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Ängste ohne Grund

Diffuse Angst und Überwältigung


Du hast eigentlich keinen Grund zur Sorge. Und trotzdem ist da dieser Druck im Körper der nie ganz aufhört, kein erkennbarer Auslöser, kein konkretes Thema, einfach da, so lange schon, dass du es schon fast für deinen Normalzustand hältst.

Woher kommt Angst ohne Grund?

Das ist die Frage, die du dir stellst. Aber für den Körper gibt es sehr wohl einen Grund. Solche diffusen Zustände entstehen oft aus sehr frühen Erfahrungen — wenn das Kind merkte, dass Freude oder Lebendigkeit die Bezugsperson überfordert hat. Wenn eine Mutter selbst dysreguliert war, dann lernte der kleine Körper schnell: Wenn ich groß bin, wenn ich präsent bin, muss ich dich regulieren, sonst verliere ich dich. Die Angst wurde zur Strategie, um die Bindung zu halten.

Ich hatte einen Klienten, dessen Mutter chronisch überfordert war. Sobald er lachte oder laut wurde, sah er ihre Anspannung. Und sein Körper lernte nicht weil man es ihm sagte, sondern weil er es wahrnehmen musste: Kleiner werden, ruhiger sein, sich anpassen. Das ist implizites Beziehungswissen, und es sitzt tiefer als jeder Gedanke.

Wie arbeitet man mit dieser Angst?

Wir arbeiten nicht gegen sie an, wir arbeiten mit dem Körper. Behutsame Berührung, zum Beispiel am Unterschenkel — eine Stelle, die nicht direkt mit Bedrohung verbunden ist — gibt dem System einen Ankerpunkt. Statt das Nervensystem zu überfordern, geben wir ihm wiederholt die Erfahrung: Hier ist Sicherheit möglich. Hier kann ich präsent sein, ohne dass etwas zusammenbricht.

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Anmerkung zu Fallbeispielen und Anonymisierung:

Alle Fallbeispiele auf dieser Website basieren auf echten therapeutischen Begegnungen. Namen und Vornamen sind grundsätzlich geändert. Darüber hinaus werden typischerweise weitere Merkmale verändert oder zusammengeführt: Alter und Lebenssituation werden angepasst, biografische Details wie Familienkonstellationen werden variiert, und einzelne Fälle werden gelegentlich zu einer zusammengesetzten Geschichte verdichtet, wenn das die Dynamik klarer zeigt als ein einzelnes Beispiel.

Was erhalten bleibt, ist die emotionale und therapeutische Wahrheit der Situation: das Muster, die Dynamik, der Prozess. Darum geht es.

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