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Rotraut Rumbaum

Rotraut Rumbaum

Mindful Motion

54 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche

  • Familienstellen und mehr... mit Gong Session zum Abschluss - Sonntag 19ter Oktober

    Leitung Mel Prayon mit Gongsession zum Abschluss von Rotraut Das Herzstück bei diesem Aufstellungstag werden die Aufstellungen sein, die Mel je nach Situation mit Bewegungs-, Begegnungs- und Reflektionselementen unterstützt. Zwischendurch wird es immer mal wieder kleine Tanzeinheiten und Musik geben. Für die Integration und eine tiefe Entspannung zum Abschluss des Tages verwöhne ich dich mit einer Gong-Klangsession. Systemische Aufstellungen sind eine wunderbare Möglichkeit, dir deiner unbewussten Denk- und Verhaltensmuster bewusst zu werden. Bei einer Aufstellung werden Dynamiken sichtbar, die auf dich einwirken. Dadurch, dass di das Licht deines Bewusstseins liebevoll darauf richtest, kannst du Blockaden lösen und alte Wunden heilen. Mit dem neu gewonnenen Blick auf dich, deine Liebsten und deine Lebenssituation bist du frei, um neue Denk- und Verhaltensmuster zu etablieren. Dein Erleben, Situationen oder dem Verhalten anderer ausgeliefert zu sein, kann sich wandeln in einen selbstwirksamen, verantwortungsbewussten Umgang mit dir selbst und dem Außen in jeder Lebenssituation. Falls du bereits ein konkretes Anliegen für eine Aufstellung / hast, gib dies bitte bei der Anmeldung an – dann würde Mel gerne vorab mit dir telefonisch über dein Anliegen sprechen. Wenn du noch mehr über den Ablauf erfahren möchtest oder nicht sicher bist, ob das Format für dich und deine aktuelle Situation passend ist, kontaktiere uns. Organisatorisches Anmeldung Bitte melde Dich möglichst bis 14 Tage vorher an unter: oder unter www.melanie-prayon.de/kontakt Kontakt zu Mel Prayon: Email: kontakt@melanie-prayon.de Homepage: https://www.melanie-prayon.de/ Telefon: 01520 / 650 71 55 (oder WhatsApp)

  • Warum NARM? Wie dieser innovative, tiefgreifende Ansatz helfen kann, alte Wunden zu heilen

    Zusammenfassung: NARM (Neuro-Affective Relational Model) ist ein therapeutischer Ansatz, der sich auf die Heilung von Bindungs- und Entwicklungstraumata konzentriert. Ein zentraler Gedanke von NARM ist, dass unsere größten Sehnsüchte oft mit unseren tiefsten Ängsten verknüpft sind – ein wesentlicher "Kernkonflikt", der in der Therapie erforscht wird und den du vielleicht kennst. Durch das Fühlen, Verstehen und Auflösen früh im Leben gelernter Schutzstrategien entwickelt sich mehr Selbstwirksamkeit, innere Sicherheit und Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit. Dabei lernst du, dich aus alten Mustern zu lösen und zunehmend selbstbestimmt zu handeln. So helfe ich dir mit NARM, tiefsitzende Ängste zu überwinden, erfüllende Beziehungen aufzubauen - ganz voran zu dir selbst - sowie dein Leben im Einklang mit deinen ganz eigenen Wünschen und Zielen zu gestalten. Ich freue mich, dir den Ansatz vorzustellen, der mein therapeutisches Arbeiten maßgeblich bereichert und von dem ich begeistert bin: die NARM (Neuro-Affective Relational Model). Vielleicht fragst du dich, warum das für dich relevant sein könnte? Was hast du davon? Wofür ist es gut? Rotraut Rumbaum Mindful Motion, NARM bei Folgen seelischer Kindheitswunden Was ist NARM und was macht diesen Ansatz so wertvoll? NARM ist ein auf Entwicklungs- und Bindungstrauma spezialisierter Therapieansatz. Vielleicht hast du das Wort Bindungstrauma  schon gehört – es bezieht sich auf schmerzhafte Erfahrungen, die früh im Leben, in der Kindheit, vielleicht schon im Babyalter oder sogar im Mutterleib gemacht werden. Solche frühen Verletzungen können tiefen Einfluss auf unser Leben haben, das meiste davon unbewusst. NARM- ist besonders hilfreich, wenn es um Themen wie Selbstwertgefühl, Beziehungsfähigkeit und das Gefühl von Freiheit und innerem Frieden geht. Warum könnte NARM für dich interessant sein? Viele Menschen sind überrascht, wenn sie entdecken, dass sie an den Folgen von Entwicklungs- bzw. Bindungstraumata leiden. Ein paar typische Herausforderungen, die Menschen zu NARM bringen, sind zum Beispiel: Schwierigkeiten in Beziehungen : Vielleicht hast du das Gefühl, dass du anderen nicht wirklich vertrauen kannst. Oder du merkst, dass du dich schnell zurückziehst, wenn es um Nähe und emotionale Bindung geht - oder nicht gut alleine sein kannst. Selbstwertprobleme : Vielleicht fällt es dir schwer, dich selbst zu akzeptieren. Du hast möglicherweise das Gefühl, nicht gut genug zu sein, fühlst dich schnell unsicher und abgelehnt, auch wenn das an der Oberfläche vielleicht nicht so direkt sichtbar ist. Chronische Anspannung oder ein Gefühl von Überforderung : Manchmal scheint es, als würdest du ständig auf "Habachtstellung" sein, immer bereit, auf Probleme zu reagieren, ohne dass im Aussen wirklich etwas Bedrohliches passiert. Selbstsabotage und Prokrastination : Vielleicht erkennst du, dass du dich immer wieder selbst ausbremst, dir im Weg stehst oder wichtige Aufgaben vor dir herschiebst. Oft steckt dahinter eine tiefe Angst vor dem Scheitern oder der Erfolgslosigkeit, die unbewusst in die eigenen Entscheidungen hineinwirkt. Um nur einige zu nennen... Diese Themen können die Lebensqualität ziemlich einschränken uns daran hindern, uns wirklich authentisch, lebendig, frei und auch verbunden zu fühlen. Die meisten sind so sehr daran gewöhnt, dass sie dieseErfahrungen als normal ansehen und sich kaum wirklich vorstellen, sie könnten sich selbst, Beziehungen und das Leben auch ganz anders Erleben. Und hier kann NARM unterstützen – aber wie? Der zentrale Kern von NARM: Wo die größte Sehnsucht ist, liegt oft auch die größte Angst Ein wichtiger Grundgedanke in der NARM-Therapie ist, dass unsere tiefsten Sehnsüchte oft mit den größten Ängsten verbunden sind. Das, was wir uns am meisten wünschen – wie echte Nähe, tiefes Vertrauen, das Gefühl, wirklich gesehen und verstanden zu werden und authentischer Selbstausdruck – ist häufig genau das, wovor wir am meisten zurückschrecken. Diese innere Spannung zwischen Wunsch und Furcht nennt NARM den „Kernkonflikt“, und er bildet den roten Faden in der therapeutischen Arbeit. In NARM gehen wir davon aus, dass die Strategien, die wir zum Selbstschutz entwickelt haben, oft auch die Dinge blockieren, nach denen wir uns am meisten sehnen. Dieser Kernkonflikt wird behutsam beleuchtet und gemeinsam in der Tiefe erforscht: So können wir lernen, die früh im Leben erlernten Schutzmuster zu erkennen, zu würdigen und Stück für Stück zu überwinden. Wir begreifen, wie wir uns damit heute als Erwachsener selber im Weg stehen, und unsere tiefsten Wünschen, unser authentisches Selbst und unsere Lebendigkeit sabotieren. Wir lernen, uns langsam zu öffnen – um nach und nach wirklich das in unser Leben einzuladen, was wir uns so sehr wünschen und uns selbst anzuerkennen, so wie wir sind. Was bringt dir die Arbeit mit NARM? Die Kraft der Selbstwirksamkeit Eine der wichtigsten Stärken der NARM-Therapie liegt darin, dass du lernst, deine eigene Selbstwirksamkeit zu entwickeln. Selbstwirksamkeit bedeutet im Kern, dass du das Gefühl hast, wirklich Einfluss auf dein Leben nehmen zu können und das Vertrauen gewinnst, dass deine Entscheidungen und Taten etwas bewirken.  Anders gesagt: Du erkennst, dass du selbst die Zügel deines Lebens in der Hand hältst. In der NARM-Therapie lernst du Schritt für Schritt, das Vertrauen in deine eigene Kraft zurückzugewinnen, damit du deine Wünsche und Ziele tatsächlich umsetzen kannst – und nicht auf die äußeren Umstände oder die Handlungen anderer angewiesen bist. Dieser Prozess ist wie das Anbauen einer inneren Kraftquelle, aus der du schöpfen kannst, um dein Leben selbstbestimmt und in Einklang mit deinen eigenen Bedürfnissen zu gestalten. Selbstermächtigung: Der Schlüssel zu einem erfüllten Leben Selbstermächtigung klingt vielleicht nach einem großen Wort, doch es bedeutet schlichtweg, dass du selbst dazu befähigt wirst, dir das Leben zu erschaffen, das du wirklich möchtest. Das funktioniert nicht von heute auf morgen, aber die NARM-Therapie unterstützt dich dabei, alte Muster und Blockaden zu lösen, die oft seit der Kindheit bestehen. Du lernst, dich nicht länger klein oder abhängig zu fühlen, sondern erkennst, dass du selbst aktiv für dein Wohlbefinden sorgen kannst. Warum könnte NARM das Richtige für dich sein? Wenn du spürst, dass dich bisher etwas zurückgehalten hat, ein Leben zu leben, das wirklich zu dir passt und nach Beziehungen, die dich tief erfüllen, bereichern und beglücken, könnte NARM der richtige Weg für dich sein. Mit NARM lernst du, in kleinen, beständigen Schritten dein Leben selbst bewusst zu gestalten. Du erkennst, dass du die Kraft und Fähigkeit hast, aus deinem Herzen heraus ein authentisches Leben und damit eine erfüllte Zukunft zu gestalten. Falls du Fragen hast oder dich für eine Sitzung interessierst, melde dich gerne bei mir. Ich freue mich darauf, diesen Weg mit dir zu gehen und dir zu helfen, dein Leben mit mehr Selbstvertrauen, Lebendigkeit und Tiefe zu gestalten.

  • Mindful Motion Tango - eine NARM inspirierte verkörperte Selbsterforschung. Auch als alternative Paartherapie.

    Rotraut Rumbaum, Mindful Motion Tango und NARM Tango – das Bild, das vielen sofort aufscheint, ist noch immer geprägt vom klassischen Klischee: der starke, charismatische Mann, der die hingebungsvolle Frau sicher über das Parkett führt. Ein Bild voller Leidenschaft, Polarität – und Begrenzung! Denn so lebendig dieses Bild auf den ersten Blick vielleicht erscheinen mag - es täuscht. Was Tango in seinem Kern sein bedeutet, geht tiefer, kann verborgene Ängste und Sehnsüchte berühren, ist in seinen Möglichkeiten viel weiter und bunter. Und genau hier setzt Mindful Motion Tango an – als verkörperte Selbsterforschung, als Türöffner für individuelle Entwicklung, die Erfahrung der eigenen Beziehungsdynamik und sicherer Bindung im Sinne der NARM. Tango – ein Spiel mit allen Anteilen Wir tragen weibliche und männliche Qualitäten in uns – Empfänglichkeit und Gestaltungskraft, Hingabe und Führung. Tango wird lebendig, wenn diese Qualitäten miteinander tanzen dürfen. In uns selbst und zwischen zwei Menschen. Was im klassischen Tango oft als starrer Gegensatz inszeniert wird, findet hier seine organische, sich ständig wandelnde Form: Tango lebt von lebendigem Ausdruck im Miteinander, nicht von Einseitigkeit. Und genau das macht ihn zu einer so kraftvollen Praxis für Beziehung, für Verkörperung – und für tiefes persönliches Wachstum. Die Essenz: Präsenz, Einheit, Freiheit Im Tango Argentino wirken drei Prinzipien wie eine stille Architektur zusammen – sie stützen und bedingen einander: Präsenz Du bist im Hier und Jetzt, spürst deinen Körper, deinen Atem, deinen Stand im Raum. Du balancierst Stabilität und Flexibilität, behältst deinen eigenen Rhythmus, auch wenn das Außen sich verändert. Einheit Aus deinem eigenen Zentrum heraus verbindest du dich mit dem Partner. Ohne dich zu verlieren, ohne den anderen zu vereinnahmen. Ihr haltet gemeinsam den Beziehungsraum – elastisch, lebendig, respektvoll. Freiheit Auf der Basis von Präsenz und Verbindung entsteht Improvisation. Ein kreatives, freies Spiel, in dem beide tanzen, gestalten, führen, folgen, atmen – jeder für sich und beide gemeinsam. Tango als verkörperte Selbsterforschung Tango kann nicht "gemacht" werden – er entsteht . Zwischen zwei Körpern, zwei Nervensystemen, zwei Geschichten. Genau darin liegt seine Kraft als Selbsterfahrungsweg, besonders im Kontext von NARM und Paartherapie. In der Umarmung des Tangos spiegeln sich früheste Beziehungserfahrungen: Wie viel Nähe kann ich zulassen? Wo verliere ich mich im anderen? Wo schotte ich mich ab, um mich zu schützen? Wie gelingt Kooperation ohne Selbstaufgabe? Unser implizites Gedächtnis – das körperliche Erleben aus der Zeit, bevor wir Worte hatten – wird aufgerufen. Und zeigt sich.Oft subtil. Manchmal überwältigend. Immer ehrlich. Tango bringt an die Oberfläche, was im Körper gespeichert ist. Das Kerndilemma: Zwischen Anpassung und Eigenständigkeit Eine meiner eindrücklichsten Erfahrungen machte ich in Technik-Workshops für Frauen: Alleine getanzt, waren die Bewegungen präsent, musikalisch, ausdrucksstark.Sobald es in den Paartanz ging, veränderte sich etwas:Plötzlich ging die eigene Stabilität verloren, die Bewegungen wurden unsicher, die Anpassung dominierte – oft unbewusst. Ein leiser innerer Kampf: Wie bleibe ich bei mir – und im Kontakt? Hier offenbart sich das, was auch in NARM eine zentrale Rolle spielt: Das Kerndilemma zwischen Bindung und Autonomie. Im Tango wird es nicht nur sichtbar – es wird erlebbar . Verkörpert. Und genau das eröffnet neue Möglichkeiten: für Bewusstheit, für Entwicklung, für heilsame Beziehungserfahrungen. Warum Mindful Motion Tango in Therapie und Coaching wirkt Mein bewusster, sensitiver und das subjektive innere Erleben einbeziehende Tango Ansatz ermöglicht es: Ganz im Hier und Jetzt zu sein. Die Qualität der Beziehung zu sich selbst und dem eigenen Körper zu erfahren. Tiefliegende Beziehungsdynamiken konkret fühlen und erkennen zu können. Heilsame Erfahrungen von Verbindung und Eigenständigkeit zu erfahren. Zu erkennen, wo wir unsere tiefsten Wünsche, Bedürfnisse und Sehnsüchte unbewusst selbst sabotieren. Im Tango begegnen wir archetypischen Themen: Umarmung, Rhythmus, Führen und Folgen, Vertrauen, Hingabe, Grenzen. Wir erforschen: Was sind meine Ressourcen? Wo zeigen sich altbekannte Muster aufgrund früher lebensgeschichtlicher Prägungen? Was vermeide ich? Was verstecke ich? Was betone ich? Was wird möglich, wenn ich ganz präsent im Kontakt bleibe? Das Schöne daran: Diese Erfahrungen sind nicht nur intellektuelles Verstehen – sie sind verkörpertes Wissen . Eine neue Spur, die im Körpergedächtnis gelegt wird. Eine Einladung, die eigene Beziehungskompetenz auf einer tiefen, ganzheitlichen Ebene zu entwickeln. Tango als Spiegel der Verkörperung lebensgeschichtlicher Prägungen und Erfahrungsraum Vielleicht spürst du beim Lesen einen leisen Impuls, diesen Raum zu betreten. Nicht perfekt. Nicht "richtig". Sondern neugierig, offen, lebendig. Denn: Tango entsteht, wenn zwei Menschen – jeder bei sich und doch miteinander – das Unbekannte tanzen. Und genau darin liegt die Magie - und auch die heilsame persönliche Erfahrung.

  • Die verborgene Tango Choreografie: Die Tango-NARM-Synthese transformiert tiefliegende innere Konflikte in Potential

    Mindful Motion Tango - Synthese aus Tango Argentino, NARM und Tanztherapie Warum stehst du dir im Tango vielleicht selbst im Weg? Du nimmst Unterricht, übst fleißig, und doch gibt es diese Momente, in denen etwas in dir blockiert und du dich fragst, warum es in manchen Bereichen irgendwie nicht vorwärts zu gehen scheint. Als würde ein Teil von dir die Bremse ziehen, während ein anderer Teil vorwärts drängt. Diese Erfahrung ist nicht nur im Tango, sondern im gesamten Leben verbreitet – und hat tiefere Wurzeln, als du vielleicht ahnst. Die zwei Tänzer in uns Beim Tango Argentino erlebe ich in meiner Arbeit oft ein faszinierendes Phänomen: Menschen kommen mit dem bewussten Wunsch, sich intensiv zu spüren, sich lebendig und leidenschaftlich auszudrücken, sich miteinander zu verbinden, sich hinzugeben, authentisch zu sein – und doch arbeitet ein Teil in ihnen unbewusst gegen genau diese Sehnsucht. Kürzlich hatte ich eine besonders erhellende Stunde mit einem Klienten, der diesen inneren Konflikt auf den Punkt brachte. Stell dir vor, er beschrieb es so: "Es ist, als würde ich mit aller Kraft eine Tür zuhalten, obwohl ich eigentlich gekommen bin, um sie zu öffnen." Diese Metapher trifft den Kern dessen, was in meiner NARM-Arbeit als "Kontakt-Überlebensstruktur" bezeichnet wird – eine tief verankerte Schutzstrategie aus unserer frühen Kindheit, die wie ein Autopilot weiterläuft, lange nachdem die ursprüngliche Gefahr vorüber ist. Tango als Spiegel Was macht den Tango so besonders in diesem Zusammenhang? Er ist ein Mikrokosmos unserer Beziehungsmuster. Allem vorran der Beziehung zu uns selbst. Hier zeigt sich alles in verdichteter Form: Wie wir uns im Kontakt erleben und mit Nähe und Distanz umgehen. Was kann/darf ich fühlen oder sogar zeigen, was vermeide oder verstecke ich? Wie wir "führen" oder "folgen", was wir unbewusst damit verbinden und wie unser Körper auf Autopilot dar uf reagiert. Wie wir mit Unsicherheit und Verletzlichkeit aber auch mit unserer Power und unserer authentischen Ausdruckskraft in Kontakt und Bewegung umgehen Im Tango kannst du dich nicht verstecken. Die Umarmung, die Verbindung, der nonverbale Dialog – all das bringt deine tiefsten Muster an die Oberfläche. Was im täglichen Leben verborgen bleibt, wird hier sichtbar und spürbar. Deine geschlossene Tür im Tango Wie zeigt sich diese "geschlossene Tür" im Tango? Auf vielfältige Weise: Du möchtest dich hingeben, spürst aber einen inneren Widerstand, der dich steif und kontrolliert bleiben lässt Du sehnst dich nach Verbindung, findest dich aber ständig in deinem Kopf wieder, denkend und analysierend statt fühlend Du willst dich frei und spontan ausdrücken, doch etwas in dir zieht sich zurück, sobald du im Mittelpunkt stehst Du suchst Freiheit im Tanz, hältst aber unbewusst an starren Mustern fest Besonders interessant ist, dass viele fortgeschrittene Tänzer:innen technisch brillant sein können und dennoch an diesen inneren Blockaden leiden. Die Technik ist da, aber etwas fehlt – jene lebendige Authentizität und Präsenz, die den Tango erst zum Leben erweckt und die gewünschte innere Erfüllung bringt. Das erwachsene und das kindliche Bewusstsein Um zu verstehen, was hier geschieht, müssen wir zwei verschiedene Bewusstseinsebenen betrachten, die in uns wirken: Das erwachsene Bewusstsein : Der Teil von uns, der bewusst entscheidet, zum Tango zu gehen, zu tanzen, zu lernen, sich zu verbinden und dieses spezielle soziale Gefüge einzufinden. Der Teil, der Ziele setzt und rational denkt. Das kindliche Bewusstsein : Der Teil, der früh geprägt wurde durch unsere Beziehungserfahrungen, lange bevor wir sprechen konnten. Dieser Teil reagiert emotional, instinktiv und ohne unser bewusstes Zutun. Und oft erzählt der etwas ganz anderes als unser Verstand. Er drückt sich eher unbewusst durch unseren Körper und seine non-verbale Kommunikation aus. Während dein erwachsenes Bewusstsein sich nach der Nähe und dem Kontakt sehnt, die der Tango bietet, kann dein kindliches Bewusstsein genau davor zurückschrecken – basierend auf frühen Erfahrungen, in denen Nähe, eigenständiger Selbstausdruck, vielleicht mit Verlust von Bindung, oder/und Autonomie, mit einem Gefühl von Überwältigung oder tiefer Enttäuschung verbunden war. Ein Durchbruch im Tango Was kann diese Erkenntnis für deinen Tango bedeuten? Sie öffnet die Tür zu einer tieferen Ebene des Tanzens: Mein Klient machte zum Beispiel einen grossen, berührenden Schritt, als er in unserer Arbeit zum ersten Mal seinen "inneren kleinen Jungen" – jenen Teil, der so verletzt und ängstlich war – wahrnehmen, in den Arm nehmen und ihm versichern konnte, dass er jetzt als Erwachsener für ihn da sein und auf ihn aufpassen würde. Dieser Moment der Selbstfürsorge und des inneren Kontakts war tief bewegend für ihn. In den folgenden Tänzen und den nächsten Wochen veränderte sich seine Präsenz spürbar. Sein Körper wurde entspannter, seine Führung klarer, sein Ausdruck authentischer. Nicht weil er mehr Technik gelernt hatte, sondern weil etwas in ihm sich entspannt hatte – jene Anstrengung, die Tür geschlossen zu halten, konnte nachlassen. Dein eigener Weg zur Öffnung Vielleicht erkennst du ähnliche Muster in deinem eigenen Tango? Hier sind einige Fragen zur Selbstreflexion: In welchen Momenten im Tango fühlst du dich besonders unwohl oder angespannt? Gibt es Situationen, in denen du dich zurückziehst, obwohl du eigentlich mehr Kontakt möchtest? Oder in denen du dich stärker, souveräner, toller zeigst, als du dich fühlst, um deine Verletzlichkeit nicht zu spüren und ein möglichst positives Bild von dir abzugeben? Bemerkst du wiederkehrende "Störungen" in deiner Tanzverbindung oder in deiner eigenen Haltung/Bewegung? Welche frühen Beziehungserfahrungen könnten damit in Verbindung stehen? Die Arbeit mit diesen tiefen Mustern geschieht nicht über Nacht. Sie beginnt mit Bewusstheit – dem Erkennen der "Tür", die wir unbewusst geschlossen halten – und führt über behutsame Exploration zu neuen Möglichkeiten des In-der-Welt-Seins. Tango und NARM: Ein effektives Duo In meiner Arbeit verbinde ich Tango-Coaching mit NARM (Neuro-Affective Relational Model), einer therapeutischen Methode, die speziell für die Heilung und Integration früher Entwicklungs- und Bindungstraumen entwickelt wurde. Diese Kombination ist besonders kraftvoll, weil: Tango die unterirdischen Muster spürbar und sichtbar machen kann, die uns im Alltag oft verborgen bleiben, aber unser Leben maßgeblich bestimmen NARM ein wunderbares "Werkzeug" und ein achtsamer menschlicher Resonanzraum ist, der hilft, diese innern Muster spüren, annehmen und transformieren zu können Die Körper-, Bewegungs- und die Beziehungsdimension des Tangos direkt mit den verkörperten Erinnerungen arbeitet (und die kognitiv meist nicht zugänglich sind) Beide Ansätze das Gleichgewicht zwischen Verbindung und Autonomie sowie authentischer Präsenz und damit innere Freiheit fördern! Eine Einladung Wenn du neugierig geworden bist, wie deine eigenen unbewussten Muster deinen Tango und dein Leben beeinflussen, lade ich dich zu einer besonderen Form des Tango-Coachings oder der psychotherapeutischen Begleitung ein. Hier geht es nicht nur um Figuren und Technik, sondern um ein tieferes Verständnis dessen, was in dir und zwischen dir und deinem Tanzpartner geschieht. In meinem Mindful Motion Tango mit integriertem NARM-Ansatz verbinde ich 28 Jahre eigene Tango-Erfahrung, 23 Jahre professioneller Tango-Lehrerfahrung mit meinem Wissen als NARM-Therapeutin und Tanztherapeutin. Das Ergebnis ist ein ganzheitlicher Zugang zum Tango und zu dir, der sowohl deine tänzerische Entwicklung als auch dein persönliches Wachstum fördert. Alte Wunden können so nach und nach heilen kann. Möchtest du mehr erfahren? Kontaktiere mich für ein unverbindliches Gespräch darüber, wie wir gemeinsam die Türen öffnen können, die du vielleicht unbewusst geschlossen hältst.

  • Tango Coaching und Psychologie: Wenn das Suchen nach Bestätigung dem wirklichen Tanz im Weg steht

    Vom äußeren zum inneren Tanz durch Auflösen einer gegenseitigen Abhängigkeits- und Erwartungs-Blockade: Wie Tango-Coaching unbewusst wirkende Herausforderungen aufgreifen und lösen kann. Mindful Motion Tango, Rotraut Rumbaum Ein Tangopaar ringt mit der klassischen Beziehungsproblematik von zu hoher gegenseitiger Abhängigkeit: Er macht sein Tanzerleben davon abhängig, dass sie ihm Bestätigung durch ihr Lächeln gibt. Sie wiederum vermeidet es, ihre eigenen Bedürfnisse nach mehr Präsenz und Klarheit auszusprechen. Was beide nicht erkennen: Ihre Versuche, es dem anderen recht zu machen, verhindern genau die tänzerische Verbindung, nach der sie suchen. Sie sind in einer Negativ-Spirale verstrickt. Das war das Thema meiner letzen Stunde im Bereich zwischen Tango und Psychologie, in der ich zu meiner Freude meine Kompetenzen als Mindful Motion Tango-Coach, Tanztherapeutin, NARM Therapeutin, Persönlichkeits-Coach, harmonisch integrieren konnte. Eine Stunde mit Blick unter die Oberfläche Eine persönliche Anmerkung: Ich habe gerade meine Ausbildung zum NARM-Praktiker abgeschlossen. NARM steht für "Neuro-Assoziative Relationship Model" (ja, ein etwas komplizierter Name). Diese Methode eignet sich wunderbar, um solche komplexen inneren Prozesse und "Strategien" als die früh erlernten Schutz- und Bewältigungsstrategien zu erkennen und gemeinsam zu erforschen. Auf dieser Basis können sich dann Schritt für Schritt neue, "erwachsenere" und vielfältigere Möglichkeiten des Erlebens, Begegnens und Verhaltens entwickeln. In dieser Tango-Coaching Stunde geschah etwas Besonderes. Als ich seelisch-emotionale Fragen in das Tango-Coaching einbrachte, öffnete sich ein größerer Raum für eine unerwartete, sehr positive Entwicklung. Ermutigt und total motiviert durch meine NARM-Ausbildung traue ich mich immer mehr, auch in nicht-psychotherapeutischen Settings Fragen nach dem tieferen Herzenswunsch, explorative Fragen und meine innere NARM-Haltung in die Stunden einzubringen. Solche Fragen beschreiben gut die Ziele der Methode, mit der ich hier Tango Coaching mit Psychodynamik verbinde. Das im Laufe der Zeit gewachsene Vertrauensverhältnis zwischen uns ermöglichte es uns, gemeinsam behutsam und zugleich sehr ehrlich hinter die Oberfläche ihres Tanzes und ihres Miteinanders zu schauen. Und das passierte in dieser Stunde Hier ein kurzer Überblick über das was in dieser Stunde ablief. Tango Paardynamik: Blockade und Lösung Der entscheidende Moment: vor dem Tanz Also fragte ich sie vor dem Tanzen: "Wie geht's dir jetzt? Was würdest du dir in Bezug auf deinen Tanz wünschen? Was würdest du gerne erleben?" Das sind Fragen, die man im klassischen Tangounterricht nicht hört. Dort geht es im Wesentlichen um die Tanzform, nicht um den Tänzer mit seinen persönlichen Anliegen. Ich habe bewusst den Fokus vom Äußeren auf das Innere gelenkt. Denn die äußeren Wünsche haben einen Grund - eine innere Motivation. Es ging mir darum, von der äußeren Wunschstrategie zum inneren Erleben zu kommen. Was ist das eigentliche Bedürfnis hinter dem geäußerten Wunsch? Oder der erhoffte Zustand hinter dem Bedürfnis? Manchmal entpuppen sich unsere Wünsche und Bedürfnisse als eine Zwiebel mit vielen Schichten. Am Kern angekommen, spüren wir meist sehr deutlich eine körperlich-energetische Reaktion und eine starke emotionale Berührung. Seine anfängliche Herausforderung Für ihn war die Frage zunächst gar nicht so einfach zu beantworten. Spontan sagte er, er wolle "erdig laufen" und sich "cool fühlen". Das war sein äußerer Wunsch. Ich hakte nach: "Was bedeutet für dich "cool"? Was wäre, wenn du dich cool fühlen würdest? Was wäre dann anders?" Er spürte in sich hinein. Und erklärte zunächst, dass er einen schlechten Tag gehabt habe. Er sei etwas "grumpy", weil er mit seiner Arbeit unzufrieden sei. Ich lächelte ihn freundlich an und sagte: "Jetzt bist du hier. Lass dir Zeit. Finde heraus, was du wirklich willst." Die erste Öffnung Ich spürte eine gewisse Offenheit und manchmal eine schüchterne Ambivalenz. Einerseits waren sie da, um zu tanzen, andererseits spürte ich ein ehrliches Interesse an dem tieferen Vorgängen zwischen ihnen als Paar. Es war ein vorsichtiges Abtasten, das am Ende erstaunlich viel bewegte. Er sprach dann sehr ehrlich aus, was er sich wünschte: cool und erdig tanzen zu können, so dass seine Frau ihn total glücklich anstrahlt! Tango Coaching und Psychologie: Die überraschende Erkenntnis Ich griff das auf: Es schien, als sei das "erdige Laufen" nicht das Zentrale, sondern seine Strategie, seine Frau zum Lächeln zu bringen und glücklich zu machen. Das führte mich zu einer tieferen Frage, sozusagen zur zweiten Schale der Zwiebel: Was steckte dahinter? War es ein echter Wunsch oder eher eine Schutzstrategie für etwas Tieferliegendes? Oberflächlich betrachtet war sein Wunsch verständlich. Aber was verband ER mit einem Lächeln von ihr? Bestätigung, Anerkennung? Das war zumindest meine "Arbeitshypothese" (auch so ein NARM-Begriff), die sich aus meinem konkreten Gefühl für ihn in diesem Moment ergab. Natürlich ist nicht jeder Wunsch nach Anerkennung gleich ein Hinweise auf Defizite - wie alle brauchen Anerkennung. Aber hier vermutete ich eine "Kompensation" als seine untergründig hohe Abhängigkeit von ihrer Bestätigung. Und dies führte zu Partnerschaftsstress . Und dann zu Tango-Stress . Ihre unerwartete Reaktion Und so war es auch: Seine Partnerin war nicht glücklich darüber, dass er sie glücklich machen wollte. Im Gegenteil: Sie hatte das Gefühl, etwas falsch zu machen, weil sie ihn anscheinend nicht genug anlächelte und zufriedene Freude zeigte. Diese gegenseitige unbeabsichtigte Wirkung spiegelte ich ihnen. Zumindest theoretisch könnte sie sich darüber freuen, weil er es ja nur gut mit ihr meint (aus seiner Sicht). Oder sie könnte seine Aussage erst einmal so stehen lassen, weil sie weiß, dass sie ihn ja anlächelt. Sie würde es aber als Kritik an sich selbst auffassen. Was auf eigene ungelöste Themen hinweisen könnte. Ihr schwieriger Moment Als ich auch sie nach ihrem Wunsch fragte überlegte sie lange. Dann meinte sie, das könne sie jetzt nicht sagen. Denn es würde ´"alles kaputt machen" bzw. könnte nach hinten losgehen. Ich erwiderte, das wäre eine zu überprüfende ihre Annahme bzw. Befürchtung. Sicher wissen könne sie es nicht, wenn sie es nicht wagte. Ich fragte, ob sie es hier, in diesem geschützten Setting, mit meiner Unterstützung vielleicht versuchen wolle. Ich betonte, es ginge ja vielleicht weniger darum, was er eventuell mit ihrer Aussage machen könnte. Statt dessen dürfe es für sie ja auch darum gehen auszudrücken, was ihr wichtig ist und zu dem zu stehen, was sie fühlt. Denn vielleicht wolle sie ja die Beziehung aktiv mitgestalten. Der Durchbruch ihrer Wahrheit Sie brauchte einen Moment. Dann äußerte sie: Sie wünsche sich mehr Klarheit und körperliche Präsenz von ihm - etwas, das nur manchmal da ist. Vor allem in meiner Gegenwart. Sie wünschte sich diese Qualität von ihm auch, wenn ich als Coach nicht dabei wäre. Die Verstrickung der Bedürfnisse Diese gegenseitige Offenheit musste von den beiden ersteinmal verarbeitet werden! Beide fühlten sich vom anderen kritisiert. Beide gaben sie sich Mühe sich es dem anderen recht zu machen. Nun zeigte sich, das diese Bemühungen irgendwie nicht genügten. Keiner von beiden schien "es" gut genug machen zu können. Sie erkannte seine Anstrengungen übrigens durchaus an, aber das zu hören, schien seinen Frust eher noch schlimmer zu machen. Die Wendung zur Selbststärkung Mein Fokus war, jeweils den Ausdruck ihres authentisches Selbst zu unterstützen. In dem Fall ihren Mut, im Kontakt miteinander zu sich selbst zu stehen. Ich fragte: Wie ist es für euch, das mal so ehrlich auszusprechen? Zu eurer Wahrheit zu stehen? Ich war neugierig, was nun im Paar geschehen würde und ob die genannten Befürchtungen wirklich eintreten würden. Es ging für sie darum, sich mit der eigenen Wahrheit gegenüber zu stehen, ohne diese gegen sich selbst oder den anderen zu richten. Das war für sie herausfordernd, da Gefühle wie "ich bin nicht genug" oder "es reicht mal wieder nicht" bzw. "ich reiche nicht" aufkamen - damit waren sie beide konfrontiert. Sie erkannten durch das Aussprechen ihre "Projektionen", die Art, wie sie ihre eigenen Befürchtungen im anderen zu sehen glaubten. Der erste Tanz auf neuer Grundlage Nach diesem Prozess wagten sie ihren ersten Tanz - und es war beeindruckend. Plötzlich war die häufige symbiotische Vermischung verschwunden. "Symbiotisch" bedeutet hier eine letztendlich behindernde, abhängige Verschmelzung miteinander. Im NARM würden wir sagen, eine Symbiose aus frühkindlichem Bewusstsein versus einer bewussten, zeitlich begrenzten, gefühlten Verschmelzung zweier erwachsener, eigenständiger Individuen. Plötzlich stand da ein Mann, der viel mehr bei sich war, viel mehr in sich ruhte. Er war innerlich im positiven Sinne nicht mehr darauf fixiert, es ihr recht zu machen und sie zum Strahlen zu bringen - und damit viel mehr ein eigenständiges Gegenüber, das aus sich heraus klare Orientierung gab. Seine Energie war im Becken und Rücken zentriert, ohne dass ich es explizit angesprochen hätte. Er wirkte auf mich aufrecht und sehr männlich. So hatte ich ihn im Tango-Coaching noch nicht erlebt. Die sichtbare Veränderung Seine Körpersprache und Außenwirkung hatten sich fundamental verändert. Plötzlich sah ich einen Mann und eine Frau, zwischen denen ein Raum entstanden war. Es fühlte sich an, als wäre jeder durch das Aussprechen gewachsen, dadurch mehr in seiner Integrität und Selbstermächtigung (dies ist so ein NARM-Begirff aus dem Englischen: "self-empowerment"). Symbolisch gesprochen, standen sie sich wirklich gegenüber, statt in einer unbewussten Abhängigkeit von der Bestätigung des anderen miteinander verschränkt zu sein. Und das, obwohl sie ja in der Tango-Umarmung physisch durchaus verschränkt waren. Als Tango-Coach (diesmal nicht als Therapeutin), bemerkte, das ihr Tango klarer und viel ausdrucksstärker war. Ich sah sieh viel mehr als Mann und Frau miteinander. Es war paradoxerweise eine wesentlich grössere Verbundenheit bei gleichzeitig mehr Raum zwischen ihnen vorhanden - sie "begegneten" und sahen sich wirklich. Das ist für mich Tango! Ich war echt berührt. Seine neue Präsenz Eine richtige männliche Energie ging von ihm aus, wie ich sie noch nie bei ihm gesehen hatte. Sonst war er immer sehr flexibel in seinen Bewegungen, mit viel Swing im Becken, wich irgendwie aus, es gab ablenkende Umwege in der Körpersprache. Das sind Dinge, die mir mit meiner langen Tangoerfahrung sofort auffallen. Früher, wenn er mit richtig viel Energie losgelegt hat, dann ist das über das Ziel hinausgeschossen und sie konnte damit nichts anfangen, konnte das nicht mittanzen, weil er nicht klar genug war und sein Schwung dann eher Probleme bereitet. All das war verschwunden. Der weitere Verlauf der Stunde Die Stunde entwickelte sich weiter in dieser Qualität. Nach jedem Tanz schauten wir, was passierte, wie es sich anfühlte. Ich unterstützte sie darin, die Dinge auszusprechen, zu konfrontieren und sich selbst klar zu machen, was gerade der Unterschied war. Er suchte anfänglich immer wieder die Veränderung im Außen. Er konnte das innere Verändert-Sein zunächst kaum wahrnehmen. So fremd war das für ihn. Aber seine Partnerin erlebte und sah seine Veränderung ganz stark, ebenso wie ich. Sie strahlte! Und sie lief zu Bestform auf. Sie konnte sich nun viel besser tänzerisch einbringen, sich auf Musik und Gestaltung konzentrieren. Was wiederum dazu führte, das er sie mehr spürte und sich mit ihr verbundener fühlte. Er hatte erreicht, das sie happy war. Aber auf einem anderem Weg, als er angenommen hatte. Es war eine echte Sternstunde für die beiden - ich hatte sie noch nie so gut tanzen sehen. #TangoCoaching #TanzUndPsychologie #InnereReise #BeziehungImTango #Selbstreflexion #EmotionImTanz

  • Tango und ein Erleben von Würde. Einblick in eine Psychotherapie Stunde mit Tango Elementen

    Wie oft erleben wir, dass unser Körper mehr über uns weiß als unser Verstand? Oder dass bewusstes, neugieriges Erforschen von Körperwahrnehmung und Bewegung ein emotionales Erleben ermöglicht, das wir uns im Alltag nicht wirklich vorstellen können bzw. erlauben würden? In dieser Therapiestunde mit den Themen Tango und Aufrichtung erlebte ich einmal mehr, wie wichtig und heilsam es ist, Körperwahrnehmung, Bewegung und das formulieren eines Ich-Satzes an der richtigen Stelle zu wichtigen Einsichten und neuen Möglichkeiten inneren Erlebens führt. In diesem Fall wirkte "einfaches" Tango Gehen im therapeutischen Kontext als Brücke zwischen körperlicher Präsenz und innerer Transformation. Der Ruf nach Verkörperung durch Tango Manchmal weiß unser Körper genau, was wir brauchen. So begann auch diese Session - mit dem intuitiven Wunsch meines Klienten, sich zu bewegen und seinen Körper zu spüren. Ein kleines Erlebnis in einer der früheren Stunden hatte ihn so bewegt, dass er mehr davon erfahren wollte. Das Tango-Laufen, ein Element, das wir in der Vergangenheit nur gestreift hatten, zog ihn magisch an. Die Tiefe hinter seinem Wunsch - die Verbindung von Tango und Psychotherapie macht es möglich Was als einfacher Wunsch nach Bewegung begann, öffnete die Tür zu etwas, wonach er sich schon lange sehnte. In unserem anfänglichen Gespräch kristallisierte sich heraus, was das Tango-Gehen in ihm anrührte: Ein Gefühl von Präsenz und Aufrichtung Das Erleben innerer Würde Eine Form von Erhabenheit Die ungewohnte Erfahrung, ganz bewusst und authentisch Raum einzunehmen Im Alltag waren diese Gefühle für ihn wie verschüttet oder irgendwie verboten. Aber das Tango Gehen hatte ihm schon einmal einen kurzen, kostbaren Moment geschenkt - einen Hauch davon, wer er wirklich sein könnte. Ganz real - nicht nur in seinen heimlichen inneren Traumwelten. Und in der Psychotherapie mit mir fühlte er sich sicher genug, um sich auf unsicheres Terrain einzulassen. Der Körper erinnert sich Was folgte, war ein faszinierender Prozess des Wieder-Entdeckens. Wie ein Körper-Archäologe begab sich mein Klient auf die Suche nach den verschütteten Erinnerungen seiner minimalen früheren Erfahrungen mit Elementen aus Tango Argentino: Die Klarheit aus der Körpermitte Das bewusste Setzen der Füße Eine wachsende innere Größe Die kraftvolle, organische Aufrichtung der Wirbelsäule Mit jedem Schritt wurde sichtbar, wie sich seine Präsenz veränderte. Der Rücken gewann an Spannkraft und Aufrichtung, seine Ausstrahlung wurde kraftvoller, zentrierter. Es war, als würde ein verborgener Teil seines Wesens zum Vorschein kommen. Die Brücke zwischen Körper und Gefühl Interessant war die Beobachtung, wie mühelos er körperliche Empfindungen und Bewegungsdetails wahrnehmen und beschreiben konnte - eine bemerkenswerte Fähigkeit zur Propriozeption. Er konnte aber nicht sagen, wie es ihm mit dem ging, was diese Körperempfindung in ihm auslöste. Also was seine innere Reaktion auf diese Erfahrung ist. Sobald es um die emotionale Ebene und Gefühle ging, um sein inneres Erleben, schien er wie vor einer unsichtbaren Mauer zu stehen. Er hat jedoch die berechtigte Hoffnung, dass wenn er sich Stück für Stück mehr in seinem Körper sicher und zu Hause fühlt, er darüber Zugang zu seinen Gefühlen und Bedürfnissen finden kann. Der Körper wird dann zur Brücke zwischen dem Bekannten und dem unbewussten, wieder zu entdeckenden Potential. Der wichtige Moment der Integration Gegen Ende der Session lud ich ihn ein auszuprobieren, seine erlebte innere Kraft und wahre Größe in Worte zu fassen: "Ich erlaube mir meine ganze Kraft und wahre Größe." Dieser Moment offenbarte ihm eine große innere Schwierigkeit: Die Überwindung, die es ihn kostet, über die Grenze des Gewohnten, vermeintlich Sicheren hinauszugehen. Selbst wenn wir uns danach sehnen, kann das Neuland auch heute noch für unser Nervensystem so bedrohlich wirken wie früher einmal. Der zusammengezogene Bauch, die innere Enge - körperliche Manifestationen alter Erfahrungen, die sich anfühlen wie gegenwärtige Gefahren. Nicht umsonst vermeiden wir auch als Erwachsene noch unbewusst alles, was zutiefst schmerzhafte Erfahrungen früher als Kind an die Oberfläche holen könnte. Die Reaktion unseres Nervensystems macht uns glauben, diese früheren, für ein Kind bedrohlichen Erfahrungen, seien noch heute real. Wachstum an der Grenze Was sich hier zeigte, war der feine Unterschied zwischen körperlichem Spüren und dem Mut, das Gespürte als Teil des eigenen Selbst anzuerkennen. "Ich" zu spüren und zu formulieren in der Gegenwart einer anderen, wenn auch noch so vertrauensvollen Person - darin lag die erfahrbare Transformation. Das verlangt den neuen Schritt der alles entscheidenden Selbstermächtigung - denn das ist im Hier und Jetzt als Erwachsener möglich. An dieser Grenze wird für ihn die dahinter liegende früh erlebte Scham erlebbar und die gefühlte Furcht verständlich. An diesem Punkt kann er wichtige neue Weichen für sich stellen, Heilung und Integration stattfinden. Fazit: Der Weg ist das Ziel Als wir uns verabschiedeten, sah ich in seinen Augen eine neue Ruhe. Er war spürbar präsenter und wirkte deutlich friedlicher. Wichtiger als das Erreichen eines bestimmten Ziels war für ihn die Erkenntnis: Der Körper ist ein kostbarer weiser Freund. Auch wenn sich das nicht immer so anfühlt. Und die Überwindung, diese Erfahrung mit dem Wort ICH laut auszusprechen hat sich für ihn zuerst unterirdisch angefühlt und unerklärlich bedrohlich, aber er hat sich getraut und am Ende festgestellt, dass es ihn nicht umgebracht, sondern ihn sehr gestärkt und entspannt hat. Die Tür zu einem inneren Raum, der lange verschlossen war, hat sich geöffnet. Als Mindful Motion Tango Coach, Tanz- und NARM-Therapeutin sowie Heilpraktikerin für Psychotherapie erfüllt mich diese Arbeit sehr. Mit Hingabe forsche ich daran, die verschiedenen Ansätze zu einer wunderbaren Synthese zusammen fließen zu lassen. Bei jedem Klienten ein wenig anders. Ich bin dankbar für das entgegengebrachte Vertrauen und auch dafür, diese für mich wertvollen Erfahrungen machen zu dürfen und dadurch stetig weiter zu entwickeln. Reflexionsfragen für dich: Wo spürst du in deinem Leben den Ruf nach mehr innerer Aufrichtung? Welche körperlichen Praktiken helfen dir, dich mehr mit dir selbst zu verbinden? Was bedeutet es für dich, deine eigene Größe zu erlauben? #tangoargentino #tangoundpsyche #Körperarbeit #Coaching #TangoTherapie #Embodiment #InnerePräsenz #AchtsamesBewegen #PersonalTransformation #tanztherapie #Würde #Präsenz #Psychotherapie #NARM

  • Tango als unbemerkte Selbstsabotage? Warum Authentic Movement MANCHMAL hilfreicher ist

    Neulich meldete sich ein neuer Tango-Interessent. Er hat schon ein bisschen Tangoerfahrung und fühlt sich von diesem Tanz sehr berührt. Ihn hatte auf meiner Website mein " Mindful Motion Tango " Ansatz angesprochen. Er wollte sich über den Tango tiefer selbst begegnen. Außerdem hat er gerade ein paar Jahre intensive Psychotherapie hinter sich und findet, das er zwar einiges verstanden hat, aber sich praktisch nicht wirklich etwas verändert hat. Er würde es einfach nicht schaffen, die Dinge auch umzusetzen. Vielleicht könne es ja tatsächlich helfen, auf der Körperebene anzusetzen und darüber Neues zu erfahren - anstatt das nur mit dem Verstand zu versuchen. Tango, um von sich selbst abzulenken? Tango, als Tool der Persönlichkeitsentwicklung, kann auch(erstmal) kontraproduktiv sein, sofern man auf die persönliche Entwicklung schaut. Nach der zweiten Stunde dämmerte mir in den verbalen Reflektionen mit ihm, das er sich selbst ausweicht. Er kann sich komplett um die Partnerin kümmern und alles andere "bedienen", wie Rhythmus, Figuren, Technik, Konventionen, etc. Aber genau das ist sein Muster... Bei sich bleiben, sich erstmal selbst spüren und ausdrücken, Vertrauen in sich finden in Gegenwart eines anderen z.B. über Authentic Movement oder andere tanztherapeutische Tools scheint mir - zumindest erstmal - sinnvoller. Natürlich geht es auch im Tango um Präsenz und eigene Klarheit. Aber bei tiefliegenden Verhaltensmustern, die auf dem impliziten Gedächtnis des Körpers gründen und kognitiv nicht abrufbar sind, ist die alte Reaktionsschiene so automatisch, das man sie nicht so einfach willentlich abstellen kann. Schon garnicht mit dem Kopf. Und oft auch nicht ohne die Hilfe von Außen. Die Umarmung und das Abhängigkeitsverhältnis im Tango rühren zu viel an den unbewussten seelischen Strukturen, die die Erfahrung von sicherem Kontakt UND innerer Eigenständigkeit erschweren. Es kann sein, dass es gut ist, dann erstmal die Wahrnehmung für sich selbst zu stärken, in sich selbst eine Mitte zu finden und Unterstützung für den ganz eigenen Ausdruck und das "so sein" zu bekommen. Ohne Technik. Ohne das "Korsett" des Tangos. Und auch ohne Gehen "zu müssen". Ganz frei. Mit bedingungslosem, unterstützendem Kontakt, den man sich nicht erst "verdienen" muss durch irgendwelche Kompetenzen. Von Tango zu Authentic Movement Ich erzähle ihm also von den Wirkungen und Vorteilen von Authentic Movement und er möchte das gerne ausprobieren. Im Authentic Movement halte ich Beziehung und gebe unterstützende, urteilsfreie Resonanz, die sein Selbsterleben stärkt. Ohne das er dafür erstmal irgendetwas tun muss. Ohne Fremdbestimmung, äußere Reize und Anforderungen in einem geschützten Rahmen sich selbst zu begegnen, ist für den einen erleichternd, entspannend, Energie frei setzend für den anderen vielleicht erstmal sogar beängstigend. Aber die inneren Themen sind ja sowieso da , auch wenn man sie versucht zu vermeiden. Mit Bewusstheit einzutauchen in das was da ist, kann sehr heilsam sein. Erinnerungen an frühe Erfahrungen können neuen Erfahrungen weichen, die der eigenen Sehnsucht folgen und weniger der unbewussten Hemmung oder Furcht alter Konditionierungen. Das Setting Authentic Movement und der Kontakt zu mir, als Begleitende trägt. Und von Authentic Movement zurück zu Tango Für mich ist Tango nur etwas auf später vertagt. Je nach dem, wie sich sein Prozess entwickelt können wir auch je nach Befindlichkeit und Situation beides parallel laufen lassen. Mit mehr grundlegender Sicherheit in sich selbst wird es leichter im Tango präsent zu werden und für den anderen da zu sein, ohne ihn mehr als tangomäßig zu brauchen. Und das kann man dann wunderbar im Tango ausbauen und verfeinern. Also erstmal zum ICH um von dort zum Du , zum WIR und schließlich auch darüber hinaus gelangen.

  • Heilsame Tango Herausforderung durch Coaching: Aus Konditionierungen tanzend heraus wachsen. Lernen mit NARM

    Hier erfährst du, wie du über Bewusstheit in Körperlichkeit, Bewegung, Tanz & Begegnung aus frühen (mittlerweile wahrscheinlich hinderlich gewordenen) Konditionierungen herauswachsen kannst. Ich habe hier einen Erfahrungsbericht aus meiner Arbeit geschrieben. Diese ist übrigens subtil von meiner aktuellen Ausbildung im Neuroaffektiven Beziehungsmodell (NARM) geprägt. NARM ist eine therapeutische Methode zur Heilung von Entwicklungs- und Bindungstrauma. Eine Intention in meiner Arbeit ist es, meinen Klienten zu helfen, sich ihrer selbst bewusster zu werden und immer besser selbst regulieren zu können. Dadurch steigt ihre Erfahrung von Selbstwirksamkeit - ein ganz wichtiger Aspekt. Sie entwickeln langfristig ein gesünderes Selbstbild, mit all den damit verbundenen positiven Effekten, wie neue und größere Handlungsspielräume sowie längerfristig auch erfüllendere Beziehungen. Ich gehe davon aus, das es nicht nur im Tango zufriedener und glücklicher macht, Konditionierungen, überholte innere Muster und Selbstsabotage aufzulösen. In der Folge ist man weniger angestrengt, denn man muss unbewusst nicht so viel kompensieren. Man tanzt - oder verhält sich ganz allgemein - auf einer neuen, "erwachseneren" Ebene und ist insgesamt entspannter. Hier ein kleiner Einblick, wie dies durch Mindful Motion Tango Coaching gelingen kann. In der Regel nicht in einer Stunde. Es ist ein Prozess. Denn Entwicklung ist nicht linear und braucht Zeit und Übung. Los gehts... Kürzlich hatte ich ein sehr berührendes Mindful Motion Tango Coaching mit einem Paar, das seit einiger Zeit regelmäßig zu mir kommt. Tango tanzen oder lernen könnte so einfach sein, ist aber oft eine Herausforderung Die Stunde begann mit einer unterschwelligen Frustration. Er war nicht in Tangostimmung und etwas deprimiert. Das Eintanzen war holprig und selbst die einfachsten Dinge klappten nicht so gut. Außerdem gab es rhythmische Unstimmigkeiten und Missverständnisse. Ich habe sie schon viel besser tanzen sehen. Woran lag das? Die Falle, alles richtig machen zu wollen oder sich im Anderen zu verlieren Aus meiner Außenperspektive war es klar: Sie war, ohne es überhaupt zu merken, völlig auf ihn ausgerichtet, extrem angepasst im "Alles-richtig-machen-Modus". Dadurch war sie ungewollt gar nicht präsent. Für ihn wie für mich als Außenstehende war sie nicht wahrnehmbar, nicht "sichtbar". Sie versteckte sich unbewusst sozusagen im Kokon des Paares, unter dem Deckmantel des Verstehens und der Erfüllung seiner Führungsimpulse. Sie war sich dessen nicht bewusst, oder hatte sogar das Gefühl, sich darum zu bemühen, genau das nicht zu tun. (Wir sind an dem Thema schon ein paar Stunden dran..) Beide zeigen früh konditionierte Anpassungsleistungen Das ist eine häufig zu beobachtende Verhaltensstruktur, die sich übrigens oft schon in den ersten Lebensjahren etabliert, als eine Art Anpassungsleistung an (gelinde gesagt) suboptimale Umstände in der kindlichen Entwicklung - hat also ursächlich nichts mit Tango zu tun. Wir nennen das umgangssprachlich Konditionierung. Er war körperlich sehr flexibel, locker, zu ausweichend, zu wenig zentriert, aufrecht und präsent... Also auch für sie nicht gut fühlbar als Orientierung in der führenden Rolle! ...Was wiederum verstärkt, dass sie innere Antennen zu ihm ausfährt, um ihn "spüren" und "folgen" zu können. Dadurch verliert sie noch mehr das Gefühl für sich selbst. Ihr Selbstverständnis, seine Führungsfehler, Unklarheiten und Ambivalenzen ganz selbstverständlich zu ihrem eigenen Nachteil auszugleichen, passt zu der Tendenz, sich in der folgenden Rolle von sich selbst zu entfernen. Mehr dazu weiter unten. Partnerschaftlich und gleichberechtigt, nur in unterschiedlichen Rollen Übrigens kennen das viele Frauen in der folgenden Rolle... Und leider wird das meistens gar nicht hinterfragt. Ein riesiges, und wie ich finde, wichtiges Frauenthema, an dem man im Tango wunderbar praktisch arbeiten kann. Du merkst schon, für mich ist Tango absolut partnerschaftlich, also auf Augenhöhe - gleichberechtigt, nur in unterschiedlichen Rollen. Oft lohnt es sich zu klären, wie die Beteiligten diese Rollen innerlich interpretieren und was das für sie praktisch bedeutet! Hier im Detail darauf einzugehen, was das alles ganz konkret bedeutet, würde den Rahmen dieses Beitrags bei weitem sprengen. Aber es regt vielleicht schon mal dazu an, das eigene Mindset diesbezüglich ganz ehrlich zu überprüfen und zu hinterfragen. Du kannst für Dich als Folgende im Tango gerne mal in dich hinein fühlen, inwieweit Du es Dir erlaubst, für Deinen Partner eine Herausforderung zu sein und z.B. seine Ungenauigkeiten nicht zu Deinen Ungunsten zu kaschieren und auszugleichen. Wenn Du nicht weißt, was das bedeutet, wie das geht oder Dir nicht bewusst ist, dass Du das vielleicht tust - weißt Du ja, wo Du mich findest... Tango im Kontext von Entwicklungstrauma - unterstützt durch die NARM Perspektive Ohne es zu merken, hat da ein sehr altes Verhaltensmuster "eingerastet". In NARM nennen wir so etwas eine adaptive Überlebensstruktur. Ein Beispiel für solch eine Überlebensstrategie ist beispielsweise, sich mit eigenen Impulsen zurückzunehmen und an den anderen anzupassen. Ursprünglich geschieht dies, um den Kontakt zu den Bezugspersonen zu sichern, der für das völlig abhängige Baby/Kind absolut überlebensnotwendig ist. Das geschieht aber auf Kosten der eigenen Authentizität. Es behindert es ein gesundes Selbstgefühl, selbstwirksames Verhalten und gelingende Beziehungen später im Erwachsenenalter. Seine früh erlernte Struktur, möglichst flexibel, ausweichend und beweglich zu sein, ist das Gegenstück dazu, was sich in seiner Haltung und seinen sich wiederholenden Bewegungsmustern zeigt. Das unbewusste Vermeiden von körperlicher Klarheit, Stabilität, Präsenz und auch seiner wahren Körpergröße trugen dazu bei, dass sie ihn gleichsam mit feinen Antennen innerlich suchen musste. Suboptimale Kontaktsuche über die alten Strukturen Aber auch er versuchte, sie auf seine Weise mit seinen früh erlernten unbewussten Strukturen zu erspüren und fühlte sich insgeheim etwas einsam und dadurch unterschwellig unmotiviert. Sein Muster ist, wie übrigens bei vielen anderen auch, dieses Gefühl durch erhöhte Aktivität zu kompensieren. Dies geschieht jedoch ebenso auf Kosten von Präsenz, Zentriertheit, Klarheit und Verbindung. Dadurch wird es natürlich schwierig für sie, sich auf ihre eigenen Fähigkeiten und Werte im Tango zu konzentrieren, wie z.B. ihre Achse, Technik, ihre Präsenz und Klarheit, ihren Ausdruck und ihr Gefühl für die Musik, sich selbst sowie die emotionale Verbindung zu ihm. Stattdessen gleicht sie seine Unklarheit mit grossem Selbstverständnis aus, obwohl sie sich dabei unwohl fühlt. Der Körper und seine Eigendynamik Ihre Frustration: Sie fühlte das in dem Moment gar nicht so! Ihr Körper hat da eine Eigendynamik, die sich ihrer Wahrnehmung entzieht. Das ist vor allem bei bereits früh erlernten Bewältigungsstrukturen der Fall. Sie sind im impliziten Körpergedächtnis gespeichert und entziehen sich zunächst dem bewussten Zugriff. Es ist eine unbewußt inszenierte Neuauflage der Vergangenheit - die dadurch die Chance der Bewusstwerdung und Veränderung in sich trägt. Über Mindful Motion Tango adaptive Überlebensstrukturen erkennen und heilsam verändern Beide sind also unbewusst gefangen in alten, früh erlernten Konditionierungen, die sich im Körper, in der Haltung, in der Bewegung und im Kontakt zeigen. In unserem Körper mit seinen Haltungs- und Bewegungsmustern spiegeln sich immer auch unsere Konditionierungen aus den ersten 4-5 Lebensjahren, aus unserer Geburt und sogar aus der Zeit im Mutterleib. Man nennt es implizites Wissen, das sich im Körper manifestiert und spürbar ist und dem bewussten kognitiven Verstand nicht direkt zugänglich ist. Das tanzt also irgendwie immer mit. Die gute Nachricht ist, dass man damit wunderbar arbeiten kann, auch ohne es zu verstehen und in den früh gemachten schmerzhaften Erfahrungen zu wühlen! Veränderung ist immer möglich und es ist wunderbar unpathologisch, z.B. mit Tango das eigene Potential zu erweitern, ungesunde innere Strukturen zu verlernen und bewusst neu zu lernen. Von fremdbestimmt zu selbstbestimmter Kooperation Die beschriebene Situation war für beide frustrierend, aber sie ermöglichte auch einen Quantensprung! Beide übten sich darin, sich zu zentrieren, Klarheit, Selbstwahrnehmung, saubere Technik und Selbstregulation in den Körper zu bringen. Sie erarbeiteten sich mehr Verantwortung für ihren jeweils eigenen Tanz, um auf dieser Basis partnerschaftlich und auf Augenhöhe einen gemeinsamen Tanz zu kreieren. Tango lernen durch unterstützendes Coaching - auch für mehr Freude und Verbindung als Mann und Frau Am Ende strahlten sie. Und ich auch. Ich sah sie plötzlich als Mann und Frau, als Paar. Ich sah förmlich das Herz des Tangos schlagen. Doch die Wege dorthin und die Gründe dafür sind eben manchmal anders, als die Beteiligten denken. Manchmal braucht man zum Tango Lernen - und vor allem um frühe Konditionierungen zu entschärfen - einfach Unterstützung durch kompetentes Coaching von außen. Dann ist es auch möglich, tiefe unbewusste Strukturen, die man selbst nicht immer so leicht wahrnehmen und auch beeinflussen kann, zu verändern. Sie hatte zwar bereits ernsthaft und wiuderholt versucht, das umzusetzen, was ich ihr erklärt hatte, aber erst durch den ständigen, geduldigen und konsequenten Input von mir, das konsquente Üben und das zeitgleiche Feedback beim Tanzen hat sie eine für sie mutige und extreme Veränderung geschafft. Genau wie er. Mein tiefes Zutrauen, das sie das hinbekommen, sowie das beharrliche Spiegeln, Erinnern und Ermutigen hat ihnen zum Durchbruch verholfen. Und zu ihrem Erstaunen fühlte sich genau das richtig gut an, wogegen sich der Körper zunächst sträubte, weil es ihm so fremd war.

  • Erfahrungsbericht - Heilsame Verbindung von NARM, meditativen Elementen, Authentic Movement, Gespräch & Tanz in Coaching und Therapie.

    Vielleicht kennst du ja das Gefühl, nicht immer authentisch du selbst zu sein? Sei es, weil du dich durch gesellschaftliche Zwänge und Erwartungen, belastende Lebenssituationen oder negative Denk- und Glaubensmuster eingeengt und unfrei fühlst? Ich kenne das auch. Ich verstehe aus meiner eigenen Geschichte heraus sehr gut, wenn Klienten mir berichten, wie anstrengend und kraftraubend sie es erleben, eine Rolle zu erfüllen, die nicht der eigenen Persönlichkeit entspricht. Sei es im Beruf, in Beziehungen oder wo auch immer. Oft reicht eine rein intellektuelle, kognitive Einsicht alleine nicht aus, um aus diesen Mustern langfristig auszubrechen. Es braucht einen tieferen Prozess, der Körper, Geist und Seele mit einbezieht. Genau das ist mein Ansatz. Synthese von Tanz, Körperwahrnehmung, Atem, NARM, Authentic Movement, Bewegung, freiem Tanz, Mindful Motion Tango und obertonreichen Klängen in Coaching und Therapie Ein Ansatz, der Körperwahrnehmung, Ausdruck, Bewegung, Tanz, die gesprächsbasierte psychotherapeutische Methode NARM * - sowie Authentic Movement, Mindful Motion Tango oder auch obertonreiche Klänge einbezieht. ( *NARM Neuroassociative Relational Method: bei Folgen von Entwicklungs- und Bindungstrauma. **Authentic Movement : eine Art bewegter Meditation im Verbindung mit einem äußeren "Zeugen") All das kann im laufenden Coaching- oder Therapie-Prozess organisch miteinander verwoben werden, ganz nach Situation, Wunsch und Bedarf. Psychotherapie und Coaching können nicht nur tiefgreifend und transformierend, sondern auch durchaus spannend, inspirierend und erfüllend sein... Wie kann man sich das nun konkret vorstellen und vielleicht nachempfinden? Wie einige dieser Ansätze sich spontan verweben und gegenseitig bereichern können, möchte ich hier praktisch anhand einer Stunde mit einem Klienten meiner schildern. Erfahrungsbericht aus der 3. gemeinsamen Stunde: ein spirituell und tantrisch erfahrener Mann Mein Klient ist ein spirituell interessierter und tantrisch erfahrener Mann Anfang 60, der sich seit einiger Zeit auf dem Weg der Persönlichkeitsentwicklung und Selbsterfahrung befindet. Er ist aufgeschlossen für meine Methoden und begeistert von seinen intensiven Gong- und Klangerfahrungen. Freier Ausdruck und Tanz sind ihm ebenso vertraut wie verschiedene Meditationsformen und reflektierende, hinterfragende Gespräche. Auf dieser Basis ergab sich in der im Folgenden geschilderten Stunde eine in diesem speziellen Moment für ihn geeignete Kombination aus Gespräch, Körperwahrnehmung, Meditation, Atem, Authentic Movement und explorativem NARM-Gespräch wie von selbst. U nbewusste Körperhaltung aufgreifen Zu Beginn der Sitzung beobachtete ich während unseres Gesprächs aufmerksam seine Körpersprache, die unbewusste, erlernte Haltungsmuster widerspiegelte. Sein Kopf und Hals schienen nach oben gezogen zu sein, als wolle er sich vom Körper lösen und ins Universum entschweben. Währenddessen zeigte sein Brust- und Solarplexusbereich eine übertriebene Aufrichtung und eine gehaltene Spannung. Bewusste Berührung und Aufmerksamkeit lässt den inneren Panzer schmelzen Ich legte sanft meine Hand auf sein unteres Brustbein und den Solarplexus. Durch die Einladung, dorthin zu spüren, wurde ihm bewusst, wie viel er dort festhielt und wie anstrengend sich diese Panzerung für ihn anfühlte. Durch die Berührung an dieser Stelle konnte er spürbar loslassen und weicher werden. Das empfand er als sehr entlastend. Interessanterweise senkte sich dadurch auch sein Kinn und darüber sein ganzer Kopf. Er entspannte sich immer mehr und merkte, wie viel Energie er unbewusst ständig für das Anheben und Aufrichten aufwendete. Er spürte nun verstärkt, wie sehr er sich eigentlich danach sehnte, weicher zu werden, "einfach" er selbst zu sein und mehr in sich zu ruhen. Ein gefühlt sicherer Kontakt Er spürte, dass ich ihn gerade mit all dem sah und fühlte, und dass es kein Problem war, so zu sein, wie er war. Dadurch wuchs sein Vertrauen im Kontakt mit mir. Er wurde ungeschützter im positiven Sinn - ohne diesen selbstverständlichen Muskelpanzer fühlte er sich entspannter, freier, offener und richtig neugierig, innere Räume weiter zu erforschen. Während des Gesprächs im Körper verankert bleiben Im weiteren Gespräch über seine zentralen Themen lud ich ihn immer wieder ein, nicht nur kognitiv verbal zu bleiben, sondern auch körperlich wahrzunehmen, was seine oder meine Worte in ihm auslösten und was er innerlich erlebte. In einem längeren Moment der Stille, in dem er die Augen schloss und bewusst seinem Atem folgte, bemerkte ich subtile spontane Bewegungen in seinem Körper. Ich griff diese direkt auf und bot ihm an, seiner körperlichen Selbstwahrnehmung und seinen Bewegungsimpulsen in einer ersten Authentic Movement Session zu folgen. Das klang gut für ihn, er war bereit. Einführung in das Ritual Authentic Movement Ich erklärte ihm das Wesentliche des Rituals Authentic Movement - mit geschlossenen Augen inneren Impulsen zu folgen - sich sozusagen von innen heraus frei in die Bewegungen und den Raum hinein auszudehnen. Ich erklärte ihm, er könne sich frei entwickeln lassen, was innerlich auftaucht. Er müsse das kognitiv weder verstehen noch bewerten, er könne einfach beobachten was von sich aus geschehen mag. Es können alle erdenklichen Haltungen, Bewegungen und auch Klänge entstehen. Es gibt kein richtig oder falsch. Eine bewusste Distanzierung von Erwartungen, Gewohnheiten, Bewertungen und Zensierungen ermöglicht oft den Zugang zu verborgenen Schichten der Seele und zu tiefen spirituellen Erfahrungen. Die Kunst besteht darin, präsent und aufmerksam zu sein für feine innere Regungen und dem zu folgen, was sich ereignen will. Es ist Übungssache, das gewohnte kontrollierende Ich beiseite treten zu lassen, um mit einer innewohnenden Wahrheit und Intelligenz oder wie auch immer man es nennen will, in Kontakt zu kommen. Als äußere Zeugin bin ich innerlich präsent und nehme wahr, was in mir geschieht, während ich sozusagen mit dem Herzen schaue und ihn innerlich begleite. Meine Wahrnehmung und mein Erleben biete ich später eventuell im Gespräch als Unterstützung an. Von traumatischem Ausgeliefert sein hin zu Selbstwirksamkeit und Selbstermächtigung Innerhalb kürzester Zeit (wir hatten für den Anfang nur 3 Minuten vereinbart!) wurden intensive Körperwahrnehmungen und Emotionen deutlich, die sich in intensiven Bewegungen und speziellen Haltungen ausdrückten. Frühe traumatische Erlebnisse kamen auf eine Weise an die Oberfläche, it der er gut umgehen konnte. Endlich schaffte er es, sich seinen Raum zu erobern und seine Grenzen verteidigen, was ihm in jungen Jahren nicht möglich war. Er fand nun mit Anfang 60 sein unmissverständliches NEIN! Er erlebte den befreienden Moment der Selbstermächtigung und Selbstwirksamkeit (Du bist nicht sicher , was das ist? Dazu werde ich an anderer Stelle noch etwas schreiben.) Worte für das Erlebte finden, sich selbst bezeugen Er war zutiefst dankbar für diese Erfahrung und erforschte nun im Nachhinein im Gespräch seinen Prozess, indem er gefühlt möglichst die passendsten beschreibenden Worte dafür fand. Das ist wie Worte genau "schmecken". Ein gleichzeitiges inneres abgleichen beim Aussprechen, ob die Wortwahl wirklich das Erleben wiederspiegelt. Dieses nuancierte Abgleichen ermöglicht eine innere Vertiefung und Klärung dessen, was WIRKLICH erlebt und empfunden wurde. Das kann einen wichtigen Unterschied machen! ...und, wenn das sehr schwer fällt, zudem vorhandene kognitive Strukturen offenbaren, die unbewusst benutzt werden, um bestimmte Gefühle zu vermeiden oder ein bestimmtes Selbstbild zu pflegen. Er versetzte sich also mit geschlossenen Augen zurück in den Moment, den er gerade beschrieb, und verbalisierte seine Erfahrung. Sofern möglich, ohne sie im Nachhinein durch Interpretationen oder anderes zu verändern und damit zu verfälschen. Er bezeugte sich sozusagen selbst und ich unterstütze ihn mit verbaler Hilfestellung. Ich bot ihm anschließend auch meine Erfahrung beim Schauen und mein inneres dabei Erleben an. Es berührte ihn und half ihm sehr, sich gesehen und gefühlt zu fühlen. Die Bedeutung des gesehen und bezeugt werdens Das kann sehr wichtig sein. Ich war ja Zeugin des Prozesses... Das Gesehen werden gibt dem inneren Erleben des Klienten noch mehr Realität und Bedeutung. Wir sind alle Beziehungswesen und brauchen für unsere Entwicklung und psychische Gesundheit den möglichst UNVERZERRTEN Spiegel eines anderen um ein unverzerrtes Bild von uns selbst zu entwickeln. Ganz besonders, wenn die Kindheit entwicklungstraumatisch geprägt war. Und das ist leider viel häufiger der Fall, als die meisten vermuten. Heilsamer Synergieeffekt Mir wurde erneut bewusst, welche inneren Kräfte freigesetzt werden können, wenn Körperwahrnehmung, Meditation, freier Körperausdruck, bewusste Bewegung, Kontakt und Gespräch ineinander fließen und einen synergistischen Effekt erzeugen. Im besten Fall können vernachlässigte, vergessene, verdrängte und abgespaltene Seelenanteile anerkannt und integriert werden. So können alte Wunden anfangen, zu heilen. In der Regel passiert das nicht in einer Stunde, denn reine Erkenntnisse mögen schnell sein, aber nachhaltige Entwicklung ist nicht linear, sondern ein Prozess, der Zeit und eventuell auch Umwege braucht, die man manchmal erst im Nachgang versteht. Sicher genug, um sich ganz einzulassen An dieser Stunde kann man gut sehen, wie Themen über den Körper zugänglich und transformiert werden können, wenn sich der Raum und der therapeutische Kontakt für den Klienten sicher genug anfühlt. Authentischer Kontakt auf Augenhöhe Es ist elementar, eine tragfähige, vertrauensvolle und authentische Verbindung aufzubauen. Authentisch meint hier für mich, das ich auf Augenhöhe als Rotraut auftauche, persönlich spürbar bin, mich nicht hinter der funktionalen Rolle "verstecke" und ehrliches Interesse aufbringe. Erweitertes Bewusstsein und Einheitserfahrungen In dieser Synthese, mit der ich gerne arbeite und die ich unter dem Namen Mindful Motion zusammenfasse, entstehen durch sanfte Übergänge in erweitertes Bewusstsein auch Einheitserfahrungen, tiefe Verbundenheit mit dem Leben an sich, sowie Vertrauen in die Intelligenz des zellulären Körperwissens - einem Tor für spirituelle Erfahrungen.

  • Familienstellen speziell für Paare mit tango-tantrischen Elementen- in Planung

    Kooperation mit Mel Prayon. An diesem Wochenende werden wir auf spielerische und körperbetonte Weise auf Paardynamiken schauen und hierfür Elemente  des Mindful Motion Tango und der Systemischen Aufstellung nutzen. Um Missverständnissen vorzubeugen: Dies ist KEIN Tanzkurs! Vielmehr kann die innere und äußere Haltung, das Miteinander, die nonverbale Kommunikation des Mindful Motion Tangos die eigene und die gemeinsame Paardynamik erlebbar machen. Wie fühle ich mich in der „Umarmung“ – geborgen, verloren, eingeengt, frei? Wer führt, wer lässt führen und wodurch entsteht das? Wie fühle ich mich in meiner „Rolle“, aus welchem inneren Rollenveständnis handle und begegne ich? Wie gut spüre ich mich selbst und den Partner / die Partnerin im Kontakt? Was versuche ich zu erfüllen? Verliere ich Stabilität oder gewinne ich Stabilität im Miteinander? Was vermisse ich? Wo geht meine Wahrnehmung hin? Kommuniziere ich mein Bedürfnis und kommt das beim anderen auch an? Entstehen Widerstand oder Vorwurf? Lebe ich meine Sehnsucht? Themen und Gefühle, die sich hier zeigen, können im Rahmen einer Aufstellung angeschaut werden – sowohl in einer Aufstellung für einen von Euch als auch für Euch beide gleichzeitig, z.B. Kenne ich dieses Gefühl oder jene Dynamik aus unserer Paarbeziehung? Was hat dieses Gefühl mit meinem Partne, was mit meiner Projektion zu tun…? Ihr müsst das jetzt noch nicht wissen. Das wird sich spontan ergeben. Auch dafür ist ja die gemeinsame Erfahrung im Tango da. Hast du Lust… neuen Schwung in deine Paarbeziehung zu bringen? deine Paarbeziehung spielerisch zu erkunden? bestimmte Muster und unbewusste Verstrickungen anzuschauen, um sie bewusst zu verabschieden? neue Wege zu erkennen und sie auszuprobieren. Hinweis: Falls möglich werden wir dieses Seminar (ohne zu beachtende Corona-Maßnahmen) auch für Singles öffnen, da die eigenen Beziehungsmuster sich auch im Kontakt mit anderen zeigen. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation können wir dieses Seminar eventuell aber nur für Paare anbieten. Falls Du bezüglich der aktuellen Situation nicht sicher bist, kontaktiere uns. Die Platzreservierung erfolgt nach der Reihenfolge der Anmeldungen, bzw. der Überweisungen. Wenn du noch mehr über den Ablauf erfahren möchtest oder nicht sicher bist, ob das der Format für dich und deine aktuelle Situation passend ist, kontaktiere einen von uns. Organisatorisches Zeit jeweils 11.00 - ca 18.00 Uhr Kosten: ** 350,- / Paar Kontoverbindung : Melanie Prayon IBAN DE55500905000004159265 Referenz: Familienstellen & Tango ** Platzreservierung erfolgt nach der Reihenfolge der Anmeldungen und der Überweisung. Anmeldung: Bitte melde Dich möglichst bis 14 Tage vorher an unter o der www.melanie-prayon.de/kontakt Mel Prayon: Email: kontakt@melanie-prayon.de Homepage: https://www.melanie-prayon.de/ Telefon: 01520 650 71 55 (oder WhatsApp) Typ=Veranstaltung

  • Was bedeutet Mindful Motion? Ein Name für die heilsame Arbeit mit Embodiment

    In welchem Sinne ich die Worte Mindful und Motion benutze Mindful steht für bewusst und achtsam. Motion bedeutet, anders als das Wort "movement", nicht nur körperliche, sondern auch innere Bewegung. Dies können Gefühle sein, Emotionen, Gedanken, Affekte, Körperempfindungen oder anderes. Einer körperlichen Bewegung geht meist eine innerliche Bewegung voraus, bzw. ist von einer inneren Bewegung begleitet. Auch Worte sind meist Ausdruck einer inneren Bewegung. (Es sei denn man rezitiert auswendig Gelerntes wie für eine Prüfung oder liest aus einem Buch vor.) Auf Tanz bezogen geht es in Mindful Motion also daher nicht um eine spezifische antrainierte Ästhetik wie zB im klassischen Ballett, sondern um den spontanen Ausdruck authentischen Seins. Eine Bewegung, die im Inneren beginnt und sich über den Körper in den Raum hinein ausdehnt - zB als Wort, körperliche Bewegung, Tanz, Klang oder auch Berührung. (Daraus hat sich übrigens vor über einem ganzen Jahrhundert der Ausdruckstanz entwickelt und das war wiederum die Basis der Tanz- und Ausdruckstherapie.) Mindful Motion begreift Bewegung als spontanen Ausdruck des Lebens und folgt bewusst auch ganz zarten, versteckten Spuren von Lebendigkeit - und damit auch der uns Menschen innewohnenden Hinbewegung zu Gesundheit, Ganzheit und Heilung. Mindful Motion hilft, intuitive Körperintelligenz zu vertiefen und eigene Heilkräfte  zu nähren. Dabei kann sich die individuelle Kreativität und Eigenart, und damit der Zugang zur eigenen inneren Quelle und Vertrauen in eine innewohnende Schöpferkraft immer mehr entwickeln. Der eigene Ausdruck findet ein sicheres Fundament, kann sich verfeinern und erweitern. Mindful Motion ist der Faden, der folgende Ansätze harmonisch miteinander verwebt: Bewegung, Tanz und spontaner Ausdruck im Allgemeinen insbesondere Authentic Movement, aber auch Mindful Motion Tango Erkundendes, reflektierendes und integrierendes Gespräch NARM (eine therapeutische Methode zur Heilung und Integration der Folgen von seelischen Kindheitswunden) Neurogenes Zittern stille und bewegte Meditation mit und ohne zeremoniellen Rohkakao intensive obertonreiche Live-Klänge Was du in Mindful Motion praktizieren kannst Präsent zu sein im Hier und Jetzt - sowohl innerlich als auch äußerlich. Das heißt, die eigenen Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen bewusst wahrzunehmen. In Kontakt zu kommen mit dem, was in dir selbst gerade authentisch und lebendig ist. Dem Raum zu geben, es auszudrücken, in Bewegung umzusetzen, in Kontakt zu bringen und Worte dafür zu finden. Die Verbindung zwischen innerem Erleben und äußerem Ausdruck (wie auch das, was dich daran hindert). Dadurch schulst du Achtsamkeit und Bewusstheit - sowohl in Stille und Gespräch, als auch in Bewegung und Begegnung. Ein Bewusstsein dafür, wann, wie, warum und wodurch du aus dem Kontakt gehst und die Verbindung nach innen bzw. aussen abreisst. Dadurch kannst du erforschen, was es dir möglich macht, diese Verbindung immer wieder herzustellen. Welche vielfältigen positiven Auswirkungen Mindful Motion haben kann Verbesserung von Körperwahrnehmung und Bewegungskoordination mehr Gelassenheit, Präsenz und Mut zu Authentizität im Alltag gesteigertes Wohlbefinden durch den Abbau von Stress und Anspannung vertieftes Selbstverständnis und klarere Kommunikation der eigenen Bedürfnisse mehr Freude, Lebendigkeit, Kreativität und Beziehungsfähigkeit Vertrauen in die Weisheit und Intelligenz des Körpers - und des Lebens an sich Diese auf Bewusstsein und Bewegung beruhende Praxis und innere Haltung durchströmt meine ganze Arbeit. Sie ist für dich erfahrbar und wirksam im Kontext von Selbsterfahrung, Coaching, Tanz, Tanztherapie oder Psychotherapie. Insgesamt hat diese Praxis von Embodiment eine integrierende, bewusstseinserweiternde und sehr heilsame Wirkung.

  • Der Atem im Tango bei Stress & Trauma

    Ein Einblick in meine Arbeit. Muss man (beim Tango tanzen) atmen? Ja! Ok, das war natürlich ein Scherz... es geht natürlich eher um das Wie als um das Ob.. Den Atem "vergessen"? Nicht nur beim Tango vergessen wir das so oft. Zumindest wird das "richtige", bzw. für die Situation hilfreiche, Atmen sowie seine unmittelbare Wirkung auf Körper und Psyche völlig unterschätzt. Das Bewusstsein und die Achtsamkeit liegt in der Regel einfach nicht darauf. Es ist eine Hintergrundaktivität, die alte Verhaltensmuster und antrainierte Gewohnheiten von Körper und Psyche wiederspiegelt und auch verstärkt. Zum Beispiel Anspannung. Oder, unbewusste Angst sich zu zeigen und Nähe zuzulassen. Was heißt hier "richtiges Atmen"? Ich meine in diesem Fall ein Atmen, das die Entspannung unterstützt, ein Atmen, das einen wegführt von innerem Druck, Verkrampfung und psychischen Altlasten. Ein Atmen, das u.a. Entspannung, Präsenz, Wohlgefühl, erfüllendes Miteinander und innere Freiheit ermöglicht. Geht das? Und wie arbeite ich damit im Coachingprozess? (Übrigens nicht nur im Kontext von Tango, sondern jde nach Bedarf auch bei anderen Bewegungsformen, in Klangsessions, Meditation, Gespräch oder Sonstigem.) Coaching Einblick zu Atem bei Tango, Trauma, Stress Beim Mindful Motion Tango Coaching fiel mir letztens sehr stark auf, wie mein Kunde (nennen wir ihn Johann) sehr schnell und flach atmete. Ich sprach ihn direkt darauf an und lud ihn ein, mit mir darüber ins Gespräch zu kommen. Ich erzählte ihm auch von meinen eigenen Erfahrungen mit Stress- bzw. Trauma bedingter bedingter Kurzatmigkeit. Johann öffnete sich nach und nach, erwähnte Kindheitstraumata, sowie die Schwierigkeit, zur Ruhe zu kommen, sich selbst zu spüren und seine Unfähigkeit zur Selbstliebe. Er war sehr berührt, mal darüber sprechen zu können. Er hatte Tränen der Erleichterung in den Augen, weil dieser permanente innere Druck, den er gewohnt war innerlich auszuhalten, gerade mal ein Ventil fand und warmherzige Anteilnahme erfuhr. Was machte ihm Schwierigkeiten? Insgesamt schauten wir uns dann an, was ihm Schwierigkeiten bereitete (eine lange Liste, die sich aus dem Gespräch und der physischen Bestandsaufnahme zum Atmen ergab): Flaches, schnelles Atmen im Brustbereich Verkrampftes Zwerchfell, eingeschränkte Atmung und Dehnfähigkeit Hohe generelle Anspannung und Kontrolle über sich selbst Gefühl, sich ständig nach außen hin beweisen zu müssen, Perfektionismus, sich immer toll, stark oder verständnisvoll anderen gegenüber präsentieren zu müssen Schwierigkeit, Zugang zu seinen Gefühlen zu finden und sich selbst wahrzunehmen Tendenz, eine antrainierte Maske/Fassade nach außen aufrecht zu erhalten Unfähigkeit, wirklich locker und entspannt im Moment zu sein Fehlende körperliche und emotionale Präsenz und Offenheit Schwierigkeit, als Führender im Tango eindeutige Signale zu senden Schwierigkeiten, runterzufahren und sich innerlich zu entspannen Kindheitstraumata innere Leere, die mit Aktionismus kompensiert wird Mindful Motion Tango als alternative Tanz- oder Psychotherapie? Wir hatten keine Psychotherapie vereinbart, sondern Tango-Coaching. Oft ist ein Eintauchen in die Vergangenheit und das Aufarbeiten im Gespräch bei entwicklungstraumatischem Hintergrund auch gar nicht angezeigt, da dadurch das Nervensystem wieder in die alten Überlebensstrukturen eintaucht und eher darin verstärkt wird. Ich nehme das Tango-Coaching selber als wunderbares Werkzeug der Bewusstwerdung UND der praktischen Übung von Veränderung, hier verbunden mit bewusstem Atem. Es ist nicht nötig zu pathologisieren und in der Vergangenheit zu kramen. Letztlich geht es darum, nachhaltige Veränderung zu initiieren und Heilung zu ermöglichen. Dafür braucht es bewusste Körperwahrnehmung, unterstützenden, sicheren Kontakt, die Verbesserung von konkreten Bewegungs- und Haltungsmustern, sowie das Kennenlernen und Erweitern von Handlungsspielräumen. Atmen kann man üben Gemeinsam erprobten wir eine spezielle Atemtechnik - zweimal tief und kräftig in den Bauch einatmen und das Zwerchfell nach unten dehnen, dann betont langsam und lange wieder in den Bauch ausatmen. Da sein Zwerchfell sehr verkrampft war, fiel ihm dies zunächst schwer. Doch schon allein die Konzentration auf den Atemweg zeigte eine positive Wirkung. Dieser Atem wurde Hausaufgabe für den Alltag. Für die Tangopraxis schlug ich ihm vor, das Ausatmen so weit wie möglich zu verlangsamen und sehr zu vertiefen - möglichst bis tief ins Becken zu lenken. Der Einatem schlicht, unangestrengt und für ihn gefühlt nebensächlich. Eine grosse, doch sehr beruhigend wirkende Herausforderung für ihn. Unterstützende Suggestionen während des Tangos Um den Fokus weiter auf den Körper und den Moment zu lenken und beim Tango zu bleiben, gingen wir in Umarmung einfache Schritte im Raum. Ich ermutigte Johann dabei zusätzlich, sich immer wieder zu erlauben, sich selbst einfach nur wohlzufühlen und den Bewegungsfluss zu geniessen, ohne den Anspruch, irgendetwas zu leisten oder zu erreichen. (Männer haben beim Tango Argentino oft einen ungeheuren Leistungsdruck, und bemühen sich, besonders männlich, kraftvoll, elegant oder virtuos zu.) Den nahm ich ihm komplett und führte ihn sozusagen vom Tun zum Sein. Jetzt und Hier anzukommen in. sich selbst. Ein wichtiger Punkt. Bereits dieses einfache Vorgehen der Atem- und Selbstwahrnehmung während des gemeinsamen Gehens in Umarmung führte zu deutlichen Veränderungen der Haltungs-, Atem- und Bewegungsmuster. Johann wirkte zunehmend entspannt, gegenwärtig, stabil und mehr im Kontakt. Ich unterstützte ihn immer wieder während unserer einfachen, gelaufenen Tänze mit : "Erlaube dir Dich selbst und den Kontakt einfach zu geniessen", "Spüre Dich in deinem Körper" oder "Du musst hier nichts beweisen", "Es gibt kein Ziel, das Du erreichen musst." Entspannung und Kontakt Das tat ihm unglaublich gut und er entspannte sich zusehends. Das war für ihn eine ganz neue Erfahrung und berührte ihn sehr. Auch ich hatte ihn so noch nie erlebt beim Tanzen und der Effekt war, das ich mich beim Tanzen mit ihm ebenso viel wohler und auch verbundener mit ihm fühlte. Der Tanz wurde persönlicher, menschlicher, wärmer, weicher, einfühlsamer. Und die Aussicht, das Frauen sich oft genau das wünschten im Tango, motivierte ihn zusätzlich. Am Ende der Stunde waren wir beide erfüllt von diesem heilsamen Prozess. Gemeinsames ruhiges Atmen, verstärkt durch den physischen Kontakt in der Umarmung und das gemeinsame synchrone Gehen im Rhythmus der Musik, bringt Menschen tief zu sich selbst und auch in tiefere Verbindung miteinander. Lektion: Atem und Achtsamkeit Mit Atem- und bewusste Körperwahrnehmung im Tango-Coaching kann oft eine Ebene berührt werden, die über reine Tanztechnik und "Äußerlichkeiten" hinausgeht. Gerade Menschen mit Traumata, Selbstwertproblemen oder Burnout können so über Bewegung, Tanz und Kontakt neue Zugänge zu sich selbst finden. Es ist auch eine Art Achtsamkeitstraining während des Tanzens: nämlich sein Bewusstsein "in den Körper zu gießen", und sich darüber bewusst zu werden, was der Körper eigentlich so spürt und macht. Da gibt es sogar von Buddha eine berühmte Sutra, die das Prinzip am Beispiel des Atmens zum Ausdruck bringt: Wenn er einen langen Atemzug einatmet, weiß er, dass er einen langen Atemzug einatmet; wenn er einen langen Atemzug ausatmet, weiß er, dass er einen langen Atemzug ausatmet. Wenn er einen kurzen Atemzug einatmet, weiß er, dass er einen kurzen Atemzug einatmet; wenn er einen kurzen Atemzug ausatmet, weiß er, dass er einen kurzen Atemzug ausatmet. (Ānāpānasati Sutta zitiert in Yates (Culadasa) & Immergut, 2017, S. 146) Natürlich geht es dabei nicht nur um das Atmen: es ist dasselbe mit vielen Körperhaltungen, Bewegungen und -funktionen. Ich freue mich darauf, diesen Ansatz weiterzuentwickeln und damit Menschen auf ihrem Heilungsweg zu begleiten. Egal, ob es sich nun um Tango Argentino handelt oder anderes.

  • Anti-Stress Atmen hilft Sondereinsatzkommandos, Yogis und mir - Dir auch?

    Mir half dieses kurze Video dabei, mich wieder an eine bestimmte Atemtechnik zu erinnern, und sie auch zu praktizieren. Vor allem, wenn ich gerade in Stress gerate (zu oft!). Allerdings habe ich sie für mich etwas individualisiert und atme gerne noch viel länger aus. Und ich minimiere auch gerne die Einatempause. Vielleicht hilft es Dir auch... Probier es einfach mal aus. https://www.youtube.com/watch?v=y9jbHCRq9Ho/ Atmen wie die Yogis Eigentlich kommt diese Technik aus Tibet - es ist ein Teil der "Tummo" Übungen. Dort wird es "Vasenatmen" genannt. Sie wird Vasenatmung genannt, weil es darum geht, den Atem nach einem tiefen Einatmen anzuhalten und ihn "durch Schlucken" in den Bauch zu drücken (der sich dann zunächst vorwölbt), und zwar so, dass im Bauch- und Zwerchfellbereich eine "Behälterform", d.h. eine "Vasenform" entsteht Man muss allerdings nicht unbedingt den Bauch vorwölben... und In der hier gezeigten Version wird langsam ausgeatment. Atmen wie das Sondereinsatz-Kommando James Nestor, in seinem Buch "Atmen" nennt diese Atemtechnik "Kastenatmen". Es ist funktional das gleiche wie "Vasenatmen", aber es ist explizit als Anti-Stress Atmen gedacht Kampfschwimmer der Navy Seals (US Version unseres SEK) bewahren sich mit dieser Technik in angespannten Situationen ihre Ruhe und Konzentration. Sie ist ganz einfach. Atmen Sie ein, halten Sie die Luft an, atmen Sie aus, halten Sie die Luft an, atmen Sie wieder ein und zählen dabei jeweils bis vier. Wiederholen. Längeres Ausatmen führt zu einer stärkeren Reaktion des Parasympathikus. Eine Variante der Kastenatmung, mit der man vor dem Einschlafen den Körper besser entspannen kann, geht so: Atmen Sie ein und zählen dabei bis vier; halten Sie die Luft an und zählen dabei bis vier; atmen Sie aus und zählen dabei bis sechs; halten Sie die Luft an und zählen dabei bis zwei. Wiederholen. Versuchen Sie mindestens sechs Durchgänge, wenn möglich mehr. Das Prinzip: Einatmen/Halten/Lange ausAtmen Was ist eigentlich das "Geheimnis" hier? Es is das lange Ausatmen, und dessen Effekt auf zwei Dinge: Effekt 1: Das Herz schlägt ruhiger beim Ausatmen Das Herz schlägt in der Regel langsamer während der Ausatmung. Dies wird als Respiratorische Sinusarrhythmie (RSA) bezeichnet und ist ein normaler physiologischer Prozess. RSA bezieht sich auf die Variation der Herzfrequenz, die mit der Atmung in Verbindung steht. Während der Einatmung erhöht sich der Sympathikus, der Teil des autonomen Nervensystems, der für "Kampf-Flucht-Erstarrungs"-Reaktionen verantwortlich ist. Dies führt zu einer beschleunigten Herzfrequenz. Während der Ausatmung hingegen überwiegt der Parasympathikus, der für "Ruhen-Regenerieren-Verdauen"-Aktivitäten zuständig ist. Der Parasympathikus sendet Signale an das Herz, um die Herzfrequenz zu verlangsamen. Dieser Prozess dient dazu, den Blutdruck zu regulieren und die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff effizienter zu gestalten, indem der Herzschlag mit der Atmung synchronisiert wird. Grund 2: Meditation und Aktivieren des zentralen Vagusnervs Jetzt wird es etwas komplizierter. Der folgende Text stammt aus einer Meditations-Seite auf Facebook. Der Berliner Psychiater Ortwin Luers und erläutert aus westlicher Sicht, warum "der Geist still werden kann", wenn man dieser Technik folgt und das Zwerchfell einbezieht. Ortwin nennt auch andere Techniken aus der Meditation. Der Grund für das natürliche Verstummen des Geistes und das Aufhören der Gedanken wird hauptsächlich durch die absichtliche Aktivierung des ventralen Vagalnervs und seiner ausgedehnten neuronalen Netzwerke / Plexus (Chakren/Dan Tien) auf der Vorderseite unseres Körpers verursacht. Wenn unser Gesicht durch Lächeln, unsere Brust und unser Bauch durch Aufmerksamkeit, aber auch durch unsere Hände berührt werden, kommt der dorsale und ältere Teil des vagalen oder parasympathischen Systems mit allen Arten von Regulationsprozessen leicht ins Gleichgewicht und wird ruhiger. Auch der Hormonhaushalt in unserem Körper und der Kampf- und Fluchtmodus unseres Sympathikus können ganz leicht beruhigt werden. Wenn du also deine Vorderseite berührst, indem du deine Hände in die Herzgegend oder auf den Bauch legst, fördert das sofort eine Entspannungsreaktion. Du musst nicht einmal an etwas "nicht denken"! Die Atmung mit einer Atempause tut dies ebenfalls, indem sie das Zwerchfell als Teil des frontalen Vagusnervs und seines Feedbacksystems nutzt. Wenn du auch die Zunge entspannst, wird der Verstand sehr schnell über zwei wichtige Gehirnnerven zur Ruhe kommen. Du kannst sofort zu niedrigen Alpha-Gehirnwellen und Entspannung gelangen. Das Öffnen des Mundes und die Entspannung der Zunge sind auch Teil der Dzogchen-Praxis. In Shamata berührt die Zunge natürlich den oberen Gaumen und manchmal auch die oberen Zähne, denn sobald du dich konzentrierst, steigt die Spannung in der Zunge. Je mehr du denkst, desto größer ist die Spannung in Kiefer und Zunge, weil das Gehirn das Denken fast genauso verarbeitet wie das Sprechen oder Formulieren. Dadurch bekommen viele Menschen Probleme mit Nacken- und Rückenschmerzen. Es dreht sich alles um das "Selfing" und die Identifikation mit dem Denken. Überzeuge dich einfach selbst, wenn du magst! Also: tief Luft holen und (Anti-)Stress-Atmen! Tummo: Beispiel Man mag an "Chakren" glauben oder nicht - aber hier ist einmal ein Beispiel der Tummo Atmung. Das ganze ist nicht zur Wiederholung gedacht, sondern nur als Hinweis woher es kommt.

  • Ayahuasca, Buddhismus, Meditation - Teil 2: Verlust des Selbst

    Weißt du, wie es ist, dich selbst nicht als das selbstverständliche, aktive, vertraute, verkörperte "Ich" zu erleben? Oder besser gesagt: Dich eigentlich gar nicht zu erleben? Sondern eher als etwas Neutrales, Geistiges, Wahrnehmendes? Vielleicht mit einer Art Distanz zu Dingen, Deinem Körper, Gefühlen, Menschen? Das kann je nach Situation gleichsam interessant, lehrreich, entspannend oder auch etwas beängstigend sein. Die persönliche, lebensgeschichtliche Prägung und die aktuelle Verfassung spielen neben der konkreten Situation dabei eine große Rolle. Dies ist die Fortsetzung des 1.Teils: Ayahuasca, Meditation, Buddhismus. In diesem Beitrag gehe ich nun weniger auf die reine Wahrnehmung als vielmehr auf die "Entpersönlichung" bzw. den sogenannten "Selbstverlust" ein. mein persönlicher Bericht Ich berichte von einer sehr tiefen, persönlichen Erfahrung während eines etwas ungewöhnliches Setting - eine ca. einstündige Massage innerhalb einer ganztägigen Ayahuascazeremonie während eines 5-tägigen Retreats. Das möchte ich nach meinem langem Schweigen bezüglich solcher Art von Erfahrungen nun mit dir teilen. Dieser Prozess des Sprechens, Schreibens und Teilens ist auch für mich selber relevant, da ich dadurch diese tiefe Erfahrung nun noch einmal in einer ganz anderen Lebensphase aufarbeite, neu betrachte und für mich auswerte, die ich vor bereits vor vielen Jahren gemacht habe und damals weder wirklich verstehen, noch richtig einordnen konnte. Es ist ein kleiner Ausschnitt aus einer ganztägigen Zeremonie (mit weiteren und anderen Erlebnissen, Wahrnehmungen und Gefühlsverfassungen) als Audiodatei: Ent-Persönlichung im Buddhismus, durch Psychedelika und in den NeuroWissenschaften Der folgende Abschnitt ist eher theoretisch und wieder in Zusammenarbeit entstanden. Er schildert das Phänomen des Verlusts für das Gefühls des Selbst in Meditation, durch Psychedelika und in den Neuro-Wissenschaften. Das Selbst im Buddhismus - illusionär Der rechte Teil der Illustration im Foto ganz oben ist ein leerer Körper. Er illustriert die "Leere des Selbst" im Buddhismus. Das Konzept der "Leere" (Emptiness) im Buddhismus meint allerdings nicht "Nichts" oder "Vakuum". Statt dessen meint es - in diesem Fall - dass das Selbst eine Fabrikation ist, eine vom Geist selbst erzeugte nützliche Illusion. In Wirklichkeit - so der Buddhismus - gibt es aber dieses von uns gefühlte eigenständige Selbst garnicht. Das gibt es so wenig, wie unser Traum-Selbst eigenständig und andauernd existiert - auch das Traum-Selbst ist nur eine selbst-erzeugte Illusion. Der FB-Lehrer Jackson Peterson beschreibt es so: Unsere wahre Natur, die reines Gewahrsam oder Buddha Mind oder Rigpa oder Brahman genannt wird, hat keine negativen Emotionen, keine mentalen Zustände, keine Gedanken, kein Leid und keinen Stress. All diese schädlichen Faktoren gehören zur egoischen Persona, der egoischen Identität als Ansammlung positiver und negativer Konditionierungen, sowie zur DNA des individuellen Organismus. Und dies ist aus dem tibetischen Buch der Toten, das im 14. Jahrhundert in Tibet gefunden wurde. Es beschreibt, wie es durch eine bestimmte Meditation keinen Beobachter oder Zeugen mehr gibt "...Und im gegenwärtigen Moment, wenn dein Geist in seinem eigenen Zustand verbleibt, ohne etwas zu konstruieren, ist das Gewahrsam in diesem Moment an sich ganz gewöhnlich. Und wenn du auf diese Weise nackt in dich hineinschaust, ohne irgendwelche diskursiven Gedanken, da es nur dieses reine Beobachten gibt, wird man eine klare Klarheit finden, ohne dass jemand da ist, der der Beobachter ist, nur ein nacktes manifestes Gewahrsam ist vorhanden. Dieses Gewahrsam ist leer und makellos rein, es wird durch nichts erschaffen, was auch immer. Es ist authentisch und unverfälscht, ohne jede Dualität von Klarheit und Leere." Ent-Persönlichung durch Psychedelika Manchmal sind psychedelische Erfahrungen ein sehr überraschender und schneller Weg zu "mystischen" Erfahrungen, die man in der Meditation vielleicht hat - oder auch nicht. Oder auch spontan mit ein bisschen Glück, durch Zufall oder Übung. Eine solche Erfahrung ist es, wenn man das Gefühl verliert, ein Ich, ein Selbst, eine Persönlichkeit zu sein. Der Mechanismus, über den dies im Allgemeinen und mit Vereinfachung erklärt wird, ist ( ganz vereinfacht gesagt) das sogenannte Default Mode Network (DMN). Dies ist ein Netzwerk im Gehirn, das dann aktiv wird, wenn das "Task Mode Network" (TMN) heruntergefahren wird. Sobald man aufhört, sich intensiv mit einer Aufgabe zu befassen, wird das TMN heruntergefahren und das DMN hochgefahren. Als Illustration nimmt man dafür gerne das Herumliegen auf der Couch: kaum liegt man so unfokussiert und gemütlich herum, beginnt der Geist Gedanken über alles Mögliche zu produzieren. Man fängt leicht und unwillkürlich an, zu grübeln. Über sich selber, seine Hoffnungen, Befürchtungen, Enttäuschungen, was man hätte tun oder sagen sollen, allgemein über seine Vergangenheit, Zukunft und natürlich über seine Beziehungen etc... - und nicht immer empfindet man das als positiv! Dieses Default Mode Network sieht man (vereinfacht gesagt) als den Sitz des Gefühls an, ein Ich bzw. ein getrenntes, eigenes Selbst zu sein. Psychedelika haben die Eigenschaft, dieses DMN herunterzufahren! Dieser dafür zuständige Bereich im Gehirn wird deutlich weniger durchblutet. Dafür werden andere, normalerweise nicht oder weniger aktive Gehirnareale stärker aktiviert und vor allem ganz anders und neu vernetzt. Nach der Einnahme von Psychedelika ist also das Erleben, NICHT wie gewohnt das eigene, definierte Selbst und selbstverständlich im eigenen vertrauten Körper beheimatet zu sein, chemisch ausgelöst. Wobei man dazu sagen muss, das im Fall von Ayahuasca der zentrale Wirkstoff DMT ist und dieser Stoff vom Körper sogar selbst produziert werden kann. Zb. im Geburts- und Sterbeprozess oder beim Orgasmus (vor allem beim Cervix-Orgasmus von Frauen). Das Selbst als ein fabriziertes "Selbst-Modell" in der Neuro-Wissenschaft Die modernen Neurowissenschaften stimmen mit dem Buddhismus völlig darin überein, dass es kein eigenständiges "Selbst" gibt. Ja, so ist es, auch wenn wir das subjektiv ganz anders fühlen und es für die meisten schwer vorstellbar ist. Eine moderne Theorie besagt, dass das Gefühl des "Selbst" ein nützliches Modell ist, das sich das Körper-Gehirn System selbst erschafft. Es ist sozusagen eine Art Avatar, der ein Teil eines gesamten Welt-Modells ist, das sich unser Gehirn von der Außenwelt erschafft. Zum Lesen oder Hören Neurowissenschaften: Wie das Gehirn unser "Selbst" erzeugt (Ted Talk von Anil Seth) https://www.youtube.com/watch?v=z7_LwuuPsAE Buddhismus: No-Self (Jackson Peterson) https://www.facebook.com/jackson.peterson.73/posts/pfbid0FUnCuQ4Qrq1gsZGQRk6QZ6zvyupUqdwxZb86M59fGECz1ug9pbhNzDu6HwK47j2Pl Neurowissenschaften und Lokalisation https://neurosciencenews.com/self-awareness-brain-23515/ PS. Dieser Post ist eine Kooperation mit jemand mit dem ich meine Erfahrungen aus der buddhistischen und anderen Perspektiven iinterpretieren und neu integrieren kann.,

  • Wir hören nicht Musik - wir werden selber zu Musik!

    Wenn sogar Hard-Core Wissenschaft etwas zur Bedeutung von Musik in Bezug auf Gehirn, Gesundheit, Motivation, Antrieb und Emotionen sagt, soll das echt was heißen...! Ich freute mich, als mir jemand den Podcast von Andrew Hubermann zur unglaublichen Wirkung von Musik schickte. Wenn jemand total wissenschaftlich orientiert ist, dann Andrew Hubermann. (Obwohl ich absolut nicht zu denen gehöre, die alles verneinen, was nicht wissenschaftlich belegt ist!) (Hinweis: man kann sicht jetzt automatisch in deutsche Untertitel übersetzen lassen. Noch nicht perfekt, aber das wird noch..in "Einstellungen / Untertitel".) Man "wird Musik": Die Frequenzen und Rhythmen der Musik veranlassen die Neuronen, synchron in den Frequenzen der Musik zu feuern. Das heißt, der Körper nimmt die Eigenschaften der Musik an. Um Musik hören zu können, müssen wir durch Resonanz Musik "werden", bzw. verkörpern. Faszinierend, oder? Das ist ein angeborenes implizites Wissen, das bei Babys noch in Reinform zu beobachten ist. Wer es genauer wissen will, kann hier die Zusammenfassung von Huberman lesen. Ok, das ist nicht alles ganz neu, aber ich freue mich über das Ausmaß, in dem meine Arbeit und meine Behauptungen von jemand wie Andrew Hubermann bestätigt werden. Musik - weitreichende Wirkung Gehirn: Musik aktiviert viele Bereiche des Gehirns, einschließlich derjenigen, die für Emotionen, Bewegung und Gedächtnis zuständig sind. Schnellere Musik aktiviert Gehirnbereiche, die entscheidend an Motivation und Bewegung beteiligt sind. Das Erlernen eines Instruments verbessert die Konnektivität und Neuroplastizität des Gehirns. Die Frequenzen und Rhythmen der Musik veranlassen Neuronen, in synchronen Mustern zu feuern. Das Hören von Musik setzt Neurochemikalien wie Dopamin und Oxytocin frei. Die motorischen Regionen des Gehirns werden als Reaktion auf musikalische Takte und Rhythmen aktiviert. Musik veranlasst das Gehirn dazu, "mitzuspielen", indem es Neuronen im Einklang mit den Klängen feuert! Körper: Das Hören von Musik kann den Blutdruck und die Herzfrequenz senken. Musik wirkt sich auf die Atmung aus, was die Herzratenvariabilität (ein Stressregulationsindikator) reguliert und die kardiovaskuläre Gesundheit verbessert. Antrieb: Schnellere Musik mit mehr Schlägen pro Minute aktiviert Hirnregionen, die mit Motivation und Bewegung verbunden sind. Das Hören von mitreißender, energiegeladener Musik 10-15 Minuten vor dem Training oder vor kognitiver Arbeit steigert Motivation und Antrieb. Die Aktivierung von Hirnregionen, die an Bewegung und Rhythmus beteiligt sind, steigert intrinsisch die Motivation und bereitet den Körper darauf vor, aktiv zu werden. Die Vorhersage- und Neuigkeitssuchsysteme des Gehirns werden beim Hören von vertrauter, angenehmer Musik aktiviert, was zur Ausschüttung von Dopamin führt. Musik mit persönlicher emotionaler Bedeutung und inspirierenden Texten kann Motivation und Aktivierung über ein schnelles Tempo hinaus noch weiter steigern. Kurze Pausen, in denen man motivierende Musik hört, können Fokus und die Motivation wiederherstellen, um eine geistige Arbeit fortzusetzen. Singen aktiviert Hirnregionen, die an Motivation und Belohnung beteiligt sind. Das Spielen von Instrumenten, insbesondere in Gruppen, kann einen motivierten Flow-Zustand induzieren. Mitreißende Tanzmusik steigert die Motivation für aerobes Training und repetitive körperliche Aufgaben. Motivierende Musik synchronisiert Stimmung und Bewegung, um Geist und Körper auf Aktivität vorzubereiten. Zusammengefasst: Musik kann motivationale Systeme in Gehirn und Körper stark beeinflussen. Fröhliche, schnelle Musik aktiviert Menschen zuverlässig für geistige und körperliche Aufgaben. Musik ist ein mächtiges Mittel, um Körper und Motivation anzuregen und zu aktivieren. Emotionen: Schnellere, beschwingte Musik löst positive Gefühle wie Glück aus. Langsamere, traurigere Musik kann helfen, Gefühle wie Trauer zu verarbeiten. Musik hat eine große Aussagekraft und ruft nuancierte Emotionen hervor. Musik und Tanz: Schnellere rhythmische Musik aktiviert Gehirnbereiche, die mit Bewegung und Tanz verbunden sind. Unterschiedliche Musikmuster lösen verschiedene Arten von Tanzbewegungen aus. Tanzen hat sich wahrscheinlich als eine natürliche, ursprüngliche Reaktion des Gehirns auf musikalische Rhythmen und Beats entwickelt. Synchronisierter Gruppentanz zu Musik fördert neuronal die soziale Bindung und den Gruppenzusammenhalt. Musik und Zustände erweiterten Bewusstseins: Trance-induzierende Musik kann die Gehirnwellenmuster in meditative Zustände versetzen. Rhythmisches Trommeln oder Singen kann tranceartige oder hypnotische Zustände hervorrufen. Durch Musik ausgelöste Zustände können das Gefühl der Verbundenheit verstärken. Das genaue Zuhören von Musik kann transzendente Gefühle und "Flow"-Zustände hervorrufen. Mit Musik lassen sich Emotionen ausdrücken, die sich nur schwer in Worte fassen lassen. Fazit: Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Musik tiefgreifende Auswirkungen auf das Gehirn und die Emotionen hat. Sie ist ein mächtiges Werkzeug, um die Stimmung zu verändern, Gefühle zu verarbeiten, Motivation, Antrieb und Lernen zu verbessern und zu steigern und hilft, eine tiefe Verbindung zu anderen aufzubauen. Das Spielen von Musik stärkt das Gehirn in vielerlei Hinsicht. Wenn sie klug eingesetzt wird, kann Musik enorme Vorteile für das geistige und körperliche Wohlbefinden haben.

  • Ayahuasca, Meditation, Buddhismus - Teil 3: Einsicht in die Unvermeidbarkeit von Leid

    Ich sah und erfuhr: Wir können zwar versuchen, schmerzhafte Erfahrungen und die Mühen dieser Pilgerreise, die wir Leben nennen, zu vermeiden. Aber das bedeutet, dem Leben selbst auszuweichen, während es von Augenblick zu Augenblick vergeht! In dieser Zeremonie hatte ich eine kurze aber eindrückliche visuelle und emotionale Erfahrung, in der ich das Rad von Leben und Tod sehr eindrücklich vor meinem inneren Auge sah. Ich hatte eine Einsicht in etwas, das mir theoretisch schon lange klar war: dass schmerzhafte Erfahrungen unvermeidlich sind und dass herausfordernde Erfahrungen, von denen wir denken, dass wir sie eigentlich nicht haben sollten, dass wir wohl etwas falsch machen, ein zentraler Bestandteil des Lebens selbst sind. Das war keine intellektuelle Erkenntnis. Ich habe es visuell erlebt und sehr tief empfunden. Das ist auch sehr typisch für psychedelische Erlebnisse: Sie erscheinen als unmittelbare Wahrheit, die gefühlt irgendwie ganzheitlich sind und ohne Worte auskommen. Bildhafte Erfahrung der Ayahuasca Erfahrung Hier nun meine bildhafte, metaphorische Erfahrung im Detail: In dieser Ayahuasca Zeremonie sah ich (unter anderem) das "Rad des Lebens und des Todes". Ich sah ganz konkret, sozusagen als halluziniertes "Video", wie der Planet Erde aus der Ferne als eine runde, erdfarbene Kugel erschien, auf der sich die Menschen auf ihrer Lebensreise endlos abmühten, schwitzten, Dinge schleppten, bis sie starben, nur um wiedergeboren zu werden und die Anstrengung des Lebens von neuem zu beginnen. Ich sah sie unaufhörlich wie die Sonne auf der einen Seite aufgehen und auf der anderen untergehen. Es war ein endloses Kommen und Gehen. Es waren nackte Menschen, ohne alles, was wir normalerweise besitzen. Sie erinnerten mich ein bisschen an Neandertaler. Es war das nackte, rohe Menschsein auf diesem Planeten Erde. Es war das unendliche Rad des Geborenwerdens und des Sterbens - des Lebens und des Todes. Ein endloser Kreislauf. Und dieses einfache Bild der Erdkugel mit den unzähligen Menschen, die geboren werden, die stöhnen, die schwitzen, die sich schleppen, die laufen, die pilgern, die sich unermüdlich abmühen auf ihrer Reise durch das Leben und dann wieder sterben, enthielt all dies. Wiedergeburt und Buddhismus Im Nachhinein ist mir klar geworden, warum es für Buddhisten nicht unbedingt erstrebenswert ist, wieder geboren zu werden. Ich hatte nie wirklich verstanden, warum Buddhisten im Allgemeinen versuchen, so viel gutes Karma wie möglich aufzubauen - um dann durch die Erleuchtung diese irdische Erfahrung nicht mehr zu brauchen. In dieser Vision wurde mir plötzlich ganz klar und verständlich, dass menschliches Leben einfach auch Leiden bedeutet. Unvermeidlich. Ohne Leiden kein Leben. Es macht keinen Sinn, sich dagegen zu wehren. Anmerkung: "Leiden" bedeutet im Buddhismus nicht automatisch "Unglück" etc. In manchen Interpretationen wird das Pali-Wort "dukkha" auch mit "Reaktivität" übersetzt. In diesem Sinne bedeutet die Befreiung vom Leiden, wieder mehr Autonomie zu gewinnen, indem man nicht ständig auf "Trigger" reagiert und von Impulsen beherrscht wird. Leiden und Compassion / Mitgefühl in Meditation und Buddhismus Man denkt ja oft, dass das Ziel von Meditation so etwas ist wie Entspannung, innere Ruhe, etc. Dies kann ein individuelles Ziel sein. Aber in der ursprünglichen Tradition ist das Ziel auch immer, das Leiden "aller bewussten Wesen" zu verringern. Das Ziel ist dann "Einsicht + Mitgefühl". Und aus dem Mitgefühl können dann Taten erwachsen, durch die man hilfreich ist, im Kleinen oder Großen. Man kann auch garnicht 24/7 allen Menschen helfen. In einer seiner Meditationen sagt zB auch der Lehrer Sam Harris, dass es vor allem darum geht, ein besserer Partner, Freund oder Elternteil zu sein und - allem voran! - eine bessere, gesündere Beziehung zu sich selbst und zum Leben zu entwickeln! Das ist also etwas anderes als individuelle mentale Gesundheit im üblichen Sinne: es ist auch eine soziale Intention, keine reine "Wellness"-Übung. Eine spezielle Art von Meditation dafür ist die "Metta-Meditation", in der man Mitgefühl übt. Zum Beispiel gibt es Atem-Meditationen, in denen man sich das Leid der Welt als dunkle Wolke einatmet, es innerlich reinigt, und dann gereinigt und hell wieder in die Welt ausatmet. Das ist aber nur möglich, wenn man überhaupt ein Gefühl dafür hat, wieviel Leid tatsächlich in anderen Menschen und der Welt vorhanden ist, also sowohl im kleinen wie auch im großen Maßstab. Solch ein sehr konkretes Mitgefühl für andere bekommt man oft in psychedelischen Erfahrungen, besonders mit Ayahuasca. Ich bin für diese Einsicht sehr dankbar, auch wenn der Inhalt an sich eigentlich nicht neu für mich war. die DIAMANT - ATeMmEditation Hier ist ein Ausschnitt aus einer "Tonglen" oder Metta-Meditation, die ich einmal gehört habe. Davon gibt es viele Varianten. In dieser Variante ist es nicht direkt das eigene Herz, sondern ein Diamant in der Mitte Deines Herzens, der das eingeatmete Leiden verwandelt. Diese Tonglen Übung bedeutet Geben und Nehmen. Wir werden einen Diamanten in unserer Brust haben. Dieser Diamant ist einzigartig und er hat die Eigenschaft, unzerstörbar zu sein. Unverwüstlich und kristallklar. Du stellst dir einen Diamanten vor, der in der Mitte deines Herzens entsteht. Er ist rostfrei und unzerstörbar. Er strahlt Mitgefühl aus. Und dann machen wir die Praxis von Tonglen, wir stellen uns verschiedene Szenen von Menschen vor, die Schwierigkeiten haben, denn dies ist ein Diamant, der voller Mitgefühl ist. Jetzt einfach einatmen als ob du beim Einatmen das Leiden in den Diamanten einatmen könntest. Du atmest das Leid anderer ein, der Atem trifft den Diamanten und verwandelt sich. Dieser Diamant ist also wie ein Transformator, der alles, was er berührt, sofort reinigt. Wir atmen also das Leid der anderen in den Diamanten ein. Dann atmen wir es wieder aus, und so wird Verbindung und Mitgefühl erzeugt und verstärkt. Referenzen Ich überprüfe jetzt ab und zu was ich schreibe aus Interesse mit ChatGPT. Hier meine Prompts: Was ist der Zusammenhang von Wiedergeburt und Karma? Was sind unterschiedliche Übersetzungen des Begriffs "dukkha"?

  • Ayahuasca, Meditation, Buddhismus - Teil 1: direkte Wahrnehmung

    Ich hatte vor 7 Jahren eine "quasi-buddhistische" meditative Erfahrung in einer psychedelischen Zeremonie mit Ayahuasca. In den letzten Jahren hat sich Ayahuasca in der spirituellen Szene sehr verbreitet. Wahrscheinlich hast du davon schon gehört oder vielleicht sogar eigene Erfahrungen damit gemacht? Dieser Auschnitt einer Ayahuasca Erfahrung stammt aus einer von insgesamt sieben Zeremonien. Ich war, nach dem ich zunächst für einige Zeit das Bewusstsein verlor, beim Erwachen unvermittelt in einem Zustand absolut wertfreier Offenheit (begleitet von innerem Frieden und tiefer innerer Stille). Etwas anders existierte überhaupt nicht. Es war das einzige, was es gab. "Ich" war dieser Bewusstseinszustand reinen SEINs - ohne wenn und aber. Es war sozusagen eine Offenbarung an völlig selbstverständlicher Hingabe an den Moment, das Leben - einfach das, was ist und wie es ist. Einfach? Im normalen Leben ist das ja oft eher eine Kunst, eine bewusste Entscheidung, Früchte von Meditationspraxis - kein plötzliches Geschenk des Himmels. "Es" war plötzlich einfach so, bzw Ich. Was aber nicht ganz stimmt, denn ein ICH im normalen Sinne war ja eigentlich gar nicht anwesend... Im Buddhismus nennt man dieses reine Wahrnehmen ohne Wertung, Abwehr oder Verlangen Gleichmut, im Englischen Equanimity. Ich fand das Jahre später erst richtig spannend. Denn so lange war mir die Dimension dieser Erfahrung garnicht wirklich bewusst. Es war ja so unspektakulär, besser gesagt undramatisch gewesen... Dieser Bezug zum Buddhismus wurde mir erst später bewusst. Inzwischen gibt es dazu einen recht neuen Film über ein Experiment. Ich war so tief berührt und beseelt davon und finde den Bezug zu meiner Arbeit so relevant, dass ich meine persönlichen Eindrücke und Gedanken dazu nun hier mit Dir teilen und reflektieren möchte... Dieser Zustand der nicht-wertenden Offenheit ist mir und meinen Klienten übrigens vertraut durch die Praxis des Authentic Movement. Mir persönlich sind auch bestimmte Zustände wie z.B. De-Personalisierung, die in psychedelischen Erfahrungen regelmässig auftauchen, vertraut - wenn auch durch die - zumindest ursprünglich - schmerzhafte Prägung durch dissoziative Zustände während frühkindlicher Traumata. In der genannten psychedelischen Erfahrung war diese De-Personalisierung absolut positiv und im Nachhinein würde ich sagen erleichternd. Entlastend. Ohne die diversen Anzeichen meiner lebensgeschichtlichen Prägungen, bzw. Altlasten. Und mir fällt auf, wieviel mehr ich davon noch in mein Leben integrieren darf! Die Erfahrung hatte folgende allgemeine Kennzeichen, die auch den Tibetanischen Buddhismus charakterisieren, und die sich teilweise bedingen oder auch überlappen: Direkte Wahrnehmung Verlust des Selbst Reduzierte Reaktivität Akzeptanz, Gleichmut Glücksgefühl (Bliss) Es ist wunderbar, soviel Buddhismus durch ein kleines Glas Ayahuasca Tee - mit dem richtigen Set und Setting - vermittelt zu bekommen. In diesem Teil werde ich auf die "Direkte Wahrnehmung" eingehen. In einem weiteren Beitrag gehe ich auf den "Verlust des Selbst" und weitere damit verknüpfte Themen ein. Beide Themen sind sehr verwandt, aber dieser Beitrag wird sonst einfach viel zu lang. In einem dritten Teil wird es dann um das karmische Rad von Leben und Tod gehen, das in einer weiteren Ayahuasca Erfahrung auftauchte und die Reflexion darüber aus Sicht der buddhistischen Meditation. Ayahuasca,Meditation, Buddhismus - Direkte wahrnehmung Hier der zentrale Satz des folgenden kurzen Audios, bzw. Ausschnitt daraus, in dem ich meine frühere Erfahrung im Nachhinein spontan versuchte, jemandem zu beschreiben: Es war einfach nur das Schauen, das Wahrnehmen. Es gab keine Verknüpfung mit einer persönlichen Geschichte, mit inneren Reaktionen. Für diejenigen, die lieber lesen, hier eine bereinigte Transkription Ich habe einfach geschaut, wahrgenommen. Daran gab es nichts Persönliches - einfach nur das Schauen selbst, das Wahrnehmen selbst. Darin war keine Verknüpfung mehr mit meiner persönlichen Geschichte und meinen Themen, mit den üblichen inneren Reaktionen, die ich so von mir kenne. Es war eine Art Empfänglichkeit oder Hingabe an das Gesehene. Eine Art offene Beeindruckbarkeit. Und ja, darin lag ein tiefer Frieden und eine Stille. Alles war einfach, was war. Und das war schön, so wie es einfach war. Also ich konnte die Schönheit in den Dingen und in allem ganz anders sehen. Das Leben selbst war auf eine bestimmte und unspektakuläre Weise einfach schön. Und ja, jeder Einzelne in seiner Haltung war schön. Und total undramatisch und unemotional,l ohne innere Verstrickungen, gedankliche Loops, persönliche Färbungen und sowas. Also man könnte auch sagen neutral. Und das neutral war nicht unangenehm oder kalt, sondern einfach entspannt bzw entspannend, und von diesem Schauen, diesem schlichten Wahrnehmen vom Leben geprägt - von den Dingen, von Menschen, wie sie einfach sind, wie das Leben einfach ist, dieses pure, reine. Ja, davon war die ganze Erfahrung durchzogen. Direkte Wahrnehmung Im Vergleich zur Meditation, hier ist ein zentraler Satz von Buddha, in der er Rat gibt, wie zu meditieren ist: In Bezug auf das Gesehene, wird es nur das Gesehene geben. In Bezug auf das Gehörte, nur das Gehörte. In Bezug auf das Gespürte, nur das Gespürte. In Bezug auf das Erkannte, nur das Erkannte Genau das war mir in der Ayahuasca Zeremonie passiert: ich sah einfach. Ich hatte aufgehört, mit dem Sehen automatisch alles mögliche zu verbinden. Das Gesehene war nur das Gesehene, und nicht mehr zusätzlich Urteil und Bewertung Abneigung oder Verlangen (aber keinen Wunsch dass es so bleiben möge) Emotionen (außer einem allgemeinen Wohlgefühl) Gedanken an die Vergangenheit oder Zukunft Gedanken die das Gesehene analysierten Lange Stories - zum Beispiel was der Gesichtsausdruck eines der Teilnehmer bedeitet Ich nahm einfach nur wahr in einer Art, die im Tibetischen Buddhismus "the natural state" (of the mind) genannt wird. Das Gesehene wird nicht mehr mit allem möglichen überlagert und dadurch verformt. Der Geist ist ruhig. Und so beschreibt Jackson Peterson diesen Zustand in buddhistischen Termini: Unsere Wahre Natur, die reines Gewahrsam oder Buddha Mind oder Rigpa oder Brahman genannt wird, hat keine negativen Emotionen, keine mentalen Zustände, keine Gedanken, kein Leid und keinen Stress. Das Gehörte war übrigens auch für mich tatsächlich nur das Gehörte! (ZB. das Ayahuasca- Gekotze um mich rum, Wasser eingiessen, Atemgeräusche etc, die mich sonst immer völlig fertig gemacht hatten, weil meine Sinneswahrnehmungen so verstärkt waren.) Das viel mir also total auf, da ich allgemein sehr geräuschempfindlich sein kann - vor allem bei diesen Zeremonien und ich das diesmal völlig unbeschwert erlebte. Sehen ohne Konzepte In dieser Ayahuasca Zeremonie zeigte sich ein weiterer Aspekt der buddhistischen Meditation. Nämlich eine Art der Wahrnehmung, die nicht geprägt ist von Konzepten. Was meine ich mit "Konzept"? Wir nehmen im allgemeinen ja nicht "die Realität als solche" wahr. Statt dessen sehen wir - was die Realität auch immer sein mag - hochverarbeitete Konstrukte unseres Gehirns. So nehmen wir der niedrigsten Wahrnehmungsebene zum Beispiel nicht einen Stuhl wahr, sondern nur den Einfall von Protonen in unser Auge. Über verschiedene Verarbeitungsebenen hinweg werden daraus Linien, Formen, Farben, Kanten etc. Und schließlich ein Stuhl. "Der Stuhl" ist ein Konzept. All dies haben wir zunächst auf irgendeine Art im Lauf der ersten Lebensjahre automatisch gelernt. Aber in der Ayahuasca - Erfahrung ging es mir so: Ich habe einfach nur geschaut. Wie ein Baby, das nun da ist und so herumguckt, aber das mit noch nichts "gefüllt", von nichts geprägt ist. Wie ein weißes Blatt Papier, noch völlig unbeschrieben. Ein Baby hat erstmal keine Konzepte so wie wir Erwachsene. Ich höre und übe seit gut zwei Jahren mal mehr mal weniger die "Daily Meditations" aus der "Waking Up" app des amerikanischen Meditationslehrers und Philosophen Sam Harris - die ich zur Zeit der Ayahuasca Erfahrung allerdings noch nicht kannte! Im folgenden Ausschnitt leitet er an, "wie ein Baby" zu sehen, das noch keine Vorstellung davon hat, was all die Farben und Schatten und Linien bedeuten: Lass uns die Sitzung mit offenen Augen beginnen....Schaue einfach in dein Gesichtsfeld...Es spielt keine Rolle, was du ansiehst....Es können Bäume oder der Himmel sein...Es kann eine leere Wand sein....Ein überladener Schreibtisch....Es spielt wirklich keine Rolle....Und während du ins Leere starrst, ...schau, ob du dein Gesichtsfeld in eine in eine Fläche aus Farben und Schatten auflösen kannst. Das Baby sieht zunächst nur eine Fläche aus Farben und Schatten. Erst später werden daraus zum Beispiel das Gesicht der Mutter. Auch hat das Baby noch kein Gefühl, ein "Ich" zu sein. Alles geschieht einfach nur. Das Ich entwickelt sich erst mit ca 18-24 Monaten. In der Meditation beschreibt der amerikanische Dzogchen Lehrer Jackson Peterson diesen Zustand des/der Meditierenden als "wissendes Bewusstsein": Dieses wissende Bewusstsein ist ein sehr nacktes bezeugendes oder wahrnehmendes Bewusstsein. Es ist frei von der Kleidung des Denkens, hat kein Gefühl für eine persönliche Identität oder eine persönliche Geschichte über seine Vergangenheit. Es ist wie unsere fünf Sinne: Unsere Augen sehen einfach, ohne das Gefühl zu haben, ein bestimmter "Seher" zu sein. Mit dem Hören ist es genauso: Wir hören einfach nur Geräusche, ohne dass die Fähigkeit zu hören als ein bestimmter "Hörer" definiert ist. Genauso ist unser nacktes Gewahrsein nur das Bemerken oder Beobachten der inneren mentalen Ereignisse sowie der "äußeren" Wahrnehmungsereignisse der Erfahrung. Wir bemerken auch, dass dieses Beobachten ohne das Gefühl einer persönlichen Identität als "Beobachter" geschieht. Das wäre so, als würde ein neugeborenes Baby seine Umgebung einfach nur beobachten, ohne das Gefühl zu haben, eine bestimmte Identität zu haben. (Jackson Peterson) Dieser Zustand mit einem verringertem Gefühl, ein "Ich" zu sein, wird durch psychedelische Substanzen regelmäßig ausgelöst. Das hat zum Beispiel damit zu tun, dass diese Substanzen - wie Ayahuasca - ein Netzwerk im Gehirn herunterfahren, das für dieses Gefühl mitverantwortlich ist: das inzwischen berühmte "Default Mode Network" (DMN). Dieses Netzwerk wird immer dann aktiv, wenn unser "Task Network" (also wenn wir etwas fokussiert tun) herunterfährt. Also: Auf dem Sofa sitzen und grübeln: Default Mode Network aktiv Eine herausfordernde Aufgabe erledigen: Task Mode Network aktiv Man kann aber das DMN auch durch Meditation herunterfahren! Meine Erkenntnis: psychedelika können Einführung und Vertiefung von meditation sein Eigentlich ist dies nichts Neues: alle bekannten spirituellen Lehrer der 60er Jahre wie Jack Kornfield oder Culadasa haben den Buddhismus durch LSD entdeckt. Und LSD hat den gleichen Effekt auf das Default Mode Network. Und heute wird viel geforscht an dieser Überlappung von Meditation und psychedelischer Erfahrung. ZB um Wissen darüber zu erlangen, wie unser Bewusstsein funktioniert, aber auch bezüglich einer möglichen Verwendung bei psychischen Krankheiten. Zum Sehen Hier der Trailer auf Vimeo von "Descending the Mountain". Dies ist ein Film über ein Experiment mit Laien und einem Zen Meister. "Den Berg herabsteigen": dieser Titel ist eine Umdrehung des Ausdrucks "Den Berg besteigen". Das meinte man mit "in mühevoller Arbeit den Berg zur Erleuchtung hinaufsteigen", durch jahrelange Meditations-Praxis. Und mit Psychedelika war es dann wie "mit den Hubschrauber auf den Berg fliegen" und den großen Überblick bekommen. Viele Jahre diskutieren Buddhisten, ob es ok ist, sich "non-duale Erfahrung" so einfach zu machen. Der Dalai Lama ist übrigens auf der Seite derjenigen, die Hilfsmittel und Technik für legal halten. Zum Lesen Was Neurowissenschaften, Zen Meditation und Psychedelika miteinander verbindet (ein unterstützender Beitrag zu meinem Post über Ayahuasca, Meditation, Buddhismus) https://www.derstandard.de/story/2000131391927/was-neurowissenschaften-zen-meditation-und-psychedelika-miteinander-verbindet

  • Spürst Du Dich? Bist Du in Deinem Körper präsent?

    Warum ich körper- und bewusstseinsorientiert arbeite. Ich behaupte, wenn wir in uns selbst nicht zu Hause sind kann Tanzen nicht wirklich glücklich machen. Dann bleibt das etwas Äußeres, was uns im Inneren nicht erfüllt und berührt. Meist denken die Tangotänzer, die zu mir kommen, ihr “Problem“ wäre der Tango. Das sie da irgendwas falsch machen, oder falsch verstanden haben. Ja und Nein. Es beginnt oft viel früher. Damit, dass sie mit einem mehr oder weniger unbewussten Körper, einem geringen Selbst-, Fremd- und Raumwahrnehmung tanzen. Und dann fühlt sich das natürlich nicht so an, wie sie sich das wünschen. Sie bedienen den Tanz, so gut sie können, kommen aber selber nicht wirklich darin vor. Körperlich sind viele von uns oft nur: im Fitnessstudio und allgemein beim Sport: allerdings meist im Leistungsmodus, ohne innerlich wirklich dabei zu sein und z.B. wichtige Details des Körpererlebens, der Haltung und des Bewegungsablaufes zu spüren. beim Tanzen: Tanzuntericht und tanzen läuft im oft im gewohnten Gut Aussehen-, Unterhaltungs-, Leistungsmodus - also wie vieles andere auf Autopilot - ohne dass man sich wirklich zu fühlen und auf sich selbst einzulassen braucht. Geschweige denn, sich kreativ, sinnlich, zart, kraftvoll, authentisch auszudrücken. Weshalb man auch weiterhin in seinem Gewohnheitsloop verweilt, ohne damit glücklich zu sein. beim Sex: ich will ja niemandem zu Nahe treten, aber ich finde, ohne körperliches Spürbewusstsein und innere Präsenz sind Dimensionen sinnlichen, ekstatischen Erlebens und wirklicher Intimität im Miteinander nur begrenzt möglich. Allerdings vermisst man nichts, was man nicht kennt. Manchmal gibt es da aber so eine Ahnung, eine zarte innere Stimme die sagt, das "das" noch nicht alles gewesen sein kann. Ich glaube Tantrabücher - und Seminare für bewusste Körperlichkeit und Sexualität sind nicht ohne Grund ziemlich gefragt. beim Yoga: wo wir üben, uns mit Bewusstheit zu bewegen und zu spüren. Kein Wunder also der anhaltende Boom von Yoga und die ungebremste Vermehrung von Yoga Studios, Yoga Lehrern, Yoga Ausbildungsinstituten. Die Nachfrage ist groß. Verständlich. Schließlich verheißt Yoga nicht nur Beweglichkeit, Gesundheit, Zugang zu Spiritualität sondern auch Bewusstheit im Miteinander, im eigenen Körper und im Umgang mit sich selbst. Ich behaupte, mit all diesen Aktivitäten - und natürlich vielem anderen - kann man sich leicht etwas vor machen. Es ist möglich, und gar nicht so unüblich, Sport zu treiben, zu tanzen, Sex zu haben und Yoga zu machen, ohne dabei im Körper anwesend zu sein, sich selbst sinnlich wahrzunehmen. Paradoxerweise, obwohl meist der bewusste Wunsch besteht, mehr im eigenen Körper anzukommen. In unserer hochtechnisierten Welt, mit wenig Bewegung, wenig bis gar keinem Körperkontakt mit anderen Menschen, und in einer Welt, die vom Denken und Konzepten kontrolliert wird, haben wir großteils unsere natürliche, selbstverständliche Art in unserem Körper und mit unserem Körper zu sein verloren. Aber wer sind wir ohne unseren Körper? In unserem Körper stecken wir oft wie auf Autopilot. Vielleicht ist die Bezeichnung “auf Autopilot“ auch zum Synonym für Funktionsmodus geworden. Und für viele beherrscht der Funktionsmodus das Leben. Unser Körper soll vor allem problemlos funktionieren und gut aussehen. Er ist ein Ding geworden. Wir haben ihn unbemerkt zum Objekt degradiert. Das wird unserem höchst intelligenten Körper in keiner Weise gerecht und negiert die Basis unserer Lebensgrundlage und unseres Lebensglücks. Er ermöglicht unsere Existenz, aber wir ignorieren seine Signale, die ihm innewohnende Intelligenz und viele von uns mögen ihn nicht einmal. Unser Körper ist unser abgewertetes, vergessenes, vernachlässigtes dabei aber hoch intelligentes, sinnliches Zuhause. Als Menschen sind wir zutiefst soziale Bindungswesen. Aber auch Bindung, Resonanz, Berührung, Gefühle oder Wahrnehmung passieren nicht ohne den Körper. Unser Gehirn hat sich längst an diesen tendenziell körperentfremdeten Lebensstil adaptiert und die entsprechenden Nervenbahnen sozusagen zu breiten viel befahrenen, Autobahnen ausgebaut. Dagegen sind die Pfade der Neuronentätigkeit, die nötig sind für Propriozeption (inneres Körperempfinden) und Kinästhetik (inneres Bewegungseempfinden) wahrscheinlich eher zu einem schlecht zugänglichen Trampelpfad geworden. In der Sprache der Neurowissenschaftler: was nicht gebraucht wird abgebaut. Die gute Nachricht: wir können das in jedem Alter neu lernen, aufbauen und wie einen Muskel trainieren! Meine Arbeit mit Mindful Motion Tango z.b schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe: Sie sensibilisiert die Selbstwahrnehmung und die eigene Körperlichkeit - auch im Miteinander, verbessert die nonverbale Kommunikation und Kooperation, allgemein die körperliche Koordination von Bewegung im Raum. Und das auch in erhöhtem Schwierigkeitsgrad gemeinsam in tänzerischer Umarmung mit einem anderen Körper und in einem vorgegebenen Rhythmus. Tango ist eng gekoppelt an unsere körperliche Selbstwahrnehmung, das Spüren des Partners, der Musik und der Raumwahrnehmung. Nicht umsonst findet man bei begabten Tänzern und Sportlern eine ausgeprägte Propriozeption und Kinästethik. Wenn mir in diesem Bereich Defizite begegnen, gehe ich darauf sehr individuell ein. Dann ist es bedeutsam, die innere Spürfähigkeit zu verbessern, Körperbewusstheit in den entsprechenden Körperbereichen zu üben, zu lernen, präsenter zu sein und wirklich in Kontakt zu gehen. Im Tango und darüber hinaus. Das eine ist vom anderen nicht zu trennen. Manche Körperbereiche werden wiederbelebt und gespürt, Blockaden und Anspannungen gelöst. Das klingt einfach, ist es allerdings nicht immer. Alles braucht seine Zeit. Komplexe neuronale Schaltkreise müssen erst in Gang gebracht und ungute, unbewusste Gewohnheiten wieder verlernt werden. Manchmal ist auch wenig Wahrnehmung für den Partner vorhanden, oder/ und der Tanz mit all seinen Möglichkeiten findet energetisch hauptsächlich im Kopf statt. Ohne realen, gefühlten Kontakt zum Partner, zum Raum und ohne differenziertes Feingefühl zum eigenen Körper wird aber letztlich niemand wirklich gut, ausdrucksstark und vor allem erfüllend tanzen können. Hier fängt die Reise an. Und als sinnlich, kreative, tänzerische Reise kann der ganze Prozess Freude machen und durch die Schulung von Bewusstsein im Körper verankerte meditative Erfahrungen sowie beglückendere Begegnungen schenken. Man kann mein Mindful Motion Tango Coaching im besten Sinne ganzheitlich nennen. Es schafft in vielerlei Hinsicht Bewusstsein über sich selbst und löst nicht nur tänzerische Probleme. Meinen Ansatz und meine Art mit Tango zu arbeiten empfinde ich als einen wunderbaren Weg zurück in die eigene Körperlichkeit, zu beglückenden Begegnungen, sowie als eine Reise ins Herz des Menschseins und ins Hier und Jetzt.

  • Gongs in Wiesbaden

    Unten seht Ihr mich bei meiner ersten Klang-Ausbildung beim Retreat "Gong Therapy" von Tone of Life. Damals noch im kühlen Polen, ist Tone of Life inzwischen im warmen Spanien zu finden. Unten gleich ein bisschen Werbung für sie :-) Diese Kurse werden auch heute angeboten sind aber meist schnell ausverkauft. https://www.toneoflife.com/9-day-intensive-gong-sound-therapy-training-july-august-october-2017-poland.html Auf dem oberen Foto seht Ihr mich vor den größten Gongs bei Tone of Life, den riesigen und wunderbar überwältigend klingenden Gongs mit 1,50 Durchmesser. Einer dieser Gongs steht übrigens auch in Wiesbaden, im Schloss Freudenberg. Im Video unten ist es der in der Mitte. Lasst Euch vom Klang nicht abschrecken - auf PC Lautsprecher hört man nur Krach statt die Vielfalt der Harmonien. Mein eigener Gong (1,05cm) ist - ausserhalb vom Schloss Freudenberg - einer der größten hier in Wiesbaden. Verbreiteter sind 80/85/90 cm Gongs. Die haben aber den grossen Vorteil, dass sie leichter zu transportieren sind...

  • Mindful Motion - mehr als somatische (körperliche) Achtsamkeit

    Mit Mindful Motion gehe ich über somatische Achtsamkeit hinaus. Ich erweitere sie um die Achtsamkeit für jede Art innerer Bewegung wie z.B. Gefühle, Emotionen oder Gedanken. Mindful Motion und Achtsamkeit: was ist das? Achtsamkeit ist ein sehr vieldeutiger Begriff: von "bitte achtsam mit der Vase umgehen!" zum buddhistischen "der sich selbst reflektierende Geist". Im Rahmen von "Mindful Motion" meine ich das gesamte Spektrum an bewusster Selbstwahrnehmung von Geist und Körper, nicht nur im stillen Sitzen sondern auch in Bewegung, freiem Tanz und sogar Tango Argentino. Mit Mindful Motion mache ich Dich auf Dich selber aufmerksam: die körperliche (sensorische / somatische) Dimension: zB das bewusste Empfinden von Temperatur, Druck, Bewegungsimpulsen, Schwere, Berührung, Kribbeln, Haltung, Kontaktflächen, etc. die mentale Dimension: das bewusste Wahrnehmen der inneren "Bewegungen": Gedanken, Gefühlen und Emotionen in ihren verschiedenen Ausformungen als Vorstellungen, Ideen, Geschichten, Wünschen, Ängsten, Freude, Lust, Wut, Liebe usw. Mindful Motion in meiner Arbeit Mindful Motion durchzieht wie ein roter Faden meine Arbeit und verbindet meine Tools im Kern miteinander, die unterschiedliche Zubringer / Werkzeuge sind, aber letztlich das selbe Ziel haben: Mit dir selbst (Geist UND Körper) im gegenwärtigen Moment tiefer und bewusster in Kontakt zu kommen, und dadurch auch mit dem Leben in bewusster Verbindung zu sein. Nur da wo Du innerlich wirklich in diesem Moment bist findet dein Leben statt. Daher muss der Weg genau dort beginnen, zu erkennen, wo du gerade wirklich bist. Und was dort passiert. Auch wenn du vielleicht unbewusst alles tust, um dem auszuweichen, dich davon abzulenken. Oder nie daran gedacht hast, oder es vielleicht schwer fällt, Dir selbst Aufmerksamkeit zu schenken. Ich glaube wir kennen das alle... Oft rennen wir gefühlt die ganze Zeit und bemühen uns, versuchen alles mögliche und kommen dennoch nicht dort an, wo wir hin möchten. Dafür müssten wir stehen bleiben und spüren, wo wir überhaupt sind: im Hier und Jetzt im sich bewegenden oder ruhenden Körper, mit allen seinen inneren Bewegungen. Wenn wir das tun ist es wie eine bestimmte Art von nach Hause kommen: ausruhen, Kraft tanken, Orientierung, Klarheit, Erfüllung, Frieden und Freude finden. Letztlich auch die einzige Art, WIRKLICH nach Hause zu kommen. In diesem Moment hier und Jetzt, in genau diesem Körper, so wie er ist. Ohne wenn und aber. Nur wenn du in Kontakt mit Deinem inneren Wissen und deiner inneren Wahrheit bist - und ich meine damit nicht das Narrativ deines Egos! - kannst du dich von Konditionierungen lösen und deinen ganz eigenen selbstbestimmten Weg gehen. Dich dabei mit meinen Möglichkeiten zu unterstützen und zu begleiten, ist mein Weg.

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