisherigen Verbindungen von diesem Ort aus bestehen. Wenn du dich veränderst, beginnen diese Verbindungen zu versiegen und zu zerfallen, weil sie nicht in den neuen Raum passen, den du dir gerade für dich selbst schaffst. Es gibt so etwas wie eine echte Verbindung zu jemandem, die in der Übergangsphase gerettet werden kann. Es ist eine Verbindung, für die es sich zu kämpfen lohnt. Sie kann nicht nur gerettet werden, sondern hat auch das Potenzial, dir eine Erfahrung wahrer Intimität zu schenken, vielleicht sogar zum ersten Mal in deinem Leben. Wenn dein Partner die Fähigkeit hat, deinen Weg anzuerkennen, zu würdigen und zu respektieren, könnt ihr gemeinsam in einen Raum größerer Harmonie gelangen. Das ist eine sehr schöne, weitreichende Erfahrung. Ich wünsche dir alles Gute für diese großartige Zeit des Übergangs! Elena Tonetti-Vladimirova Gründerin, Birth Into Being 4. Dezember 2014

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