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- Entkolonialisierung! Zwiegespräche für Paare - nicht nur ein Aphrodisiakum
In Anlehnung an den bekannten Paartherapeuten Michael Lukas Moeller "Wir leben in Beziehung, aber die Beziehung leben nicht. Auch wenn sie uns das Leben bedeutet“ (Moeller 2005). Wenn Du wenig Lese-Zeit hast, hier eine Kurzversion: "Kolonialisierung" bedeutet in diesem Kontext , wenn auch oft unbewusst und eher impliziert,, sich anzumaßen, man wüsste was in des anderen Kopf ist. Es ist aber eine Grenzüberschreitung . Man macht das oft unbewusst, zum Beispiel, um von sich selber abzulenken, oder aus Schuldgefühl Man kann sich sogar selber kolonialisieren: Selbstkolonialisation.. Und hier ein paar Regeln , die von Lukas Möller stammen, einem schon 2002 verstorbenen Therapeuten, die dem entgegenwirken. Möllers Ansatz ("Nähe durch Fremdheit") ist verwandt mit den Ansätzen von David Schnarch und Ester Perel. Und dabei helfe ich ! Kolonialisierungen "Kolonialisierung des Partners": hast Du Dich schon einmal von Deinem Partner kolonialisiert gefühlt? Also: hast Du Dich schon einmal darüber geärgert, oder warst verzweifelt darüber, dass Dein Partner sich einbildete zu wissen, was Du denkst, fühlst, beabsichtigst und was in Deinem Kopf vor sich geht? Obwohl ja der einzige, der das wissen kann, Du selber bist? Oder dass er Dir vorschreibt, was Du tun oder lassen sollst? Viele Paare leiden unter einer großen Sprachlosigkeit und Kommunikationskluft. Ihre Kommunikation beschränkt sich auf Alltagsregelungen, darauf, sich über etwas zu unterhalten, und auf endlose Kreisdiskutiererei, in der jeder seinen seelischen Schwerpunkt beim anderen hat, und besser zu wissen meint, wer dieser doch eigentlich ist. Das ist "Kolonialisieren". Es ist ein Begriff, den der 2002 verstorbene Paartherapeut M.L. Moeller geprägt hat, und der 3 lesenswerte Bücher hinterlassen hat. Sie wirken aus heutiger Sicht vielleicht ein klein wenig altmodisch, aber ich habe viel aus ihnen gelernt. Der Begriff ist inhaltlich relevant, obwohl Moeller heute insgesamt leicht veraltet ist: z.B. ist er sehr auf Sigmund Freuds Theorie des Unbewussten fokussiert. Er arbeitet mit Freud´schen Begriffen wie "Verschiebung" etc, die heute kaum mehr verwendet. Ich finde, Kolonialisieren fühlt sich tatsächlich an, als wolle eine fremde Macht einen besetzen. Es ist eins der wenigen Dinge, die mich auf die Palme treiben - mich "triggern" können. Grenzüberschreitungen Gefühle der Schwäche werden ja von vielen meist möglichst nicht offenbart. Es ist aber gerade von grosser Bedeutung, die eigenen Empfindungen "mitfühlbar" zu machen, in dem z.B. Eifersucht so vermittelt wird, wie sie gefühlt und erlebt wird. In dem Moment, indem der deutliche Ausdruck des Leidens sich in eine Verhaltensvorschrift für den anderen verwandelt wie "du darfst ihn/sie nicht sehen" ist das Kolonialisierung. Es gibt auch bereits einem wesentlichen Unterschied, ob ich sage "ich fühle mich gekränkt und verletzt" (Ich-Aussage) oder "du verletzt mich" (Behauptung über den anderen). Letztes ist eine kolonialisierende ausdrucksweise. Konflikte werden dadurch übrigens unnötig angeheizt. Denn dann wird dem anderen nicht mehr überlassen, wie er sich selbst eigentlich fühlt, was seine Beweggründe sind und was er in dieser Situation entscheiden möchte. Sondern es wird versucht, seine Selbstbestimmung durch Fremdbestimmung einzuschränken oder aufzuheben. Kolonialisierung ist also der unbewusste Versuch, über den anderen zu bestimmen - gegen seinen Willen, aber oft auch mit seiner Duldung. In der Regel ist es ein Akt zu zweit. Kolonialisieren bedeutet immer Grenzüberschreitung. Es ist am Anfang für viele nicht einfach, die feine Grenze zwischen persönlichem Gefühlsausdruck und Verhaltensvorschrift auszumachen. Denn anders als bei der Kolonialisierung wird durch das reine Aufzeigen der eigenen Gefühle das Verhalten des anderen zwar beeinflusst, aber seine Selbstbestimmung bleibt unberührt. „In der Welt des anderen habe ich nichts zu tun. Es ist eine Frage der Ethik, ja der Menschenrechte, also ein Politikum im Paarleben, ob ich zu dieser grundlegenden Gleichrangigkeit bereit bin oder nicht.“ Moeller (2005, 145) Kolonialisierung als Hauptproblem Moeller, als Freudianer, erklärt sie also zu einem Hauptproblem in der Beziehung, das tief verwurzelt ist. Darum ist ihm auch so schwer beizukommen. „Die Kolonialisierung ist ein Hauptsymptom der Paargrundstörung, der narzisstischen Beziehungsstörung. Sie gleicht in reiner und lebensgeschichtlich frühester Form einem seelischen Vorgang, der als projektive Identifizierung…diskutiert wird - allerdings kaum für das Paarleben“ (Moeller 2005,146). Schuldgefühle und ungelebtes Leben Moeller spricht in dem Kontext auch von Schuldgefühlen. Er findet, wenn man sich selbst nicht lebt, sich selbst nicht treu ist, sammeln sich die Empfindungen des ungelebten Lebens bis zur Vorwurfsstärke an, die dann auf Umstände, Schicksalsschläge, die Eltern und eben den Partner projiziert werden, die Schuld sind, das wirkliches (Er-)Leben nicht gelungen ist. Das sehe ich auch so. Und es befeuert Kolonialisierungen enorm. Ich finde diese Aspekte von Paarkommunikation total wichtig, für mich persönlich, genauso wie für meinen therapeutische Arbeit. Aber nun erst einmal ein paar Worte über sein Gegenmittel - auch gegen andere Paarprobleme übrigens -, das ich schätze und anbiete: Zwiegespräche für Paare. Zwiegespräche, um sich wechselseitig einfühlbar zu machen Gegen Kolonialisierung und Schweigen, Abstumpfen, Versanden im Alltag , Kreisdiskussionen, usw. hat Moeller eine Gesprächsmethode entwickelt, die er "Zwiegespräch für Paare" nannte. Ich helfe dabei, sie umzusetzen. "Wenn wir uns aufeinander beziehen, halten wir die Beziehung lebendig“ (Moeller 2005, 13) Im Zwiegespräch geht es um das konzentrierte, regelmäßige, persönliche Paargespräch, in dem die Partner wechselseitig von sich sprechen und den anderen an dem eigenen Erleben, den eigenen Überlegungen, Selbstbeobachtungen und der eigenen Gefühlswelt teilhaben lassen. „Ein Austausch von Selbstporträts“. Es ist ein Gespräch der besonderen Art: kein Problemlösungs-Dialog, keine Konflikt-Lösungs-Dialog, auch kein Frage-Antwort-Dialog. Sondern es ist ein von sich sprechen-und-Zuhören in einem ritualisierten Setting: der Redende erzählt von sich. Es geht um das Veräußern der inneren Landschaft, ohne Unterbrechungen, Fragen, Vorwegnahme, Verurteilung etc. Durch Zwiegespräche entsteht die Möglichkeit einer Beziehung von zwei Menschen, „…die sich mit der Zeit mehr und mehr verstehen, statt sich zu entfremden, die sich miteinander entwickeln, statt ihr Dasein nebeneinander fort zu fristen, die ihre Bindung vertiefen, statt abzustumpfen, und sei es auch, um zu erkennen, dass sie besser nicht zusammen lebten. Diese Gegenwärtigkeit ist für mich das sakrale Element“ (Moeller 2005,16). Zuneigung zueinander wächst, je mehr man voneinander erfährt Ein Ergebnis der Sozialpsychologie und der menschlichen Verhaltensforschung besagt, das unsere Zuneigung zueinander wächst, je mehr wir voneinander erfahren. Leider bleibt diese Erkenntnis zumeist ungenutzt, denn meistens wird das Gegenteil befürchtet, und die eigenen Schwächen durch Distanz abgeschirmt. Moeller geht davon aus, dass sich Bindungen sehr vertiefen, wenn es den Partnern gelingt, die eigenen Unsicherheiten und Ängsten dem anderen einzugestehen. Regeln für Zwiegespräche Hier sind die wichtigsten Regeln Regelmäßigkeit, damit Verbindlichkeit gewährleistet ist und der rote Faden nicht verloren geht (z.B. Wöchentlich oder alle 14 Tage) Jeder spricht über das, was ihn gerade bewegt, wie er sich selbst , den anderen, die Beziehung und sein Leben erlebt. Er bleibt also bei sich. Und beschreibt. Keine Interpretationen, Deutungen, Vorwürfe ("du machst...) . Es ist ein offenes Gespräch das nichts anderes zum Thema hat. Reden und Zuhören sind gleich verteilt. Z. B. alle 10 Min. Wird gewechselt. Ein angenehmer Timer ist meist ungeheuer wichtig. Schweigen und Schweigen lassen, wenn es entsteht: niemand MUSS sprechen Ausgeschlossen sind: dem anderen ins Wort fallen, bohrende Fragen, Drängen, Ratschläge, Kolonialisierungsversuche Zwiegespräche sind kein Offenbarungszwang. Jeder entscheidet selbst, was und wie viel er von sich mitteilen möchte. Das alles ist nicht immer ganz einfach. Besonders in Konfliktsituationen. Es ist gut, Zwiegespräche alleine versuchen, aber oft ist eine dritte Person hilfreich, um zu üben, die Regeln und die Regelmässigkeit einzuhalten. Moeller, David Schnarch und Ester Perel: aus Distanz zu erotischer Nähe Seiner Erfahrung nach haben regelmäßige Zwiegespräche die Wirkung eines „seelischen Aphrodisiakum“ . Denn für ihn entstehen fast alle Störungen in der Erotik des Paares aufgrund von unausgesprochenen Ängsten und Wünschen, und dadurch verursachten Missverständnissen. Das wirksamste Aphrodisiakum innerhalb von Liebesbeziehungen ist die Lebendigkeit des Paares. Und die kann nur im öffnenden Gespräch, das die Andersheit des Partners aushält und zulässt, erhalten werden. Moeller war damit vielleicht seiner Zeit etwas voraus. Denn damit war ein zentraler Punkt seiner Denkens, indirekt über Distanz Nähe im Paar zu schaffen. Moeller empfiehlt nämlich, von der wechselseitigen Unkenntnis aus zu gehen - statt von der gleichen Wellenlänge. Er formulierte es folgendermaßen: Ich bin nicht du und weiß dich nicht (2005, 153). Zwiegespräche ermöglichen eine Evolution zu zweit, und die Entdeckung, dass der andere anders ist und uns trotzdem nahe bleibt. Das ist auch der Ansatz des amerikanischen Paartherapeuten David Schnarch mit seinem Konzept der "Differenzierung": Differenzierung schafft Begehren, nicht übergroße Nähe. Und es ist der Ansatz der amerikanischen Paartherapeuting Ester Perel, die die erotische Lebendigkeit über bewusst zugelassene Fremdheit wiederherstellen will. Ihr erstes Buch "Mating in Captivity" hatte damit viel Erfolg. Selbstkolonialisierung & die Kunst der Beschreibung Ich nenne diese Art des "gewaltfreien" von sich Sprechens auch die Kunst der reinen Beschreibung. In meiner Arbeit mit Authentic Movement ist das ein wesentlicher Bestandteil und kann hier wunderbar geübt werden. Auch, und sogar sehr gut, ohne Partner! Es ist sehr erhelllend und hilfreich zu erkennen, wo ich mich sozusagen selber kolonialisiere. Das tue ich z.B., indem ich mein wirkliches Erleben im Nachhinein in der Reflektion überlagere mit gewohnten, oft lebensgeschichtlich gelernten Interpretationen des Erlebten. Oder dadurch, das ich manches davon garnicht wirklich in mein Bewusstsein dringen lasse, weil "es" irgendwann einmal im Leben als Negativerfahrung abgespeichert wurde. Damit inszeniere ich aber ein bestimmtes Selbstbild, eine unbewusst festgeschriebene innere Identifikation von mir immer wieder neu - meist ohne es zu merken. Entkolonialisierung mir selbst gegenüber ermöglicht die Integration des Vermiedendem und damit Offenheit für das Leben. Ein Erleben innerer Befreiung von alten Bürden entsteht und eine neu gewonnene Freiheit, die zunächst durchaus auch Unsicherheiten und Ängste mit sich bringen kann. Dieser Prozess gibt dem JETZT wirklich spürbaren Raum und erlaubt das frische, unvoreingenommene Erleben dessen, was ist. Es vertreibt die gewohnten mentalen Filter. Auf dieser Basis erübrigt sich dann mit der Zeit auch die psychische "Notwendigkeit der " kolonialistischen" Dynamik im Paar. Denn wenn ich mir in der Tiefe selbst begegnen und mich neugierig entdecken kann, kann ich das auch viel besser mit meinem Partner. Literaturliste: M.Moeller, 2005 : Die Wahrheit beginnt zu zweit-Das Paar im Gespräch , rororo Verlag, 23.Aufl., Reinbeck M.Moeller, 2009: Gelegenheit macht Liebe-Glücksbedingungen in der Partnerschaft , rororo Verlag, 5.Aufl., Reinbeck Ester Perel, 2006: Was Liebe braucht. Das Geheimnis des Begehrens in festen Beziehungen . https://www.amazon.de/Was-Liebe-braucht-Geheimnis-Beziehungen/dp/3959673892 Ester Perel´s TED talks https://www.youtube.com/watch?v=sa0RUmGTCYY&list=PLQfXHzNq8Es0CDEqcvBP7vS4bJYOZvTjj Ester Perel´s Youtube Kanal https://www.youtube.com/c/EstherPerel David Schnarch, 2020 "Die Psychologie Sexueller Leidenschaft" https://www.amazon.de/-/en/David-Schnarch/dp/3608961097/ref=sr_1_1?crid=2CPZSMML9QYHE&dchild=1&keywords=david+schnarch+die+psychologie+sexueller+leidenschaft&qid=1629464228&s=books&sprefix=david+schnarch%2Cstripbooks%2C176&sr=1-1 David Schnarch 2006: Intimität und Verlangen. https://www.klett-cotta.de/buch/Partnerschaft/Intimitaet_und_Verlangen/14026 David Schnarch - Differenzierung (Youtube 30 Minuten Zusammmenfassung) https://www.youtube.com/watch?v=3y1l88NSdGg
- Tango Mind: Tango Argentino und Meditation. Die Rolle von Gewahrsein und Fokus.
Tango Argentino und Meditation - das klingt wie zwei verschiedene Welten? Sind es aber nicht unbedingt! Wer sich sowohl für Meditation welcher Art auch immer als auch für Tango Argentino interessiert (oder im Tango einfach nur so eine Ahnung hat, das da vielleicht noch ein Puzzleteil fehlen könnte), mag erfreut sein zu lesen, wie beides sich sinnvoll ergänzen kann. Meist mit einem Effekt, der über das Tanzen hinausgeht. Die Bedeutung kognitiver Fähigkeiten im Tango - was Tango Argentino und Meditation miteinander zu tun haben Tango ist für den Betrachter zuerst einmal eine bestimmte Art der äußeren Bewegung zu Musik. Zugleich ist Tango - gut getanzt - eine der Meditation vergleichbaren innere Tätigkeiten der komplexen Wahrnehmungs-Steuerung. Das ist zwar jeder Tanz, aber Tango Argentino als Paartanz mit seiner zutiefst improvisatorischen Natur ist hier noch einmal wesentlich komplexer. Hier sind zwei Personen involviert, zwei Körper und Charaktere, die sich in der verbindlichen Nähe der Umarmung bewegen und aufeinander angewiesen sind. Die Notwendigkeit der Koordination der Wahrnehmung Um aus verschiedenen Grundelementen von Moment zu Moment ihr eigenes Einmaliges zu schaffen, müssen sie ihre Wahrnehmungssysteme und ihre Körperbewegungen fein abgestimmt koordinieren. Hier liegt hohes Konflikt-Potential, aber hier winkt auch die Erfüllung, Samadhi - der "7. Himmel" der Tangotänzer, wenn es gelingt. Nur was ich wahrnehme kann ich gestalten Dafür muss man aber erstmal alles Relevante in seinen Fokus bringen können. Das klingt einfach und selbstverständlich, ist es aber meist nicht. Alleine den eigenen Körper von innen differenziert zu erspüren, um verschiedene Körperbereiche zu aktivieren und miteinander in Kontakt zu bringen, ist für viele eine Herausforderung. Nicht, weil man es theoretisch nicht könnte, sondern weil kein Bewusstsein dafür da ist. Der unruhige Geist Die meisten von uns sind nicht darin geübt, die Wahrnehmung bewusst zu lenken und das überhaupt als wichtig zu erachten. Und der unruhige Geist ist naturgemäß leicht abzulenken. Er springt hierhin und dorthin, und oft bemerken wir das nicht, weil wir so sehr daran gewöhnt sind. Die Fähigkeit, durch Aufmerksamkeit bestimmte und wechselnde Bereiche bewusst "mit Energie zu füllen“, und die Erfahrung der Auswirkung davon, muss oft erst entdeckt und auch gefördert werden. Ein "Pool" aus Wahrnehmungsobjekten Dadurch erschafft man innerlich einen Pool aus "Wahrnehmungsobjekten", die dann im weiten Bewusstsein vorhanden sind und jederzeit in den Fokus genommen werden können. Je stärker man also diese Objekte in der eigenen Wahrnehmung lebendig werden lassen, und je müheloser man innerlich den Fokus wechseln kann, ohne alles andere "zu verlieren", desto größer werden der tänzerische Ausdruck, die Verbundenheit mit dem Partner und die Freiheit in der Gestaltung. Gewahrsamkeit ist nicht immer selbstverständlich, aber der Schlüssel für lebendigen, ausdrucksstarken, erfüllenden Tango Diese Gewahrsamkeit, das bewusste Spüren und Wahrnehmen sowie die sinnvolle Steuerung dessen ist nicht so selbstverständlich, wie man annehmen könnte. Aus Erfahrung weiß ich, dass die Tanzenden oft gar nicht auf die Idee kommen, das hier die Lösung für viele Schwierigkeiten liegen könnte. Sie wollen ganz viel konkret richtig "machen" und kompensieren oft in Überaktivität. Der Schlüssel ist aber oft die bewusste Wahrnehmung von Körperbereichen, Haltungen, Muskeltonus und Bewegungen, die zum Teil völlig "im Dunkeln" liegen. Energie wird durch Wahrnehmung gesteuert Da Energie der Wahrnehmung folgt, kann man so ohne etwas Äußeres zu verändern auf alles Einfluss nehmen. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, das die Bereiche, die man nicht wahrnimmt, die man lieber vermeidet, oder die man für unwichtig hält, auch nicht mit Energie, Lebendigkeit, Sinnhaftigkeit und Ausdruck gefüllt sind. Und wo keine Wahrnehmung und keine Energie vorhanden sind, ist weder aktive Veränderung noch Gestaltung möglich. Objekte des Gewahrseins und der Aufmerksamkeit Deshalb ist es interessant, sich bewusst zu machen: was nehme ich wahr? welche Bereiche meines Körpers sind mir nicht bewusst? Innerlich und äußerlich? Worauf könnte ich meine Aufmerksamkeit sinnvollerweise noch lenken? Was bewirkt das? Was ist im Vordergrund, was im Hintergrund? Wie steure ich das? Kann ich den Fokus bewusst wechseln? (Ich meine nicht das Hin und Her springen des unruhigen Geistes) Was erreiche ich damit und was fehlt vielleicht noch? Was möchte ich und was kann ich alles dafür tun? .... Da hier meist vieles unklar oder unentdeckt ist lässt sich viel in Bewegung bringen. Das sind meist erstaunliche und kreative AHA Erlebnisse! Weite Gewahrsamkeit und fokussierte Aufmerksamkeit im Tango "Mindfulness" (im deutschen Achtsamkeit) ist nach der Definition des herausragenden Werkes von John Yates (Handbuch Meditation) nichts anderes als ein bewusst optimiertes Verhältnis von peripherer Gewahrsamkeit und fokussierter Aufmerksamkeit. Mindfulness bedeutet also ein Ausbalancieren von zwei Arten des wahrnehmenden Bewusstseins. Was ist Mindfulness? Mindfulness (nach Yates) existiert dann, wenn drei Fähigkeiten zusammenwirken: der Modus der peripheren Gewahrsamkeit (sowohl nach innen wie nach außen) der Modus der fokussierten Aufmerksamkeit (sowohl nach innen wie nach außen) der Modus des "Meta-Bewusstseins" - also dass ich mir (1) und (2) bewusst bin und es steuere, je nach Situation. 1. Peripheres Gewahrsam Die periphere Gewahrsamkeit - z.B. unserer Umwelt, des eigenen Körpers, des inneren Erlebens- ist der Hintergrund an relevanten Wahrnehmungs-Objekten für unser Handeln. Beim Autofahren beinhaltet das das Schalten von einem Gang zum nächsten, Gas geben, Geschwindigkeit halten, Straßenschilder beachten, Fußgänger, die Straße, andere Fahrzeuge, die Musik, die ich nebenbei höre. 2. Fokussierte Aufmerksamkeit In meiner fokussierten Aufmerksamkeit ist vielleicht das Gespräch, das ich währenddessen mit meinem Mitfahrer führe. Es rutscht aber (hoffentlich!) das Auto vor mir in meine fokussierte Aufmerksamkeit, wenn es unerwartet stark bremst. Oder mein Fuss, den ich plötzlich intensiv auf die Bremse drücke, weil aus der peripheren Wahrnehmung zu spät in meine fokussierte Aufmerksamkeit gelangt, dass ich in der 30er Zone 60 km/h fahre. Die fokussierte Aufmerksamkeit holt also spezifische Objekte aus dem Hintergrund in den Vordergrund, so dass sie dem Bewusstsein für gesteuerte (und nicht automatische) Verarbeitung und damit für bewusste Handlungen zur Verfügung stehen. 3. Meta-Bewusstsein Mindfulness (Achtsamkeit) entsteht dann, wenn ich mir meiner eigenen inneren Wahrnehmungs-Mechanismen und -Objekte bewusst bin. Wahrnehmungsfähigkeit nun nochmal im Kontext Tango Auch im Tango kann alles, mein Fuß, der Raum, die aktuelle Bewegung, andere Paare, die Umarmung, Rhythmus, Melodie, Tanzpartner, etc... entweder in meinem peripheren Gewahrsam oder in meiner fokussierten Aufmerksamkeit sein. In jeder Situation sind beide Komponenten in unterschiedlichem Ausmaß "dabei", und auf unterschiedliche Wahrnehmungsobjekte gerichtet. Die Kunst des weiten Gewahrseins im Tango Im Tango ist es nicht nur wichtig, mich in meinem Körper detailliert spüren zu können, sondern auch die Verbindung zum Boden und zu meinem Partner in den verschiedenen Aspekten, das Zusammenspiel unserer Achsen, die Nuancen der Musik, wann genau und wie ich im Rhythmus den Fuß aufsetze, den Raum und Raumrichtungen, meine Bewegungen in verschiedenen Körperbereichen, "Figuren" bzw. die Choreografie des Momentes etc. Bei allem ist es elementar, in mir selbst zentriert zu bleiben und meine periphere Gewahrsamkeit mit meiner fokussierten Aufmerksamkeit optimal nutzen zu können. Die Kunst des weiten Bewusstseins, in dem die Wahrnehmung vieles gleichzeitig beinhaltet, während die Aufmerksamkeit auf etwas bestimmtes gerichtet ist, ist also sehr relevant. Die Fähigkeit, vieles im Gewahrsein zu haben und den Fokus je nach Wahl und Notwendigkeit zu wechseln. Klingt normal? Ist es meist nicht! Meine praktische Erfahrung aus jahrelanger intensiver Lehr- und Coaching-Tätigkeit im Tango zeigt, dass jeder Tänzer spezifische Wahrnehmungsgewohnheiten hat, die auf weniges beschränkt sind. Diese sind für Führende und Folgende oft unterschiedlich. Wahrnehmungsraum und Wachstumschancen im Tango Das Ausweiten des möglichen Wahrnehmungsspielraums und der Ausgleich der oft rollenspezifisch “ausgesuchten“ Wahrnehmungsobjekte von Führendem und Folgendem haben großen Einfluss auf gewünschte Veränderungen und Wachstumschancen im Tanz. So wie in der sitzenden Meditation zunächst meist der jeweilige Atemzug das "Meditationsobjekt" ist, kann es beim Tango der Rhythmus, die Achse, das Aufsetzen des Fusses, Aspekte der Umarmung und sehr vieles andere sein. In der fortgeschrittenen Meditation und im fortgeschrittenen Tänzer wird schließlich mit genügend Übung die Spanne der Aufmerksamkeit so weit, dass sie alles gleichzeitig umfassen kann. Dann wird die "Meditation Tango" von einer reinen Konzentrationsübung zum umfassenden "open mind", das den gesamten Erfahrungs-Strom aus allen Sinnen, einschließlich des Bewusstseins selber, umfasst. Und das ist eine gute Voraussetzung für Flow States! Flow States Und wie bei der Meditation, führt das im Tango hin zu tiefen "flow states", ...dem 7.Himmel des Tangos, für den wir all die Anstrengung unternehmen, Frustrationen überwinden und auf Milongas gehen und für die es sich wirklich lohnt! (Mehr zu Flowstates weiter unten.) In der Paarbeziehung kann sich dies positiv widerspiegeln: es fördert eine umfassendere Wahrnehmung, grössere Präsenz und stabilere Verbindung. Beispiel im Tango aus Sicht des Führenden: Ich kann mir der Musik bewusst sein. Ich höre vielleicht auf die Melodie, die vielleicht gerade von der Geige gespielt wird. Dann bemerke ich, dass die Gestalt der Musik etwas "in mir berührt", und ich fokussiere innerlich auf "den großen Bogen" und empfinde mich wie in einer Welle und tanze diese. In diesem Moment kann es passieren, dass ich den Rhythmus verloren und meine Partnerin völlig "vergessen" habe. Sie ist weder in meiner fokussierten Aufmerksamkeit, noch genügend repräsentiert in meinem peripheren Gewahrsein. Ich reagiere nur noch auf die von der Melodie hervorgerufenen inneren Impulse und merke gar nicht, dass ich meine Partnerin, die sich verzweifelt bemüht, den Rhythmus und die Achse zu behalten, auf Autopilot gestellt und sich selbst überlassen habe. So gut ich mich selber vielleicht gerade fühle: Die Verbindung ist abgebrochen, und das wird früher oder später Schwierigkeiten bereiten: Die Partnerin wird es merken; ich werde unbewusst ungeduldig, dass sie mich nicht unterstützt oder mitzieht; mein individueller "Flow" ist unterbrochen, ein wirklich gemeinsamer entsteht gar nicht erst. Es ist also wichtig, seine Gewahrsamkeit zu steuern, um dem "Vergessen" vorzubeugen, und alles Essentielle im Überblick zu behalten. Dann können derartige innere inspirierte Höhenflüge des einen zu einem gemeinsamen Flow mit grosser Ausdruckskraft des ganzen Paares werden. All das ist den mentalen Techniken der Meditation sehr verwandt. In der Meditation erwerben wir ein hohes konstantes "Meta-Bewusstsein" dessen, was gerade in unserem Bewusstsein ist, und wie es dort repräsentiert ist. Präsenz Aus meiner Erfahrung ist das bewusste Üben dieser Wahrnehmungsfähigkeiten für die Tänzer also fundamental. Es mag hier zunächst etwas abstrakt klingen - bis man die konkrete Erfahrung dazu macht...! Es hat grossen Einfluss auf alle Aspekte dieses vielschichtigen Tanzes, und besonders auf das Selbst- und Paarerleben! (Nicht umsonst nenne ich es Coaching.) Und es erleichtert so vieles! ...Es ist ein Booster für Tanz- und Beziehungsqualität und für die Beziehung zu sich selbst. Mit der Ausprägung dieser Fähigkeit wächst die "Präsenz" der Tanzenden. Präsenz gründet in der Wahrnehmungsfähigkeit des Körpers, der Gefühle, des Geistes, der Umgebung etc. Volle Präsenz gibt dem Tango Inhalt, Sinn, Lebendigkeit und Ausdrucksstärke. Präsenz ist die Voraussetzung für Flowstates. Anders gesagt: Nicht alles ist begründet in der "äusseren" Tanztechnik. Deshalb haben so manche Tänzer, trotz langjähriger Anstrengung und Übens von Tanztechnik, oft keinen für sie selbst zufriedenstellenden Erfolg. Hier fehlt meist das Eingebettet-Sein in den grösseren Flow, Sinnzusammenhang und das Verstehen der Wechselbeziehung mit entscheidenden anderen Faktoren. Tango und die Gelassenheit des ruhigen Geistes Ich helfe Euch auf diese Weise, im Tango die Fähigkeit des ruhigen Geistes zu entwickeln, der nicht auf alle Reize ungefiltert reagiert, sondern in sich selbst ruht. Das bringt wesentlich mehr Wahlmöglichkeiten ins Bewusstsein, schafft Gestaltungsoptionen, die Ihr vorher garnicht gesehen habt, hilft dabei, angemessen zu reagieren und nicht abzuschweifen. Ihr erschafft aktiv mit jeder Faser Eures Seins den Tanz von Moment zu Moment neu. Engagiert, inspiriert, entspannt, gelassen, innerlich erfüllt. 100% Einsatz, null Stress, viel Flow im Tangohimmel. Tango und Erleuchtung? Ein Weg zu "Samadhi" Ich möchte hier einen Aspekt ansprechen, der mir aus meiner eigenen Tanzerfahrung sehr vertraut ist. Allerdings ist Tango "Samadhi" eher die Ausnahme denn die Regel. Denn dafür müssen ein paar Aspekte zusammenkommen, die oft nicht gegeben sind. Samadhi wird in der buddhistischen Meditation im Allgemeinen verstanden als ein Zustand "unangestrengter stabiler Aufmerksamkeit" (John Yates), oder als ein Zustand vollster Konzentration (Shinzen Young). Ein solcher Zustand der absoluten vollen fokussierten Konzentration führt zu einem besonderen Bewusstseins-Zustand. In diesem Zustand wird das Alltags-Ich "vergessen". Man wird Teil eines größeren, des Nichts, des Raums.... und wer mag, kann sich (laut Shinhzen Young) schon einmal über den Tango der Erleuchtung annähern :-). "Man sollte denken, dass Samadhi nur in einem spirituellem Kontext erscheint, aber das ist nicht der Fall. Man kann auch weltliche Samadhis erleben, die zwar nicht in einem spitrtuellem Paragidma erscheinen, trotzdem aber potentielle Wege zur Erleuchtung sind. Dies passiert oft solchen Individuen, die durch ausübende Künste wie Tanz spontan einen Zustand von sehr hoher Konzentration erreichen. Über Monate und Jahre vertieft sich die Konzentration, und kann durch all die Stadien gehen, die von den Mystikern dieser Welt beschrieben werden. .... Unter denjenigen, die solche hohe Konzentration durch eine bestimmte säkulare Aktivität entwickeln, gehen einige über den Zustand der hohen Konzentration hinaus. Sie werden durch den Tanz nicht nur völlig fokussiert, sondern sie bekommen eine konkreten "Geschmack" (a taste) eines formlosen Zustands von "no self / big self / unity" während sie tanzen. Der Tanz, die Tanzenden und das Publikum verschwinden in einem reinen Tun des Raums. Der Tanz manifestiert sich kontinuierlich aus Samadhi - dem Ruhepunkt der sich drehenden Welt. Der Poet T.S. Eliot beschreibt dies wunderbar: "Except for the point, the still point. There would be no dance, and there is only the dance"." Shinzen Young, The Science of Enlightenment, p 64 , eigene Übersetzung mit Deepl.com Hier ist die Herausforderung: um die Einheit als Paar in diesem "weltlichen Samadhi" zu erreichen muss ich mich zunächst über vollste unabgelenkte Konzentration, also eine Art von tiefer Hingabe, einbringen. Oft, doch nicht immer, ist es bis zur "Erleuchtung durch Tango" ein langer Erfahrungsweg, und nicht jeder will oder kann ihn gehen, auch wenn die Sehnsucht danach in jedem von uns schlummert. Aber es ist ein schönes Versprechen, und auch kleine Schritte sind besondere Erlebnisse und Erfolge. Die gute Nachricht: für die Erfahrung von flowstates und Samadhi braucht es nicht unbedingt die Kenntnis vieler “Figuren“. Das Geheimnis liegt in etwas ganz anderem und ist daher auch für “nicht Virtuosen“ erreichbar. Man könnte auch - tangobezogen abgewandelt - John Yates zitieren: "Enlightenment is an accident. But tango practice makes one more accident-prone" (John Yates, The Mind Illuminated). Dies ist im Englischen natürlich ein schönes Spiel mit dem Wort accident, das sowohl "Unfall" meint wie "Zufall". Tango ist das Dritte, das entstehen kann, wenn zwei Menschen sich auf bestimmte Weise verbinden und miteinander tanzen. Keiner von beiden kann dieses Dritte alleine erschaffen. Es ist grösser als jeder von ihnen und auch grösser als das Paar. Beide wachsen gemeinsam über sich hinaus und ermöglichen Samadhi. Man kann es also nicht “ machen“, nur Bedingungen dafür schaffen. Im Sinne von “Der Zufall ( “Unfall“, Samadhi) ereilt nur den vorbereiteten Geist.“ Louis Pasteur Ich schaffe mit Euch Voraussetzungen dafür. Flowstate statt Autopilot! Der Begriff "Flow", "Flow State", oder "Flow Erleben" ist bekannt geworden im Kontext von Höchstleistungen: Sportler sind in einem Flow State, wenn alles ohne Anstrengung erscheint, die Wahrnehmung extrem präzise wird, etc. Es ist sozusagen eine Form des Samadhi wie oben beschrieben. Dieser Zustand sollte nicht mit Auto-Pilot verwechselt werden. Auto-Pilot Man hat vielleicht Schrittfolgen eingeübt, in denen man sich sicher fühlt, oder/und ist mit seinem Partner sehr vertraut und der/die Körper machen schon was sie sollen. Man hat das gefühlt, es läuft wie geschmiert. Nur innerlich ist man unbemerkt gar nicht ganz dabei. Die Gedanken und die Wahrnehmung sind - möglicherweise genau deshalb - woanders. Das kennen wir alle. Je nach aktueller Lebenslage, Tangosituation, Partner und Gewohnheiten mehr oder weniger. Aber vielleicht ist dieser Zustand in Ermangelung anderer Erfahrungen alles, was Du für Tango hältst? Weit gefehlt... Flow States In einem Flow State verschwindet das Gefühl der Anstrengung. Alles erscheint leicht. Die Wahrnehmung wird äußerst präzise, und das Gefühl für Zeit verschwindet. Man hat das Gefühl, dass alles von selbst passiert: es gibt kein planendes oder reagierendes "Ich" mehr. Man muss nicht mehr "kontrollieren", trotzdem ist Kontrolle da. Damit man in den obigen Zustand kommt, müssen nach Yates folgende Bedingungen wahr sein: 1. Sie wird als Selbstzweck, nicht für einen anderen Zweck ausgeführt. ( z.b. Um des Tanzens selbst, nicht um jemanden zu beeindrucken) 2. Die Ziele der Tätigkeit sind klar, und sie vermittelt ein sofortiges Feedback. Das Wichtigste an diesem Feedback ist die darin enthaltene symbolische Botschaft: Ich habe es geschafft, mein Ziel zu erreichen. 3. Die Tätigkeit ist weder so schwierig, dass sie überanstrengt, noch ist sie zu leicht. Die Herausforderung der Aufgabe befindet sich in perfekter Balance mit den Fähigkeiten der Person. 4. Die Tätigkeit erfordert es, dass die Aufmerksamkeit ganz fokussiert ist; sie lässt nur eine sehr begrenzte Auswahl an Informationen im Gewahrsein zu und lässt dem Geist keinen Raum für anderes. Alle beunruhigenden oder irrelevanten Gedanken werden ferngehalten.
- Mein Studio in Wiesbaden: Ein Raum, der mitarbeitet in Therapie und Coaching
Aussen Innen Ich selbst hasse es, lange auf Stühlen zu sitzen. Das klingt vielleicht wie eine Kleinigkeit, hat aber einen Einfluss, der mein Studio durchaus prägt. Wer zu mir in die Praxis kommt, findet natürlich auf Wunsch Therapiestühle vor. Ansonsten sind bei mir Sitzsäcke, Sitzkissen, Felle und Matten, freie Fläche den Eindruck bestimment und bewusst gewählt. Auch eine Liege für NARM-Touch kommt zum Einsatz. Ein Bodenstuhl oder Sitzbänkchen sind auch vorhanden. Volle Flexibilität also. Meine NARM-Touch Liege Neugierig auf NARM-Touch? So besteht die Möglichkeit, sich jederzeit zu frei zu bewegen, umzulagern, zu stehen oder sogar zu liegen, wenn das gerade wichtig ist. Das ist ein Konzept zugunsten von Mikrobewegung und Körperbewusstsein, das sich über die Zeit bewährt hat. Was ist ein guter Raum für Therapie und Coaching? Ein guter Therapieraum in Wiesbaden ist für mich nicht einfach nur ein Zimmer mit angenehmer Atmosphäre. Er ist selbst ein Werkzeug. Äußere Reizarmut und Flexibilität lädt innere Fülle und Beweglichkeit ein. Wer gewohnt ist, sich anzupassen, ordentlich zu sitzen, "richtig" da zu sein, trägt diese Haltung auch in seinem Körper. Wenn der Raum austrahlt: Du darfst dich bewegen , darfst verschiedene Positionen einnehmen , darfst spüren , was sich gerade gut anfühlt, verändert das etwas. Zunächst vielleicht klein und unbewusst. Manchmal schneller, als man denkt. Aus dem eventuellen Stress, "wie möchte ich das hier eigentlich?" weicht meist der Wahrnehmung für die eigene Befindlichkeit und Gestaltungsfreiheit Das gilt für Therapie, Selbsterforschung oder Coaching gleichermaßen. Der Teil des Raums in dem man sitzen "darf" Bei mir in Wiesbaden ist die Stimming bewusst weniger funktional gehalten, mehr wie zu Hause, weniger "Ich bin Klient, du bist Therapeutin" und mehr menschliche Begegnung. Darum geht es doch, nicht um perfekte Professionalität, sondern um Präsenz! Was passiert eigentlich in meinem Studio in Wiesbaden? Wie eine Sitzung bei mir abläuft? Die ehrliche Antwort: ich weiß es vorher nicht genau. Das klingt irritierend, ist aber genau das, was ich meine, wenn ich von innerer Flexibilität spreche. Ich arbeite aus dem Moment heraus, aus dem, was sich zeigt. Meine Methoden (ja, die sind im Hintergrund!) oder Interventionen nutze ich spontan, sich aus dem Kontakt und der Situation ergebend. Für mich persönlich ein kreativer Prozess , der nie langweilig wird. Manchmal beginnt eine Stunde mit Gespräch, manchmal mit Bewegung, manchmal einfach mit Stille und der Frage, wie jemand gerade da ist, was sich innerlich in den Vordergrund schiebt. Das Herzstück meiner Arbeit ist die Verbindung zwischen innerem Erleben und äußerem Ausdruck. Das kann sehr subtil sein. Eine Änderung im Muskeltonus, des Blickkontaktes, der Atembewegung. Eine Bewegung, die im Inneren beginnt und sich über den Körper in den Raum hinein ausdehnt, als Wort, als körperliche Geste, als Tanz oder Lächeln. Bewusst oder unbewusst. Mindful Motion habe ich das genannt, weil es eben immer wieder genau darum geht: spontane oder bewusste Bewegung, die nicht einer vorgegebenen Ästhetik folgt, sondern dem authentischen Ausdruck im Hier und Jetzt. Bewegung, die gespürt, gesehen, erforscht und intergriert werden kann und Kontakt zu Ebenen herstellt, die kognitiv meist nicht zugänglich sind. Und dafür braucht es Raum. Ganz wörtlich! Wozu dient das "Raum-Geben" in der Therapie? "Raum geben" ist ein Begriff, der in therapeutischen Kontexten oft inflationär verwendet wird. Was ich darunter verstehe, ist konkreter: Es geht darum, nichts über jemanden zu stülpen. Es ist eine Kunst dem Nicht-Wissen zu folgen. Sich damit wohlzufühlen, nicht zu wissen, wohin eine Sitzung sich entwicklen wird und dabei mit offenem Herzen, präsent und aufmerksam der Neugier zu folgen. Das öffnet einen inneren Raum. Das Bild, das mir am nächsten kommt, ist das eines weißen Blattes Papier, auf dem komplett Platz ist für das, was auftauchen und sich zeigen möchte. Auf einem bereits beschriebenem Blatt würde ja nichts mehr Platz haben. Und genau diesen offenen inneren Zustand versuche ich einzuladen, sowohl in meiner eigenen Haltung als auch im physischen Raum selbst. In meiner Praxis in Wiesbaden bedeutet das also: Die Stunde entwickelt sich. Sie folgt dem, was spürbar wird und sich entwickelt. Ich möchte aus meiner Vergangenheit als Tango Argentino-Lehrerin einen Vergleich dazu bringen: Im Tango Argentino ist Improvisation nicht das Gegenteil von Struktur, sondern ihr Ergebnis. Wer die Grundlagen wirklich im Körper hat, wer Achse, Gewicht, Timing nicht mehr denken muss, dem wird die Technik zur zweiten Natur, und genau dann entsteht Freiheit. Nicht trotz der Methode, sondern durch sie. Genauso arbeite ich: Die Methoden sind im Hintergrund, sie tragen, ohne zu führen. Was sich in einer Sitzung zeigt, kann sich entfalten, weil der Rahmen trägt. Innere und äußere Bewegung: Was gehört zusammen? In der körperorientierten Therapie zeigt sich immer wieder, wie äußere Unbeweglichkeit und innere Starrheit oft miteinander verbunden sind. Wer seit Jahren nicht mehr weiß, was er braucht, sitzt oft buchstäblich sehr still oder unbeweglich und sucht oft nach dem was in der Situation angemessen und erwünscht ist. Auch eine wichtige Fähigkeit - aber oft nicht aus freier Wahl sondern unbewusst auf Autopilot. Also anstatt sich selbst zu spüren ernst zu nehmen. Das Gegenteil ist genauso wahr. Wenn der Körper anfängt, sich frei zu bewegen, lockerer, neugieriger, tastendes Erkunden statt gewohnter Automatismen, öffnet sich oft auch innerlich etwas. Ich erlebe das in meiner Arbeit mit Tango, mit Authentic Movement und in der NARM-Therapie: der Körper merkt, dass er eigentlich mehr Möglichkeiten hat, als was das Nervensystem in Stresssituationen abruft oder aus Gewohnheit tut. Mein Studio in Wiesbaden ist also genau so gestaltet, dass dieser Prozess stattfinden kann. Hohe Decken, freier Boden, Sitzsäcke, Meditattionskissen, und Felle statt Stühle - und Medien, die kreative Selbsterforschungsprozesse unterstützen wie diverse Kuscheltiere, Bälle, Decken, Seile, Papier und Stifte, etc. Für wen ist meine Praxis in Wiesbaden geeignet? Mein Studio ist ein Ort für Menschen, die spüren, dass sie mit Reden und kognitivem Verstehen allein nicht weiterkommen. Die etwas verändern möchten, das tiefer geht als eine rein äussere Verhaltensänderung. Paare, die sich lieben und trotzdem aneinander vorbeileben oder im Konflikt steckenbleiben. Wenn du mehr Kontakt zu dir selbst suchst. Menschen, die Bewegung, Körperwahrnehmung und dialogisches therapeutisches Arbeiten als ein sich ergänzendes Ganzes erleben wollen. Die Praxis liegt in Wiesbaden und ist gut erreichbar, auch aus dem Rhein-Main-Gebiet, Frankfurt und dem Rheingau. Terminvereinbarungen sind unter info@rotraut-rumbaum.de oder 0163 877 8212 möglich. Ein paar KI-Bilder von "Therapieraum" - for Fun Ich hatte mal mit KI versucht, einen "typischen Therapie-Raum" zu generieren. Beide gefielen mir nicht so richtig gut :-) FAQ – häufige Fragen zu meinem Studio in Wiesbaden Wie ist das Studio ausgestattet? Das Studio ist für körperorientierte Einzel- und Paartherapie eingerichtet, mit freiem Boden für Bewegung. Man kann wählen zwischen Sitzsäcken (ist ja nicht für jede/n) möglich und Stühlen. Nur das klassische Paar-Sofa habe ich nicht! Kann ich das Studio auch für Einzeltherapie nutzen? Ja. Das Studio eignet sich sowohl für Einzelsitzungen (NARM, Authentic Movement, Coaching, Yoga, Meditation etc) als auch für Paartherapie und kleine Gruppenformate. Wie unterscheidet sich körperorientierte Therapie in Wiesbaden von klassischer Gesprächstherapie? Der Unterschied liegt weniger in der Intensität als in der Arbeitsweise. Körperorientierte Therapie bezieht ein, was im Körper zum Ausdruck kommt, wie jemand atmet, wie er sitzt, sich bewegt, was sich im Körpererleben auftaucht, wenn ein bestimmtes Thema oder bestimmte Gefühle aktiviert werden. Das ergänzt das Gespräch und führt oft schneller zu dem, worum es in der Tiefe wirklich geht. Biete ich auch Online-Sitzungen an? Bestimmte Formate (NARM-Gespräche, Coaching) sind online möglich. Körperarbeit, Tango, AUTHENTIC Movement, NARM Touch und Klang finden ausschließlich in Präsenz statt.
- About Rotraut Rumbaum: Mehr über mich, meinen Weg, meine Arbeit. Von Selbsterfahrung über Tango Argentino zu Traumatherapie
Rotraut Rumbaum "Ich glaube um uns in Richtung umfassender Gesundheit und einem erfüllteren Leben zu entwickeln, brauchen wir unabdingbar inneren Kontakt zu unserem Körper, vertiefte Spürfähigkeit, verkörpertes Bewusstsein, sowie adäquate zwischenmenschliche Resonanz. Wir Menschen sind körperliche Beziehungswesen. Wir brauchen einander, um uns selbst gut zu spüren, uns verbunden zu fühlen und uns weiter zu entwickeln." In meinen 20ern war ich in einer sehr kreativen Lebensphase mit intuitivem Schreiben, kreativem Malen, Fotografieren, Schneidern und Tanzen unterschiedlicher Art. Menschliche Körper und Gesichter habe ich am liebsten fotografiert. Meistens sehr experimentell. Ich hatte auch einmal eine selbst organisierte Ausstellung mit Vernissage in Berlin mit meinem Frauen-Körper-Sprache Projekt. Hier ein Beispiel: S/W Selbstporträt Rotraut Rumbaum mit Mitte 20 Für ein Off-Theater Ensemble in Berlin war ich für Design und Herstellung der Kostüme, sowie für die fotografische Dokumentation verantwortlich. Einiges von dem, was sich heute noch in meinem Schrank verbirgt , habe ich damals geschneidert. Leider komme ich aber in den letzten 20 Jahren nicht mehr so oft dazu, dieser sinnlich-kreativen Stoff-, Form- und Farbenlust nachzugehen. Am liebsten mit Musik! Ich finde Handarbeit sehr meditativ, in dem Sinn, dass sie vollste Versenkung ermöglicht und auch oft erfordert. Ein falscher Schnitt, und das Stück ist runiniert... All diese Dinge entstanden einfach so und wollten sozusagen aus mir heraus. Gelernt habe ich das durch einfach machen und ausprobieren. Es ging mir schon damals nicht um Perfektion oder ein bestimmtes Ziel, sondern um Authentizität und den schöpferischenProzess selbst. Aus Fehlern entstanden die oft die tollstebn Dinge. Es waren Jahre der Selbstexploration, Selbsterfahrung, kreativem Schaffen - und unbewusster Vergangenheitsbewältigung. In all dem fühlte ich mich ganz in meinem Element. Studium und Selbsterfahrung Nach 3 Semestern Psychologie war mir das Studium sehr schnell viel zu theoretisch. Mich hat real Menschliches interessiert, daher habe ich es ( aus heutiger Sicht leider) nicht weitergeführt. Stattdessen habe ich über mehrere Jahre viele Selbsterfahrungsworkshops besucht und mich sozusagen in die Beschäftigung mit der menschlichen Seele hineingestürzt. Ganz voran natürlich in meine eigene. Das war wichtig für meine Entwicklung und so lernte ich die dunklen Kellerräume meiner Vergangenheit und meines Unbewusstes kennen. Das war und ist spannend, wenn auch nicht immer angenehm. Ich bin später, wie Du siehst, beruflich wieder zur Psychologie zurückgekommen in Form des Heilpraktiker für Psychotherapie und der tänzerischen, bewusstseins-, beziehungs- und körperorientierten Therapie. Früher fiel es mir schwer, beruflich zwischen einer kreativen, tänzerischen oder psychotherapeutischen Ausrichtung zu entscheiden. Damals hatte ich noch nie von Tanztherapie gehört. Irgendwann fand ich meinen ganz eigenen Weg, beides zu verbinden. Und das ist wunderbar. Tango Argentino als Beruf Ricardo & Rotraut Tango Argentino in Buenos Aires 2003, Foto Carlos Vizotto In der Zwischenzeit "fand mich der Tango". Von Anfang an war das eine große Liebe - die Kombination von Improvisation und Struktur, Körper, Bewegung, tänzerischem Ausdruck, Mann und Frau, männlich und weiblich, Bedingtheit und Einheit von Gegensätzen, nonverbaler Beziehungserfahrung, Musik - die ich heute noch in meiner Arbeit verwirkliche. Inzwischen seltener als entwicklungsorientiertem Tango-Coach und immer mehr in Form meiner Tango-NARM- Synthese, die ich gerne aufgrund der transformativen Kraft Tango Phoenix nenne. Über 11 Jahre lang arbeitete ich hauptberuflich mit meinem Tanzpartner als Tango Argentino Profi. Das beinhaltet Lehrtätigkeit, Shows, Auftritte, und Tango-Reisen in Deutschland und Europa. Es gibt sogar Tango-Lehr-Videos, die ich zusammen mit Ricardo in Buenos Aires gedreht habe - 5 Videos, die in 14 Sprachen veröffentlich wurden. Ich assistierte ihm als Producer zwischenzeitlich auch drei Monate lang in Buenos Aires bei der Neuaufnahme seiner Tango Oper "Orestes", Ein paar Jahre unterrichtete ich alleine, bevor ich mich mehr als Tangocoach mit dem Fokus persönlicher Entwicklungsprozesse im und durch Tango, Tanztherapeutin, Paarcoach und später auch Gongspielerin etablierte. Tango - auch im Gefängnis Ricardo & Rotraut Tango Argentino, Buenos Aires 2003, Foto Carlos Vizotto Ich habe in dieser Tango-Zeit seit 2002 viel Erfahrung gesammelt in der Arbeit mit Gruppen, Paaren, Einzelnen, mit Menschen verschiedener Altersgruppen und persönlicher wie beruflicher Hintergründe und ihren vielfältigen Eigenarten. 2013/14 arbeitete ich als Tanztherapeutin mit Tango Argentino in einem Projekt mit jugendlichen Straftätern in der Jugendstrafanstalt Rockenberg. Ich erlebte die therapeutische Wirkung von Tango auf junge Männer mit sozialen Auffälligkeiten und schweren Vergehen. Für mich war das eine sehr herausfordernde, erstaunlich fruchtbare und bereichernde Aufgabe! Von Tango zu Tanztherapie und Psychotherapie In der Arbeit mit Tango erfuhr ich so oft ganz praktisch die Verbindung zwischen Tanz, dem Entstehen von mehr Bewusstsein über sich selbst, persönlicher wie partnerschaftlicher Entwicklung, dass mich letztlich scheinbar wie von selbst "die Tanztherapie fand" - in Form einer Tangoschülerin, die mir von ihrer Tanztherapieausbildung erzählte. Rotraut Rumbaum, Buenos Aires 2003, Foto Carlos Vizotto Ich hatte von der Art wie sich ein Paar aufeinander einstimmt, wie sich die Partner miteinander bewegen und tänzerisch verstehen und wie jeder für sich selbst steht, immer auch einen Eindruck ihrer Beziehungsdynamik. Mir war klar, dass ich vom Wesen her eigentlich eine Psychotherapeutin war (mein ursprüngliches Studieninteresse) und ich sehnte mich danach, beides zu verbinden. Endlich konnte ich nun auch im Tango ganz offiziell sozusagen näher an das Seelische - den Menschen, der da tanzte, heranrücken. Eine Fähigkeit, die meine Art zu unterrichten sowieso schon lange geprägt hatte. Ich bin heute Mitglied des Berufsverbandes der TanztherapeutInnen Deutschlands BTD. In meiner Tanztherapeutischen Abschlussarbeit befasste ich mich mit der Wirkung von Tango und Tanztherapie auf partnerschaftliche Entwicklung. Begleitend absolvierte ich die Prüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie, um freiberuflich als Tanztherapeutin arbeiten zu dürfen. (Du ahnst es... ja genau, spätestens zu diesem Zeitpunkt ärgerte ich mich, das ich das Studium geschmissen hatte. Dann hätte ich den schließlich nicht gebraucht und es auch in anderer Hinsicht einfacher gehabt. Aber es war wie es war... In meiner jugendlichen Leichtfertigkeit habe ich nie an Später, Geld oder Karriere gedacht.) Authentic Movement als Meditation Rotraut Rumbaum, Authentic Movement in eigener Praxis In meiner Tanztherapieausbildung war es Liebe auf den ersten Move. Ich war angekommen. Das war meins. Authentic Movement ist eine sowohl spirituelle als auch tiefenpsychologische geprägte Ausrichtung in der Tanztherapie - eine körperlich-bewegte Bewusstseinspraxis in einem Beziehungsrahmen mit einem äusseren "Zeugen". Gesehen werden und menschliche Resonanz, bezeugt haben spielen hier eine stille, doch tiefe Bedeutung. Authentic Movement (nach Janet Adler !) ist vereinfacht gesagt eine Form der bewegten Meditation - im Beziehungkontext. Ich habe hierfür eine Weiterbildung bei Anke Teigeler (nach Janet Adler) gemacht und selber viel praktiziert. Die innere Haltung und Präsenz, die Erfahrungen, die ich darin gemacht habe, prägen meine gesamte Arbeit und kommen mir heute als NARM Therapeutin außerordentlich zugute. Paartherapie & Life Art Prozess Rotraut & Ricardo, 2003 Buenos Aires, Foto Carlos Vizotto Aufgrund meines Interesses an partnerschaftlichen Themen, Prozessen und meinen Erfahrungen mit Paaren im Tango Argentino bildete ich mich in spiritueller Paartherapie an der Uta Akademie weiter. Meine kreativen Neigungen in der Kombination mit Tanz und Tanztherapie führten mich zur Weiterbildung in Life Art Process nach Anna Halprin, bei Ursula Schorn. Bindung (Attachment) und Bindungsverletzungen SATe Meine beruflichen Erfahrungen in Tanz und Psychotherapie, aber auch mein persönlicher Hintergrund führten mich zur Weiterbildung Somatic Attachment Training experience (SATe) - Therapeutische Arbeit bei frühen Bindungsverletzungen mit den Folgen unterschiedlicher, nicht sicherer Bindungsstile bei Elisabeth Schneider-Kaiser. Entwicklungstrauma - Fortbildungen SEI und NARM Ich bildete mich online weiter in somatischer emotionaler Integration ( SEI) Teil 1 und 2 bei Dami Charf. SEI ist eine körper- und bindungsorientierte therapeutische Arbeit bei den Folgen früher Kindheitswunden (Entwicklungstrauma). Der wirkliche Game Changer beruflich und auch persönlich kam dann durch meine NARM Ausbildung (Practitioner, Masterpractitioner, NARM Touch) und den anschliessenden thematischen Weiterbildungen für NARM Therapeuten wie Geschlecht und Sexualität, NARM in Paardynamiken. Dieses Jahr freue ich mich bereits auf die nächste bei Lawrence Heller persönlich zum Thema "Wer wir wirklich sind - jenseits von Scham und Selbstablehnung". NARM wurde sehr schnell zum Herzstück meiner Arbeit, wie ein roter Faden, der alles bisherige verband und im Kern zusammenhält. Ich fühle mich seither irgendwie angekommen, und am richtigen Platz. Das NARM Verständnis und die innere Haltung, die damit verknüpft ist, entspricht mir zutiefst. Plötzlich habe ich eine Sprache gefunden für das, was mich in meiner ARbeit immer besonders bewegt, berührt und interessiert hat. Meine inneres Wesen mit seinen ganz spezifischen Fähigkeiten finden hier seinen professionellen Ausdruck. So empfinde ich das. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie tiefgreifend frühe Kindheitsprägungen sind, wie traumatisierend sie sein können und unbewusst das ganze Leben mehr bestimmen, als für uns gut ist. Es ist mir ein tiefes Bedürfnis, für andere auf heilsame Weise wahrhaftig und präsent da zu sein. Auch in mir selbst kommt dadurch etwas zur Ruhe und in Frieden. Diese Arbeit gibt mir auf dem Hintergrund meiner eigenen Kindheitserfahrungen tiefen Sinn. Und anderen eine Chance, unterstützt und begleitet zu werden, auf eine Weise, die ich mir selbst schon viel früher gewünscht hätte. Gong und Sound Meditation Über intensive Erfahrungen in Atemarbeit nach Giten Tonkov, Stanislaf Grof und Lichtatmung Berlin kam ich indirekt und "zufällig" zum Retreat "Intensive Gong and Sound Therapy Training" bei Tone of Life. Ich bin keine Musikerin. Aber ich liebe Klänge und Musik und in Polen begeisterte mich auf der Stelle der Klang, sowie die seelische als auch physische Wirkung des mystischen, mich in die Unendlichkeit des Universum katapultierenden Klangs der Gongs. Rotraut Rumbaum am Gong Um das zu professionalisieren, stürzte ich mich dann in eine Ausbildung in meditativem Gongspiel bei Richard Sant Subagh. Er unterrichtet eine meditative Art des Gongspiels - also nicht das oft zu erlebende Gong-Donnerwetter, das sich eher als Lärm anfühlt, sondern eine tief das Unbewusste ansprechende, sehr kontrollierte sich langsam immer mehr aufbauende und durchtragende Spielart. Seit dem habe ich zusätzlich noch weitere obertonreiche Instrumente angeschafft, gebe mit Begeisterung Klangreisen und Gongmeditationen, arbeite mit erweitertem Bewusstein durch Klang oder Bewegung und intergriere Klang manchmal spontan auch in anderen Settings. Diese Erweiterung meines Tätigkeitsfeldes macht mir grosse Freude und ist Meditation auch für mich. Ich gebe folgende regelmässige Veranstaltungen mit Klang: Afterwork Soundhealing (jeden 4. Donnerstag im Monat) mit Tanz und Klang DEEP LETTING GO! (alle 2-3 Monate), ein umfassendes 5stündiges Format mit TRE, KAkaozeremonie und Herzmeditation, Tanz, einer langen intensiven Klangreise und Sharingcircle Infos zu Wirkungen von obertonreichem Klang findest du hier auf meiner SOUND Medicine Seite: https://www.rotraut-rumbaum.de/sound-klangreise-klangmeditation-musiktherapie-wiesbaden Erweiterte Bewusstseinszustände und "Plant Medicines" Wieder durch einen Zufall machte ich vor ein paar Jahren äußerst tiefe (legale!) Erfahrungen mit "plant medicine" - Pflanzen, die psychoaktive / therapeutische Wirkung haben, intensiv beforscht werden, und früher oder später mit grosser Wahrscheinlichkeit wohl zumindest teilweise für therapeutischen Einsatz wieder legalen Status haben werden. Fliegenpilz im WAld Da ich darin großes Potential sehe, und solche Prozesse gerne durch die wichtige und oft vernachlässigte Integration hinterher unterstützen würde (wenn auch nicht als Anbieterin solcher Substanzen), nahm ich an einer Weiterbildung in diesem Gebiet bei der Mind Foundation teil mit dem Titel: Beyond Experience - Integration psychedelischer Erfahrungen. Aber psychedelische Substanzen sind ja nur ein Weg zu erweitertem Bewusstsein. Es gibt viele andere , wie holotropes Atmen, Meditation, Authentic Movement, Tanz, Klang & Musik, intensiver Sport oder Sex. Ich biete Integration von Erfahrungen mit erweiterten Bewusstseinszuständen mit einer Mischung aus Bewegen, Tanz, Klang, eventuell Schreiben, Malen - und natürlich Gespräch an. Das bezieht sich nicht unbedingt auf Erfahrungen mit psychoaktiven Substanzen, auch wenn hier möglicherweise durch die "psychedelische Renaissance" der größte Bedarf an Integration besteht.
- Tango in der Jugendstrafanstalt - ein spannendes Experiment
Ja genau, mal ein eher ungewöhnlicher Kontext für Tango Argentino! Auch "harte Jungs" können Zugang zu Tango Argentino finden. Ich hab´s erlebt in meinem tanztherapeutischen Projekt in der Jungendstrafanstalt Rockenberg. Durch eine Einladung eines langjährigen Tangoschülers von mir, der Chef der Anstalt wurde, bekam ich als Tanztherapeutin die Chance, mit einer kleinen Gruppe junger Männer im Alter von ca. 16-18 mit schweren Vergehen über einen Zeitraum von 9 Monaten einmal wöchentlich zu "arbeiten". https://justizvollzug.hessen.de/jva-rockenberg Harte Jungs und eine Frau Die einzige Frau in dieser Gruppe von hormonell stark herausgeforderten jungen Männern war ich. Und ich sah ja nicht so ganz schlecht aus: schlank, lange Haare, damals ca 40 Jahre alt. Wie ging denn das? Es ging! Sie sprangen erstens auf meine eigene Begeisterung und Lebendigkeit bezüglich Tanz an und zweitens: ich glaube sie erlebten mich als authentisch und glaubwürdig. Ich war ehrlich interessiert an ihnen und offenherzig neugierig. Sie respektierten mich - ich glaube, weil ich ihnen auf Augenhöhe begegnete, und sie spüren ließ, dass ich sie respektierte und keine Angst vor ihnen hatte. Die hatte ich auch nicht. Erstens war ich ja faktisch durch das System des Gefängnis geschützt. Klar, ich musste mich erstmal zurechtfinden - sie gehörten ja nicht zu meiner typischen Schülergruppe von achtbaren Mittelschichtlern. Geht das überhaupt? Kriminelle Jugendliche und Tango? Ja, es geht. Es ging ja auch während der Anfangszeit des Tango Argentino. Die ursprünglichen Tänzer waren ja keine Dandys oder Edelleute. Es waren ursprünglich Sklaven und Überlebenskünstler in harten Zeiten. Der Tanz gab ihnen ein Gefühl von Freiheit. Tango selbst ist DAS Symbol für Freiheit. Männer tanzen mit Männern Wie im Jugendknast tanzten sie aus Frauenmangel früher auch meistens miteinander. Und heute, wo Queertango eine riesige Szene geworden ist, ist das auf moderne Weise fast schon selbstverständlich geworden. Was früher und im Knast aus einer Mangelsituation entstand ist inzwischen eine bewusst gewählte Freiheit geworden. Aber das nur nebenbei... Zwangsweise, um Tango zu lernen, mussten die Jungs sich also bereit erklären, mit anderen Jungs zu üben. Das war nicht einfach! Und brachte natürlich eine ganze Reihe von inneren Problemen mit sich .. Scham, Peinlichkeit, Berührung - ein großer Punkt... das war natürlich voll schwul. Es war also ein Weg. Ich war geduldig. Und beharrlich. Irgendwann war der heimliche Wunsch zu tanzen, neue Erfahrungen zu machen und in der Tristesse des Alltags mal was anderes zu erleben stärker. Sie gewöhnten sich an das Anfassen und tanzten in Übungshaltung. Raus aus dem eigenen inneren Gefängnis Ich machte zunächst immer freie Sachen mit ihnen - tanztherapeutisch - dann Tango. Trotz aller Widerstände merkte ich, wie es ihnen eigentlich gut tat und Freude machte. Es versetzte innere Grenzen, rüttelte am innerern Gefängnis. Sie erlebten für Momente "Flow States", in denen sie vergaßen, dass sie sich doch eigentlich schämten und auch kurzzeitig vergaßen, dass sie in der Strafanstalt waren. Vom Gestalten und der inneren Freiheit Tanzen bedeutet etwas von innen nach außen bringen, vom inneren Erleben in den Ausdruck, vom Denken ins Spüren und in die Lebendigkeit kommen. von der Sehnsucht ins konkrete Gestalten und Bewegen. Die Jungs konnten auf diese Weise und in diesen Stunden etwas verwirklichen, was ihnen ausserhalb dieser Mauern verwehrt blieb. Von der Begegnung über Verbindung zur Einheit Tango lebt von Kooperation und Kommunikation, von der Fähigkeit, sich miteinander zu verbinden und eine Einheit zu bilden. Im Knast ein wunderbarer Gegenpol zu Erfahrungen von Destruktivität, Gewalt, Missbrauch und Isolation. Es hebelte für Momente ungesunde Selbstbilder und Glaubensätze aus, die ihr Leben geprägt hatten. Es machte für mich ihre Sehnsucht dahinter spürbar, dazuzugehören, gewollt zu sein, unterstützt zu werden, eine Chance zu bekommen und Ihr Bestes zu geben. Im Schutz des Tanzes war diese Erfahrung von Akzeptanz und wirklichem Miteinander möglich - trotz aller Hemmungen, Ängste und Widerstände. In selbstvergessenen Momenten des immer öfter gelingenden Tanzes strahlten sie Freude aus und waren aufgehoben im Sein. Ganz jetzt, verbunden, frei.
- Präsenz, Einheit & Freiheit im Tango Argentino
Und was davon im normalen Tangounterricht meist fehlt Rotraut Rumbaum, Mindful Motion Tango Coaching PRÄSENZ, EINHEIT, FREIHEIT wirken im Tango Argentino zusammen und bauen aufeinander auf. Das ist für mich die Tango-Essenz. Fehlt euch eine gute Präsenz, könnt ihr als Paar keine verbindliche und belastbare Einheit bilden. Ohne diese Einheit seid Ihr tänzerisch nicht wirklich frei. Der klassische Tango-Unterricht widmet sich hauptsächlich dem dritten Pfeiler (Freiheit-Improvisation). Ihr lernt Figurenmaterial und so gut es geht, zu improvisieren. Leider werden die wichtigen Vorraussetzungen genau dafür, wie gute Präsenz und das verlässliche bilden einer Einheit, oft wie Stiefkinder behandelt, einfach voraus gesetzt oder nicht immer so erklärt und geübt, dass es erfolgreich umsetzbar wäre... Meist ist dafür auch gar keine Zeit, vor allem im Gruppenunterricht. Und so fehlt nicht selten etwas Wesentliches. Rotraut Rumbaum, Mindful Motion Tango - Füße im Dialog Was du bekommst Mein Können und meine Leidenschaft liegen darin, dir im Detail erfahrbar zu machen, was das alles für dich persönlich, deine Beziehung und deinen Tango bedeuten kann. Du wirst entdecken, welche Vorteile das für deine Selbstentfaltung und dein tänzerisches Können bringt. Ich zeige Dir/Euch spürbar und effektiv durch meine lange persönliche wie professionelle Erfahrung den Weg zu Präsenz, Einheit und Freiheit im Tango. Manchmal tue ich das auf scheinbar sehr einfache oder ungewöhnliche Art. Ich setze keine Virtuosität voraus, und sich deshalb selbst unter Stress zu setzen ist unnötig. Ich weiß wie, ich finde die richtigen Worte und ich kann es dir auf eine Weise vermitteln, die du sowohl verstehen als auch umsetzen kannst. Ich helfe dir auch durch schwierige Phasen der Frustration hindurch. Was bedeutet das nun im Einzelnen? Präsenz - auf allen Ebenen Du spürst Dich gut in deinem Körper und bist mit allen deinen Sinnen im Hier und Jetzt. Du bist geerdet, aufgerichtet, zentriert, gut ausbalanciert zwischen Stabilität und Flexibilität. Du verlierst Dich weder im Tun, noch im Kontakt. Du bist ganz gegenwärtig. Du bist taktsicher und kannst auch in schwierigen Situationen den Rhythmus halten. Du ruhst in deiner individuellen Ausdruckskraft, kennst und nutzt deine Gestaltungsmöglichkeiten. Du begegnest deinem Partner neugierig, mit offenem Herzen und gesundem Selbstvertrauen. Einheit - vom Ich zum Wir Ihr verbindet euch entspannt, stabil und flexibel zugleich. Ihr spürt nicht nur eure eigene Achse sondern auch die des Partners. Ihr wisst euren Kontakt ohne Kraftaufwand aufrechtzuerhalten bzw. wieder herzustellen. Eure Verbindung ist verlässlich, stabil, geschmeidig und ohne Brüche. Ihr umarmt sowohl einander, als auch den Raum der gemeinsamen Beziehung, für die Ihr beide gut sorgt, ohne euch darin zu verlieren. Ihr respektiert den gemeinsamen Beziehungsraum und könnt ihn zu jeder Zeit gut wahrnehmen. Ihr spürt den Raum des anderen und den eigenen. Ihr wißt, auf welche Weise ihr in den Raum des anderen eindringen könnt ohne ihn zu stören und zu destabilisieren, sondern ihn damit zu unterstützen, zu Inspirieren und im Rahmen eurer Möglichkeiten im positivsten Sinne herauszufordern. Ihr sendet und empfangt körpersprachlich eindeutige Signale. Ihr versteht das Prinzip Führen und Folgen als gleichberechtigten, gegenseitigen Dialog, in unterschiedlichen Rollen und könnt das auch praktisch in Eurem Tanz umsetzen. Freiheit - wie Improvisation zu zweit gelingt Ihr könnt auf einen Pool von Bewegungsoptionen und "Figurenmaterial" zurückgreifen, der es Euch erlaubt, den Tanz möglichst abwechslungsreich und spontan zu gestalten. Ihr ruht ganz in den Möglichkeiten des Augenblicks, so dass keine Abläufe zu Gewohnheiten werden, die die Freiheit beschränken. Ihr improvisiert euren Tanz aus dem Moment heraus und seid frei in eurer choreographischen Gestaltung. Jeder in seiner Rolle, nach seinen persönlichen und technischen Möglichkeiten. Ihr seid euch gegenseitig gleichzeitig Inspiration, Unterstützung und Herausforderung im Besten Sinne. Ihr begreift vermeintliche Fehler und Hindernisse genauso als Improvisationsquelle, wie die Musik, den Raum und die Bewegung der anderen Paare im Raum. Ihr versteht es beide, verschiedene Tempi zu variieren, mit Rhythmus und Melodie zu spielen und Pausen gekonnt zu tanzen. Ihr seid beide in der Lage zu interpretieren und zu gestalten und schöpft eure Möglichkeiten in den unterschiedlichen Rollen aus, ohne miteinander zu konkurrieren. Ihr fühlt euch verbunden, getragen und inspiriert von einander, der Musik, dem Raum.... etwas größerem. TANGO. 1+1 = 3 Tango ist das Dritte, das entstehen kann, wenn Ihr euch auf diese Weise begegnet und verbindet. Keiner von Euch beiden kann Tango alleine erschaffen.
- Vom Schildkrötenkopf zur aufrechten Frau: Über Kopf, Nacken und Schultern tänzerisch die eigene Würde zurückerobern. Über Tango Coaching alte Prägungen lösen.
Rotraut Rumbaum Tango Argentino Transformation: Von der Schutzhaltung von Kopf, Schulter und Nacken zum Fühlen hin zum Verkörpern von Würde. Die Spuren von Kindheitstrauma hinter dir lassen. Sobald Lisa Kopf, Nacken und Schultern ins Lot bekam, verschwanden die Brüche in der Achse, legte sich ihre körperliche Unruhe - eine subtile Form von unnötiger, Ausgleich suchenden Überaktivität und sie schien plötzlich ein paar Zentimeter gewachsen. Ich hatte das Gefühl eine befreite, strahlende und auch innerlich aufgerichteten Frau zu sehen, die plötzlich in ihrer Schönheit und Würde erblühte. Sie war mit einem Mal viel leichter führbar, die Verbindung wurde definierter, verlässlicher und sie als Person besser zu spüren. Ihr Mann war begeistert und in ihrerTangolaufbahn war das aus meiner Sicht ein absoluter Quantensprung. Was war mir aufgefallen an ihrer Haltung? Lisa war nach Jahren wieder zu mir gekommen, nach Einzelcoaching auch mit ihrem Mann. Mir waren spezielle Eigenheiten in ihrer Haltung und ihrem Bewegungsmuster aufgefallen die sich über all die Zeit hartnäckig gehalten hatten. Aus meiner Sicht behinderten diese ihre Stabilität, ihren freien Ausdruck und erschwerten eine durchgängige und entspannte Verbindung zu ihr. Ich spürte dem nach. Ich bemerkte, wie ihre spezielle Kopfhaltung nach vorne und unten (sie selbst nannte es ihren Schildkrötenkopf), die nach vorne gezogenen Schultern, die Mischung von zu schwachem und zu hohem Muskeltonus in verschiedenen Körperbereichen, die unterschiedlichen "Brüche" in ihrer Achse bewirkte. Der Einfluss "schlechter" Haltung auf Ausstrahlung und Paarkommunikaton Das hatte einen fundamentalen Einfluss auf die Position des Beckens und ihre Achse, ihre gesamte Erscheinung, ihre Ausstrahlung als Frau und die körpersprachliche Kommunikation im Paar. Die Mutter und Tango: Alte Kindheitsmuster Zwischendrin erwähnte Lisa, das ihre Mutter sie ihr Leben lang klein gemacht und kein gutes Haar an ihr gelassen hatte, auch als Lisa längst erwachsen war. Diese sei aber vor kurzem verstorben. Sie sagte ohne Umschweife, das seit dem eine Last von ihr gewichen sei und sie sich erleichtert fühle. Ich hatte, ohne es zu wissen, offenbar die Auswirkungen ihrer traumatischen Mutterbeziehung auf ihren Körperausdruck und die damit verbundenen Folgen auf die Verbindung zum Partner und ihre eigene Innere Aufrichtung erspürt. Sie hatte sich ihr Leben lang in “Hab Acht Stellung“ unbewusst geduckt und das war in ihrer Körpersprache deutlich geworden. Auch "kleine" Veränderungen brauchen Zeit und Geduld Das klingt vielleicht simpel, aber diese kleinen Veränderung in der Wahrnehmung einer unbewusst und lebenslang eingeübten Haltung brauchen unglaublich viel Konzentration und viel viel Geduld und Übung. Ich habe sie mit ihrem Einverständnis ständig wieder freundlich mit einem Code-Wort erinnert. Das Konkrete an meinem Coaching die ganz konkrete und körperliche neue Erfahrung dass diese Erfahrung im Beziehungskontext erlebt und und dort auch Neues erprobt wird das damit verbundene emotionale Selbst- und Kontakterleben das mentale Verstehen und Integrieren. Der Punkt ist, dass das Geheimnis in den kleinen, "einfachen" Dingen liegt, die meist weder wahrgenommen noch gewürdigt werden und deren Bedeutung im individuellen Gesamtzusammenhang nicht erkannt wird. Der Körper in seiner Haltung, seinem Muskeltonus, seinen spontanen Reaktionen oder Nicht-Reaktionen etc. spricht zu mir. Ich spüre zum Beispiel direkt Veränderungen im Energiefluss, "Unbelebtes", Schlaffes, Überspanntes, Brüche in der internen und äußeren Verbindung, nehme die Beziehung zum Raum, zur Musik, zum Partner wahr und vieles mehr.
- Wir sind nicht unsere Geschichte! Selbstermächtigung und Traumaheilung - Birth into Being
Artikel von Elena Tonetti-Vladimirova, Gründerin von Birth into Being · 18. Dezember 2014 · 2 Minuten Lesezeit Übersetzt von Rotraut Rumbaum Orginaltitel: Wir sind nicht unsere Geschichte Eine neue Persektive und Ausrichtung finden. Rotraut Rumbaum, Mindful Motion - mit NARM & Birth into Being Wir sind nicht unsere Geschichte! Wir sind nicht das, was uns widerfahren ist. Ja, es ist sehr wichtig, unsere Geschichte zu kennen, um zu verstehen, was hinter der Kraft steckt, die uns antreibt. Es ist absolut wichtig zu verstehen, was unsere Gewohnheit ausgelöst hat, unsere Macht abzugeben und uns selbst bewusstlos zu machen. Aber das ist keineswegs das, was wir sind! Was uns widerfahren ist, ist nicht unsere wahre Identität. Die wahre Identität liegt jenseits der Geschichte. Baue eine Brücke! Es gibt ein Du, das eine Geschichte hat. Dieses Du ist so viel größer als jede Geschichte, die du kennst! Der Maßstab für den Erfolg deiner Reise zur Selbstverwirklichung liegt nur in dir selbst; es wird uns niemals helfen, uns mit anderen zu vergleichen. Es ist nicht wirklich greifbar, denn es geht nicht darum, ein bestimmtes Aussehen zu haben, bestimmte Beziehungen zu pflegen, geschäftlich erfolgreich zu sein oder einen bestimmten Körperfettanteil zu erreichen... Denn es kann sein, dass unsere Vorstellungen von Erfolg auf unseren alten limbischen Prägungen beruhen, auf unseren vererbten Fehlausrichtungen, und dass sie nicht das sind, wonach wir uns wirklich sehnen. Und es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass damit Wachstumsschmerzen einhergehen... Oftmals, wenn wir unsere wahrhaftige, natürliche innere Ausrichtung erreichen, beginnt unsere Welt, wie wir sie kennen, auseinanderzufallen. Denn zunächst verlangt sie von uns, dorthin zurückzukehren, wo wir waren, an den Ort der Fehlausrichtung, weil alle unsere bisherigen Verbindungen von diesem Ort aus bestehen. Wenn du dich veränderst, beginnen diese Verbindungen zu versiegen und zu zerfallen, weil sie nicht in den neuen Raum passen, den du dir gerade für dich selbst schaffst. Es gibt so etwas wie eine echte Verbindung zu jemandem, die in der Übergangsphase gerettet werden kann. Es ist eine Verbindung, für die es sich zu kämpfen lohnt. Sie kann nicht nur gerettet werden, sondern hat auch das Potenzial, dir eine Erfahrung wahrer Intimität zu schenken, vielleicht sogar zum ersten Mal in deinem Leben. Wenn dein Partner die Fähigkeit hat, deinen Weg anzuerkennen, zu würdigen und zu respektieren, könnt ihr gemeinsam in einen Raum größerer Harmonie gelangen. Das ist eine sehr schöne, weitreichende Erfahrung. Ich wünsche dir alles Gute für diese großartige Zeit des Übergangs! Elena Tonetti-Vladimirova Gründerin, Birth Into Being 4. Dezember 2014
- Warum NARM? Wie dieser innovative, tiefgreifende Ansatz helfen kann, alte Wunden zu heilen
Zusammenfassung: NARM (Neuro-Affective Relational Model) ist ein therapeutischer Ansatz, der sich auf die Heilung von Bindungs- und Entwicklungstraumata konzentriert. Ein zentraler Gedanke von NARM ist, dass unsere größten Sehnsüchte oft mit unseren tiefsten Ängsten verknüpft sind – ein wesentlicher "Kernkonflikt", der in der Therapie erforscht wird und den du vielleicht kennst. Durch das Fühlen, Verstehen und Auflösen früh im Leben gelernter Schutzstrategien entwickelt sich mehr Selbstwirksamkeit, innere Sicherheit und Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit. Dabei lernst du, dich aus alten Mustern zu lösen und zunehmend selbstbestimmt zu handeln. So helfe ich dir mit NARM, tiefsitzende Ängste zu überwinden, erfüllende Beziehungen aufzubauen - ganz voran zu dir selbst - sowie dein Leben im Einklang mit deinen ganz eigenen Wünschen und Zielen zu gestalten. Ich freue mich, dir den Ansatz vorzustellen, der mein therapeutisches Arbeiten maßgeblich bereichert und von dem ich begeistert bin: die NARM (Neuro-Affective Relational Model). Vielleicht fragst du dich, warum das für dich relevant sein könnte? Was hast du davon? Wofür ist es gut? Rotraut Rumbaum Mindful Motion, NARM bei Folgen seelischer Kindheitswunden Was ist NARM und was macht diesen Ansatz so wertvoll? NARM ist ein auf Entwicklungs- und Bindungstrauma spezialisierter Therapieansatz. Vielleicht hast du das Wort Bindungstrauma schon gehört – es bezieht sich auf schmerzhafte Erfahrungen, die früh im Leben, in der Kindheit, vielleicht schon im Babyalter oder sogar im Mutterleib gemacht werden. Solche frühen Verletzungen können tiefen Einfluss auf unser Leben haben, das meiste davon unbewusst. NARM- ist besonders hilfreich, wenn es um Themen wie Selbstwertgefühl, Beziehungsfähigkeit und das Gefühl von Freiheit und innerem Frieden geht. Warum könnte NARM für dich interessant sein? Viele Menschen sind überrascht, wenn sie entdecken, dass sie an den Folgen von Entwicklungs- bzw. Bindungstraumata leiden. Ein paar typische Herausforderungen, die Menschen zu NARM bringen, sind zum Beispiel: Schwierigkeiten in Beziehungen : Vielleicht hast du das Gefühl, dass du anderen nicht wirklich vertrauen kannst. Oder du merkst, dass du dich schnell zurückziehst, wenn es um Nähe und emotionale Bindung geht - oder nicht gut alleine sein kannst. Selbstwertprobleme : Vielleicht fällt es dir schwer, dich selbst zu akzeptieren. Du hast möglicherweise das Gefühl, nicht gut genug zu sein, fühlst dich schnell unsicher und abgelehnt, auch wenn das an der Oberfläche vielleicht nicht so direkt sichtbar ist. Chronische Anspannung oder ein Gefühl von Überforderung : Manchmal scheint es, als würdest du ständig auf "Habachtstellung" sein, immer bereit, auf Probleme zu reagieren, ohne dass im Aussen wirklich etwas Bedrohliches passiert. Selbstsabotage und Prokrastination : Vielleicht erkennst du, dass du dich immer wieder selbst ausbremst, dir im Weg stehst oder wichtige Aufgaben vor dir herschiebst. Oft steckt dahinter eine tiefe Angst vor dem Scheitern oder der Erfolgslosigkeit, die unbewusst in die eigenen Entscheidungen hineinwirkt. Um nur einige zu nennen... Diese Themen können die Lebensqualität ziemlich einschränken uns daran hindern, uns wirklich authentisch, lebendig, frei und auch verbunden zu fühlen. Die meisten sind so sehr daran gewöhnt, dass sie dieseErfahrungen als normal ansehen und sich kaum wirklich vorstellen, sie könnten sich selbst, Beziehungen und das Leben auch ganz anders Erleben. Und hier kann NARM unterstützen – aber wie? Der zentrale Kern von NARM: Wo die größte Sehnsucht ist, liegt oft auch die größte Angst Ein wichtiger Grundgedanke in der NARM-Therapie ist, dass unsere tiefsten Sehnsüchte oft mit den größten Ängsten verbunden sind. Das, was wir uns am meisten wünschen – wie echte Nähe, tiefes Vertrauen, das Gefühl, wirklich gesehen und verstanden zu werden und authentischer Selbstausdruck – ist häufig genau das, wovor wir am meisten zurückschrecken. Diese innere Spannung zwischen Wunsch und Furcht nennt NARM den „Kernkonflikt“, und er bildet den roten Faden in der therapeutischen Arbeit. In NARM gehen wir davon aus, dass die Strategien, die wir zum Selbstschutz entwickelt haben, oft auch die Dinge blockieren, nach denen wir uns am meisten sehnen. Dieser Kernkonflikt wird behutsam beleuchtet und gemeinsam in der Tiefe erforscht: So können wir lernen, die früh im Leben erlernten Schutzmuster zu erkennen, zu würdigen und Stück für Stück zu überwinden. Wir begreifen, wie wir uns damit heute als Erwachsener selber im Weg stehen, und unsere tiefsten Wünschen, unser authentisches Selbst und unsere Lebendigkeit sabotieren. Wir lernen, uns langsam zu öffnen – um nach und nach wirklich das in unser Leben einzuladen, was wir uns so sehr wünschen und uns selbst anzuerkennen, so wie wir sind. Was bringt dir die Arbeit mit NARM? Die Kraft der Selbstwirksamkeit Eine der wichtigsten Stärken der NARM-Therapie liegt darin, dass du lernst, deine eigene Selbstwirksamkeit zu entwickeln. Selbstwirksamkeit bedeutet im Kern, dass du das Gefühl hast, wirklich Einfluss auf dein Leben nehmen zu können und das Vertrauen gewinnst, dass deine Entscheidungen und Taten etwas bewirken. Anders gesagt: Du erkennst, dass du selbst die Zügel deines Lebens in der Hand hältst. In der NARM-Therapie lernst du Schritt für Schritt, das Vertrauen in deine eigene Kraft zurückzugewinnen, damit du deine Wünsche und Ziele tatsächlich umsetzen kannst – und nicht auf die äußeren Umstände oder die Handlungen anderer angewiesen bist. Dieser Prozess ist wie das Anbauen einer inneren Kraftquelle, aus der du schöpfen kannst, um dein Leben selbstbestimmt und in Einklang mit deinen eigenen Bedürfnissen zu gestalten. Selbstermächtigung: Der Schlüssel zu einem erfüllten Leben Selbstermächtigung klingt vielleicht nach einem großen Wort, doch es bedeutet schlichtweg, dass du selbst dazu befähigt wirst, dir das Leben zu erschaffen, das du wirklich möchtest. Das funktioniert nicht von heute auf morgen, aber die NARM-Therapie unterstützt dich dabei, alte Muster und Blockaden zu lösen, die oft seit der Kindheit bestehen. Du lernst, dich nicht länger klein oder abhängig zu fühlen, sondern erkennst, dass du selbst aktiv für dein Wohlbefinden sorgen kannst. Warum könnte NARM das Richtige für dich sein? Wenn du spürst, dass dich bisher etwas zurückgehalten hat, ein Leben zu leben, das wirklich zu dir passt und nach Beziehungen, die dich tief erfüllen, bereichern und beglücken, könnte NARM der richtige Weg für dich sein. Mit NARM lernst du, in kleinen, beständigen Schritten dein Leben selbst bewusst zu gestalten. Du erkennst, dass du die Kraft und Fähigkeit hast, aus deinem Herzen heraus ein authentisches Leben und damit eine erfüllte Zukunft zu gestalten. Falls du Fragen hast oder dich für eine Sitzung interessierst, melde dich gerne bei mir. Ich freue mich darauf, diesen Weg mit dir zu gehen und dir zu helfen, dein Leben mit mehr Selbstvertrauen, Lebendigkeit und Tiefe zu gestalten.
- Mindful Motion Tango - eine NARM inspirierte verkörperte Selbsterforschung. Auch als alternative Paartherapie.
Rotraut Rumbaum, Mindful Motion Tango und NARM Tango – das Bild, das vielen sofort aufscheint, ist noch immer geprägt vom klassischen Klischee: der starke, charismatische Mann, der die hingebungsvolle Frau sicher über das Parkett führt. Ein Bild voller Leidenschaft, Polarität – und Begrenzung! Denn so lebendig dieses Bild auf den ersten Blick vielleicht erscheinen mag - es täuscht. Was Tango in seinem Kern sein bedeutet, geht tiefer, kann verborgene Ängste und Sehnsüchte berühren, ist in seinen Möglichkeiten viel weiter und bunter. Und genau hier setzt Mindful Motion Tango an – als verkörperte Selbsterforschung, als Türöffner für individuelle Entwicklung, die Erfahrung der eigenen Beziehungsdynamik und sicherer Bindung im Sinne der NARM. Tango – ein Spiel mit allen Anteilen Wir tragen weibliche und männliche Qualitäten in uns – Empfänglichkeit und Gestaltungskraft, Hingabe und Führung. Tango wird lebendig, wenn diese Qualitäten miteinander tanzen dürfen. In uns selbst und zwischen zwei Menschen. Was im klassischen Tango oft als starrer Gegensatz inszeniert wird, findet hier seine organische, sich ständig wandelnde Form: Tango lebt von lebendigem Ausdruck im Miteinander, nicht von Einseitigkeit. Und genau das macht ihn zu einer so kraftvollen Praxis für Beziehung, für Verkörperung – und für tiefes persönliches Wachstum. Die Essenz: Präsenz, Einheit, Freiheit Im Tango Argentino wirken drei Prinzipien wie eine stille Architektur zusammen – sie stützen und bedingen einander: Präsenz Du bist im Hier und Jetzt, spürst deinen Körper, deinen Atem, deinen Stand im Raum. Du balancierst Stabilität und Flexibilität, behältst deinen eigenen Rhythmus, auch wenn das Außen sich verändert. Einheit Aus deinem eigenen Zentrum heraus verbindest du dich mit dem Partner. Ohne dich zu verlieren, ohne den anderen zu vereinnahmen. Ihr haltet gemeinsam den Beziehungsraum – elastisch, lebendig, respektvoll. Freiheit Auf der Basis von Präsenz und Verbindung entsteht Improvisation. Ein kreatives, freies Spiel, in dem beide tanzen, gestalten, führen, folgen, atmen – jeder für sich und beide gemeinsam. Tango als verkörperte Selbsterforschung Tango kann nicht "gemacht" werden – er entsteht . Zwischen zwei Körpern, zwei Nervensystemen, zwei Geschichten. Genau darin liegt seine Kraft als Selbsterfahrungsweg, besonders im Kontext von NARM und Paartherapie. In der Umarmung des Tangos spiegeln sich früheste Beziehungserfahrungen: Wie viel Nähe kann ich zulassen? Wo verliere ich mich im anderen? Wo schotte ich mich ab, um mich zu schützen? Wie gelingt Kooperation ohne Selbstaufgabe? Unser implizites Gedächtnis – das körperliche Erleben aus der Zeit, bevor wir Worte hatten – wird aufgerufen. Und zeigt sich.Oft subtil. Manchmal überwältigend. Immer ehrlich. Tango bringt an die Oberfläche, was im Körper gespeichert ist. Das Kerndilemma: Zwischen Anpassung und Eigenständigkeit Eine meiner eindrücklichsten Erfahrungen machte ich in Technik-Workshops für Frauen: Alleine getanzt, waren die Bewegungen präsent, musikalisch, ausdrucksstark.Sobald es in den Paartanz ging, veränderte sich etwas:Plötzlich ging die eigene Stabilität verloren, die Bewegungen wurden unsicher, die Anpassung dominierte – oft unbewusst. Ein leiser innerer Kampf: Wie bleibe ich bei mir – und im Kontakt? Hier offenbart sich das, was auch in NARM eine zentrale Rolle spielt: Das Kerndilemma zwischen Bindung und Autonomie. Im Tango wird es nicht nur sichtbar – es wird erlebbar . Verkörpert. Und genau das eröffnet neue Möglichkeiten: für Bewusstheit, für Entwicklung, für heilsame Beziehungserfahrungen. Warum Mindful Motion Tango in Therapie und Coaching wirkt Mein bewusster, sensitiver und das subjektive innere Erleben einbeziehende Tango Ansatz ermöglicht es: Ganz im Hier und Jetzt zu sein. Die Qualität der Beziehung zu sich selbst und dem eigenen Körper zu erfahren. Tiefliegende Beziehungsdynamiken konkret fühlen und erkennen zu können. Heilsame Erfahrungen von Verbindung und Eigenständigkeit zu erfahren. Zu erkennen, wo wir unsere tiefsten Wünsche, Bedürfnisse und Sehnsüchte unbewusst selbst sabotieren. Im Tango begegnen wir archetypischen Themen: Umarmung, Rhythmus, Führen und Folgen, Vertrauen, Hingabe, Grenzen. Wir erforschen: Was sind meine Ressourcen? Wo zeigen sich altbekannte Muster aufgrund früher lebensgeschichtlicher Prägungen? Was vermeide ich? Was verstecke ich? Was betone ich? Was wird möglich, wenn ich ganz präsent im Kontakt bleibe? Das Schöne daran: Diese Erfahrungen sind nicht nur intellektuelles Verstehen – sie sind verkörpertes Wissen . Eine neue Spur, die im Körpergedächtnis gelegt wird. Eine Einladung, die eigene Beziehungskompetenz auf einer tiefen, ganzheitlichen Ebene zu entwickeln. Tango als Spiegel der Verkörperung lebensgeschichtlicher Prägungen und Erfahrungsraum Vielleicht spürst du beim Lesen einen leisen Impuls, diesen Raum zu betreten. Nicht perfekt. Nicht "richtig". Sondern neugierig, offen, lebendig. Denn: Tango entsteht, wenn zwei Menschen – jeder bei sich und doch miteinander – das Unbekannte tanzen. Und genau darin liegt die Magie - und auch die heilsame persönliche Erfahrung.
- Die verborgene Tango Choreografie: Die Tango-NARM-Synthese transformiert tiefliegende innere Konflikte in Potential
Mindful Motion Tango - Synthese aus Tango Argentino, NARM und Tanztherapie Warum stehst du dir im Tango vielleicht selbst im Weg? Du nimmst Unterricht, übst fleißig, und doch gibt es diese Momente, in denen etwas in dir blockiert und du dich fragst, warum es in manchen Bereichen irgendwie nicht vorwärts zu gehen scheint. Als würde ein Teil von dir die Bremse ziehen, während ein anderer Teil vorwärts drängt. Diese Erfahrung ist nicht nur im Tango, sondern im gesamten Leben verbreitet – und hat tiefere Wurzeln, als du vielleicht ahnst. Die zwei Tänzer in uns Beim Tango Argentino erlebe ich in meiner Arbeit oft ein faszinierendes Phänomen: Menschen kommen mit dem bewussten Wunsch, sich intensiv zu spüren, sich lebendig und leidenschaftlich auszudrücken, sich miteinander zu verbinden, sich hinzugeben, authentisch zu sein – und doch arbeitet ein Teil in ihnen unbewusst gegen genau diese Sehnsucht. Kürzlich hatte ich eine besonders erhellende Stunde mit einem Klienten, der diesen inneren Konflikt auf den Punkt brachte. Stell dir vor, er beschrieb es so: "Es ist, als würde ich mit aller Kraft eine Tür zuhalten, obwohl ich eigentlich gekommen bin, um sie zu öffnen." Diese Metapher trifft den Kern dessen, was in meiner NARM-Arbeit als "Kontakt-Überlebensstruktur" bezeichnet wird – eine tief verankerte Schutzstrategie aus unserer frühen Kindheit, die wie ein Autopilot weiterläuft, lange nachdem die ursprüngliche Gefahr vorüber ist. Tango als Spiegel Was macht den Tango so besonders in diesem Zusammenhang? Er ist ein Mikrokosmos unserer Beziehungsmuster. Allem vorran der Beziehung zu uns selbst. Hier zeigt sich alles in verdichteter Form: Wie wir uns im Kontakt erleben und mit Nähe und Distanz umgehen. Was kann/darf ich fühlen oder sogar zeigen, was vermeide oder verstecke ich? Wie wir "führen" oder "folgen", was wir unbewusst damit verbinden und wie unser Körper auf Autopilot dar uf reagiert. Wie wir mit Unsicherheit und Verletzlichkeit aber auch mit unserer Power und unserer authentischen Ausdruckskraft in Kontakt und Bewegung umgehen Im Tango kannst du dich nicht verstecken. Die Umarmung, die Verbindung, der nonverbale Dialog – all das bringt deine tiefsten Muster an die Oberfläche. Was im täglichen Leben verborgen bleibt, wird hier sichtbar und spürbar. Deine geschlossene Tür im Tango Wie zeigt sich diese "geschlossene Tür" im Tango? Auf vielfältige Weise: Du möchtest dich hingeben, spürst aber einen inneren Widerstand, der dich steif und kontrolliert bleiben lässt Du sehnst dich nach Verbindung, findest dich aber ständig in deinem Kopf wieder, denkend und analysierend statt fühlend Du willst dich frei und spontan ausdrücken, doch etwas in dir zieht sich zurück, sobald du im Mittelpunkt stehst Du suchst Freiheit im Tanz, hältst aber unbewusst an starren Mustern fest Besonders interessant ist, dass viele fortgeschrittene Tänzer:innen technisch brillant sein können und dennoch an diesen inneren Blockaden leiden. Die Technik ist da, aber etwas fehlt – jene lebendige Authentizität und Präsenz, die den Tango erst zum Leben erweckt und die gewünschte innere Erfüllung bringt. Das erwachsene und das kindliche Bewusstsein Um zu verstehen, was hier geschieht, müssen wir zwei verschiedene Bewusstseinsebenen betrachten, die in uns wirken: Das erwachsene Bewusstsein : Der Teil von uns, der bewusst entscheidet, zum Tango zu gehen, zu tanzen, zu lernen, sich zu verbinden und dieses spezielle soziale Gefüge einzufinden. Der Teil, der Ziele setzt und rational denkt. Das kindliche Bewusstsein : Der Teil, der früh geprägt wurde durch unsere Beziehungserfahrungen, lange bevor wir sprechen konnten. Dieser Teil reagiert emotional, instinktiv und ohne unser bewusstes Zutun. Und oft erzählt der etwas ganz anderes als unser Verstand. Er drückt sich eher unbewusst durch unseren Körper und seine non-verbale Kommunikation aus. Während dein erwachsenes Bewusstsein sich nach der Nähe und dem Kontakt sehnt, die der Tango bietet, kann dein kindliches Bewusstsein genau davor zurückschrecken – basierend auf frühen Erfahrungen, in denen Nähe, eigenständiger Selbstausdruck, vielleicht mit Verlust von Bindung, oder/und Autonomie, mit einem Gefühl von Überwältigung oder tiefer Enttäuschung verbunden war. Ein Durchbruch im Tango Was kann diese Erkenntnis für deinen Tango bedeuten? Sie öffnet die Tür zu einer tieferen Ebene des Tanzens: Mein Klient machte zum Beispiel einen grossen, berührenden Schritt, als er in unserer Arbeit zum ersten Mal seinen "inneren kleinen Jungen" – jenen Teil, der so verletzt und ängstlich war – wahrnehmen, in den Arm nehmen und ihm versichern konnte, dass er jetzt als Erwachsener für ihn da sein und auf ihn aufpassen würde. Dieser Moment der Selbstfürsorge und des inneren Kontakts war tief bewegend für ihn. In den folgenden Tänzen und den nächsten Wochen veränderte sich seine Präsenz spürbar. Sein Körper wurde entspannter, seine Führung klarer, sein Ausdruck authentischer. Nicht weil er mehr Technik gelernt hatte, sondern weil etwas in ihm sich entspannt hatte – jene Anstrengung, die Tür geschlossen zu halten, konnte nachlassen. Dein eigener Weg zur Öffnung Vielleicht erkennst du ähnliche Muster in deinem eigenen Tango? Hier sind einige Fragen zur Selbstreflexion: In welchen Momenten im Tango fühlst du dich besonders unwohl oder angespannt? Gibt es Situationen, in denen du dich zurückziehst, obwohl du eigentlich mehr Kontakt möchtest? Oder in denen du dich stärker, souveräner, toller zeigst, als du dich fühlst, um deine Verletzlichkeit nicht zu spüren und ein möglichst positives Bild von dir abzugeben? Bemerkst du wiederkehrende "Störungen" in deiner Tanzverbindung oder in deiner eigenen Haltung/Bewegung? Welche frühen Beziehungserfahrungen könnten damit in Verbindung stehen? Die Arbeit mit diesen tiefen Mustern geschieht nicht über Nacht. Sie beginnt mit Bewusstheit – dem Erkennen der "Tür", die wir unbewusst geschlossen halten – und führt über behutsame Exploration zu neuen Möglichkeiten des In-der-Welt-Seins. Tango und NARM: Ein effektives Duo In meiner Arbeit verbinde ich Tango-Coaching mit NARM (Neuro-Affective Relational Model), einer therapeutischen Methode, die speziell für die Heilung und Integration früher Entwicklungs- und Bindungstraumen entwickelt wurde. Diese Kombination ist besonders kraftvoll, weil: Tango die unterirdischen Muster spürbar und sichtbar machen kann, die uns im Alltag oft verborgen bleiben, aber unser Leben maßgeblich bestimmen NARM ein wunderbares "Werkzeug" und ein achtsamer menschlicher Resonanzraum ist, der hilft, diese innern Muster spüren, annehmen und transformieren zu können Die Körper-, Bewegungs- und die Beziehungsdimension des Tangos direkt mit den verkörperten Erinnerungen arbeitet (und die kognitiv meist nicht zugänglich sind) Beide Ansätze das Gleichgewicht zwischen Verbindung und Autonomie sowie authentischer Präsenz und damit innere Freiheit fördern! Eine Einladung Wenn du neugierig geworden bist, wie deine eigenen unbewussten Muster deinen Tango und dein Leben beeinflussen, lade ich dich zu einer besonderen Form des Tango-Coachings oder der psychotherapeutischen Begleitung ein. Hier geht es nicht nur um Figuren und Technik, sondern um ein tieferes Verständnis dessen, was in dir und zwischen dir und deinem Tanzpartner geschieht. In meinem Mindful Motion Tango mit integriertem NARM-Ansatz verbinde ich 28 Jahre eigene Tango-Erfahrung, 23 Jahre professioneller Tango-Lehrerfahrung mit meinem Wissen als NARM-Therapeutin und Tanztherapeutin. Das Ergebnis ist ein ganzheitlicher Zugang zum Tango und zu dir, der sowohl deine tänzerische Entwicklung als auch dein persönliches Wachstum fördert. Alte Wunden können so nach und nach heilen kann. Möchtest du mehr erfahren? Kontaktiere mich für ein unverbindliches Gespräch darüber, wie wir gemeinsam die Türen öffnen können, die du vielleicht unbewusst geschlossen hältst.
- Tango Coaching und Psychologie: Wenn das Suchen nach Bestätigung dem wirklichen Tanz im Weg steht
Vom äußeren zum inneren Tanz durch Auflösen einer gegenseitigen Abhängigkeits- und Erwartungs-Blockade: Wie Tango-Coaching unbewusst wirkende Herausforderungen aufgreifen und lösen kann. Mindful Motion Tango, Rotraut Rumbaum Ein Tangopaar ringt mit der klassischen Beziehungsproblematik von zu hoher gegenseitiger Abhängigkeit: Er macht sein Tanzerleben davon abhängig, dass sie ihm Bestätigung durch ihr Lächeln gibt. Sie wiederum vermeidet es, ihre eigenen Bedürfnisse nach mehr Präsenz und Klarheit auszusprechen. Was beide nicht erkennen: Ihre Versuche, es dem anderen recht zu machen, verhindern genau die tänzerische Verbindung, nach der sie suchen. Sie sind in einer Negativ-Spirale verstrickt. Das war das Thema meiner letzen Stunde im Bereich zwischen Tango und Psychologie, in der ich zu meiner Freude meine Kompetenzen als Mindful Motion Tango-Coach, Tanztherapeutin, NARM Therapeutin, Persönlichkeits-Coach, harmonisch integrieren konnte. Eine Stunde mit Blick unter die Oberfläche Eine persönliche Anmerkung: Ich habe gerade meine Ausbildung zum NARM-Praktiker abgeschlossen. NARM steht für "Neuro-Assoziative Relationship Model" (ja, ein etwas komplizierter Name). Diese Methode eignet sich wunderbar, um solche komplexen inneren Prozesse und "Strategien" als die früh erlernten Schutz- und Bewältigungsstrategien zu erkennen und gemeinsam zu erforschen. Auf dieser Basis können sich dann Schritt für Schritt neue, "erwachsenere" und vielfältigere Möglichkeiten des Erlebens, Begegnens und Verhaltens entwickeln. In dieser Tango-Coaching Stunde geschah etwas Besonderes. Als ich seelisch-emotionale Fragen in das Tango-Coaching einbrachte, öffnete sich ein größerer Raum für eine unerwartete, sehr positive Entwicklung. Ermutigt und total motiviert durch meine NARM-Ausbildung traue ich mich immer mehr, auch in nicht-psychotherapeutischen Settings Fragen nach dem tieferen Herzenswunsch, explorative Fragen und meine innere NARM-Haltung in die Stunden einzubringen. Solche Fragen beschreiben gut die Ziele der Methode, mit der ich hier Tango Coaching mit Psychodynamik verbinde. Das im Laufe der Zeit gewachsene Vertrauensverhältnis zwischen uns ermöglichte es uns, gemeinsam behutsam und zugleich sehr ehrlich hinter die Oberfläche ihres Tanzes und ihres Miteinanders zu schauen. Und das passierte in dieser Stunde Hier ein kurzer Überblick über das was in dieser Stunde ablief. Tango Paardynamik: Blockade und Lösung Der entscheidende Moment: vor dem Tanz Also fragte ich sie vor dem Tanzen: "Wie geht's dir jetzt? Was würdest du dir in Bezug auf deinen Tanz wünschen? Was würdest du gerne erleben?" Das sind Fragen, die man im klassischen Tangounterricht nicht hört. Dort geht es im Wesentlichen um die Tanzform, nicht um den Tänzer mit seinen persönlichen Anliegen. Ich habe bewusst den Fokus vom Äußeren auf das Innere gelenkt. Denn die äußeren Wünsche haben einen Grund - eine innere Motivation. Es ging mir darum, von der äußeren Wunschstrategie zum inneren Erleben zu kommen. Was ist das eigentliche Bedürfnis hinter dem geäußerten Wunsch? Oder der erhoffte Zustand hinter dem Bedürfnis? Manchmal entpuppen sich unsere Wünsche und Bedürfnisse als eine Zwiebel mit vielen Schichten. Am Kern angekommen, spüren wir meist sehr deutlich eine körperlich-energetische Reaktion und eine starke emotionale Berührung. Seine anfängliche Herausforderung Für ihn war die Frage zunächst gar nicht so einfach zu beantworten. Spontan sagte er, er wolle "erdig laufen" und sich "cool fühlen". Das war sein äußerer Wunsch. Ich hakte nach: "Was bedeutet für dich "cool"? Was wäre, wenn du dich cool fühlen würdest? Was wäre dann anders?" Er spürte in sich hinein. Und erklärte zunächst, dass er einen schlechten Tag gehabt habe. Er sei etwas "grumpy", weil er mit seiner Arbeit unzufrieden sei. Ich lächelte ihn freundlich an und sagte: "Jetzt bist du hier. Lass dir Zeit. Finde heraus, was du wirklich willst." Die erste Öffnung Ich spürte eine gewisse Offenheit und manchmal eine schüchterne Ambivalenz. Einerseits waren sie da, um zu tanzen, andererseits spürte ich ein ehrliches Interesse an dem tieferen Vorgängen zwischen ihnen als Paar. Es war ein vorsichtiges Abtasten, das am Ende erstaunlich viel bewegte. Er sprach dann sehr ehrlich aus, was er sich wünschte: cool und erdig tanzen zu können, so dass seine Frau ihn total glücklich anstrahlt! Tango Coaching und Psychologie: Die überraschende Erkenntnis Ich griff das auf: Es schien, als sei das "erdige Laufen" nicht das Zentrale, sondern seine Strategie, seine Frau zum Lächeln zu bringen und glücklich zu machen. Das führte mich zu einer tieferen Frage, sozusagen zur zweiten Schale der Zwiebel: Was steckte dahinter? War es ein echter Wunsch oder eher eine Schutzstrategie für etwas Tieferliegendes? Oberflächlich betrachtet war sein Wunsch verständlich. Aber was verband ER mit einem Lächeln von ihr? Bestätigung, Anerkennung? Das war zumindest meine "Arbeitshypothese" (auch so ein NARM-Begriff), die sich aus meinem konkreten Gefühl für ihn in diesem Moment ergab. Natürlich ist nicht jeder Wunsch nach Anerkennung gleich ein Hinweise auf Defizite - wie alle brauchen Anerkennung. Aber hier vermutete ich eine "Kompensation" als seine untergründig hohe Abhängigkeit von ihrer Bestätigung. Und dies führte zu Partnerschaftsstress . Und dann zu Tango-Stress . Ihre unerwartete Reaktion Und so war es auch: Seine Partnerin war nicht glücklich darüber, dass er sie glücklich machen wollte. Im Gegenteil: Sie hatte das Gefühl, etwas falsch zu machen, weil sie ihn anscheinend nicht genug anlächelte und zufriedene Freude zeigte. Diese gegenseitige unbeabsichtigte Wirkung spiegelte ich ihnen. Zumindest theoretisch könnte sie sich darüber freuen, weil er es ja nur gut mit ihr meint (aus seiner Sicht). Oder sie könnte seine Aussage erst einmal so stehen lassen, weil sie weiß, dass sie ihn ja anlächelt. Sie würde es aber als Kritik an sich selbst auffassen. Was auf eigene ungelöste Themen hinweisen könnte. Ihr schwieriger Moment Als ich auch sie nach ihrem Wunsch fragte überlegte sie lange. Dann meinte sie, das könne sie jetzt nicht sagen. Denn es würde ´"alles kaputt machen" bzw. könnte nach hinten losgehen. Ich erwiderte, das wäre eine zu überprüfende ihre Annahme bzw. Befürchtung. Sicher wissen könne sie es nicht, wenn sie es nicht wagte. Ich fragte, ob sie es hier, in diesem geschützten Setting, mit meiner Unterstützung vielleicht versuchen wolle. Ich betonte, es ginge ja vielleicht weniger darum, was er eventuell mit ihrer Aussage machen könnte. Statt dessen dürfe es für sie ja auch darum gehen auszudrücken, was ihr wichtig ist und zu dem zu stehen, was sie fühlt. Denn vielleicht wolle sie ja die Beziehung aktiv mitgestalten. Der Durchbruch ihrer Wahrheit Sie brauchte einen Moment. Dann äußerte sie: Sie wünsche sich mehr Klarheit und körperliche Präsenz von ihm - etwas, das nur manchmal da ist. Vor allem in meiner Gegenwart. Sie wünschte sich diese Qualität von ihm auch, wenn ich als Coach nicht dabei wäre. Die Verstrickung der Bedürfnisse Diese gegenseitige Offenheit musste von den beiden ersteinmal verarbeitet werden! Beide fühlten sich vom anderen kritisiert. Beide gaben sie sich Mühe sich es dem anderen recht zu machen. Nun zeigte sich, das diese Bemühungen irgendwie nicht genügten. Keiner von beiden schien "es" gut genug machen zu können. Sie erkannte seine Anstrengungen übrigens durchaus an, aber das zu hören, schien seinen Frust eher noch schlimmer zu machen. Die Wendung zur Selbststärkung Mein Fokus war, jeweils den Ausdruck ihres authentisches Selbst zu unterstützen. In dem Fall ihren Mut, im Kontakt miteinander zu sich selbst zu stehen. Ich fragte: Wie ist es für euch, das mal so ehrlich auszusprechen? Zu eurer Wahrheit zu stehen? Ich war neugierig, was nun im Paar geschehen würde und ob die genannten Befürchtungen wirklich eintreten würden. Es ging für sie darum, sich mit der eigenen Wahrheit gegenüber zu stehen, ohne diese gegen sich selbst oder den anderen zu richten. Das war für sie herausfordernd, da Gefühle wie "ich bin nicht genug" oder "es reicht mal wieder nicht" bzw. "ich reiche nicht" aufkamen - damit waren sie beide konfrontiert. Sie erkannten durch das Aussprechen ihre "Projektionen", die Art, wie sie ihre eigenen Befürchtungen im anderen zu sehen glaubten. Der erste Tanz auf neuer Grundlage Nach diesem Prozess wagten sie ihren ersten Tanz - und es war beeindruckend. Plötzlich war die häufige symbiotische Vermischung verschwunden. "Symbiotisch" bedeutet hier eine letztendlich behindernde, abhängige Verschmelzung miteinander. Im NARM würden wir sagen, eine Symbiose aus frühkindlichem Bewusstsein versus einer bewussten, zeitlich begrenzten, gefühlten Verschmelzung zweier erwachsener, eigenständiger Individuen. Plötzlich stand da ein Mann, der viel mehr bei sich war, viel mehr in sich ruhte. Er war innerlich im positiven Sinne nicht mehr darauf fixiert, es ihr recht zu machen und sie zum Strahlen zu bringen - und damit viel mehr ein eigenständiges Gegenüber, das aus sich heraus klare Orientierung gab. Seine Energie war im Becken und Rücken zentriert, ohne dass ich es explizit angesprochen hätte. Er wirkte auf mich aufrecht und sehr männlich. So hatte ich ihn im Tango-Coaching noch nicht erlebt. Die sichtbare Veränderung Seine Körpersprache und Außenwirkung hatten sich fundamental verändert. Plötzlich sah ich einen Mann und eine Frau, zwischen denen ein Raum entstanden war. Es fühlte sich an, als wäre jeder durch das Aussprechen gewachsen, dadurch mehr in seiner Integrität und Selbstermächtigung (dies ist so ein NARM-Begirff aus dem Englischen: "self-empowerment"). Symbolisch gesprochen, standen sie sich wirklich gegenüber, statt in einer unbewussten Abhängigkeit von der Bestätigung des anderen miteinander verschränkt zu sein. Und das, obwohl sie ja in der Tango-Umarmung physisch durchaus verschränkt waren. Als Tango-Coach (diesmal nicht als Therapeutin), bemerkte, das ihr Tango klarer und viel ausdrucksstärker war. Ich sah sieh viel mehr als Mann und Frau miteinander. Es war paradoxerweise eine wesentlich grössere Verbundenheit bei gleichzeitig mehr Raum zwischen ihnen vorhanden - sie "begegneten" und sahen sich wirklich. Das ist für mich Tango! Ich war echt berührt. Seine neue Präsenz Eine richtige männliche Energie ging von ihm aus, wie ich sie noch nie bei ihm gesehen hatte. Sonst war er immer sehr flexibel in seinen Bewegungen, mit viel Swing im Becken, wich irgendwie aus, es gab ablenkende Umwege in der Körpersprache. Das sind Dinge, die mir mit meiner langen Tangoerfahrung sofort auffallen. Früher, wenn er mit richtig viel Energie losgelegt hat, dann ist das über das Ziel hinausgeschossen und sie konnte damit nichts anfangen, konnte das nicht mittanzen, weil er nicht klar genug war und sein Schwung dann eher Probleme bereitet. All das war verschwunden. Der weitere Verlauf der Stunde Die Stunde entwickelte sich weiter in dieser Qualität. Nach jedem Tanz schauten wir, was passierte, wie es sich anfühlte. Ich unterstützte sie darin, die Dinge auszusprechen, zu konfrontieren und sich selbst klar zu machen, was gerade der Unterschied war. Er suchte anfänglich immer wieder die Veränderung im Außen. Er konnte das innere Verändert-Sein zunächst kaum wahrnehmen. So fremd war das für ihn. Aber seine Partnerin erlebte und sah seine Veränderung ganz stark, ebenso wie ich. Sie strahlte! Und sie lief zu Bestform auf. Sie konnte sich nun viel besser tänzerisch einbringen, sich auf Musik und Gestaltung konzentrieren. Was wiederum dazu führte, das er sie mehr spürte und sich mit ihr verbundener fühlte. Er hatte erreicht, das sie happy war. Aber auf einem anderem Weg, als er angenommen hatte. Es war eine echte Sternstunde für die beiden - ich hatte sie noch nie so gut tanzen sehen. #TangoCoaching #TanzUndPsychologie #InnereReise #BeziehungImTango #Selbstreflexion #EmotionImTanz
- Tango und ein Erleben von Würde. Einblick in eine Psychotherapie Stunde mit Tango Elementen
Wie oft erleben wir, dass unser Körper mehr über uns weiß als unser Verstand? Oder dass bewusstes, neugieriges Erforschen von Körperwahrnehmung und Bewegung ein emotionales Erleben ermöglicht, das wir uns im Alltag nicht wirklich vorstellen können bzw. erlauben würden? In dieser Therapiestunde mit den Themen Tango und Aufrichtung erlebte ich einmal mehr, wie wichtig und heilsam es ist, Körperwahrnehmung, Bewegung und das formulieren eines Ich-Satzes an der richtigen Stelle zu wichtigen Einsichten und neuen Möglichkeiten inneren Erlebens führt. In diesem Fall wirkte "einfaches" Tango Gehen im therapeutischen Kontext als Brücke zwischen körperlicher Präsenz und innerer Transformation. Der Ruf nach Verkörperung durch Tango Manchmal weiß unser Körper genau, was wir brauchen. So begann auch diese Session - mit dem intuitiven Wunsch meines Klienten, sich zu bewegen und seinen Körper zu spüren. Ein kleines Erlebnis in einer der früheren Stunden hatte ihn so bewegt, dass er mehr davon erfahren wollte. Das Tango-Laufen, ein Element, das wir in der Vergangenheit nur gestreift hatten, zog ihn magisch an. Die Tiefe hinter seinem Wunsch - die Verbindung von Tango und Psychotherapie macht es möglich Was als einfacher Wunsch nach Bewegung begann, öffnete die Tür zu etwas, wonach er sich schon lange sehnte. In unserem anfänglichen Gespräch kristallisierte sich heraus, was das Tango-Gehen in ihm anrührte: Ein Gefühl von Präsenz und Aufrichtung Das Erleben innerer Würde Eine Form von Erhabenheit Die ungewohnte Erfahrung, ganz bewusst und authentisch Raum einzunehmen Im Alltag waren diese Gefühle für ihn wie verschüttet oder irgendwie verboten. Aber das Tango Gehen hatte ihm schon einmal einen kurzen, kostbaren Moment geschenkt - einen Hauch davon, wer er wirklich sein könnte. Ganz real - nicht nur in seinen heimlichen inneren Traumwelten. Und in der Psychotherapie mit mir fühlte er sich sicher genug, um sich auf unsicheres Terrain einzulassen. Der Körper erinnert sich Was folgte, war ein faszinierender Prozess des Wieder-Entdeckens. Wie ein Körper-Archäologe begab sich mein Klient auf die Suche nach den verschütteten Erinnerungen seiner minimalen früheren Erfahrungen mit Elementen aus Tango Argentino: Die Klarheit aus der Körpermitte Das bewusste Setzen der Füße Eine wachsende innere Größe Die kraftvolle, organische Aufrichtung der Wirbelsäule Mit jedem Schritt wurde sichtbar, wie sich seine Präsenz veränderte. Der Rücken gewann an Spannkraft und Aufrichtung, seine Ausstrahlung wurde kraftvoller, zentrierter. Es war, als würde ein verborgener Teil seines Wesens zum Vorschein kommen. Die Brücke zwischen Körper und Gefühl Interessant war die Beobachtung, wie mühelos er körperliche Empfindungen und Bewegungsdetails wahrnehmen und beschreiben konnte - eine bemerkenswerte Fähigkeit zur Propriozeption. Er konnte aber nicht sagen, wie es ihm mit dem ging, was diese Körperempfindung in ihm auslöste. Also was seine innere Reaktion auf diese Erfahrung ist. Sobald es um die emotionale Ebene und Gefühle ging, um sein inneres Erleben, schien er wie vor einer unsichtbaren Mauer zu stehen. Er hat jedoch die berechtigte Hoffnung, dass wenn er sich Stück für Stück mehr in seinem Körper sicher und zu Hause fühlt, er darüber Zugang zu seinen Gefühlen und Bedürfnissen finden kann. Der Körper wird dann zur Brücke zwischen dem Bekannten und dem unbewussten, wieder zu entdeckenden Potential. Der wichtige Moment der Integration Gegen Ende der Session lud ich ihn ein auszuprobieren, seine erlebte innere Kraft und wahre Größe in Worte zu fassen: "Ich erlaube mir meine ganze Kraft und wahre Größe." Dieser Moment offenbarte ihm eine große innere Schwierigkeit: Die Überwindung, die es ihn kostet, über die Grenze des Gewohnten, vermeintlich Sicheren hinauszugehen. Selbst wenn wir uns danach sehnen, kann das Neuland auch heute noch für unser Nervensystem so bedrohlich wirken wie früher einmal. Der zusammengezogene Bauch, die innere Enge - körperliche Manifestationen alter Erfahrungen, die sich anfühlen wie gegenwärtige Gefahren. Nicht umsonst vermeiden wir auch als Erwachsene noch unbewusst alles, was zutiefst schmerzhafte Erfahrungen früher als Kind an die Oberfläche holen könnte. Die Reaktion unseres Nervensystems macht uns glauben, diese früheren, für ein Kind bedrohlichen Erfahrungen, seien noch heute real. Wachstum an der Grenze Was sich hier zeigte, war der feine Unterschied zwischen körperlichem Spüren und dem Mut, das Gespürte als Teil des eigenen Selbst anzuerkennen. "Ich" zu spüren und zu formulieren in der Gegenwart einer anderen, wenn auch noch so vertrauensvollen Person - darin lag die erfahrbare Transformation. Das verlangt den neuen Schritt der alles entscheidenden Selbstermächtigung - denn das ist im Hier und Jetzt als Erwachsener möglich. An dieser Grenze wird für ihn die dahinter liegende früh erlebte Scham erlebbar und die gefühlte Furcht verständlich. An diesem Punkt kann er wichtige neue Weichen für sich stellen, Heilung und Integration stattfinden. Fazit: Der Weg ist das Ziel Als wir uns verabschiedeten, sah ich in seinen Augen eine neue Ruhe. Er war spürbar präsenter und wirkte deutlich friedlicher. Wichtiger als das Erreichen eines bestimmten Ziels war für ihn die Erkenntnis: Der Körper ist ein kostbarer weiser Freund. Auch wenn sich das nicht immer so anfühlt. Und die Überwindung, diese Erfahrung mit dem Wort ICH laut auszusprechen hat sich für ihn zuerst unterirdisch angefühlt und unerklärlich bedrohlich, aber er hat sich getraut und am Ende festgestellt, dass es ihn nicht umgebracht, sondern ihn sehr gestärkt und entspannt hat. Die Tür zu einem inneren Raum, der lange verschlossen war, hat sich geöffnet. Als Mindful Motion Tango Coach, Tanz- und NARM-Therapeutin sowie Heilpraktikerin für Psychotherapie erfüllt mich diese Arbeit sehr. Mit Hingabe forsche ich daran, die verschiedenen Ansätze zu einer wunderbaren Synthese zusammen fließen zu lassen. Bei jedem Klienten ein wenig anders. Ich bin dankbar für das entgegengebrachte Vertrauen und auch dafür, diese für mich wertvollen Erfahrungen machen zu dürfen und dadurch stetig weiter zu entwickeln. Reflexionsfragen für dich: Wo spürst du in deinem Leben den Ruf nach mehr innerer Aufrichtung? Welche körperlichen Praktiken helfen dir, dich mehr mit dir selbst zu verbinden? Was bedeutet es für dich, deine eigene Größe zu erlauben? #tangoargentino #tangoundpsyche #Körperarbeit #Coaching #TangoTherapie #Embodiment #InnerePräsenz #AchtsamesBewegen #PersonalTransformation #tanztherapie #Würde #Präsenz #Psychotherapie #NARM
- Tango als unbemerkte Selbstsabotage? Warum Authentic Movement MANCHMAL hilfreicher ist
Neulich meldete sich ein neuer Tango-Interessent. Er hat schon ein bisschen Tangoerfahrung und fühlt sich von diesem Tanz sehr berührt. Ihn hatte auf meiner Website mein " Mindful Motion Tango " Ansatz angesprochen. Er wollte sich über den Tango tiefer selbst begegnen. Außerdem hat er gerade ein paar Jahre intensive Psychotherapie hinter sich und findet, das er zwar einiges verstanden hat, aber sich praktisch nicht wirklich etwas verändert hat. Er würde es einfach nicht schaffen, die Dinge auch umzusetzen. Vielleicht könne es ja tatsächlich helfen, auf der Körperebene anzusetzen und darüber Neues zu erfahren - anstatt das nur mit dem Verstand zu versuchen. Tango, um von sich selbst abzulenken? Tango, als Tool der Persönlichkeitsentwicklung, kann auch(erstmal) kontraproduktiv sein, sofern man auf die persönliche Entwicklung schaut. Nach der zweiten Stunde dämmerte mir in den verbalen Reflektionen mit ihm, das er sich selbst ausweicht. Er kann sich komplett um die Partnerin kümmern und alles andere "bedienen", wie Rhythmus, Figuren, Technik, Konventionen, etc. Aber genau das ist sein Muster... Bei sich bleiben, sich erstmal selbst spüren und ausdrücken, Vertrauen in sich finden in Gegenwart eines anderen z.B. über Authentic Movement oder andere tanztherapeutische Tools scheint mir - zumindest erstmal - sinnvoller. Natürlich geht es auch im Tango um Präsenz und eigene Klarheit. Aber bei tiefliegenden Verhaltensmustern, die auf dem impliziten Gedächtnis des Körpers gründen und kognitiv nicht abrufbar sind, ist die alte Reaktionsschiene so automatisch, das man sie nicht so einfach willentlich abstellen kann. Schon garnicht mit dem Kopf. Und oft auch nicht ohne die Hilfe von Außen. Die Umarmung und das Abhängigkeitsverhältnis im Tango rühren zu viel an den unbewussten seelischen Strukturen, die die Erfahrung von sicherem Kontakt UND innerer Eigenständigkeit erschweren. Es kann sein, dass es gut ist, dann erstmal die Wahrnehmung für sich selbst zu stärken, in sich selbst eine Mitte zu finden und Unterstützung für den ganz eigenen Ausdruck und das "so sein" zu bekommen. Ohne Technik. Ohne das "Korsett" des Tangos. Und auch ohne Gehen "zu müssen". Ganz frei. Mit bedingungslosem, unterstützendem Kontakt, den man sich nicht erst "verdienen" muss durch irgendwelche Kompetenzen. Von Tango zu Authentic Movement Ich erzähle ihm also von den Wirkungen und Vorteilen von Authentic Movement und er möchte das gerne ausprobieren. Im Authentic Movement halte ich Beziehung und gebe unterstützende, urteilsfreie Resonanz, die sein Selbsterleben stärkt. Ohne das er dafür erstmal irgendetwas tun muss. Ohne Fremdbestimmung, äußere Reize und Anforderungen in einem geschützten Rahmen sich selbst zu begegnen, ist für den einen erleichternd, entspannend, Energie frei setzend für den anderen vielleicht erstmal sogar beängstigend. Aber die inneren Themen sind ja sowieso da , auch wenn man sie versucht zu vermeiden. Mit Bewusstheit einzutauchen in das was da ist, kann sehr heilsam sein. Erinnerungen an frühe Erfahrungen können neuen Erfahrungen weichen, die der eigenen Sehnsucht folgen und weniger der unbewussten Hemmung oder Furcht alter Konditionierungen. Das Setting Authentic Movement und der Kontakt zu mir, als Begleitende trägt. Und von Authentic Movement zurück zu Tango Für mich ist Tango nur etwas auf später vertagt. Je nach dem, wie sich sein Prozess entwickelt können wir auch je nach Befindlichkeit und Situation beides parallel laufen lassen. Mit mehr grundlegender Sicherheit in sich selbst wird es leichter im Tango präsent zu werden und für den anderen da zu sein, ohne ihn mehr als tangomäßig zu brauchen. Und das kann man dann wunderbar im Tango ausbauen und verfeinern. Also erstmal zum ICH um von dort zum Du , zum WIR und schließlich auch darüber hinaus gelangen.
- Heilsame Tango Herausforderung durch Coaching: Aus Konditionierungen tanzend heraus wachsen. Lernen mit NARM
Hier erfährst du, wie du über Bewusstheit in Körperlichkeit, Bewegung, Tanz & Begegnung aus frühen (mittlerweile wahrscheinlich hinderlich gewordenen) Konditionierungen herauswachsen kannst. Ich habe hier einen Erfahrungsbericht aus meiner Arbeit geschrieben. Diese ist übrigens subtil von meiner aktuellen Ausbildung im Neuroaffektiven Beziehungsmodell (NARM) geprägt. NARM ist eine therapeutische Methode zur Heilung von Entwicklungs- und Bindungstrauma. Eine Intention in meiner Arbeit ist es, meinen Klienten zu helfen, sich ihrer selbst bewusster zu werden und immer besser selbst regulieren zu können. Dadurch steigt ihre Erfahrung von Selbstwirksamkeit - ein ganz wichtiger Aspekt. Sie entwickeln langfristig ein gesünderes Selbstbild, mit all den damit verbundenen positiven Effekten, wie neue und größere Handlungsspielräume sowie längerfristig auch erfüllendere Beziehungen. Ich gehe davon aus, das es nicht nur im Tango zufriedener und glücklicher macht, Konditionierungen, überholte innere Muster und Selbstsabotage aufzulösen. In der Folge ist man weniger angestrengt, denn man muss unbewusst nicht so viel kompensieren. Man tanzt - oder verhält sich ganz allgemein - auf einer neuen, "erwachseneren" Ebene und ist insgesamt entspannter. Hier ein kleiner Einblick, wie dies durch Mindful Motion Tango Coaching gelingen kann. In der Regel nicht in einer Stunde. Es ist ein Prozess. Denn Entwicklung ist nicht linear und braucht Zeit und Übung. Los gehts... Kürzlich hatte ich ein sehr berührendes Mindful Motion Tango Coaching mit einem Paar, das seit einiger Zeit regelmäßig zu mir kommt. Tango tanzen oder lernen könnte so einfach sein, ist aber oft eine Herausforderung Die Stunde begann mit einer unterschwelligen Frustration. Er war nicht in Tangostimmung und etwas deprimiert. Das Eintanzen war holprig und selbst die einfachsten Dinge klappten nicht so gut. Außerdem gab es rhythmische Unstimmigkeiten und Missverständnisse. Ich habe sie schon viel besser tanzen sehen. Woran lag das? Die Falle, alles richtig machen zu wollen oder sich im Anderen zu verlieren Aus meiner Außenperspektive war es klar: Sie war, ohne es überhaupt zu merken, völlig auf ihn ausgerichtet, extrem angepasst im "Alles-richtig-machen-Modus". Dadurch war sie ungewollt gar nicht präsent. Für ihn wie für mich als Außenstehende war sie nicht wahrnehmbar, nicht "sichtbar". Sie versteckte sich unbewusst sozusagen im Kokon des Paares, unter dem Deckmantel des Verstehens und der Erfüllung seiner Führungsimpulse. Sie war sich dessen nicht bewusst, oder hatte sogar das Gefühl, sich darum zu bemühen, genau das nicht zu tun. (Wir sind an dem Thema schon ein paar Stunden dran..) Beide zeigen früh konditionierte Anpassungsleistungen Das ist eine häufig zu beobachtende Verhaltensstruktur, die sich übrigens oft schon in den ersten Lebensjahren etabliert, als eine Art Anpassungsleistung an (gelinde gesagt) suboptimale Umstände in der kindlichen Entwicklung - hat also ursächlich nichts mit Tango zu tun. Wir nennen das umgangssprachlich Konditionierung. Er war körperlich sehr flexibel, locker, zu ausweichend, zu wenig zentriert, aufrecht und präsent... Also auch für sie nicht gut fühlbar als Orientierung in der führenden Rolle! ...Was wiederum verstärkt, dass sie innere Antennen zu ihm ausfährt, um ihn "spüren" und "folgen" zu können. Dadurch verliert sie noch mehr das Gefühl für sich selbst. Ihr Selbstverständnis, seine Führungsfehler, Unklarheiten und Ambivalenzen ganz selbstverständlich zu ihrem eigenen Nachteil auszugleichen, passt zu der Tendenz, sich in der folgenden Rolle von sich selbst zu entfernen. Mehr dazu weiter unten. Partnerschaftlich und gleichberechtigt, nur in unterschiedlichen Rollen Übrigens kennen das viele Frauen in der folgenden Rolle... Und leider wird das meistens gar nicht hinterfragt. Ein riesiges, und wie ich finde, wichtiges Frauenthema, an dem man im Tango wunderbar praktisch arbeiten kann. Du merkst schon, für mich ist Tango absolut partnerschaftlich, also auf Augenhöhe - gleichberechtigt, nur in unterschiedlichen Rollen. Oft lohnt es sich zu klären, wie die Beteiligten diese Rollen innerlich interpretieren und was das für sie praktisch bedeutet! Hier im Detail darauf einzugehen, was das alles ganz konkret bedeutet, würde den Rahmen dieses Beitrags bei weitem sprengen. Aber es regt vielleicht schon mal dazu an, das eigene Mindset diesbezüglich ganz ehrlich zu überprüfen und zu hinterfragen. Du kannst für Dich als Folgende im Tango gerne mal in dich hinein fühlen, inwieweit Du es Dir erlaubst, für Deinen Partner eine Herausforderung zu sein und z.B. seine Ungenauigkeiten nicht zu Deinen Ungunsten zu kaschieren und auszugleichen. Wenn Du nicht weißt, was das bedeutet, wie das geht oder Dir nicht bewusst ist, dass Du das vielleicht tust - weißt Du ja, wo Du mich findest... Tango im Kontext von Entwicklungstrauma - unterstützt durch die NARM Perspektive Ohne es zu merken, hat da ein sehr altes Verhaltensmuster "eingerastet". In NARM nennen wir so etwas eine adaptive Überlebensstruktur. Ein Beispiel für solch eine Überlebensstrategie ist beispielsweise, sich mit eigenen Impulsen zurückzunehmen und an den anderen anzupassen. Ursprünglich geschieht dies, um den Kontakt zu den Bezugspersonen zu sichern, der für das völlig abhängige Baby/Kind absolut überlebensnotwendig ist. Das geschieht aber auf Kosten der eigenen Authentizität. Es behindert es ein gesundes Selbstgefühl, selbstwirksames Verhalten und gelingende Beziehungen später im Erwachsenenalter. Seine früh erlernte Struktur, möglichst flexibel, ausweichend und beweglich zu sein, ist das Gegenstück dazu, was sich in seiner Haltung und seinen sich wiederholenden Bewegungsmustern zeigt. Das unbewusste Vermeiden von körperlicher Klarheit, Stabilität, Präsenz und auch seiner wahren Körpergröße trugen dazu bei, dass sie ihn gleichsam mit feinen Antennen innerlich suchen musste. Suboptimale Kontaktsuche über die alten Strukturen Aber auch er versuchte, sie auf seine Weise mit seinen früh erlernten unbewussten Strukturen zu erspüren und fühlte sich insgeheim etwas einsam und dadurch unterschwellig unmotiviert. Sein Muster ist, wie übrigens bei vielen anderen auch, dieses Gefühl durch erhöhte Aktivität zu kompensieren. Dies geschieht jedoch ebenso auf Kosten von Präsenz, Zentriertheit, Klarheit und Verbindung. Dadurch wird es natürlich schwierig für sie, sich auf ihre eigenen Fähigkeiten und Werte im Tango zu konzentrieren, wie z.B. ihre Achse, Technik, ihre Präsenz und Klarheit, ihren Ausdruck und ihr Gefühl für die Musik, sich selbst sowie die emotionale Verbindung zu ihm. Stattdessen gleicht sie seine Unklarheit mit grossem Selbstverständnis aus, obwohl sie sich dabei unwohl fühlt. Der Körper und seine Eigendynamik Ihre Frustration: Sie fühlte das in dem Moment gar nicht so! Ihr Körper hat da eine Eigendynamik, die sich ihrer Wahrnehmung entzieht. Das ist vor allem bei bereits früh erlernten Bewältigungsstrukturen der Fall. Sie sind im impliziten Körpergedächtnis gespeichert und entziehen sich zunächst dem bewussten Zugriff. Es ist eine unbewußt inszenierte Neuauflage der Vergangenheit - die dadurch die Chance der Bewusstwerdung und Veränderung in sich trägt. Über Mindful Motion Tango adaptive Überlebensstrukturen erkennen und heilsam verändern Beide sind also unbewusst gefangen in alten, früh erlernten Konditionierungen, die sich im Körper, in der Haltung, in der Bewegung und im Kontakt zeigen. In unserem Körper mit seinen Haltungs- und Bewegungsmustern spiegeln sich immer auch unsere Konditionierungen aus den ersten 4-5 Lebensjahren, aus unserer Geburt und sogar aus der Zeit im Mutterleib. Man nennt es implizites Wissen, das sich im Körper manifestiert und spürbar ist und dem bewussten kognitiven Verstand nicht direkt zugänglich ist. Das tanzt also irgendwie immer mit. Die gute Nachricht ist, dass man damit wunderbar arbeiten kann, auch ohne es zu verstehen und in den früh gemachten schmerzhaften Erfahrungen zu wühlen! Veränderung ist immer möglich und es ist wunderbar unpathologisch, z.B. mit Tango das eigene Potential zu erweitern, ungesunde innere Strukturen zu verlernen und bewusst neu zu lernen. Von fremdbestimmt zu selbstbestimmter Kooperation Die beschriebene Situation war für beide frustrierend, aber sie ermöglichte auch einen Quantensprung! Beide übten sich darin, sich zu zentrieren, Klarheit, Selbstwahrnehmung, saubere Technik und Selbstregulation in den Körper zu bringen. Sie erarbeiteten sich mehr Verantwortung für ihren jeweils eigenen Tanz, um auf dieser Basis partnerschaftlich und auf Augenhöhe einen gemeinsamen Tanz zu kreieren. Tango lernen durch unterstützendes Coaching - auch für mehr Freude und Verbindung als Mann und Frau Am Ende strahlten sie. Und ich auch. Ich sah sie plötzlich als Mann und Frau, als Paar. Ich sah förmlich das Herz des Tangos schlagen. Doch die Wege dorthin und die Gründe dafür sind eben manchmal anders, als die Beteiligten denken. Manchmal braucht man zum Tango Lernen - und vor allem um frühe Konditionierungen zu entschärfen - einfach Unterstützung durch kompetentes Coaching von außen. Dann ist es auch möglich, tiefe unbewusste Strukturen, die man selbst nicht immer so leicht wahrnehmen und auch beeinflussen kann, zu verändern. Sie hatte zwar bereits ernsthaft und wiuderholt versucht, das umzusetzen, was ich ihr erklärt hatte, aber erst durch den ständigen, geduldigen und konsequenten Input von mir, das konsquente Üben und das zeitgleiche Feedback beim Tanzen hat sie eine für sie mutige und extreme Veränderung geschafft. Genau wie er. Mein tiefes Zutrauen, das sie das hinbekommen, sowie das beharrliche Spiegeln, Erinnern und Ermutigen hat ihnen zum Durchbruch verholfen. Und zu ihrem Erstaunen fühlte sich genau das richtig gut an, wogegen sich der Körper zunächst sträubte, weil es ihm so fremd war.
- Erfahrungsbericht - Heilsame Verbindung von NARM, meditativen Elementen, Authentic Movement, Gespräch & Tanz in Coaching und Therapie.
Vielleicht kennst du ja das Gefühl, nicht immer authentisch du selbst zu sein? Sei es, weil du dich durch gesellschaftliche Zwänge und Erwartungen, belastende Lebenssituationen oder negative Denk- und Glaubensmuster eingeengt und unfrei fühlst? Ich kenne das auch. Ich verstehe aus meiner eigenen Geschichte heraus sehr gut, wenn Klienten mir berichten, wie anstrengend und kraftraubend sie es erleben, eine Rolle zu erfüllen, die nicht der eigenen Persönlichkeit entspricht. Sei es im Beruf, in Beziehungen oder wo auch immer. Oft reicht eine rein intellektuelle, kognitive Einsicht alleine nicht aus, um aus diesen Mustern langfristig auszubrechen. Es braucht einen tieferen Prozess, der Körper, Geist und Seele mit einbezieht. Genau das ist mein Ansatz. Synthese von Tanz, Körperwahrnehmung, Atem, NARM, Authentic Movement, Bewegung, freiem Tanz, Mindful Motion Tango und obertonreichen Klängen in Coaching und Therapie Ein Ansatz, der Körperwahrnehmung, Ausdruck, Bewegung, Tanz, die gesprächsbasierte psychotherapeutische Methode NARM * - sowie Authentic Movement, Mindful Motion Tango oder auch obertonreiche Klänge einbezieht. ( *NARM Neuroassociative Relational Method: bei Folgen von Entwicklungs- und Bindungstrauma. **Authentic Movement : eine Art bewegter Meditation im Verbindung mit einem äußeren "Zeugen") All das kann im laufenden Coaching- oder Therapie-Prozess organisch miteinander verwoben werden, ganz nach Situation, Wunsch und Bedarf. Psychotherapie und Coaching können nicht nur tiefgreifend und transformierend, sondern auch durchaus spannend, inspirierend und erfüllend sein... Wie kann man sich das nun konkret vorstellen und vielleicht nachempfinden? Wie einige dieser Ansätze sich spontan verweben und gegenseitig bereichern können, möchte ich hier praktisch anhand einer Stunde mit einem Klienten meiner schildern. Erfahrungsbericht aus der 3. gemeinsamen Stunde: ein spirituell und tantrisch erfahrener Mann Mein Klient ist ein spirituell interessierter und tantrisch erfahrener Mann Anfang 60, der sich seit einiger Zeit auf dem Weg der Persönlichkeitsentwicklung und Selbsterfahrung befindet. Er ist aufgeschlossen für meine Methoden und begeistert von seinen intensiven Gong- und Klangerfahrungen. Freier Ausdruck und Tanz sind ihm ebenso vertraut wie verschiedene Meditationsformen und reflektierende, hinterfragende Gespräche. Auf dieser Basis ergab sich in der im Folgenden geschilderten Stunde eine in diesem speziellen Moment für ihn geeignete Kombination aus Gespräch, Körperwahrnehmung, Meditation, Atem, Authentic Movement und explorativem NARM-Gespräch wie von selbst. U nbewusste Körperhaltung aufgreifen Zu Beginn der Sitzung beobachtete ich während unseres Gesprächs aufmerksam seine Körpersprache, die unbewusste, erlernte Haltungsmuster widerspiegelte. Sein Kopf und Hals schienen nach oben gezogen zu sein, als wolle er sich vom Körper lösen und ins Universum entschweben. Währenddessen zeigte sein Brust- und Solarplexusbereich eine übertriebene Aufrichtung und eine gehaltene Spannung. Bewusste Berührung und Aufmerksamkeit lässt den inneren Panzer schmelzen Ich legte sanft meine Hand auf sein unteres Brustbein und den Solarplexus. Durch die Einladung, dorthin zu spüren, wurde ihm bewusst, wie viel er dort festhielt und wie anstrengend sich diese Panzerung für ihn anfühlte. Durch die Berührung an dieser Stelle konnte er spürbar loslassen und weicher werden. Das empfand er als sehr entlastend. Interessanterweise senkte sich dadurch auch sein Kinn und darüber sein ganzer Kopf. Er entspannte sich immer mehr und merkte, wie viel Energie er unbewusst ständig für das Anheben und Aufrichten aufwendete. Er spürte nun verstärkt, wie sehr er sich eigentlich danach sehnte, weicher zu werden, "einfach" er selbst zu sein und mehr in sich zu ruhen. Ein gefühlt sicherer Kontakt Er spürte, dass ich ihn gerade mit all dem sah und fühlte, und dass es kein Problem war, so zu sein, wie er war. Dadurch wuchs sein Vertrauen im Kontakt mit mir. Er wurde ungeschützter im positiven Sinn - ohne diesen selbstverständlichen Muskelpanzer fühlte er sich entspannter, freier, offener und richtig neugierig, innere Räume weiter zu erforschen. Während des Gesprächs im Körper verankert bleiben Im weiteren Gespräch über seine zentralen Themen lud ich ihn immer wieder ein, nicht nur kognitiv verbal zu bleiben, sondern auch körperlich wahrzunehmen, was seine oder meine Worte in ihm auslösten und was er innerlich erlebte. In einem längeren Moment der Stille, in dem er die Augen schloss und bewusst seinem Atem folgte, bemerkte ich subtile spontane Bewegungen in seinem Körper. Ich griff diese direkt auf und bot ihm an, seiner körperlichen Selbstwahrnehmung und seinen Bewegungsimpulsen in einer ersten Authentic Movement Session zu folgen. Das klang gut für ihn, er war bereit. Einführung in das Ritual Authentic Movement Ich erklärte ihm das Wesentliche des Rituals Authentic Movement - mit geschlossenen Augen inneren Impulsen zu folgen - sich sozusagen von innen heraus frei in die Bewegungen und den Raum hinein auszudehnen. Ich erklärte ihm, er könne sich frei entwickeln lassen, was innerlich auftaucht. Er müsse das kognitiv weder verstehen noch bewerten, er könne einfach beobachten was von sich aus geschehen mag. Es können alle erdenklichen Haltungen, Bewegungen und auch Klänge entstehen. Es gibt kein richtig oder falsch. Eine bewusste Distanzierung von Erwartungen, Gewohnheiten, Bewertungen und Zensierungen ermöglicht oft den Zugang zu verborgenen Schichten der Seele und zu tiefen spirituellen Erfahrungen. Die Kunst besteht darin, präsent und aufmerksam zu sein für feine innere Regungen und dem zu folgen, was sich ereignen will. Es ist Übungssache, das gewohnte kontrollierende Ich beiseite treten zu lassen, um mit einer innewohnenden Wahrheit und Intelligenz oder wie auch immer man es nennen will, in Kontakt zu kommen. Als äußere Zeugin bin ich innerlich präsent und nehme wahr, was in mir geschieht, während ich sozusagen mit dem Herzen schaue und ihn innerlich begleite. Meine Wahrnehmung und mein Erleben biete ich später eventuell im Gespräch als Unterstützung an. Von traumatischem Ausgeliefert sein hin zu Selbstwirksamkeit und Selbstermächtigung Innerhalb kürzester Zeit (wir hatten für den Anfang nur 3 Minuten vereinbart!) wurden intensive Körperwahrnehmungen und Emotionen deutlich, die sich in intensiven Bewegungen und speziellen Haltungen ausdrückten. Frühe traumatische Erlebnisse kamen auf eine Weise an die Oberfläche, it der er gut umgehen konnte. Endlich schaffte er es, sich seinen Raum zu erobern und seine Grenzen verteidigen, was ihm in jungen Jahren nicht möglich war. Er fand nun mit Anfang 60 sein unmissverständliches NEIN! Er erlebte den befreienden Moment der Selbstermächtigung und Selbstwirksamkeit (Du bist nicht sicher , was das ist? Dazu werde ich an anderer Stelle noch etwas schreiben.) Worte für das Erlebte finden, sich selbst bezeugen Er war zutiefst dankbar für diese Erfahrung und erforschte nun im Nachhinein im Gespräch seinen Prozess, indem er gefühlt möglichst die passendsten beschreibenden Worte dafür fand. Das ist wie Worte genau "schmecken". Ein gleichzeitiges inneres abgleichen beim Aussprechen, ob die Wortwahl wirklich das Erleben wiederspiegelt. Dieses nuancierte Abgleichen ermöglicht eine innere Vertiefung und Klärung dessen, was WIRKLICH erlebt und empfunden wurde. Das kann einen wichtigen Unterschied machen! ...und, wenn das sehr schwer fällt, zudem vorhandene kognitive Strukturen offenbaren, die unbewusst benutzt werden, um bestimmte Gefühle zu vermeiden oder ein bestimmtes Selbstbild zu pflegen. Er versetzte sich also mit geschlossenen Augen zurück in den Moment, den er gerade beschrieb, und verbalisierte seine Erfahrung. Sofern möglich, ohne sie im Nachhinein durch Interpretationen oder anderes zu verändern und damit zu verfälschen. Er bezeugte sich sozusagen selbst und ich unterstütze ihn mit verbaler Hilfestellung. Ich bot ihm anschließend auch meine Erfahrung beim Schauen und mein inneres dabei Erleben an. Es berührte ihn und half ihm sehr, sich gesehen und gefühlt zu fühlen. Die Bedeutung des gesehen und bezeugt werdens Das kann sehr wichtig sein. Ich war ja Zeugin des Prozesses... Das Gesehen werden gibt dem inneren Erleben des Klienten noch mehr Realität und Bedeutung. Wir sind alle Beziehungswesen und brauchen für unsere Entwicklung und psychische Gesundheit den möglichst UNVERZERRTEN Spiegel eines anderen um ein unverzerrtes Bild von uns selbst zu entwickeln. Ganz besonders, wenn die Kindheit entwicklungstraumatisch geprägt war. Und das ist leider viel häufiger der Fall, als die meisten vermuten. Heilsamer Synergieeffekt Mir wurde erneut bewusst, welche inneren Kräfte freigesetzt werden können, wenn Körperwahrnehmung, Meditation, freier Körperausdruck, bewusste Bewegung, Kontakt und Gespräch ineinander fließen und einen synergistischen Effekt erzeugen. Im besten Fall können vernachlässigte, vergessene, verdrängte und abgespaltene Seelenanteile anerkannt und integriert werden. So können alte Wunden anfangen, zu heilen. In der Regel passiert das nicht in einer Stunde, denn reine Erkenntnisse mögen schnell sein, aber nachhaltige Entwicklung ist nicht linear, sondern ein Prozess, der Zeit und eventuell auch Umwege braucht, die man manchmal erst im Nachgang versteht. Sicher genug, um sich ganz einzulassen An dieser Stunde kann man gut sehen, wie Themen über den Körper zugänglich und transformiert werden können, wenn sich der Raum und der therapeutische Kontakt für den Klienten sicher genug anfühlt. Authentischer Kontakt auf Augenhöhe Es ist elementar, eine tragfähige, vertrauensvolle und authentische Verbindung aufzubauen. Authentisch meint hier für mich, das ich auf Augenhöhe als Rotraut auftauche, persönlich spürbar bin, mich nicht hinter der funktionalen Rolle "verstecke" und ehrliches Interesse aufbringe. Erweitertes Bewusstsein und Einheitserfahrungen In dieser Synthese, mit der ich gerne arbeite und die ich unter dem Namen Mindful Motion zusammenfasse, entstehen durch sanfte Übergänge in erweitertes Bewusstsein auch Einheitserfahrungen, tiefe Verbundenheit mit dem Leben an sich, sowie Vertrauen in die Intelligenz des zellulären Körperwissens - einem Tor für spirituelle Erfahrungen.
- Was bedeutet Mindful Motion? Ein Name für die heilsame Arbeit mit Embodiment
In welchem Sinne ich die Worte Mindful und Motion benutze Mindful steht für bewusst und achtsam. Motion bedeutet, anders als das Wort "movement", nicht nur körperliche, sondern auch innere Bewegung. Dies können Gefühle sein, Emotionen, Gedanken, Affekte, Körperempfindungen oder anderes. Einer körperlichen Bewegung geht meist eine innerliche Bewegung voraus, bzw. ist von einer inneren Bewegung begleitet. Auch Worte sind meist Ausdruck einer inneren Bewegung. (Es sei denn man rezitiert auswendig Gelerntes wie für eine Prüfung oder liest aus einem Buch vor.) Auf Tanz bezogen geht es in Mindful Motion also daher nicht um eine spezifische antrainierte Ästhetik wie zB im klassischen Ballett, sondern um den spontanen Ausdruck authentischen Seins. Eine Bewegung, die im Inneren beginnt und sich über den Körper in den Raum hinein ausdehnt - zB als Wort, körperliche Bewegung, Tanz, Klang oder auch Berührung. (Daraus hat sich übrigens vor über einem ganzen Jahrhundert der Ausdruckstanz entwickelt und das war wiederum die Basis der Tanz- und Ausdruckstherapie.) Mindful Motion begreift Bewegung als spontanen Ausdruck des Lebens und folgt bewusst auch ganz zarten, versteckten Spuren von Lebendigkeit - und damit auch der uns Menschen innewohnenden Hinbewegung zu Gesundheit, Ganzheit und Heilung. Mindful Motion hilft, intuitive Körperintelligenz zu vertiefen und eigene Heilkräfte zu nähren. Dabei kann sich die individuelle Kreativität und Eigenart, und damit der Zugang zur eigenen inneren Quelle und Vertrauen in eine innewohnende Schöpferkraft immer mehr entwickeln. Der eigene Ausdruck findet ein sicheres Fundament, kann sich verfeinern und erweitern. Mindful Motion ist der Faden, der folgende Ansätze harmonisch miteinander verwebt: Bewegung, Tanz und spontaner Ausdruck im Allgemeinen insbesondere Authentic Movement, aber auch Mindful Motion Tango Erkundendes, reflektierendes und integrierendes Gespräch NARM (eine therapeutische Methode zur Heilung und Integration der Folgen von seelischen Kindheitswunden) Neurogenes Zittern stille und bewegte Meditation mit und ohne zeremoniellen Rohkakao intensive obertonreiche Live-Klänge Was du in Mindful Motion praktizieren kannst Präsent zu sein im Hier und Jetzt - sowohl innerlich als auch äußerlich. Das heißt, die eigenen Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen bewusst wahrzunehmen. In Kontakt zu kommen mit dem, was in dir selbst gerade authentisch und lebendig ist. Dem Raum zu geben, es auszudrücken, in Bewegung umzusetzen, in Kontakt zu bringen und Worte dafür zu finden. Die Verbindung zwischen innerem Erleben und äußerem Ausdruck (wie auch das, was dich daran hindert). Dadurch schulst du Achtsamkeit und Bewusstheit - sowohl in Stille und Gespräch, als auch in Bewegung und Begegnung. Ein Bewusstsein dafür, wann, wie, warum und wodurch du aus dem Kontakt gehst und die Verbindung nach innen bzw. aussen abreisst. Dadurch kannst du erforschen, was es dir möglich macht, diese Verbindung immer wieder herzustellen. Welche vielfältigen positiven Auswirkungen Mindful Motion haben kann Verbesserung von Körperwahrnehmung und Bewegungskoordination mehr Gelassenheit, Präsenz und Mut zu Authentizität im Alltag gesteigertes Wohlbefinden durch den Abbau von Stress und Anspannung vertieftes Selbstverständnis und klarere Kommunikation der eigenen Bedürfnisse mehr Freude, Lebendigkeit, Kreativität und Beziehungsfähigkeit Vertrauen in die Weisheit und Intelligenz des Körpers - und des Lebens an sich Diese auf Bewusstsein und Bewegung beruhende Praxis und innere Haltung durchströmt meine ganze Arbeit. Sie ist für dich erfahrbar und wirksam im Kontext von Selbsterfahrung, Coaching, Tanz, Tanztherapie oder Psychotherapie. Insgesamt hat diese Praxis von Embodiment eine integrierende, bewusstseinserweiternde und sehr heilsame Wirkung.
- Der Atem im Tango bei Stress & Trauma
Ein Einblick in meine Arbeit. Muss man (beim Tango tanzen) atmen? Ja! Ok, das war natürlich ein Scherz... es geht natürlich eher um das Wie als um das Ob.. Den Atem "vergessen"? Nicht nur beim Tango vergessen wir das so oft. Zumindest wird das "richtige", bzw. für die Situation hilfreiche, Atmen sowie seine unmittelbare Wirkung auf Körper und Psyche völlig unterschätzt. Das Bewusstsein und die Achtsamkeit liegt in der Regel einfach nicht darauf. Es ist eine Hintergrundaktivität, die alte Verhaltensmuster und antrainierte Gewohnheiten von Körper und Psyche wiederspiegelt und auch verstärkt. Zum Beispiel Anspannung. Oder, unbewusste Angst sich zu zeigen und Nähe zuzulassen. Was heißt hier "richtiges Atmen"? Ich meine in diesem Fall ein Atmen, das die Entspannung unterstützt, ein Atmen, das einen wegführt von innerem Druck, Verkrampfung und psychischen Altlasten. Ein Atmen, das u.a. Entspannung, Präsenz, Wohlgefühl, erfüllendes Miteinander und innere Freiheit ermöglicht. Geht das? Und wie arbeite ich damit im Coachingprozess? (Übrigens nicht nur im Kontext von Tango, sondern jde nach Bedarf auch bei anderen Bewegungsformen, in Klangsessions, Meditation, Gespräch oder Sonstigem.) Coaching Einblick zu Atem bei Tango, Trauma, Stress Beim Mindful Motion Tango Coaching fiel mir letztens sehr stark auf, wie mein Kunde (nennen wir ihn Johann) sehr schnell und flach atmete. Ich sprach ihn direkt darauf an und lud ihn ein, mit mir darüber ins Gespräch zu kommen. Ich erzählte ihm auch von meinen eigenen Erfahrungen mit Stress- bzw. Trauma bedingter bedingter Kurzatmigkeit. Johann öffnete sich nach und nach, erwähnte Kindheitstraumata, sowie die Schwierigkeit, zur Ruhe zu kommen, sich selbst zu spüren und seine Unfähigkeit zur Selbstliebe. Er war sehr berührt, mal darüber sprechen zu können. Er hatte Tränen der Erleichterung in den Augen, weil dieser permanente innere Druck, den er gewohnt war innerlich auszuhalten, gerade mal ein Ventil fand und warmherzige Anteilnahme erfuhr. Was machte ihm Schwierigkeiten? Insgesamt schauten wir uns dann an, was ihm Schwierigkeiten bereitete (eine lange Liste, die sich aus dem Gespräch und der physischen Bestandsaufnahme zum Atmen ergab): Flaches, schnelles Atmen im Brustbereich Verkrampftes Zwerchfell, eingeschränkte Atmung und Dehnfähigkeit Hohe generelle Anspannung und Kontrolle über sich selbst Gefühl, sich ständig nach außen hin beweisen zu müssen, Perfektionismus, sich immer toll, stark oder verständnisvoll anderen gegenüber präsentieren zu müssen Schwierigkeit, Zugang zu seinen Gefühlen zu finden und sich selbst wahrzunehmen Tendenz, eine antrainierte Maske/Fassade nach außen aufrecht zu erhalten Unfähigkeit, wirklich locker und entspannt im Moment zu sein Fehlende körperliche und emotionale Präsenz und Offenheit Schwierigkeit, als Führender im Tango eindeutige Signale zu senden Schwierigkeiten, runterzufahren und sich innerlich zu entspannen Kindheitstraumata innere Leere, die mit Aktionismus kompensiert wird Mindful Motion Tango als alternative Tanz- oder Psychotherapie? Wir hatten keine Psychotherapie vereinbart, sondern Tango-Coaching. Oft ist ein Eintauchen in die Vergangenheit und das Aufarbeiten im Gespräch bei entwicklungstraumatischem Hintergrund auch gar nicht angezeigt, da dadurch das Nervensystem wieder in die alten Überlebensstrukturen eintaucht und eher darin verstärkt wird. Ich nehme das Tango-Coaching selber als wunderbares Werkzeug der Bewusstwerdung UND der praktischen Übung von Veränderung, hier verbunden mit bewusstem Atem. Es ist nicht nötig zu pathologisieren und in der Vergangenheit zu kramen. Letztlich geht es darum, nachhaltige Veränderung zu initiieren und Heilung zu ermöglichen. Dafür braucht es bewusste Körperwahrnehmung, unterstützenden, sicheren Kontakt, die Verbesserung von konkreten Bewegungs- und Haltungsmustern, sowie das Kennenlernen und Erweitern von Handlungsspielräumen. Atmen kann man üben Gemeinsam erprobten wir eine spezielle Atemtechnik - zweimal tief und kräftig in den Bauch einatmen und das Zwerchfell nach unten dehnen, dann betont langsam und lange wieder in den Bauch ausatmen. Da sein Zwerchfell sehr verkrampft war, fiel ihm dies zunächst schwer. Doch schon allein die Konzentration auf den Atemweg zeigte eine positive Wirkung. Dieser Atem wurde Hausaufgabe für den Alltag. Für die Tangopraxis schlug ich ihm vor, das Ausatmen so weit wie möglich zu verlangsamen und sehr zu vertiefen - möglichst bis tief ins Becken zu lenken. Der Einatem schlicht, unangestrengt und für ihn gefühlt nebensächlich. Eine grosse, doch sehr beruhigend wirkende Herausforderung für ihn. Unterstützende Suggestionen während des Tangos Um den Fokus weiter auf den Körper und den Moment zu lenken und beim Tango zu bleiben, gingen wir in Umarmung einfache Schritte im Raum. Ich ermutigte Johann dabei zusätzlich, sich immer wieder zu erlauben, sich selbst einfach nur wohlzufühlen und den Bewegungsfluss zu geniessen, ohne den Anspruch, irgendetwas zu leisten oder zu erreichen. (Männer haben beim Tango Argentino oft einen ungeheuren Leistungsdruck, und bemühen sich, besonders männlich, kraftvoll, elegant oder virtuos zu.) Den nahm ich ihm komplett und führte ihn sozusagen vom Tun zum Sein. Jetzt und Hier anzukommen in. sich selbst. Ein wichtiger Punkt. Bereits dieses einfache Vorgehen der Atem- und Selbstwahrnehmung während des gemeinsamen Gehens in Umarmung führte zu deutlichen Veränderungen der Haltungs-, Atem- und Bewegungsmuster. Johann wirkte zunehmend entspannt, gegenwärtig, stabil und mehr im Kontakt. Ich unterstützte ihn immer wieder während unserer einfachen, gelaufenen Tänze mit : "Erlaube dir Dich selbst und den Kontakt einfach zu geniessen", "Spüre Dich in deinem Körper" oder "Du musst hier nichts beweisen", "Es gibt kein Ziel, das Du erreichen musst." Entspannung und Kontakt Das tat ihm unglaublich gut und er entspannte sich zusehends. Das war für ihn eine ganz neue Erfahrung und berührte ihn sehr. Auch ich hatte ihn so noch nie erlebt beim Tanzen und der Effekt war, das ich mich beim Tanzen mit ihm ebenso viel wohler und auch verbundener mit ihm fühlte. Der Tanz wurde persönlicher, menschlicher, wärmer, weicher, einfühlsamer. Und die Aussicht, das Frauen sich oft genau das wünschten im Tango, motivierte ihn zusätzlich. Am Ende der Stunde waren wir beide erfüllt von diesem heilsamen Prozess. Gemeinsames ruhiges Atmen, verstärkt durch den physischen Kontakt in der Umarmung und das gemeinsame synchrone Gehen im Rhythmus der Musik, bringt Menschen tief zu sich selbst und auch in tiefere Verbindung miteinander. Lektion: Atem und Achtsamkeit Mit Atem- und bewusste Körperwahrnehmung im Tango-Coaching kann oft eine Ebene berührt werden, die über reine Tanztechnik und "Äußerlichkeiten" hinausgeht. Gerade Menschen mit Traumata, Selbstwertproblemen oder Burnout können so über Bewegung, Tanz und Kontakt neue Zugänge zu sich selbst finden. Es ist auch eine Art Achtsamkeitstraining während des Tanzens: nämlich sein Bewusstsein "in den Körper zu gießen", und sich darüber bewusst zu werden, was der Körper eigentlich so spürt und macht. Da gibt es sogar von Buddha eine berühmte Sutra, die das Prinzip am Beispiel des Atmens zum Ausdruck bringt: Wenn er einen langen Atemzug einatmet, weiß er, dass er einen langen Atemzug einatmet; wenn er einen langen Atemzug ausatmet, weiß er, dass er einen langen Atemzug ausatmet. Wenn er einen kurzen Atemzug einatmet, weiß er, dass er einen kurzen Atemzug einatmet; wenn er einen kurzen Atemzug ausatmet, weiß er, dass er einen kurzen Atemzug ausatmet. (Ānāpānasati Sutta zitiert in Yates (Culadasa) & Immergut, 2017, S. 146) Natürlich geht es dabei nicht nur um das Atmen: es ist dasselbe mit vielen Körperhaltungen, Bewegungen und -funktionen. Ich freue mich darauf, diesen Ansatz weiterzuentwickeln und damit Menschen auf ihrem Heilungsweg zu begleiten. Egal, ob es sich nun um Tango Argentino handelt oder anderes.
- Anti-Stress Atmen hilft Sondereinsatzkommandos, Yogis und mir - Dir auch?
Mir half dieses kurze Video dabei, mich wieder an eine bestimmte Atemtechnik zu erinnern, und sie auch zu praktizieren. Vor allem, wenn ich gerade in Stress gerate (zu oft!). Allerdings habe ich sie für mich etwas individualisiert und atme gerne noch viel länger aus. Und ich minimiere auch gerne die Einatempause. Vielleicht hilft es Dir auch... Probier es einfach mal aus. https://www.youtube.com/watch?v=y9jbHCRq9Ho/ Atmen wie die Yogis Eigentlich kommt diese Technik aus Tibet - es ist ein Teil der "Tummo" Übungen. Dort wird es "Vasenatmen" genannt. Sie wird Vasenatmung genannt, weil es darum geht, den Atem nach einem tiefen Einatmen anzuhalten und ihn "durch Schlucken" in den Bauch zu drücken (der sich dann zunächst vorwölbt), und zwar so, dass im Bauch- und Zwerchfellbereich eine "Behälterform", d.h. eine "Vasenform" entsteht Man muss allerdings nicht unbedingt den Bauch vorwölben... und In der hier gezeigten Version wird langsam ausgeatment. Atmen wie das Sondereinsatz-Kommando James Nestor, in seinem Buch "Atmen" nennt diese Atemtechnik "Kastenatmen". Es ist funktional das gleiche wie "Vasenatmen", aber es ist explizit als Anti-Stress Atmen gedacht Kampfschwimmer der Navy Seals (US Version unseres SEK) bewahren sich mit dieser Technik in angespannten Situationen ihre Ruhe und Konzentration. Sie ist ganz einfach. Atmen Sie ein, halten Sie die Luft an, atmen Sie aus, halten Sie die Luft an, atmen Sie wieder ein und zählen dabei jeweils bis vier. Wiederholen. Längeres Ausatmen führt zu einer stärkeren Reaktion des Parasympathikus. Eine Variante der Kastenatmung, mit der man vor dem Einschlafen den Körper besser entspannen kann, geht so: Atmen Sie ein und zählen dabei bis vier; halten Sie die Luft an und zählen dabei bis vier; atmen Sie aus und zählen dabei bis sechs; halten Sie die Luft an und zählen dabei bis zwei. Wiederholen. Versuchen Sie mindestens sechs Durchgänge, wenn möglich mehr. Das Prinzip: Einatmen/Halten/Lange ausAtmen Was ist eigentlich das "Geheimnis" hier? Es is das lange Ausatmen, und dessen Effekt auf zwei Dinge: Effekt 1: Das Herz schlägt ruhiger beim Ausatmen Das Herz schlägt in der Regel langsamer während der Ausatmung. Dies wird als Respiratorische Sinusarrhythmie (RSA) bezeichnet und ist ein normaler physiologischer Prozess. RSA bezieht sich auf die Variation der Herzfrequenz, die mit der Atmung in Verbindung steht. Während der Einatmung erhöht sich der Sympathikus, der Teil des autonomen Nervensystems, der für "Kampf-Flucht-Erstarrungs"-Reaktionen verantwortlich ist. Dies führt zu einer beschleunigten Herzfrequenz. Während der Ausatmung hingegen überwiegt der Parasympathikus, der für "Ruhen-Regenerieren-Verdauen"-Aktivitäten zuständig ist. Der Parasympathikus sendet Signale an das Herz, um die Herzfrequenz zu verlangsamen. Dieser Prozess dient dazu, den Blutdruck zu regulieren und die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff effizienter zu gestalten, indem der Herzschlag mit der Atmung synchronisiert wird. Grund 2: Meditation und Aktivieren des zentralen Vagusnervs Jetzt wird es etwas komplizierter. Der folgende Text stammt aus einer Meditations-Seite auf Facebook. Der Berliner Psychiater Ortwin Luers und erläutert aus westlicher Sicht, warum "der Geist still werden kann", wenn man dieser Technik folgt und das Zwerchfell einbezieht. Ortwin nennt auch andere Techniken aus der Meditation. Der Grund für das natürliche Verstummen des Geistes und das Aufhören der Gedanken wird hauptsächlich durch die absichtliche Aktivierung des ventralen Vagalnervs und seiner ausgedehnten neuronalen Netzwerke / Plexus (Chakren/Dan Tien) auf der Vorderseite unseres Körpers verursacht. Wenn unser Gesicht durch Lächeln, unsere Brust und unser Bauch durch Aufmerksamkeit, aber auch durch unsere Hände berührt werden, kommt der dorsale und ältere Teil des vagalen oder parasympathischen Systems mit allen Arten von Regulationsprozessen leicht ins Gleichgewicht und wird ruhiger. Auch der Hormonhaushalt in unserem Körper und der Kampf- und Fluchtmodus unseres Sympathikus können ganz leicht beruhigt werden. Wenn du also deine Vorderseite berührst, indem du deine Hände in die Herzgegend oder auf den Bauch legst, fördert das sofort eine Entspannungsreaktion. Du musst nicht einmal an etwas "nicht denken"! Die Atmung mit einer Atempause tut dies ebenfalls, indem sie das Zwerchfell als Teil des frontalen Vagusnervs und seines Feedbacksystems nutzt. Wenn du auch die Zunge entspannst, wird der Verstand sehr schnell über zwei wichtige Gehirnnerven zur Ruhe kommen. Du kannst sofort zu niedrigen Alpha-Gehirnwellen und Entspannung gelangen. Das Öffnen des Mundes und die Entspannung der Zunge sind auch Teil der Dzogchen-Praxis. In Shamata berührt die Zunge natürlich den oberen Gaumen und manchmal auch die oberen Zähne, denn sobald du dich konzentrierst, steigt die Spannung in der Zunge. Je mehr du denkst, desto größer ist die Spannung in Kiefer und Zunge, weil das Gehirn das Denken fast genauso verarbeitet wie das Sprechen oder Formulieren. Dadurch bekommen viele Menschen Probleme mit Nacken- und Rückenschmerzen. Es dreht sich alles um das "Selfing" und die Identifikation mit dem Denken. Überzeuge dich einfach selbst, wenn du magst! Also: tief Luft holen und (Anti-)Stress-Atmen! Tummo: Beispiel Man mag an "Chakren" glauben oder nicht - aber hier ist einmal ein Beispiel der Tummo Atmung. Das ganze ist nicht zur Wiederholung gedacht, sondern nur als Hinweis woher es kommt.
- Wir hören nicht Musik - wir werden selber zu Musik!
Wenn sogar Hard-Core Wissenschaft etwas zur Bedeutung von Musik in Bezug auf Gehirn, Gesundheit, Motivation, Antrieb und Emotionen sagt, soll das echt was heißen...! Ich freute mich, als mir jemand den Podcast von Andrew Hubermann zur unglaublichen Wirkung von Musik schickte. Wenn jemand total wissenschaftlich orientiert ist, dann Andrew Hubermann. (Obwohl ich absolut nicht zu denen gehöre, die alles verneinen, was nicht wissenschaftlich belegt ist!) (Hinweis: man kann sicht jetzt automatisch in deutsche Untertitel übersetzen lassen. Noch nicht perfekt, aber das wird noch..in "Einstellungen / Untertitel".) Man "wird Musik": Die Frequenzen und Rhythmen der Musik veranlassen die Neuronen, synchron in den Frequenzen der Musik zu feuern. Das heißt, der Körper nimmt die Eigenschaften der Musik an. Um Musik hören zu können, müssen wir durch Resonanz Musik "werden", bzw. verkörpern. Faszinierend, oder? Das ist ein angeborenes implizites Wissen, das bei Babys noch in Reinform zu beobachten ist. Wer es genauer wissen will, kann hier die Zusammenfassung von Huberman lesen. Ok, das ist nicht alles ganz neu, aber ich freue mich über das Ausmaß, in dem meine Arbeit und meine Behauptungen von jemand wie Andrew Hubermann bestätigt werden. Musik - weitreichende Wirkung Gehirn: Musik aktiviert viele Bereiche des Gehirns, einschließlich derjenigen, die für Emotionen, Bewegung und Gedächtnis zuständig sind. Schnellere Musik aktiviert Gehirnbereiche, die entscheidend an Motivation und Bewegung beteiligt sind. Das Erlernen eines Instruments verbessert die Konnektivität und Neuroplastizität des Gehirns. Die Frequenzen und Rhythmen der Musik veranlassen Neuronen, in synchronen Mustern zu feuern. Das Hören von Musik setzt Neurochemikalien wie Dopamin und Oxytocin frei. Die motorischen Regionen des Gehirns werden als Reaktion auf musikalische Takte und Rhythmen aktiviert. Musik veranlasst das Gehirn dazu, "mitzuspielen", indem es Neuronen im Einklang mit den Klängen feuert! Körper: Das Hören von Musik kann den Blutdruck und die Herzfrequenz senken. Musik wirkt sich auf die Atmung aus, was die Herzratenvariabilität (ein Stressregulationsindikator) reguliert und die kardiovaskuläre Gesundheit verbessert. Antrieb: Schnellere Musik mit mehr Schlägen pro Minute aktiviert Hirnregionen, die mit Motivation und Bewegung verbunden sind. Das Hören von mitreißender, energiegeladener Musik 10-15 Minuten vor dem Training oder vor kognitiver Arbeit steigert Motivation und Antrieb. Die Aktivierung von Hirnregionen, die an Bewegung und Rhythmus beteiligt sind, steigert intrinsisch die Motivation und bereitet den Körper darauf vor, aktiv zu werden. Die Vorhersage- und Neuigkeitssuchsysteme des Gehirns werden beim Hören von vertrauter, angenehmer Musik aktiviert, was zur Ausschüttung von Dopamin führt. Musik mit persönlicher emotionaler Bedeutung und inspirierenden Texten kann Motivation und Aktivierung über ein schnelles Tempo hinaus noch weiter steigern. Kurze Pausen, in denen man motivierende Musik hört, können Fokus und die Motivation wiederherstellen, um eine geistige Arbeit fortzusetzen. Singen aktiviert Hirnregionen, die an Motivation und Belohnung beteiligt sind. Das Spielen von Instrumenten, insbesondere in Gruppen, kann einen motivierten Flow-Zustand induzieren. Mitreißende Tanzmusik steigert die Motivation für aerobes Training und repetitive körperliche Aufgaben. Motivierende Musik synchronisiert Stimmung und Bewegung, um Geist und Körper auf Aktivität vorzubereiten. Zusammengefasst: Musik kann motivationale Systeme in Gehirn und Körper stark beeinflussen. Fröhliche, schnelle Musik aktiviert Menschen zuverlässig für geistige und körperliche Aufgaben. Musik ist ein mächtiges Mittel, um Körper und Motivation anzuregen und zu aktivieren. Emotionen: Schnellere, beschwingte Musik löst positive Gefühle wie Glück aus. Langsamere, traurigere Musik kann helfen, Gefühle wie Trauer zu verarbeiten. Musik hat eine große Aussagekraft und ruft nuancierte Emotionen hervor. Musik und Tanz: Schnellere rhythmische Musik aktiviert Gehirnbereiche, die mit Bewegung und Tanz verbunden sind. Unterschiedliche Musikmuster lösen verschiedene Arten von Tanzbewegungen aus. Tanzen hat sich wahrscheinlich als eine natürliche, ursprüngliche Reaktion des Gehirns auf musikalische Rhythmen und Beats entwickelt. Synchronisierter Gruppentanz zu Musik fördert neuronal die soziale Bindung und den Gruppenzusammenhalt. Musik und Zustände erweiterten Bewusstseins: Trance-induzierende Musik kann die Gehirnwellenmuster in meditative Zustände versetzen. Rhythmisches Trommeln oder Singen kann tranceartige oder hypnotische Zustände hervorrufen. Durch Musik ausgelöste Zustände können das Gefühl der Verbundenheit verstärken. Das genaue Zuhören von Musik kann transzendente Gefühle und "Flow"-Zustände hervorrufen. Mit Musik lassen sich Emotionen ausdrücken, die sich nur schwer in Worte fassen lassen. Fazit: Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Musik tiefgreifende Auswirkungen auf das Gehirn und die Emotionen hat. Sie ist ein mächtiges Werkzeug, um die Stimmung zu verändern, Gefühle zu verarbeiten, Motivation, Antrieb und Lernen zu verbessern und zu steigern und hilft, eine tiefe Verbindung zu anderen aufzubauen. Das Spielen von Musik stärkt das Gehirn in vielerlei Hinsicht. Wenn sie klug eingesetzt wird, kann Musik enorme Vorteile für das geistige und körperliche Wohlbefinden haben.


















